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Kundenrezensionen

4,3 von 5 Sternen
46
4,3 von 5 Sternen
Licht im August
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:9,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 25. Juni 2015
Faulkner war und ist noch immer für mich einer der grandiosesten Erzähler des Planeten. "Licht im August" ist sein wohl bekanntestes Werk, und was soll man dazu schreiben, was noch nicht geschrieben wurde? Ich kann nur eins sagen: kaufen und selber lesen, am besten im Original.
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am 1. August 2015
William Faulkner erhielt nicht umsonst 1950 den Nobelpreis für Literatur. Sein 1932 erschienener Roman "Licht im August" birgt eine geradezu verstörende Sprachgewalt um Rassismus, Sex und Religion. Die Charaktere werden aus mehreren Dimensionen beleuchtet, zeitversetzt, Menschen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können, verwobene Familienschicksale und Ereignisse über Generationen hinweg, die das Leben völlig neu formatieren. Die Spannung lässt niemals nach und wirkt auch nach der letzten Seite hinweg. Das Bedürfnis flammt auf in die Südstaaten zu reisen um die Landschaft, die Orte und die Menschen zu besuchen.
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am 13. Oktober 2013
William Faulkners "Licht im August" in neuer Übersetzung kann das Genre des amerikanischen Romans keineswegs leugnen, auch wenn er in seiner Komposition, seiner Andeutung, seiner Bipolarität ein sehr anspruchsvoller ist.

Drei unterschiedliche Charaktere und ihre Schicksale begegnen sich im August in Jefferson, einer fiktiven Stadt der US amerikanischen Südstaaten. Lena Grove ist schwanger und auf dem Weg zu ihrem Verlobten, der im Sägewerk der Stadt Anstellung gefunden hatte. Was sie nicht weiß, er hat einen anderen Namen angenommen und nicht damit gerechnet, sie jemals wieder zusehen. Der Verlobte Lucas Burch alias Mr. Brown arbeitet gemeinsam mit Joe Christmas, einem jungen Mann, der Zeit seines Lebens viel harte Arbeit erledigt und wenig Liebe erfahren hatte. Als Findelkind wurde er zu Weihnachten an der Treppe eines Waisenhauses abgelegt und von dort fünf Jahre später wieder abgeholt von einem puritanischen, arbeitssamen Bauern, der ihn zu seinem Ziehsohn machte. Was jeder zu wissen glaubt, aber niemand mit Gewissheit sagen kann, ist das Gerücht um seine Herkunft, man munkelt, er hätte "Niggerblut" in sich. Der dritte im Bunde ist der alte Geistliche Hightower, der seines Amtes enthoben wurde, nachdem seine Frau mit einem anderen Mann durchgebrannt war. Er ist die Stimme der Moral, auch wenn diese oft eine doppelte ist.

Die Hauptgeschichte ist jene des Findelkindes schwarzen Blutes. Sie zeigt die Verlorenheit seiner lieblosen Kindheit, die Züchtigung zu Lehre und Ordnung, die erste Liebe, von der er verraten und verlassen wird und seine Gewalttaten, die sein Leben immer wieder aus dem Lot bringen.

" 'Das also ist die Liebe, Ich verstehe. Auch darin habe ich mich geirrt', und er dacht, was er schon vorher gedacht hatte und wieder denken würde und was jeder schon einmal gedacht hatte: wie falsch auch das profundeste Buch war, wenn man es auf das Leben anwandte." S446

Der Autor spielt gekonnt mit dem Gegensatz. Dem Gegensatz einer schwarz-weißen Welt in den US amerikanischen Südstaaten der Dreißigerjahre des vorige Jahrhunderts; dem Gegensatz einer Religion, die seine Mitmenschen mit ihren Schicksalen in die Ungläubigkeit treiben wird; und dem Gegensatz zwischen Männern und Frauen, ihren ewigen Verbundenheit und gegenseitigen Abhängigkeit.

