Shop now Shop now Shop now Shop now Shop now Hier klicken Jetzt informieren PR CR0917 Cloud Drive Photos Learn More Mehr dazu Hier klicken Mehr dazu Hier Klicken Jetzt bestellen AmazonMusicUnlimitedFamily BundesligaLive longSSs17

Kundenrezensionen

4,2 von 5 Sternen
29
4,2 von 5 Sternen
Liebeswahn
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern


am 23. Mai 2008
Was einem so alles zustoßen kann, wenn man Gutes tun will. Joe will ein Kind aus einem Fesselballon retten und muß mit ansehen, wie einer der Retter bei der Aktion ums Leben kommt. Ein Mann spricht ihn an, fordert ihn auf, gemeinsam zu beten, und Joe sieht sich im Verlauf der Geschichte den seltsamen Nachstellung Jed Parrys ausgesetzt, der vorgibt, sich in ihn verliebt zu haben. McEwan beschreibt jedoch nicht nur den Wahn eines religiös Verwirrten, der in einer Melange aus gläubigem Sendungsbewußtsein und Liebesgefühlen das Leben eines Ehepaars durcheinander bringt, er zeigt auch wie hilflos jemand solchen Anwandlungen ausgesetzt ist, wenn dieser sich nichts zu schulden kommen läßt. Was die Liebesschwüre, dunklen Drohungen bei Joe anrichten, der absolut nicht von Parry geliebt werden möchte, wie er miterleben muss, dass ihm niemand glaubt, er beginnt, sich seiner Frau zu entfremden, ist eindringlich geschildert. Die psychologische Begründung liefert der Autor gleich mit. Bei Parrys Wahn handelt es sich um das Clérambault-Syndrom. Eine Bezeichnung für krankhafte, abgewiesene Liebe, die zur Gewalt neigt. Viel schlimmer jedoch erscheint der Umstand, wie Joe allmählich den Boden unter den Füßen verliert, alles Parry unterordnet. Es kommt sogar zum Bruch mit seiner Frau Clarissa, dem verzweifelten Versuch, sich durch den Kauf einer Pistole zu schützen. Wie sich die Katastrophe allmählich zuspitzt, zeigt einmal mehr, mit welcher Akribie McEwan es versteht, Menschen aus ihrem Alltag zu reißen. Gleich einer Schlinge zieht der Autor die fehlgeleitete Liebe um die Hauptfiguren zu. Keiner bleibt unbeschadet. Und einmal mehr schafft McEwan es, Beklemmung so spannend zu beschreiben, dass man das Ende gespannt erwartet.
0Kommentar| 12 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
VINE-PRODUKTTESTERam 31. Januar 2011
Ich habe jetzt 3 Romane von McEwan gelesen: Solar, Liebeswahn und Abbitte. Es fällt mir schwer eine Präferenzenliste zu erstellen, aber ich mache es trotzdem 1. Solar 2. Liebeswahn 3. Abbitte. Andere mögen da anderer Meinung sein, aber dass McEwan ein großartiger Schriftsteller ist, wird kaum jemand bestreiten. Auch Thomas Mann hat nicht immer Meisterwerke verfasst. Das Buch Liebeswahn beginnt mit dem Absturz eines Ballons, den ein junges Ehepaar, das Picknick macht, beobachtet. Sie eilen natürlich zu Hilfe, wobei ihre Hilfestellung nicht gerade professionell abläuft. Aus dieser tragischen Begebenheit entwickelt der Autor das Psychogramm einer Stalkerstory, denn einer der Helfer verliebt sich in Joe, der von nun an permanenten Belästigungen ausgesetzt ist. Die Belästigungen werden immer bedrohlicher, ja sogar lebensbedrohlich, so dass Joe die Polizei einschaltet. Diese ist allerdings "machtlos", da ja real nicht Schlimmes passiert. Joes Leben gerät völlig aus den Fugen, so dass sogar seine Ehe daran zerbricht. Diese im Prinzip simple Geschichte, erhebt McEwan auf ein sprachliches Niveau, das zur Zeit seinesgleichen sucht. Das Buch ist ein echter Psychothriller, dessen Ende ein zerstörtes chaotisches Leben ist.
Dem Leser wird durch diese bedrückende Schilderung klargemacht, dass ein solches Ereignis jeden von uns treffen kann, egal in welchem geborgene Umfeld wir uns zu befinden glauben.
0Kommentar| 7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 25. Januar 2011
Dem Autor Ian McEwan ist hier ein ungewöhnlicher, höchst skurriler und absonderlicher Roman gelungen. Die Qualitäten des inzwischen renommierten und international geschätzten Schriftstellers zeigen sich wie gewohnt in seiner Sprachfertigkeit; seinem etwas britisch-unterkühlten aber dennoch mitreißenden Erzählstil. McEwan ist wie ein Koch, der die Zutaten seiner Gerichte in minimalen Mitteln wählt, aber es versteht, höchste Wirkung und Spannung zu entfalten. Seine erzählerische Tiefe, die Zeichnung seiner Figuren mit glaubhaften und authentischen Zügen, ebenso seine Vorliebe für die Seitenwege der Philosophie, liefern dem Leser niveauvollste Genüsse an Unterhaltung und Spannung.
