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Kundenrezensionen

4,6 von 5 Sternen
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am 17. März 2015
Was EIN Buch und WAS für eine in der Tat - grandiose zehnbändige Buchreihe - die uns hier vom 2014 verstorbenen Karlheinz Deschner präsentiert wird! Es ist wirklich unglaublich, was er damit geleistet hat und auch ist`s ebenso unfassbar wie empört doch dagegen viele Theologen, Geschichtswissenschaftler, Historiker und vor allem dann Gläubige aller Cou­leur - sogar (!) sind. Ich habe bisher FAST alle zehn Bände von Karlheinz Deschners - Kriminalgeschichte des Christentums - gelesen, sowie weitere diverse kleinere Bücher von ihm, und muss zugeben, das ich ihn ein Stück weit bewundere; zumindest dafür, WIEVIEL er überhaupt schon geschrieben hat...das ist schon wahrlich sensationell. Da fragt Frau sich ja sogleich, wie er das alles geschafft hat, doch bleibt nur eines trotz aller Polemik die er an den Tag legt, zu urteilen: RESPEKT. Allerdings hätte er, so wie ich finde ein bisschen mehr auch den Islam mit- kritisieren sollen, denn da wird es Zeit für.

In diesem ersten Band ist alleine schon zu allem Anfang an der Schutzumschlag ausschlaggebend, in dem er schreibt: "Maßgebender Gesichtspunkt für mich war das Streben nach einer gründlichen kritischen Darstellung, die den an dieser Thematik wirklich Interessierten eine ebenso klare wie eindringliche Erfassung der jeweiligen Epochen, ihrer entscheidenden geschichtsbildenden Figuren und Tendenzen, ermöglicht. Solche Leser - kommen - ungeachtet jener, die aus professionellen Rücksichten, aus Opportunismus oder aus inbrünstiger Glaubensstärke und Geistesschwache das Gegenteil verbreiten, woran der Verfasser gewöhnt ist - voll auf ihre Kosten, und zwar in jedem Band mehr, denn die christlichen Zeiten werden stets schlimmer"

Und: "Im übrigen habe ich beim Schreiben nie Voltaires Rat vergesse: Ein Buch darf alles sein, nur nicht langweilig.

Stark ist auch seine 58-seitige Einleitung, in welcher er erklärt, WAS genau er vorhat bzw. ihm konkret bei der hier vorliegenden Kriminalgeschichte als solches vorschwebt. Danach geht`s auch ENDLICH los, und man liest im 1. Kapitel: Der Auftakt im Alten Testament, in dem er z.B. recht eindringlich davon erzählt, wie der Bibelgott Jahwe eingestellt ist und nach was diesem allem Anschein nach (!), dürstet....jedenfalls ist es viel Blut. Düstere Figur ist dieser in der Tat. Auch verschweigt Deschner nicht, wie doch leider so viele Theologen es tun, wieviel gefälscht, gestrichen und überhaupt an alten Texten, gerade des Alten und AUCH Neuen Testaments, gefälscht und manipuliert worden ist.

Ein Beispiel aus der vergangenen Zeit auf Seite 89: Und der Gott des Alten Testaments . In schöner Kontinuität doch auch der Gott der christlichen Jahrtausende - ist ja gleichfalls einerseits, wie David, "ohne Tadel", anderseits ein unvergleich größerer Bluthund, der, beispielsweise, nur weil sie die Bundeslade angeschaut, 50700 Menschen umbringt - aus diesen "funfzig tausend und siebenzig Man" Luthers macht die Bibel der EKD bescheiden "siebzig Mann"!

Das ist EIN Beispiel wie die Kirchen, egal ob Katholisch oder Evangelisch fälschen, doch gibt es, das kann ich vorab verraten, noch wesentlich mehr in kommenden Bändern zu entdecken als es hier drin zu bestaunen ist

Wie aber Gott "Bluthund" David preist, weil er "meine Gebote hielt und mir von ganzem Herzen nachwandelte, daß er nur tat, was mir wohlgefiel", und wie David sich selber preist, so preist ihn, fort und fort, der christliche Klerus. Hält es doch auch der - dieser Nachweis ist eine Hauptabsicht meiner Arbeit - mit allen großen Geschichtsverbrechern, wenn und solange sie ihm nützen. Denn schon David, der "Bluthund", nützte natürlich den Gottesdienern - und so machten sie ihn zum Vorbild für Jahrtausende. weil er treu zu Gott stand, für den HERRN Kriege führte, seine Kriegsbeute gern "heiligte", sie für den Tempelbau bestimmte (auf Veruntreuung gerade dabei wird AUSROTTUNG der ganzen Sippe nebst dem Vieh angedroht), "auch das Silber und Gold, das er den Heiden genommen hatte, den Eodmitern, Moabitern, Ammonitern, Philistern und Amalekitern", und weil er alles, was gegen Gott und seine Diener war, zum verstummen brachte. "Den Bösen kann ich nicht leiden...Jeden Morgen bring ich zum Schweigen alle GOTTLOSEN im Lande, daß ich alle Übeltäter ausrotte aus der Stadt des HERRN." So paßt es dem Klerus. "Die Größe Davids und seiner Erfolge", schreibt 1959 das - Lexikon für Theologie und Kirche , "begründete die Wertschätzung, die ihm später zuteil wurde", und attestierte ihm auch "menschliche Vorzüge", "außergewöhnliche Vorzüge"....Soviel dazu