Die Perspektiven der vielen Erzähler wechseln gekonnt. Wir begegnen einer Vielzahl von Nebendarstellern, die meist dann aus dem Nichts auftauchen, wenn die Handlung eine neue, unvorhergesehen Wendung nimmt. In verschiedenen Schleifen verraten uns seine Erzähler immer schon vorab, was nun passiert war, allein den Hergang werden wir nach und nach erfahren. Die Handlung ist geprägt von Haltlosigkeit und Gewalt auf der Suche nach Geborgenheit. Ein Hauch von Straßenstaub kitzelt mir die Nase doch nicht allein die ungehörige, subtropische Augusthitze entlockt mir ein kraftloses Raunen. Weltliteratur!!!
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am 11. Januar 2011
Die hochschwangere Lena begibt sich auf der Suche nach dem verschwundenen Vater ihres künftigen Kindes auf eine Wanderung durch die Südstaaten. Als sie in Jefferson ankommt, sieht sie am Rande der Stadt eine aufsteigende Rauchwolke. In dem brennenden Haus wird eine Frauenleiche, deren Kopf an einem Hautfetzen hängt, gefunden. Ein in einer Hütte neben dem Haus wohnender 33-jähriger Fremder mit pergamentfarbener Haut soll den Mord begangen haben. Sein Name ist Joe Christmas. Die verstörende Geschichte seines Lebens, an der eine Traube von weiteren Schicksalen hängt, macht den Haupthandlungsstrang des Buches aus.
Es gibt in dem Roman auch einen schüchternen Holzarbeiter und Hobbyprediger, den Lena, auf der Suche nach ihrem "voraus gereisten" Liebhaber, in Jefferson trifft, und der sich partout in sie verliebt. Daneben sind da auch einige weitere Verkünder des Gotteswortes sowie rücksichtslos behandelte Frauen.
Das Werk ist ein opulentes Panorama des US-amerikanischen Südens mit rustikalen Charakteren vor dem Hintergrund staubiger Straßen, trostloser Städte und üppiger Landschaften.
Faulkner wechselt zwischen mehreren Erzählebenen. Ausgehend von dem August des schrecklichen Verbrechens in Jefferson taucht er zum Teil mehrere Generationen tief in die Vorgeschichte einzelner Protagonisten. Neurosen, drückender selbstgerechter Fanatismus, Stumpfsinn prägen das Bild. Dabei lässt der Autor Frauen jedoch um einiges besser wegkommen als das starke Geschlecht. Dort wo der manische Glaube nicht greift, herrscht Zynismus und Leere. Faszinierend wirkt die Leidenschaft, der hohe Grad der Überzeugung bzw. der inneren Widersprüche dieser Menschen. Gerade diese intensive und stolze "Nichtflexibilität" macht sie für den modernen Leser besonders interessant und lässt einen durchschnittlichen weichgespülten Zeitgenossen daneben langweilig erscheinen.
Zwei Metathemen des Werkes sind der Rassenwahn und die Abgründe des Protestantismus. Mit großer Einfühlung zeichnet Faulkner die Verbindung der beiden Phänomene. Er zeigt die perversen Implikationen eines tief verwurzelten Glaubens an einen unbarmherzigen Gott und an die Schlechtigkeit des Menschen. Gotisch anmutende Beschaffenheit entsprechender Gedankengänge ist in ihrer Irrationalität oft kaum nachvollziehbar, dafür umso stimmungsvoller. Der Leser empfindet bei solchen Passagen wohl ähnliche Faszination wie der Alte (entweder aus Cechov oder aus Dostojewskij), der gerne mal seine Brille mit Drahtgestell aufsetzte und in etwas Tiefsinnigem über die "Lerigion" schmökerte.
Klasse Buch - mitreißend und intelligent.
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am 14. Mai 2004
I once heard an English teacher describe William Faulkner as "Our Shakespeare". He said that the southern culture provides so much for a novelist to work with and Faulkner works it to the limit. I saw much of Shakespeare in "Light In August" as Faulkner transports us into the minds and culture of the depression era South. Lena Horne, traipsing from Alabama to Mississippi in search of the father of her unborn child, Joe Christmas, the self-proclaimed mulatto outcast, Gail Hightower, the minister whose obsession with the past cost him his wife and pulpit and Joanna Burden the heiress of the Carpetbag family who never became a part of the community in which she lived her life all provide us with an insight into this world.
More than Shakespeare, "Light In August" reveals Faulkner, in my opinion, as a Twentieth Century Poe. In Poe's work it is often the sounds that make the work. In "Light In August", I was entranced by the dialogue and the streams of consciousness which revealed the characters and their world to the reader.
I cared little for the story line, but the sights, sounds and the smells of "Light In August" make it a worthwhile read.
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am 18. Juni 2016
Diese Übersetzung ist eine vor Ungenauigkeiten und sprachlicher Monotonie nicht zu überbietende Peinlichkeit. Der Roman ist ein großartiges, sprachliches Kunstwerk, die alte Übersetzung von Fein ist geeigneter, melodischer, atmosphärischer als dieser Kinderkram.
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TOP 500 REZENSENTam 10. Juli 2014
Von William Faulkner hat jeder Literaturinteressierte schon einmal gehört, aber man würde sich wundern, wie wenig ihn wirklich gelesen haben. Ich fand niemand, der mir aus seiner Bibliothek ein Buch von Faulkner leihen konnte, in den Buchläden war er kaum zu finden, und so habe ich diese vergriffene Ausgabe aus dem Diogenes Verlag gebraucht erworben.
