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am 31. August 2008
Es gibt in der modernen Krimiauslese einen bizarren Götzen, einen merkwürdigen Tanz um das Goldene Kalb, die nervöse Neigung zum Tabubruch: die Tatschilderung; die größten Schreckenstaten werden minutiös geschildert; über jeder einzelnen Seite ertönt der Schlachtruf "Sex and Crime". Solche halbgaren Angestrengtheiten und Aufgeregtheiten sind Vargas Sache aber nicht. Sie schreibt mit "L'homme aux cercles bleues" einen klassischen Krimi: die Tat ist geschehen, die Polizei ist vor Ort, die Köpfe rauchen, die heiße Spur läßt noch auf sich warten. Diese einfache Ausgangsbasis wird in dem vorliegenden Buch durch zwei kraftvolle Auftriebe übersteigert, mit anhaltender Spannung versehen: die Intuition des Kommissar Adamsberg und der in einer Brachialwendung sich herumreißende Plot.

Im Roman sieht sich Inspektor Danglard, ausgerüstet mit viel gesundem Menschenverstand, den magisch anmutenden, immer unverständlichen Anwandlungen des Kommissars gegenüber, die letztlich doch souverän zur Auflösung des Verbrechens führen. Danglard spielt nichts anderes als die Vermutungen, die Meinungen des Lesers durch, des Lesers, der mehr und mehr seine Aufgabe darin sieht, hinter den wenigen Hinweisen, den Gefühlsschwankungen und Abwesenheiten, die Adamsberg an den Tag legt, die eigentliche, tatsächliche Lösung für den Fall herauszulesen. Diese Rollenzuordnung ist nicht verkehrt; Vargas überzieht sie meines Erachtens aber, wenn immer und immer wieder Adamsberg seinen Inspektor in Erstaunen versetzt, in eine heillose Verwirrung, in geradezu metaphysische Zweifel stürzt, die dieser nur mit Weißwein ertränken kann. So schlecht ist es um den Leser ja schließlich auch nicht bestellt; mit Danglard unterschätzt Vargas auch ihren Leser, der mit dem unschönen Empfinden, daß es doch allmählich zuviel des Guten ist, die überzeichneten Zurschaustellungen seiner Unwissenheit in der Person Danglards mehr und mehr überfliegen, praktisch beiseitelesen will.

Ansonsten denke ich nicht, daß Adamsberg eine unrealistische Person ist. Natürlich bleibt er eine höchst seltene Person. Doch seine Voraussicht und seine Einsicht sind erklärbar mit exzellentem psychologischem Gespür, mit profunder Menschenkenntnis. Seine Fähigkeiten sind letztlich banal, werden aber in Szene gesetzt, subtil ausgeleuchtet, indem die Autorin den Leser zum Kommissar immer auf leichte Distanz hält; Danglard bleibt uns auch dann näher, wenn sie von Adamsberg verflossener Liebe schreibt; er hält seine Karten stets bedeckt, so tief wir auch in seine Gedanken eingeführt werden; er bleibt ein Rätsel. Vielleicht ist das Rätsel seiner Person aber auch gerade, daß er eigentlich keine Geheimnisse hat, keine Rätsel aufgeben will, vor dem Leser nichts zurückhält, und doch unumgänglich inwendig etwas Rätselhaftes in ihm wirkt, von ihm selbst unverstanden; er ist sich selbst ein Rätsel, und transportiert diese Stimmung in seine Außenwelt hinein. Wie dem auch sei: Vargas Buch ist ein Krimi und bleibt ein Krimi; Adamsbergs Intuition ist Intuition; dahinter lauert keine spiritistische Botschaft.

Ein Krimi ist nur so gut wie die Auflösung des Verbrechens, und in diesem Buch könnte sie gewagter wie geschickter nicht sein. Der Anschein wird enttarnt und die Erkenntnis hat etwas Gewaltiges an sich, doch Vargas feinsinniges Talent besteht gerade darin, das Gewaltige nicht auftauchen zu lassen, diese Erkenntnis nicht pompös auf das Parkett zu hieven, sondern nahtlos in den unaufgeregten, aber spannenden Fluß der Geschichte einzuführen. Man könnte ihr unterstellen, sie verstehe es nicht, ihren Plot zu verkaufen; oder aber meinen, daß die Zurückhaltung die Beherrschung der Erzählung beweist. Die Auflösung fällt in einem einzigen Satz Adamsbergs und ist zugleich so haarsträubend und doch nüchtern präsentiert wie Adamsberg selbst.

Schade ist nur, daß es ein reiner Unterhaltungsroman ist. Die Handlung hat keine zweite Ebene, keinen metaphorischen Ausfluß, keinen metaphysischen Überbau, keine religiöse, philosophische, nicht einmal weltliche Botschaft - wenn, dann wäre sie am ehesten in der Person Adamsbergs zu vermuten, aber nach diesem ersten Roman kann ich sie, falls es sie gibt, noch nicht erkennen. "Father Brown" von Chesterton hat dann doch bei allem Witz und bei all der Oberflächlichkeit noch mehr Tiefe, Schwere und Nachdenklichkeit als die besten Stellen in Vargas Buch.
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am 13. Juli 2003
1. die idee ist schon genial, eine tat will eine andere vertuschen bzw. einleiten,
2. lässt fred vargas einen sehr lange im dunkeln über den täter, erklärt sehr schön die menschlichen hintergründe der einzelnen charaktere.
3. die person des "commissaire" ist einfach sehr schön gezeichnet, eben kein "cop".
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am 18. Juli 2009
So spannend, wie die anderen Fred Vargas-Krimis, liest sich auch dieser! Ein raffiniert gespinntes Netz an allen möglichen Verdächtigen, welches einen bis zuletzt in Atem hält, lässt den Krimifreund stets noch schnell einen Abschnitt lesen, bis es wirklich allerhöchste Zeit zum Schlafen gehen ist. Sehr empfehlenswerte Lektüre!
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am 27. Mai 2009
Das ist Fred Vargas vom Feinsten! Kann man nur empfehlen, wer noch nichts von ihr gelesen hat, sollte dies schleunigst nachholen (muss ja nicht im Original sein, die deutschen Übersetzungen sind ja da!)
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am 27. Mai 2005
Dieses Buch ist eines der wenigen, die ich nicht zu Ende gelesen habe. Die Charaktere sind mehr als seltsam (sie "riechen" z.B. das Verbrechen an einer Person) und die Geschichte fand ich nicht so spannend und interessant, wie es der Klappentext vermuten ließ. Der Schreibstil ist ebenfalls ziemlich ungewohnt und meiner Meinung nach merkwürdig. Für mich war "L'homme aux cercles bleus" ein absoluter Fehlkauf und eine große Enttäuschung.
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