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Der Letzte seiner Art Gebundene Ausgabe – 5. November 2003

3.7 von 5 Sternen 184 Kundenrezensionen

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Der Autor von Das Jesus Video und Eine Billion Dollar hat sich selbst übertroffen! Niemand bewegt sich so souverän im Niemandsland zwischen Science Fiction und Wissenschaftsthriller wie Andreas Eschbach, und Der Letzte seiner Art ist ein schönes Beispiel dafür, dass ein Schriftsteller sich weiterentwickeln und sich trotzdem treu bleiben kann.

Duane Fitzgerald ist ein zutiefst einsamer Mann, und das hat gute Gründe: Jahrelang gehörte er einer militärischen Spezialeinheit an, deren Mitglieder in einem Geheimprojekt der US-Regierung zu Supersoldaten aufgerüstet werden sollten. Duane weiß selbst nicht mehr, wie vielen Operationen er sich unterziehen musste, um das zu werden, wovon andere nur träumen -- mehr als ein Mensch. Er und seine Mitstreiter sollten im ersten Golfkrieg die Entscheidung bringen, doch etwas ging schief, und jetzt lebt er von seinen Freunden und von seiner Vergangenheit abgeschnitten, im Haus seiner verstorbenen Großmutter an der Westküste Irlands.

Bisher war es Duane gelungen, sich mit diesem ruhigen Dasein abzufinden. Heimlich schwärmt er für eine rothaarige Schönheit, die ein Hotel des Städtchens führt. Und zur Entspannung liest der ehemalige Soldat, der sich nie für einen Intellektuellen gehalten hat, den römischen Philosophen Seneca -- über die Kürze des Lebens und die menschliche Fähigkeit, auch unter widrigen Umständen Zufriedenheit zu finden. Eines Tages tauchen jedoch mysteriöse Männer im Ort auf, und Duane erfährt, dass die noch lebenden Teilnehmer des Experiments einer nach dem anderen Unfällen zum Opfer gefallen sind. Ihm wird klar, dass seine zurückgezogene Existenz nicht mehr von Dauer ist, doch ganz ohne Widerstand will er nicht aufgeben. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Der Letzte seiner Art ist in erster Linie ein unglaublich fesselndes Buch. Dabei verzichtet Eschbach weit gehend auf dröhnende Hollywood-Action, sondern hält es eher mit Alfred Hitchcock und dreht die Spannungsschraube langsam, aber unerbittlich fester. Besonders gelungen sind auch die Passagen, in denen Duane über sein Leben reflektiert und sich völlig ungekünstelt mit Seneca auseinander setzt. Allein in sprachlicher Hinsicht hätte man sich etwas mehr Sorgfalt gewünscht: Manche Sätze lesen sich, als entstammten sie einer wenig gelungenen Übersetzung aus dem Englischen. Das sollte allerdings niemand davon abhalten, das Telefon abzustellen und jeglichen Besuch auszuladen, um sich diesem Schmöker ungestört widmen zu können. Einen Spannungsroman von vergleichbarem Niveau wird derzeit wohl kaum jemand hervorbringen. --Hannes Riffel