Das vorliegende Buch „Licht im August“ spielt wie die meisten Romans Faulkners in den Südstaaten der USA, hier in der Stadt Jefferson, die stellvertretend für Faulkners Heimatstadt Oxford/Mississippi steht. Im Mittelpunkt der Handlung des Romans steht die Gestalt des rätselhaften Chrismas, der sich als Waise durch die Ungunst der ausführlich geschilderten Umstände zu einer monströs- gewissenlosen Existenz entwickelt – ferner seine ältliche Geliebte, die am Ende des Buches ermordet wird. Ein windiger Halunke, der vor der Vaterschaft und einer Frau flieht, die er geschwängert hat, der Holzarbeiter Byron Bunch, der im Schatten des Lebens dahindämmert, und der ehemalige Pfarrer Hightower, der von seiner abgedrehten Frau eine Wunde empfangen hat, die ihn sein leben Lang zeichnet, bilden die Staffage einer komplizierten Handlungsführung, die auch noch chronologisch zerhackt daherkommt und dem Leser Einiges abverlangt. Alle Personen äußern sich in den verschiedenen Etappen der verschachtelten Geschichte ausführlich und breit in inneren Monologen, was den heutigen Lesegewohnheiten etwas widerspricht und ehrlich gesagt mitunter ein wenig langatmig wirkt.
Auf der anderen Seite begegnen dem Leser immer wieder Stellen von großer poetischer Kraft und so überraschender Perspektiven, dass man innehalten und über den Text nachdenken möchte. Über die späte Liebe der beiden Hauptpersonen etwa heißt es: "Natürlich konnte der Anfangsfuror nicht anhalten. Zuerst war es ein reißendes Gewässer gewesen, nun war es ein Auf und Ab von Gezeiten mit Flut und Ebbe. Es war, als würde aus ihrem Wissen, dass es nur eine Flut sei, ein noch wilderer Furor geboren, ein rasendes Verweigern, dass sich selbst und ihn zu einem physischen Experimentieren aufpeitschen konnte, das die Phantasie weit hinter sich ließ und die beiden (…)ohne ihr Wollen und Planen auf sich davontrug. Es war, als wüsste sie, ohne noch die wahre Bedeutung des Herbstes zu kennen, irgendwoher, dass die Zeit kurz sei, dass der Herbst schon über ihr drohe. Es schien Instinkt allein zu sein, physischer Instinkt und instinktive Verleugnung der vergeudeten Jahre. Dann ebbte die Flut wieder ab. Dann blieben sie zurück wie hinter einem absterbenden Mistral, an einer Küste der Erschöpfung und Übersättigung, einander aus hoffnungslosen und vorwurfsvollen Augen anblickend, gleich Fremden."(S.216)
Zur Wahrheit gehört aber auch, dass solchen Stellen Dutzende von Seiten folgen, bei deren Lektüre auch dem geübtesten Leser die Füße einschlafen. Mehrfach war ich nahe daran, aufzugeben, habe das Buch aber dann doch zu Ende gelesen, weil ich auf einer Südstaatenreise durch die USA das Wohnhaus von William Faulkner in Oxford/Mississippi nicht besuchen wollte, ohne nicht wenigstens ein Buch dieses Autors gelesen zu haben. Soll ich lügen, wenn ich verschweige, dass ich nach dem Abschluss der Lektüre kräftig durchgeatmet habe und froh war, mich einfacheren Texten zuwenden zu können? Tut mir leid aber so war es. Deswegen Hände weg von diesem Buch für alle Gelegenheitsleser. Hard-Core-Reader dagegen könne dieses Buch benutzen wie eine Prüfung. Wer dieses Werk zu Ende gelesen hat, braucht vor keinem anderen Buch mehr Angst zu haben.
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am 14. Dezember 1998
The best reason to read this book is for the story of Gail Hightower. Light in August really mixes three stories into one: the story of Lena, the story of Joe and the story of Hightower. Although almost all criticism focuses on Joe, there is nevertheless a brilliantly crafted character within Hightower, a fallen minister who ends up trying to defend Joe. I also recommend this book to anyone reading Faulkner for the first time, as it is one of his easiest books but also contains a good intro to the themes, issues and characters that dominate Faulkner's writing.
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VINE-PRODUKTTESTERam 24. Juli 2008
Jetzt, wo möglicherweise zum ersten Mal in der Geschichte der USA ein Farbiger als Präsident ins Weiße Haus einziehen könnte, ist mit "Licht im August" der wohl bekannteste Roman von William Cuthbert Faulkner in einer schnörkellosen, modernen Übersetzung aus dem Amerikanischen von Helmut Frielinghaus und Susanne Höbel neu verlegt worden. Faulkner, der neben dem National Book Award, dem Pulitzer Preis auch 1949 den Literaturnobelpreis erhielt, hat zahlreiche Romane, Kurzgeschichten und Drehbücher geschrieben. Er greift in diesem Roman "Licht im August" (Light in August, 1932 erschienen) das immer wieder aufwühlende, erregende Problem der USA auf, nämlich die Rassenfrage. Von den alten Rassenvorurteilen, die auch heute noch nicht gänzlich überwunden sind, handelt dieses Buch. Wie die meisten von Faulkners Geschichten spielt die kompakte und facettenreiche Handlung im fiktiven Yoknapatawpha Country mit der Hauptstadt Jefferson. Diesem Ort liegt das reale Oxford zu Grunde, in dem der 1897 geborene Faulkner 57 Jahre bis zu seinem Tod 1962 gelebt und gewirkt hat.

