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Der Kuß der Spinnenfrau: Roman (suhrkamp taschenbuch) Taschenbuch – 2. Januar 1983

4.5 von 5 Sternen 8 Kundenrezensionen

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Produktinformation

Produktbeschreibungen

Rezension

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Der Kuss der Spinnenfrau
OT El beso de la mujer araña OA 1976 DE 1979Form Roman Epoche Gegenwart
Der Roman Der Kuss der Spinnenfrau, der die sexuellen und politischen Verhältnisse zweier Menschen thematisiert, zählt zu den bedeutendsten und zugleich politischsten Romanen von Manuel Puig.
Inhalt: Schauplatz der Handlung ist ein argentinisches Gefängnis zur Zeit der Militärdiktatur unter der Regierung von Juan Perón. Der Homosexuelle Luís Alberto Molina, der wegen Verführung Minderjähriger inhaftiert ist, und der politische Aktivist Valentín Arregui sitzen zusammen in einer Zelle ein. Ihr Dialog führt zu wechselseitiger Selbsterkenntnis. Beide entwickeln Verständnis füreinander und befreien sich von ihren Vorurteilen: Valentín geht auf Molinas sexuelle Wünsche ein und akzeptiert dessen Interesse an kitschigen Hollywood-Melodramen, Molina gelangt zu politischer Aktion und Verantwortung.
Erst in der Mitte des Romans eröffnet Puig den Lesern, dass Molina als Spitzel auf Arregui angesetzt ist. Er unternimmt jedoch alles, um sich des Verrats an Arregui zu entziehen. Die Gefängnisleitung wendet schließlich einen Trick an, um die politischen Freunde Arreguis aufzuspüren: Molina wird scheinbar vorzeitig entlassen, um so Kontakte zu Arreguis politischen Freunden herzustellen. Molina wird zum Verbindungsmann, der aus Liebe zu Arregui Informationen von ihm für die Guerilleros weitergibt. Schließlich wird er von den Guerilleros erschossen, weil sie befürchten, er könne sie der Polizei verraten. Arregui wird im Gefängnis weiterhin Verhörungen unterzogen und gefoltert, seine Überlebenschancen sind gering.
Aufbau: Die Dialogpassagen, in denen Puig die allmähliche Annäherung der beiden Hauptfiguren darstellt, werden lediglich von einigen Polizeiberichten unterbrochen, die den Roman auch beschließen, sowie von Anmerkungen, die die wissenschaftliche Diskussion um das Thema Homosexualität erörtern.
Den Hauptteil der Dialoge bilden Molinas Nacherzählungen bekannter Hollywood- und UFA-Filme – melodramatische Liebesgeschichten, die zum Teil auch nazi-deutsche Propaganda vermitteln. Die Filme werden für die beiden zum Trost im traurigen Haftalltag und zur Anregung für ihre eigenen Fantasien und Erinnerungen.
Wirkung: Der Kuss der Spinnenfrau erlangte international große Beachtung. 1985 wurde der Stoff von Hector Babenco verfilmt. V. R. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Manuel Puig wurde 1932 in der argentinischen Provinzstadt General Villegas geboren. Schon früh zeigte sich seine Begeisterung für das Kino und die Vorliebe für Melodramen des Hollywoodfilms der dreißiger und vierziger Jahre. Er studierte auf Drängen der Eltern zunächst Architektur in Buenos Aires, wechselte aber bald in die Fakultät für Philosophie und Literatur.

1956 reiste er mit einem Stipendium des "Centro Sperimentale di Cinematografia", der bedeutendsten italienischen Filmhochschule, nach Rom, wo er bei Vittorio De Sica und Cesare Zavattini lernte und Drehbücher zu schreiben begann. Zwischen 1961 und 1962 arbeitete er als Regieassistent bei verschiedenen Projekten in Rom und Buenos Aires mit.

Nach Aufenthalten in London und Stockholm zog er 1963 vorübergehend nach New York, wo er seinen ersten Roman, La traición de Rita Hayworth (1968, dt. Von Rita Hayworth verraten, 1976), schrieb. Der Fortsetzungsroman Boquitas pintadas (1969, dt. Der schönste Tango der Welt, 1975) entwickelte sich bald zum Bestseller. Mit seinen anfänglich als Kitschliteratur verschrieenen Romanen durchbrach er die Grenzen zwischen sogenannter "hoher" und "niederer" Literatur.

Weltweiten Ruhm erlangte Manuel Puig mit der Verfilmung seines Romans El beso de la mujer araña (1976, dt. Der Kuß der Spinnenfrau, 1979) durch den Regisseur Héctor Babenco, 1985. Eine Bearbeitung für die Bühne hatte Puig bereits 1981 vorgenommen. Von der argentinischen Militärregierung wurde das Buch verboten, woraufhin Puig seine Heimat endgültig verließ.

