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Das in der UTB-Reihe erschienene Buch "Lernpsychologie" von Sandra Winkel, Franz Petermann und Ulrike Petermann bietet eine Einführung in die Thematik, die sich zuallererst an Studenten wendet. Im Zentrum der Darstellung stehen fünf verschiedene Lernformen, die jeweils in Kapitelform abgehandelt werden: Nicht-assoziatives Lernen, assoziatives Lernen, kognitives Lernen, sozial-kognitives Lernen und implizites Lernen. Die einzelnen Kapitel sind sehr benutzerfreundlich aufgebaut und strukturiert. In Kästchen wird das vorher dargelegte regelmäßig prägnant zusammengefasst ebenso wie die wichtigsten Definitionen. Anhand vieler praktischer Beispiele wird das theoretisch Erläuterte versucht zu veranschaulichen und die jeweils am Kapitelende angefügten Testfragen geben dem Leser die Möglichkeit zu kontrollieren, ob man das Gelesene verstanden hat und anwenden kann.

Nicht-assoziatives Lernen (S. 69-88) umfasst ursprüngliche Lernformen, denen gemeinsam ist, "dass lediglich durch den wiederholten Kontakt mit einem Reiz Verhaltensänderungen entstehen, ohne das im eigentlichen Sinn Verbindungen zu anderen Reizen oder Reaktionen aufgebaut werden" (69). Dazu gehören unter anderem Habituation und der mere-exposure Effekt. Habituation beschreibt das Nachlassen einer Reaktion auf einen Reiz, der mehrfach präsentiert wurde. Wiederholter Kontakt mit bestimmten Gegenständen (Kleidung, Gesichter z.B.) führt dazu, dass diesen Objekten gegenüber eine Vorliebe ausgebildet wird, was als mere-exposure Effekt bezeichnet wird.

Assoziatives Lernen (S. 89-144) bedeutet, dass "einzelne Komponente einer Situation (z.B. Reize, Verhaltenweisen, Verhaltenskonsequenzen) nach bestimmten Regeln miteinander verknüpft" (89) werden. Beispiel hierfür ist die klassische Konditionierung nach Ivan Pawlow. Er fand heraus, dass Hunde beim Anblick von Futter Speichen absondern. Nach einiger Zeit bildete sich der Speichel aber schon beim Anblick des Pflegers, der das Futter zur Verfügung stellte. Eine Weiterentwicklung dieses Modells bietet der Ansatz der operanten Konditionierung, bei dem die Konsequenzen einer Handlung im Mittelpunkt stehen und entscheiden, ob ein bestimmtes Verhalten in Zukunft wieder auftritt, also gelernt wird. Wenn eine Konsequenz die Wahrscheinlichkeit eines Verhaltens erhöht, spricht man von Verstärkung. Dazu zählen unter anderem Belohnungen wie Süßigkeiten, Spiele, Beifall oder auch einfach nur ein Lächeln.

Beim kognitiven Lernen (S.145-167) stehen nicht einfach Zusammenhänge zwischen Reiz und Reaktion im Mittelpunkt. Vielmehr werden "komplexe Konzepte wie Wahrnehmung, Problemlösen, Entscheidungsverhalten und Informationsverarbeitung" (145) untersucht. Lernen wird als ein ganzheitlicher kognitiver Prozess verstanden, der umschreibt, wie ein Mensch seine Umwelt wahrnimmt, in Kategorien einteilt und mit Hilfe von Sprache wiedergibt. Wissen wird also durch eine aktive Auseinandersetzung mit der Umwelt erworben. Was Menschen lernen, sind Konzepte und die Einsicht, dass Konzepte zu bestimmten Kategorien gehören. So lernen wir, dass die Konzepte Hund, Katze, Maus und Tiger zur Kategorie "Säugetier" gehören. Anhand welcher Kriterien diese Konzeptbildung funktioniert, kann unter anderem mit der Prototypentheorie von Eleanor Rosch erklärt werden (vgl. S. 163-166).

Sozial-kognitives Lernen (S. 168-208) umschreibt "durch welche Prozesse Menschen im Verlauf ihrer Entwicklung lernen, sich in verschiedenen Situationen jeweils angemessen zu verhalten" (168). So hängt die Wahrscheinlichkeit, dass ein bestimmtes Verhalten gezeigt wird von der Wahrnehmung der aktuellen Situation sowie der Erwartung einer Verstärkung ab. Interessant ist vor allem das Konzept der "erlernten Hilflosigkeit", der einen psychischen Zustand umschreibt, "der durch wiederholte Erfahrungen mit unkontrollierbaren Situationen entsteht und sich in motivationalen, emotionalen und kognitiven Defiziten äußert" (180).

