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Lenin kam nur bis Lüdenscheid: Meine kleine deutsche Revolution Gebundene Ausgabe – 8. September 2005
Lenin kam nur bis Lüdenscheid, bis Solingen ist er nie gekommen. Aber in den Zeltlagern der DKP in Lüdenscheid war die Weltrevolution schon geglückt. Liedermacher sangen von der großen Solidarität zwischen Kindern und Erwachsenen, man feierte den »Internationalen Tag des Kindes«, und die Schauspieler des Jugendtheaters »Rote Grütze« trugen Unterhemden mit aufgemalten Brüsten und redeten über Pipi. Geboren 1964 als Kind westdeutscher Linker im provinziellen Solingen, lernt Richard David Precht schon früh, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden, zwischen Sozialismus und Faschismus. Und er wächst auf mit einem klaren Feindbild: den USA. Coca-Cola ist zu Hause ebenso verpönt wie Ketchup, »Flipper«, »Daktari« oder »Raumschiff Enterprise «, dafür gibt es aber das Grips Theater und Lieder von Degenhardt und Süverkrüp. Seine Eltern sind noch engagierter als viele ihrer Zeitgenossen - sie adoptieren zwei Kinder aus Vietnam und schicken ihren Nachwuchs ins Jugendkulturzentrum der SDAJ. Prechts Kindheits- und Jugenderinnerungen sind eine durchaus liebevolle Rückschau auf ein politisches Elternhaus, die bei allen Altersgenossen vertraute Erinnerungen an die Leidenschaften eines vergangenen Jahrhunderts wachrufen werden. Amüsant, nachdenklich und mit dem Gespür für die prägenden Details erzählt er das Gegenstück zur bürgerlichen Jugend der »Generation Golf«. Ab 5. Juni ist die Verfilmung von 'Lenin kam nur bis Lüdenscheid' im Kino zu sehen. Weitere Informationen unter www.lenin-film.de.
- Seitenzahl der Print-Ausgabe288 Seiten
- SpracheDeutsch
- HerausgeberClaassen
- Erscheinungstermin8. September 2005
- ISBN-103546003810
- ISBN-13978-3546003810
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Produktbeschreibungen
Über den Autor und weitere Mitwirkende
Seine populärwissenschaftlichen Bücher Wer bin ich und wenn ja, wie viele und Liebe: Ein unordentliches Gefühl sind große Bestseller.
Produktinformation
- Herausgeber : Claassen (8. September 2005)
- Sprache : Deutsch
- Gebundene Ausgabe : 288 Seiten
- ISBN-10 : 3546003810
- ISBN-13 : 978-3546003810
- Amazon Bestseller-Rang: Nr. 762.757 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
- Nr. 1.346 in Biografien historischer Persönlichkeiten aus Deutschland
- Nr. 4.747 in Politische Biografien & Erinnerungen (Bücher)
- Nr. 19.321 in Gesellschaft (Bücher)
- Kundenrezensionen:
Informationen zum Autor

Richard David Precht, geboren 1964, ist Philosoph, Publizist und Autor und einer der profiliertesten Intellektuellen im deutschsprachigen Raum. Er ist Honorarprofessor für Philosophie und Ästhetik an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin. Seit seinem sensationellen Erfolg mit »Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?« waren alle seine Bücher zu philosophischen oder gesellschaftspolitischen Themen große Bestseller und wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Seit 2012 moderiert er die Philosophiesendung »Precht« im ZDF und diskutiert zusammen mit Markus Lanz im Nr.1-Podcast »LANZ & PRECHT« im wöchentlichen Rhythmus gesellschaftliche, politische und philosophische Entwicklungen.
© Autorenfoto: Christian O.Bruch
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Precht gelingt es hervorragend, die Position seiner Eltern darzustellen, die einen Gegenpol zur öffentlichen Einheitsmeinung im Westen über gute Amerikaner und böse Russen schaffen wollten. Diese Denkposition führt zu einer unkonventionellen, sehr liberalen Erziehung, die dann aber doch ihre starren Regeln hat (amerikanisch geprägte Unterhaltungssendungen wie Flipper oder Fury waren verboten!).
Herrlich sind Sarkasmus und Ironie des Autors: auf seine Frage hin, warum man als Sozialist nicht in die DDR gehen würde, meinte Mutter Precht, dass der Vater dort als Designer keine Arbeit finden würde, da drüben schon alles so schön und richtig gestaltet sei! Genauso witzig sind Anekdoten aus der Schule, wo der kleine David den in Deutschland hochverehrten John F. Kennedy als "Mörder" heftig kritisiert wegen des Vietnam-Krieges.
Am meisten haben mich die Zitate über Christa Hunscha amüsiert. Diese streitbare Dame schrieb ein Buch über die Darstellung der Wirklichkeit in Kinderbüchern. Dort übte Fr. Hunscha erstaunliche Kritik an Kinderbüchern. Der bei uns als harmlos geltende Räuber Hotzenplotz etwa sei gefährlich, weil er zu ein "dummdreistes Einschwören des Kinderkosmos auf die kapitalistische Warengesellschaft." bewirken würde! Sie kritisierte insbesondere, dass Kinder ihr Leben riskierten für Omas Kaffeemühle.
Diese Anekdoten gepaart mit einem flüssigen Erzählstil und auch der Fähigkeit, über sich selbst zu schmunzeln, machen das Buch zu einem kleinen Juwel. Ich glaube nicht, dass es jedem gefällt, aber für Menschen, die auch gern etwas Gesellschaftskritik üben und ein wenig politisches Interesse haben, ist es wirklich zu empfehlen.
Es ist ein Lesevergnügen, wenn mich die Handlung packt.
Es ist ein Leseerlebnis, wenn ich mich in die handelnden Personen hineinversetzen kann.
Es ist ein Leseabenteuer, wenn ich mich plötzlich selber in einem Buch wiedererkenne.
Prechts Buch war für mich alles:
ein Lesespaß, ein Lesevergnügen und ein Leseerlebnis,
- aber vor allem ein LeseABENTEUER!
Ich habe mich wiedererkannt, wiedergefunden, wiederentdeckt.
Ich habe mich bestätigt gefühlt und fühlte mich in Frage gestellt.
Ein Stück der eigenen Biografie ist lebendig geworden!
Selten hat mich ein Buch so "berührt".
... und am Schluss fühlte ich mich eigenartig ratlos und hilflos
und auch ein bisschen traurig.
Man erfährt sehr viel Persönliches, was Precht geprägt hat und wie er wurde, was er jetzt ist. Es gibt nicht viele Menschen, die unsere Zeit so intelligent reflektiert haben, und das mit einer Ausdrucksweise, die mich sehr angesprochen hat,