Die Geschichte ist schnell umrissen: Die scheinbar solide und glückliche Beziehung eines Paares gerät durch einen offenkundig dem Liebeswahn verfallenen Psychopathen namens Parry in Unordnung und läuft Gefahr, zerstört zu werden. Das Ziel dieser irr geleiteten Liebe gilt Joe, dem Ehemann, ausgerechnet ein Vernunftsmensch (Wissenschaftler), der diesem der Metaphysik und dem Glaubenswahn verfallenen Kranken nur unbeholfen Paroli bieten kann. (Gegen Metaphysik gibt es keine vernunftsbezogenen Argumente.) Als Clarissa, die Frau aus der Beziehung, an der Glaubwürdigkeit ihres Gatten zu zweifeln beginnt, erodieren Vertrautheit und Verlässlichkeit im gegenseitigen Miteinander.
McEwan beginnt die Geschichte mit einem Paukenschlag an Symbolik und Dramatik: der Rettungsaktion eines Jungen aus einem außer Kontrolle geratenen Ballon. Der irrsinnige Parry schließt sich dem Team der Rettungshelfer an und lernt auf diese Weise den Erzähler der Geschichte, Joe, kennen. Seine Obsession kennzeichnet sich fortwährend dadurch, dass er meint, Joe gebe ihm Botschaften, ihn zu lieben. Herausragend an der Szene mit dem Ballon, wie auch an anderen Stellen des Buches, ist, wie der Autor es schafft, mit den Erzählperspektiven zu spielen. Er versteht es, ganze Situationen im Bild einzufrieren, den Erzählfluss auf Zeitlupentempo herunterzudrehen, -- und in einer Art Kaleidoskop der weiteren möglichen Handlungen die Geschichte fortzuspinnen. So verschachtelt er Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft. An einer Stelle der Geschichte wechselt er in fast unbemerkter Weise die Erzählperspektive des Icherzählers in die von außen betrachtete Leserperspektive. Es ist der Moment, als Clarissa ihren Gatten nicht mehr versteht und zu ihm Distanz aufbaut; somit wird die Entfremdung des Paares durch diese feinfühlige Textstilistik untermalt. Das Schöne an solcher Art von Literatur ist nicht nur, dass man über eine spannende Geschichte in Atem gehalten wird, sondern Lebensphilosophie und Sprachvirtuosität allererster Güteklasse vermittelt bekommt. (Sprachbildung. Denkkraft.)
Fazit: McEwan ist einer der ganz großen Erzählkünstler der Gegenwart und das Buch für mich eine klare Kaufempfehlung.
0Kommentar| 5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 26. März 2008
Es sollte ein Wiedersehensfest werden - der Wissenschaftsjournalist Joe Rose hat seine Freundin Clarissa, ihrerseits Literaturwissenschaftlerin und Keats-Begeisterte, soeben nach siebenwöchiger Trennung vom Flughafen abgeholt und führt sie zum Picknick in die Hügel irgendwo außerhalb Londons. Doch gerade als es sich die beiden an einer windgeschützten Stelle bequem gemacht haben, hören sie Hilferufe. Ein Mann versucht, seinen Fesselballon zu landen, und kämpft vergeblich gegen die starken Böen. Vier Männer eilen herbei, um dem Ballonfahrer zu helfen, einer davon ist Joe Rose. Der Rettungsversuch wird ein Todesopfer fordern. Joe Rose wird anschließend von einem der anderen Helfer ersucht, angesichts der Situation gemeinsam zu beten. Verstört lehnt der atheistische Journalist ab. Aber so leicht lässt sich Jed Parry nicht abschütteln.
Ganz im Gegenteil. Aus der dramatischen Zufallsbegegnung entwickelt sich eine ständig bedrohlicher werdende Krise. Bereits in der Nacht nach dem Unglück ruft Jed Parry bei Joe Rose an, offenbart ihm seine Liebe und drängt ihn, sich seinerseits die Liebe zu Parry einzugestehen. In der Folge entwickelt sich der religiös verblendete und pausenlos von Gottes Liebe plappernde Mensch zu einem immer aufdringlicheren Stalker, während niemand außer Joe Rose selbst die Gefahr zu erkennen oder richtig einzuschätzen scheint. Clarissa und er entfremden sich, die Polizei verlacht Rose, und so wird aus einer vermeintlich lächerlichen Verblendung eine Kette von desaströsen Ereignissen. Dies geschieht, wie immer bei McEwan, auf leise, schleichende Art; der Protagonist zweifelt nicht selten an sich selbst, sucht Auswege, trifft auch Fehlentscheidungen, aber es scheint sowieso nichts geeignet, das Unausweichliche zu vermeiden. Rose steht der Situation alleine gegenüber, weil niemand dazu bereit ist, ihm zu glauben. Parry hingegen entwickelt immer mehr Cleverness und Selbstsicherheit. Diese zuwiderlaufenden Entwicklungen sind Kern der Handlung; Roses Weltbild wird nachhaltig erschüttert, während alles auf einen ebenso nachhaltigen Triumph des gottesfürchtigen Stalkers hindeutet.
