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Landgericht: Roman von [Krechel, Ursula]

Landgericht: Roman Kindle Edition

3.7 von 5 Sternen 75 Kundenrezensionen

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Kindle Edition
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EUR 10,99

Länge: 492 Seiten Verbesserter Schriftsatz: Aktiviert PageFlip: Aktiviert

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Gewinnerin des Deutschen Buchpreises 2012

Nach "Shanghai fern von wo" geht Ursula Krechel noch einmal den Spuren deutscher Geschichte nach. Ihr neuer Roman handelt vom Exil und von den fünfziger Jahren, von einer Rückkehr ohne Ankunft.

Was muss einer fürchten, was darf einer hoffen, der 1947 aus dem Exil nach Deutschland zurückkehrt? Nach ihrem gefeierten, 2008 erschienenen Buch "Shanghai fern von wo" geht Ursula Krechel mit ihrem neuen großen Roman "Landgericht" noch einmal auf Spurensuche. Die deutsche Nachkriegszeit, die zwischen Depression und Aufbruch schwankt, ist der Hintergrund der fast parabelhaft tragischen Geschichte von einem, der nicht mehr ankommt.

Richard Kornitzer ist Richter von Beruf und ein Charakter von Kohlhaas'schen Dimensionen. Die Nazizeit mit ihren absurden und tödlichen Regeln zieht sich als Riss durch sein Leben. Danach ist nichts mehr wie vorher, die kleine Familie zwischen dem Bodensee, Mainz und England versprengt, und die Heimat beinahe fremder als das in magisches Licht getauchte Exil in Havanna.

Ursula Krechels Roman lässt Dokumentarisches und Fiktives ineinander übergehen, beim Finden und Erfinden gewinnt eine Zeit atmosphärische Konturen, in der die Vergangenheit schwer auf den Zukunftshoffnungen lastet.

Mit sprachlicher Behutsamkeit und einer insistierenden Zuneigung lässt "Landgericht" den Figuren späte Gerechtigkeit widerfahren. "Landgericht", der Roman mit dem doppeldeutigen Titel, handelt von einer deutschen Familie, und er erzählt zugleich mit großer Wucht von den Gründungsjahren einer Republik.

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Ursula Krechel, Geboren 1947 in Trier, lebt in Berlin.Studium der Germanistik, Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte. Lehrtätigkeit an verschiedenen Universitäten. Sie debütierte 1974 mit dem Theaterstück "Erika", das in sechs Sprachen übersetzt wurde. Erste Lyrikveröffentlichungen 1977, danach erschienen Gedichtbände, Prosa, Hörspiele und Essays. Sie gewann 2012 den Deutschen Literaturpreis.

Produktinformation

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 1486 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 492 Seiten
  • Verlag: Jung und Jung Verlag; Auflage: 1 (17. September 2012)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B009CWK2FA
  • X-Ray:
  • Word Wise: Nicht aktiviert
  • Verbesserter Schriftsatz: Aktiviert
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen 75 Kundenrezensionen
  • Amazon Bestseller-Rang: #76.195 Bezahlt in Kindle-Shop (Siehe Top 100 Bezahlt in Kindle-Shop)

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Kundenrezensionen

Top-Kundenrezensionen

Format: Gebundene Ausgabe
Ich bin durch den Deutschlandfunk auf Ursula Krechels LANDGERICHT aufmerksam geworden und der Roman hat in mir einen tiefen Eindruck hinterlassen. Laut DLF ist die Autorin bei der Recherche zu ihrem Vorgängerroman („Shanghai fern von wo“) zufällig auf die authentische Figur des Richters Dr. Richard Kornitzer gestoßen.

Ursula Krechel erzählt eine fesselnde Geschichte (Geschichte hierbei im doppelten Sinne, denn es ist auch eine Geschichtsstunde). Die bedrückende Schilderung der Verfolgung und Emigration, aber auch und insbesondere die Hürden der so genannten Wiedergutmachung im Nachkriegsdeutschland der 50er bis circa 70er Jahre ist nüchtern-poetisch gezeichnet. An wenigen Stellen ist die Sprache für meinen Geschmack etwas zu gewollt, zu bemüht, brüchig auch, was jedoch mit den Brüchen im Leben der Figuren gut korrespondiert.

Beeindruckend und gleichzeitig verstörend ist das Gesamtbild, das sich am Ende der Lektüre einstellt: das gute Leben in Berlin vor dem Krieg, die Verfolgung, der Verlust der Kinder, die lange Zeit in Kuba, der Bodensee, die Arbeit als Landgerichtsdirektor in Mainz, die Korrespondenzen um vergebliche Wiedergutmachungsbemühungen, letztlich dann das langsame Zerbrechen, der Tod und auch, als kleines Detail: immer wieder der Apfel, in seiner An- oder Abwesenheit.