Er zog nach Mexiko, lebte einige Jahre in New York und Rio de Janeiro, wo er den Roman Sangue de amor correspondido (1982, dt. Herzblut erwiderter Liebe, 2000) auf Portugiesisch schrieb, und kehrte ein Jahr vor seinem frühen Tod im Jahre 1990 nach Mexiko zurück.

 


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Top-Kundenrezensionen

Format: Taschenbuch
Es gibt Bücher, die als Meilenstein in der eigenen Erfahrung mit der Literatur bestehen bleiben. "Der Kuss der Spinnenfrau" ist ein solcher Roman für mich. Seite für Seite windet sich der Dialog zwischen zwei Inhaftierten in einem südamerikanischen Gefängnis: ein politischer Gefangener und ein Homosexueller - und somit zwei Menschen, die in all ihrer Verschiedenheit eines gemeinsam haben: sie passen nicht in das System. Die Dialoge, die durch ihr unkommentiertes aneinanderreihen von unglaublicher Kraft sind, erzählen eine unbarmherzige Geschichte von gegenseitiger Ablehnung und Zuneigung. Es ist die Kunst, die zwischenmenschliche Dynamik in Dialogen zu fangen, die dieses Buch auszeichnen.
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Von Ein Kunde am 31. Mai 2002
Format: Taschenbuch
Ein Buch voller Klasse und Stil. Hier vereint sich gesellschaftliche Kritik am politischen System Argentiniens mit dem Versuch einer Integration Homosexueller in der Gesellschaft.
Zudem ist das Buch mit einer Reihe historisch wissenschaftlicher
Untersuchungen über Homosexualität gespickt und bietet außerdem einen berührenden Einblick in eine wachsene Männerfreundschaft.
Das Lachen kommt keineswegs zu kurz. Das Buch besteht fast ausschließlich aus Dialogen zwischen Molina und Valentin, die - beide inhaftiert - einem so manches Mal ein Grinsen auf die Wangen zaubern. Eine Beschäftigung der beiden ist das Erzählen alter Hollywood-Filme, was mitunter genauso fesselnd ist. Eigentlich kommt dabei kein Sinn zu kurz: man lacht, man weint, denkt, man ist zufrieden, traurig oder wütend. Einfach klasse! Ein Kultbuch - so sagt es auch der Klappentext.
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Format: Taschenbuch
Ich habe Den Kuss der Spinnenfrau als Empfehlung in einem anderen Buch entdeckt und es mir gleich bestellt - ich habe es nicht bereut. Dieses Buch ist etwas ganz Besonderes. Es wirkt ganz subtil auf den Leser ein,
lässt ihn mitfühlen, schmunzeln, weinen... Es ist ein Buch, in dem zwischen den Zeilen mehr steht als in ihnen selbst... So wie es von der ersten Seite an ein unsichtbares Band zwischen den beiden Protagonisten gibt, so sehr sie sich auch von einander unterscheiden mögen, so sehr Valentin, der linksextreme Häftling, sich auch dagegen wehren mag, so wird auch der Leser vom ersten Moment in den Bann dieser Geschichte gezogen. In gleichem Zug wie Molina und Valentin sich menschlich näher kommen, wird auch die Tiefe ihrer Charaktere deutlich, besonders die Tragik Molinas.
Die Filme, die Molina Valentin vor dem Schlaf erzählt, wirken keineswegs langweilig, im Gegenteil, auch wenn sie mit der eigentlichen Geschichte nichts zu tun haben, bilden sie die Ebene, auf der sich Molina und Valentin begegnen - sie sind das Spinnennetz, in dem Valentin sich verfängt und das Molina Abend für Abend geschickt weiter spinnt...
Als Valentin von dem vergifteten Gefängnisessen krank wird und Molina ihn umsorgt, kann er seine Dinstanz nicht mehr aufrechterhalten und dieses Gefühl lässt ihn auch nach der Entlassung Molinas verändert zurück. Er muss sich eingestehen, dass er von diesem gefühlsduseligen, romantischen Molina, vor dem er anfangs einen gewissen Ekel empfunden hatte, mehr gelernt hat, als aus seinen philosophischen und politischen Büchern, die er jeden Tag studiert... Er hat gelernt, dass das Leben nicht schwarz-weiß ist, er ist menschlich gereift. Und Molina verlässt das Gefängnis mit dem Gefühl zurück, endlich zumindest einen Hauch dessen erlebt zu haben, was er sich am innigsten wünscht...
Ein Buch, das tief berührt...
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Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Ein erstklassiges Buch, voller Gefühl geschrieben und mitreißend bis zum Schluss. Über Freundschaft, Verrat und seelischen Abgründe. ... ... ...
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