Das Buch erzählt also von der verblendeten Liebe eines Mannes für einen anderen, davon, wie Zeichen gedeutet werden, die keine sind und nie als solche gedacht waren, wie alleine der Glauben an eine Sache diese zur Wirklichkeit werden lässt, zu singularen, persönlichen Wirklichkeit, die nichtsdestotrotz Basis des Handelns wird und sich aller störenden Faktoren notfalls auch gewaltsam entledigt. Es ist deshalb auch nur vordergründig ein Buch über die als De-Clérambault-Syndrom bekannte Erotomanie, die heutzutage "Stalking" genannt wird, sondern vor allem eines über den Widerstreit zwischen naturalistischer und religiöser Weltsicht, wobei McEwan zwar eindeutig Partei ergreift, aber auch die Position zu relativieren bereit ist, für die er offenbar eintritt. Diese Position übernimmt Roses Freundin Clarissa, die den nüchtern-analytischen Journalisten immer wieder dazu drängt, eine ganzheitlichere Sicht auf die Phänomene zuzulassen, über die er schreibt.
Anfangs etwas spröde, gewinnt das Buch rasch an Intensität, Dramatik und Spannung. McEwan gehört fraglos zu den größten Romanciers unserer Zeit, und mit "Liebeswahn" ist ihm eine subtile und zwingende Erzählung von enormer Dichte gelungen.
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 12. Juni 2005
...kann sich manchmal ein Leben ändern, kann ein Ereignis eine Kette von Geschehnissen auslösen, die zu einem unvermeidlichen fatalen Ende führen.
Eine solch dunkle Geschichte erzählt uns Ian McEwan gekonnt einfühlsam und durchweg spannungsgeladen in seinem Roman "Liebeswahn".
Ein schöner Sommertag lädt ein glückliches Ehepaar, Clarissa und Joe, zu einem Picknick im Grünen ein, als, nicht weit von den beiden entfernt, ein Fesselballon abzustürzt. Mehrere Menschen, so auch Joe, eilen aus allen Himmelsrichtungen herbei um dem Ballon-Piloten, dessen kleiner Enkel sich noch im Korb befindet, zu helfen, das Gefährt am Boden zu halten und zu sichern. Doch der Hilfeversuch scheitert - mit fatalen Folgen: ein Mensch verunglückt tödlich. In dieser Situation lernt Joe einen der anderen Helfer kennen, Jed Parry, ein Mann, der fortan Joes Leben in ein Desaster stürzen wird. Jed ist nämlich davon überzeugt Joe zu lieben und von Joe geliebt zu werden.
Der Liebeswahn, das Clérambault-Syndrom, lassen Jed in Joes Leben eingreifen in einer Form, die wir heute "Stalking" nennen: Permanente Telefonanrufe, ständige Präsens, das Auftauchen an den unmöglichsten Orten, das Beaobachten aus der Ferne, Nachrichten auf dem Anrufbeantworter und in Form von Briefen - erst vorsichtig zurückhaltend, dann immer bedrohlicher werdend - lebensbedrohlich. Die Polizei ist machtlos, denn es passiert ja nichts "Schlimmes", doch der so von einem Stalker verfolgte Mensch, gerät in einen Strudel des Chaos. So auch Joe, dessen Leben sich radikal verändert und dessen Ehe an den Ereignissen zerbricht.
Ian McEwan erzählt mit einem feinen Gespür, auf sprachlich höchstem Niveau. Er lässt den Leser mit dem bedrohlichen Gefühl zurück, dass jedem von uns so etwas passieren könnte, dass ein "Jed Parry" hinter jeder Ecke lauern könnte, um unser Leben zu verändern. Dieser Roman ist eine echte Empfehlung im Genre des Psychothrillers.
0Kommentar| 46 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Ian McEwan ist sowieso schon ein fantastischer Schriftsteller, aber mit diesem Roman hat er sich wirklich selbst übertroffen! Wer das erste Kapitel gelesen hat, wird erstens nie wieder die Dramatik der Ballonszene vergessen und zweitens das Buch nicht aus der Hand legen, bevor es zuende ist. Ich habe selten ein Buch gelesen, in dem so viel Spannung transportiert wurde, ohne das der Autor sich irgendwelcher Thriller-Klischees bedient. Stattdessen ist er ein Meister der Psychologie, der uns mit neuen Bildern und Ideen in den Bann seiner Geschichte zieht. Also, bevor Ihr Euch den x-ten 08/15-Thriller reinzieht, lest lieber mal Ian McEwan!
0Kommentar| 32 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 18. Januar 1999
Nicht umsonst hat McEwan letztes Jahr den wichtigsten Buchpreis Großbritanniens, den Booker-Preis, erhalten. Liebeswahn hat einen wirklich unvergesslichen Anfang, man hastet von Seite zu Seite, will nicht schlafen, nicht arbeiten, nicht aufhören zu lesen. Von der ersten Seite an fesselte mich dieses bitterböse, intensive und wahrhaft meisterliche Buch. Prädikat Weltliteratur
0Kommentar| 18 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 27. März 2013
Eine starke, beeindruckende Story, die offenbar auch noch auf einer wahren Begebenheit beruht.
Allein schon der Unfall mit dem Heißluftballon stellt die Vorstellungskraft vor eine Herausforderung. Die Obsession von Jed Parry geht aber noch viel mehr unter die Haut. Man möchte wirklich nicht in Joes Haut stecken!