Kundenrezensionen

Top-Kundenrezensionen

Format: Gebundene Ausgabe
Duane Fitzgerald lebt in „Ruhestand".
Einst Amerikas teuerster und geheimster Soldat hatte man, nachdem Clinton an die Macht, kam keine Verwendung mehr für Cyborgs.
12 Jahre lebt er nun schon fast völlig isoliert in einem kleinen irischen Fischerdorf.
Unzählige Operationen, die ihn vor Jahren zur perfekten Kampfmaschine geformt hatten fordern jetzt ihren Tribut. Kurzschlüsse in seinen elektronischen Verbindungen, ein nicht mehr richtig funktionierender Kraftverstärker im Oberschenkel und ganz natürliche Alterserscheinungen machen ihm das Leben schwer.
Als ein amerikanischer Anwalt auftaucht um Duane zu einem Schadensersatz-Prozess gegen die Vereinigten Staaten zu überzeugen, überschlagen sich die Ereignisse.
Kurz bevor der Anwalt Duane Unterlagen zeigen kann, die ihn angeblich überzeugen sollen, dass dieser betrogen worden ist, wird er erschossen.
Auch die interessante und attraktive Hotelmanagerin Bridget verschwindet spurlos.
Duane bleibt eigentlich keine andere Wahl als nach Jahren wieder in den „Combat Mode" umzuschalten.
Das Buch liest sich wirklich gut und flüssig. Eschbach erzählt aus der Sicht des „alternden" (er ist Mitte 30) Elitesoldaten Duane, der von sich selbst nicht mehr genau weiß wer er eigentlich ist und wo sein Menschsein aufhört und sein Maschinendasein beginnt.
Die Stimmung ist oft schwermütig, wenn er die Schattenseiten des Cyborg-Lebens beschreibt, (er kann keine normale Nahrung mehr zu sich nehmen, er wird nie wieder irgendwelche Beziehungen zu anderen Menschen eingehen können).
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Format: Taschenbuch
Für mich der bisher beste Roman, den ich von Eschbach gelesen habe. Wobei die Unterschiede auf hohem Niveau nur graduell sind. Ein richtig schlechtes Buch von ihm ist mir bislang noch nicht untergekommen, alle beinhalten starke Geschichten, aber diese ist besonders gelungen. Gerade der Kontrast zwischen der Existenz eines Cyborg und seinem unauffälligen Leben an der irischen Küste macht den großen Reiz aus. Der Autor geht sparsam mit den Möglichkeiten um, die eine Geschichte um einen Cyborg eigentlich ermöglicht. Stattdessen geht es um die dicht geschilderte Innerlichkeit dieses Opfers des menschlichen Größenwahns. Statt sinnloser Materialschlachten und abenteuerlichen Kampfszenen, ein tiefer Blick in die Seele der menschlichen Kampfmaschine. Das alles wird atmosphärisch großartig geschildert und man bekommt mal wieder Lust, nach Irland zu reisen. Die Spannung kommt dabei nicht zu kurz. Eine gutes Buch - 5 Sterne.
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Von Ein Kunde am 15. Oktober 2003
Format: Gebundene Ausgabe
Was macht ein „Terminator", wenn er in den Ruhestand geht? Klar: Er wird Gouverneur von Kalifornien. Autor Andreas Eschbach nimmt die Eingangsfrage jedoch wörtlich und erzählt seine Geschichte aus der Sicht eines pensionierten US-Supersoldaten. Duane Fitzgerald lebt völlig vereinsamt im Exil - an der Westküste Irlands. Der seinerzeit in einem Geheimprojekt der amerikanischen Regierung zum „Cyborg" aufgerüstete Kämpfer, spürt nicht nur sein fortschreitendes Alter. Er registriert auch das Verfallsdatum zahlreicher Implantate in seinem Körper. Die zwischen Krimi und Science Fiction angesiedelte Geschichte bezieht ihren Reiz aus einer fesselnden Grundidee: Eben der Frage, wie es einem Menschen ergehen mag, der in seinem Unterbauch eine Nuklearbatterie mit sich herumschleppt, der darüberhinaus im Verborgenen leben muss und offiziell überhaupt nicht existiert. Ein zunächst irreal anmutender Plot. Eschbach schildert die Hauptfigur indes so einfühlsam, dass der Leser die körperlichen und seelischen Qualen des „Terminator"-Rentners nachvollziehen kann. Das Psycho-Porträt eines Mannes, dessen Knochen aus Titan bestehen und der kein normales Essen zu sich nehmen kann, dient aber nur als Zündfunke für eine Krimi-Handlung, in deren Folge mehrere Bürger des kleinen irischen Städtchens ihr Leben lassen. Fitzgerald selbst wird zum Gejagten, der seinerseits herausfinden muss, wer ihn ausschalten oder obduzieren will. Fraglos hat jemand seinen geheimen Aufenthaltsort verraten, denn plötzlich bevölkern Geheimdienst-Agenten das beschauliche Städtchen.Lesen Sie weiter... ›
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Format: Gebundene Ausgabe
Wäre es nicht einfach wunderbar, übermenschliche Kräfte zu besitzen, im Dunkeln sehen zu können und wie eine Spinne senkrechte Wände hinaufzuklettern? In einem Versuchsprojekt der amerikanischen Regierung wurden fünf amerikanische Elitesoldaten zu Cyborgs - menschliche Kampfmaschinen - umgebaut. Nach unzähligen Operationen, sollten sie eigentlich im ersten Golfkrieg zum Einsatz kommen. Das Projekt kam jedoch wegen technischer Probleme ins Stocken, die Cyborgs wurden "ausgemustert". Zurück blieben eine handvoll menschlicher Schrotthalden - und eines der bestgehütetsten Militärgeheimnisse, das zunehmend zum Sicherheitsrisiko wird.

Andreas Eschbach erzählt die Geschichte eines dieser Cyborgs. Dabei lässt er den Leser vor allem in dessen Seele sehen. Was man dabei entdeckt ist eine Art "Anti-Terminator" - keinen strahlender Helden sondern einen gebrochenen, desillusionierten Menschen. Eschbach schreibt nüchtern und ohne Pathos - und gerade deshalb geht das Buch so unter die Haut. "Der letzte seiner Art" ist ein zutiefst menschlicher Roman, der nach der Bitterkeit eines verpfuschten Lebens schmeckt. Auf dieses Buch habe ich lange gewartet!
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