Es ist in meinen Augen auch ein Stellvertreterkampf, den der Protagonist Dr.
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Von A. Zanker TOP 500 REZENSENT am 18. September 2012
Format: Gebundene Ausgabe
Wer zum neuen nominierten Buch von Ursula Krechel greift, könnte leicht Abwehrimpulse in sich generieren, wenn man das altmodische Foto ansieht oder beispielsweise den verhältnismässig teuren Preis, mit Abstand das Teuerste, in Sachen Nomination "Deutscher Buchpreis" 2012. Die für mich bis dato unbekannte und wenig beachtete Autorin, kein Mensch schreibt im Moment über sie, hat ein äusserst sorgfältig recherchiertes Buch vorgelegt, das von dokumentarischer Atmosphäre durchdrungen ist. Eine sehr geführte Sprache, ein Buch dass man nicht einfach so runter lesen kann, wo man sich Zeit nehmen muss, und noch im Leser lange nachklingt, wenn man es aus den Händen legt. Für mich eine klare wertvolle Neuentdeckung in diesem Bücherherbst, der uns wohl mit seinen vielen Neuerscheinungen noch erschlagen wird...

Im Mittelpunkt der Geschichte, (die wie rückwärts erzählt wird) steht der jüdische Patent-Richter Richard Kornitzer, 1947 kommt er als ursprünglicher Flüchtling vor dem Naziregime, zurück aus Kuba, wir sind anfangs im ländlichen Lindau, einem Dorf namens Bettnang, wo er seine Frau aufsucht. Ein angebrochener Mann, der 10 Jahre getrennt von seiner Frau Claire gelebt hat, getrennt von seinen Kindern Selma und Georg, die bei einer Londoner Pflegefamilie aufwachsen, um zum Schutz in den Kriegsjahren dorthin gebracht wurden. Krechel erzählt ganz nah und intim das Leben und Empfinden dieses Mannes, der soviel Verlust, Erniedrigung, Trennung, verschmerzen musste, überhaupt ist dieses Buch von einem subtilen Ton von Wehmut und Heimatlosigkeit getragen, den man als Leser wahrnimmt.
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Format: Gebundene Ausgabe Verifizierter Kauf
Im Oktober letzten Jahres hatte ich Gelegenheit, Ursula Krechel auf der Frankfurter Buchmesse im literarischen Pavillon zu treffen, wo sie einige Passagen aus "Landgericht" vortrug. Die Geschichte von der (beschwerlichen) Rehabilitierung des unter dem Naziregime aussortierten und diskriminierten jüdischen Richters Dr. Kornitzer im Nachkriegsdeutschland hatte mich sofort angesprochen. Nach der Lektüre von "Landgericht" muss ich jedoch sagen, dass Ursula Krechel ihr großes Thema literarisch nicht bewältigt. Die historischen Hintergründe sind zwar sehr gut recherchiert und enthalten viel, das bislang weithin nicht oder wenig bekannt war. Allerdings gelingt nach einem vielversprechenden Einstieg ein nur allzu protokollarisch anmutender Roman mit einer Fülle von Quellen und Zitaten. Leider hat es die Literatur mit der Entfaltung viel zu schwer. Das zeigt sich vor allem an der fehlenden Lebendigkeit der Figuren, die beim besten Willen kein Eigenleben entwickeln. Das liegt unter anderem an den viel zu wenigen Dialogen. Alles liegt gleichsam in der Hand einer (fast) allwissenden Erzählinstanz, die sich die Charaktere einverleibt und für diese spricht. Die Figur des Kornitzer hat somit kaum Kontur. Das führt im Ergebnis dazu, dass nicht Kornitzer Rehabilitierung für das ihm widerfahrene Unrecht einfordert, sondern eine sich empörende Erzählinstanz. Auch sprachlich ist "Landgericht" nicht unbedingt gelungen, mir ist der Stil Krechels zu sperrig und unmodern. Insgesamt hat "Landgericht" zwar viele Schwächen, engagiert ist Krechels Auseinandersetzung mit den systematischen Ausbotungen jüdischer Amtsträger aus dem NS-Staat und deren mehr als schwierigen Rehabilitierung jedoch allemal. Die weitgehend einhelligen Lobeshymnen auf "Landgericht" in den Feuilletons kann ich mir selbst trotzdem nur schwer erklären.
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