Die geschickt miteinander verflochtenen drei Haupterzählstränge zeichnen sich zum einen durch gemeinsame Sinnbilder und Charakteristiken, zum anderen durch hart aufeinander prallende elementare Gegensätze aus. Dabei arbeitet der Autor nicht nur die differenzierte von Zelotismus, Blindwütigkeit und Rassentrennung scheinbar petrifiziert gekennzeichnete Sichtweise der amerikanischen Gesellschaft auf, sondern er versucht auch praktikable Wege aufzuzeigen, diesen Missstand mit der einsichtigen und dynamischen Vitalität der Menschen zu überwinden.

Zum Personal gehört die schwangere Lena Grove, die Lucas Burch, den vermeintlichen Vater ihres Kindes sucht. Lena trifft im weiteren Erzählstrang auf den neurotischen Gelegenheitsarbeiter Joe Christmas, der seit seiner von Gewalt und Unterdrückung geprägten Kindheit nie wieder festen Boden unter den Füßen gehabt hat. Sein letzter Rehabilitationsversuch, nämlich die Liebschaft mit einer vom Alter gezeichneten Frau, endet im unheilvollen Chaos. Er ermordet sie in hysterischer Erregtheit, wird festgenommen, kastriert und gelyncht. Der in Verklärung an eine glorreiche Südstaaten Vergangenheit schwelgende einstige Geistliche Hightower, ist der einzig Mensch, der das wirre Geflecht aus fanatischem Rassismus, fehlgeleitetem Glaubenseifer, verdrängter angestauter Sexualität und innerer Instabilität erkennt, ist jedoch nicht in der Lage hilfreich einzugreifen.

Die aufeinander zu treibenden fundamentalen Gegensätze sind Schwarz und Weiß, Mann und Frau, Christmas(der Wanderarbeiter) und Christus (die Religion). Faulkner spiegelt, entsprechend seinem bekannten Leitspruch: "Die Vergangenheit ist nicht tot, sie ist allgegenwärtig", in seinen Handlungssträngen die Vergangenheitsszenarien permanent in die Gegenwartsabläufe seiner Figuren.