Was mich bei McEwan aber immer wieder beeindruckt - so auch hier - ist seine scharfe Beobachtungsgabe zwischenmenschlicher Beziehungen & seine eindringliche Schilderung von Gedankengängen. Man fühlt sich wirklich in die Psyche der Protagonisten - hier des Ich-Erzählers Joe Rose - hineinversetzt & kann jeden Gedanken nachvollziehen. Besonders beeindruckend erlebte ich diese Erzählweise in seinem Roman "Am Strand/On Chesil Beach".

Nebenbei erhält man in "Liebeswahn" auch eine Schulung psychologischer Art zu den Aspekten der amourösen Besessenheit. Höchst interessant!

"Liebeswahn" kann ich aus verschiedenen Gründen nur weiterempfehlen.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 21. Dezember 2014
Ian McEwan ist ein Experte für Szenarios, in denen das Leben in einer geordneten Alltagswelt durch ein unerwartetes Ereignis aus der Bahn geworfen wird. In "Liebeswahn" ist es ein Ballonunglück, das das Leben von Joe, einem Wissenschaftsjournalisten und Clarissa, einer Literaturdozentin in eine gefährliche Schieflage bringt. Nach dem Ballonunglück, in das Joe hineingezogen wurde, weil er helfen wollte, einen kleinen Jungen zu retten, der von einem davonfliegenden Fesselballon davongetragen wurde, wird er von einem Stalker verfolgt, Jed Parry, einem vermögenden Müßiggänger, der ebenfalls an der versuchten Rettung des Ballons beteiligt war, und seine religiös überhöhte Deutung des Vorfalls nun auf Joe projiziert.
Die Annäherungsversuche des Stalkers werden bald immer bedrohlicher, und auch Joes Ehe, sowie das rationale Selbstbild von Joe und Clarissa werden auf die Probe gestellt.
"Liebeswahn" ist nicht nur spannend in der Weise eines ungewöhnlichen Kriminalfalls, sondern auch als erstaunlich sensibles Psychogramm einer Ehe und ihrer Zerbrechlichkeit, meisterliche Literatur, die in einer gelungenen Verfilmung auch den Weg ins Kino gefunden hat.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. August 2003
Ich kann mich dem vorwiegend positiven Echo über dieses Buch nur anschliessen: Meisterhaft und packend bis zu letzten Zeile ist die Innenwelt des Psychopathen und vor allem diejenige seines Opfers mit Mitteln gezeichnet, die man nicht nur einfach "literarisch" nennen kann: Da wird zu Beginn in der Ballonszene mit in der Literatur wohl unerreichten Rückblende- und Zeitlupentechnik und Perspektivewechseln eine Detailiertheit der Schilderung erreicht, die die Szene beinahe Realität werden und entsprechend unter die Haut gehen lässt. Die gleiche Meisterhaftigkeit dann in den Begegnungen zwischen Joe und Jed. Jedes Wort dieser Dialoge sitzt hier und öffnet Abgründe im Innenleben der Figuren. Der Innenwelt-Krimi wird schliesslich zum handfesten Krimi, der dann als Tüpfelchen auf dem i noch den Mut zu einem gekonnten, unlarmoyanten Happyend hat. Man spürt die Sorgfalt und Leidenschaft, mit der der Autor das Krankheitsbild recherchiert hat.
0Kommentar| 10 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

Nussschale
22,00 €

Brauchen Sie weitere HilfeHier klicken