Implizites Lernen (S. 209-232) "umfasst mehrere Formen des Lernens, die ohne Beteiligung des Bewusstseins, und häufig ohne explizite Lernabsichten laufen" (209). Klassisches Beispiel hierfür ist der Erwerb der eigenen Muttersprache. Noch nicht geklärt ist die Frage, ob implizites Lernen immer unbewusst abläuft oder nicht.

Die Darstellung wird abgerundet durch Beschreibung verschiedener Lernorte wie Kindergarten oder Schule sowie Lernen in verschiedenen Lebensaltern. Insgesamt ist das Buch uneingeschränkt zu empfehlen für alle, die beruflich oder einfach nur aus Interesse an der Thematik interessiert sind.
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"Wie lauten die Namen von drei wichtigen Vertretern der experimentellen Psychologie des 19. Jahrhunderts?" Stösst man in einem Buch auf solche Fragen, ist wenigsten sofort klar, dass es sich um ein Werk handelt, das in erste Linie für Studierende verfasst wurde. Daher würde ich als Klappentexter auch die Prioritäten beim Zielpublikum anders setzen. Denn wer einfach an einer guten Einführung oder einem didaktisch clever gemachten Überblick interessiert ist, stört sich vielleicht an den vielen Merksätzen und Textfragen. Doch mit der Zeit gewöhnte ich mich an dieses didaktische Unterbrecherwerbung und betrachtete sie einfach als Hilfereichungen für Leser, auf die nach der Lektüre eine Prüfung wartet.

Die begeisterte Besprechung von Frank Achtergarde deutet darauf hin, dass sich das Buch tatsächlich für Prüfungsvorbereitungen eignet. Denn er scheint es ausserordentlich zu bedauern, dass er es nicht schon vor seinem 1. Staatsexamen in der Hand hatte. Doch die strikte Ausrichtung auf einen Stoff, der an den meisten Bildungsanstalten zum Kanon gehört, ist auch ein Schwachpunkt. Da neue Erkenntnisse in der Regel erst nach einer akademischen Verdauungspause prüfungsrelevant werden, fliessen sie auch nicht oder nur als Randnotizen in solche Lehrbücher ein. Das Beispiel "Lernen durch Imitation" soll für diese Behauptung genügen. Im Sachregister suchen wir vergeblich nach dem Stichwort "Imitation". Das erstaunt auch deshalb, weil die Autoren auf Seite 170 schreiben: "Beim Menschen sind soziale Lernformen wie Beobachtungs- und Imitationslernen von grösster Bedeutung für den Erwerb von Wissen und Fertigkeiten." Aber eben, was Rizzolatti und sein Team 1992 entdeckten und als Spiegelneuronen bezeichneten, wird noch nicht geprüft. Also finden wir es unter Imitation noch nicht in den Lehrbüchern. Schade, aber so ist es. Bei der Sichtung der Literaturangaben stossen wir auf eine weitere Eigenart dieser Textsorte. Sie mögen noch so verständlich und anschaulich geschrieben sein, Hinweise auf nicht streng wissenschaftliche Werke gehören sich offenbar nicht. Auch dazu ein Beispiel: Bei den Ausführungen zum Gedächtnis wird zwar "Implicit memory. History and current status", ein Aufsatz von D. L. Schacter erwähnt, nicht aber sein leicht verständliches und ins Deutsch übersetzte Werk "Aussetzer. Wie wir vergessen und uns erinnern." Solches Gehabe finde ich so ärgerlich, dass es als Begründung für den Abzug eines Bewertungssterns hinhalten muss.

Mein Fazit: Ein Lehrbuch mit allem, was dazu gehört. Merksätze, Randnotizen, Grafiken, Abbildungen von Lerntheoretikern, anschauliche Beispiele und Testfragen. Und weil es als Lehrbuch konzipiert wurde, spielen neuste Erkenntnisse der Neurowissenschaften nur eine Nebenrolle. Wem das egal ist, wird dem Buch die Höchstnote gutschreiben, ohne mit der Wimper zu zucken.
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am 1. November 2006
Als Lehrer bin ich am Thema Lernpsychologie sehr interessiert und suche schon seit längerer Zeit nach einem Buch, welches die Grundlagen der Lernpsychologie in gut verständlicher Weise darstellt. Das erst vor kurzem erschienene Buch hat mich gleich beim ersten Durchblättern überzeugt.