Die Handlungsstränge entwickeln, jeder für sich und in ihrer Gesamtheit, einen außerordentlichen Sog, der den Leser gefangen nimmt und in die Geschichte mitnehmen lässt. Ich bin hingerissen von diesem Buch, finde es unglaublich rasant und gut geschrieben, wobei die unterschiedlichen Reflexionsebenen Eindruck hinterlassen und zum Nachdenken anregen.
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am 4. Juli 2017
Faulkner verbindet drei Schicksale: Die junge naive Lena ist schwanger und landet nach der Suche nach dem Vater in einer gottverlassenen Kleinstadt im tiefsten US-amerikanischen Süden, wo sie das Schicksal in die Arme eines anderen Mannes führt.
Der Mischling und Einzelgänger Joe Christmas versucht nach einer von Brutalität und christlichem Fanatismus geprägten Kindheit sein Glück in der Liebe einer älteren Frau zu finden und wird zum Mörder. Er ist das verzweifelte, aufgebehrende Opfer einer totalen kulturellen Entfremdung, der zwischen religiösem Fanatismus, Rassismus und Männlichkeitswahn nicht leben kann, seine Identität zwischen Schwarz und Weiss nicht findet und um einen Sinn für sein Ausgestossen-Sein ringt. Seine Zweifel an seiner Identität sind dabei eng gekoppelt mit seinem Hass auf das Leben.
Ein verfemter resignierter Geistlicher schliesslich erkennt die unsichtbaren Nöte, die hinter all dem Hass, Rassenwahn, der Gewalt, den Lügen und sexuellen Verklemmungen stecken. Er zögert jedoch einzugreifen, weil er selbst in der verklärten Vorstellung von der einst glorreichen Ära der Südstaaten gefangen ist.

Fazit: Faulkners epische Tragödie wird dominiert durch die überbordende Rhetorik eines radikalen protestantischen Fundamentalismus. Sie macht den Rassenhass des amerikanischen Südens zum Thema und beschreibt die Schicksale mehrerer Personen, die teilweise miteinander verwoben sind und unterschiedliche Handlungsstränge bilden. Der Roman ist alles andere als leichte Kost - auf gar keinen Fall für einen Schnelldurchlauf geeignet. Faulkners Sozialanalyse setzt eine grosse Portion an Durchhaltevermögen voraus. Er ist der bewusste Übersetzer des bestimmenden Unterbewussten. Er übersetzt die Seele, so wie ein Psychiater das Traumleben eines Neurotikers deutet. Seine Erzähltechnik registriert wie eine innere Filmkamera sämtliche Eindrücke, Erinnerungen und Gedankenfragmente.
Er seziert Gedanken aufs Feinste, beschreibt Geschehnisse mit einer nicht zu überbietenden Detailgenauigkeit, betrachtet sie von allen möglichen Seitgen und veranschaulicht sie mit unglaublichen Metaphern. Auch Triviales schildert er bis ins Umständlichste zerlegte Einzelheiten. Über Faulkners Wortgewalt braucht man kein Wort zu verlieren. Seine Erzählung mit einer Bilderfülle sondergleichen wirkt wahrer als die Wirklichkeit. Wie manisch kreist der Autor dabei in seiner Bildersprache um die drei Themen Sex, Religion und Rasse, die als dunkle Triebkräfte unsere Existenz bestimmen.
Die labyrinthartige Prosa, der hypotaktische Stil, die Erzähltechnik des Bewusstseinsstroms, der unkonventionelle Sprachrhythmus, komplexe, bandwurmartige Satzkonstruktionen mit Perspektivenwechseln für ein und dieselbe Szene, alles eingebettet in eine verschachtelte Zeitsstruktur, sind allerdings eine echte Herausforderung an den Leser. Dazu fällt es schwer, aufgrund der bewusst emotionslosen Darstellung, sich mit den Figuren zu identifizieren. Im Roman finden sich auch Motive der biblischen Geschichte - Verrat, Mitleid, Opfertod – stets verflochten mit den überlieferten Erzählungen einer kleinen Südstaatengemeinde.
Obwohl dieser Roman Faulkner den Nobelpreis einbrachte, wirkte er auf mich äusserst rätselhaft, abgründig und verstörend. Der Autor rollt darin ein Bild aus, dessen Deutung allein dem Leser obliegt. Mir ist dies nicht gelungen. Ich hab ihn eigentlich gar nicht verstanden. Ergo nur zwei Sterne.
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