Am Anfang eines Kapitels steht eine Erklärung oder Definition der zentralen Begriffe. Danach folgen zahlreiche gut ausgewählte Beispiele, die das Beschriebene verdeutlichen. Es ist eine große Leistung der Autoren, zu den teilweise sehr abstrakten Begrifflichkeiten der Lernpsychologie (z.B. Reizdiskrimination) anschauliche Beispiele aus dem Alltagsleben zu finden. Zahlreiche Merksätze, eine Zusammenfassung am Kapitelende und einige Testfragen ermöglichen es, die Inhalte schnell zu lernen und das Gelernte zu überprüfen. Nicht zuletzt seien die vielen Abbildungen und Tabellen erwähnt, die das Textbild sehr auflockern.

Zum Inhaltlichen: Das Autorenteam geht nach einer kurzen Einführung (darunter z.B. auch ein kurzer geschichtlicher Abriss und ein Ausblick auf gegenwärtig interessante Entwicklungen der Forschungsdisziplin) auf die Grundlagen des Lernens ein. Darin werden Gedächtnismodelle, neurowissenschaftliche und motivationale bzw. emotionale Grundlagen beschrieben. Insbesondere im neurowissenschaftlichen Teil fällt wieder die Kunst der Autoren auf, kompliziertere Inhalte auf leicht verständliche Weise darzustellen. Der Leser wird nicht, wie in ähnlichen Lehrwerken, mit vielen Fachbegriffen überschüttet, sondern es findet eine Konzentration auf das Wesentliche statt. Fachbegriffe werden erst nach ihrer Erklärung eingeführt. Man merkt, dass sich die Autoren in ihrem Metier auskennen und nicht nur über Lernpsychologie schreiben, sondern auch lernpsychologisch sinnvoll vorgehen.

Zurück zum Inhalt. Nach den Grundlagen des Lernens folgt eine Darstellung wichtiger Bereiche der Lernpsychologie

- Nicht-assoziatives Lernen (z.B. Habituation),

- Assoziatives Lernen (z.B. Klassisches Konditionieren),

- Kognitives Lernen (z.B. Gestaltpsychologie)

- Sozial-kognitives Lernen (z.B. Theorie der Selbstwirksamkeit)

- Implizites Lernen (z.B. Prozedurales Lernen)

Das Buch wird abgerundet durch einige Anwendungsbeispiele: Im Kapitel "Lernen in unterschiedlichen Lebensphasen" wird z.B. die Bedeutung frühester Lernerfahrungen herausgestellt, aber auch auf die Möglichkeiten zum lebenslangen Lernen hingewiesen. Abschließend finden sich noch einige Hinweise zum Lernen in Kindergarten und Schule sowie in der Kinderpsychotherapie.

Fazit: Ich wünschte, ich hätte das Buch schon vor dem 1. Staatsexamen in der Hand gehabt; dann wäre mir das Lernen der Lernpsychologie sicherlich leichter gefallen. Ich kann das Buch allen angehenden Lehrern, Psychologen - aber auch interessierten Laien, die wissen wollen, wie der Mensch lernt, nur empfehlen!
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am 28. Februar 2014
Ich bin zur Zeit Referendar, der in der Sek II Pädagogik unterrichtet und für die aktuelle Unterrichtsreihe "Lernen" einiges an Material braucht.
Ich habe mir das Buch bestellt und bin davon begeistert!
Es erklärt die wichtigsten Zusammenhänge in einer verständnisvollen und einfachen Weise und enthält neben den Grundinformationen weiterführende Themen/Bereiche, die für Lehrer unabdingbar sind.
Das Buch ist des weiteren klar und logisch aufgebaut und ist inhaltlich zufällig (und zum Glück!) sehr nahe an den Richtlinien und Lehrplänen für das Abi in NRW.
Ich würde mir wünschen, dass es einige der Texte auch als digitale Version gibt.
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am 4. Januar 2012
Ich war positiv überrascht als ich dieses Buch anfing zu lesen. Es hat einen Klaren Aufbau und ist in einem sehr lesbaren Deutsch geschrieben (im Gegensatz zu vielen Lehrbüchern im akademischen Umfeld).
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