Sein Anliegen, so Deschner, sei es, 'dass gerade die Laien einmal in dieser Form erfahren sollen, was zumindest die Gelehrten unter den Klerikalen ja ohnehin längst wissen.' Obendrein ließ sich Deschner von einem bekannten Schweizer Theologen, Prof. Fritz Blanke, bescheinigen: 'Deschner hat die von ihm benützten Bücher ' es sind deren gegen tausend! ' wirklich verarbeitet und ist mit der neuesten Diskussion vertraut ... Neue eigene Forschung hat Deschner nicht unternommen ' das war auch nicht sein Plan ', aber er hat die heutigen kirchengeschichtlichen Kenntnisse und Erkenntnisse zusammengefasst ... Auch über das Neue Testament und seine gegenwärtige Auslegung ist Deschner, der sich vorzugsweise auf die Arbeit der Bultmann-Schule stützt, sehr gut unterrichtet.'2 Dem pflichtete der bekannte Essay-ist Jean Améry in 'Die Zeit' bei: Deschner habe 'historische Fakten ' häufig dem Nichttheologen ' unbekannter Art' aus- gebreitet und damit 'seiner populär geschriebenen Arbeit das Gewicht ernsthafter Wissenschaftlichkeit verliehen.'

Das beste Kapitel aber ist jenes über Kaiser Konstantin, und hier wird endlich einmal die Wahrheit über diesen Schlächter Konstantin erzählt...ach ja, das wurde aber wirklich ZEIT, das jemand mal vernünftig über diesen schreibt...."dieses Ungeheuer Konstantin...Dieser kaltblütige und scheinheilige Rohling durchschnitt seinem Sohn die Kehle, erdrosselte seine Frau, ermordete seinen Schwiegervater und seinen Schwager und unterhielt an seinem Hofe eine Clique blutdürstiger und bigotter christlicher Priester, von denen ein einziger genügt hätte, die eine Hälfte der Menschheit zur Abschlachtung der anderen aufzureizen." Percy Byshe Shelley

Interessant ist ebenso die Erwähnung im hinteren Kapitel des antiken Christenkritiker Porphyriu, der auf auf viele Widersprüche des christlichen Glaubens verweist und auf Gott allgemein. Lesenswert allemal. So bemerkt Porphyriu, der wohl bedeutendste Christentumskritiker der Antike: 'Wenn der auferstandene Christus sich angesehenen Männern offenbart hätte, dann wären durch sie alle zum Glauben gelangt, und kein Richter hätte sie [die Jünger] als Erfinder absonderlicher Märchen verurteilt.' (Makarios II, 14, nach der Harnack'schen Zählung) das Buch dazu heißt meine ich: gegen die Christen

Die vorliegende gebundene Ausgabe hat 533 Seiten, ist sehr gut lesbar und kann nur dringend sogar weiter empfohlen werden
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am 1. November 2013
Das Hauptwerk bzw. Lebenswerk von Karlheinz Deschner ist schlichtweg herausragend am Himmel der Kirchenkritik!
Die von ihm über Jahre hinweg zusammengetragenen und belegten (!) Fakten, ergeben ein gänzlich anderes Bild, als uns die konservative und apologetische Kirchengeschichtsschreibung weis machen will. Die mittlerweile 10 Bände umfassende Reihe, legt detailliert die Verfehlungen der verschiedenen christlichen Kirchen und ihrer Repräsentanten, von den biblischen Ursprüngen bis zur Gegenwart da.

Band 1: Die Frühzeit: Von den Ursprüngen im Alten Testament bis zum Tod des hl. Augustinus...

Deschner stellt zuerst das antike Judentum da, indem er einen Blick auf das alte Testament wirft. Diese gern vergessene Wurzel des Christentums, bedingt im späteren Verlauf den religiösen Anspruch und die Gewaltpolitik des Christentums und gehört zur späteren Legitimation des heiligen Krieges. So wird in diesem Band auf zahlreiche Todesstrafen eingegangen, die in der Tora für religiöse Vergehen vorgesehen waren.
Nach dem Untergang des Staates Israel, begann der Aufstieg des Christentums im römischen Reich und zeitgleich der christliche Antijudaismus, den Deschner anhand zahlreicher Kirchenväter nachweist. Weiter folgt eine Analyse der Christenverfolgungen sowie eine Beleuchtung der ersten Gegner des Christentums. Des Weiteren finden sich Darstellungen der Veränderungen durch Konstantin I. sowie eine Beschreibung zu Kaiser Julian, dem letzten römischen Kaiser, der die heidnische Religion wieder legitimieren und stärken wollte. Zuletzt geht der Autor noch auf einige Kirchenväter ein, darunter auch Augustinus.

Fazit: Dieses Werk sollte zur Pflichtlektüre werden!
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am 29. Juli 2013
Auch wenn die Werke von Karlheinz Deschner schwer zu lesen sind und neben Lateinkenntnissen auch sehr viel historisches Wissen voraussetzen, sollten sie Plichtlektüre für jeden selbstständig denkenden Menschen sein, der sich fragt, ob die Kirchen, insbesondere die katholische, die Rolle spielen, die ihnen wirklich zusteht. jeder wird zu dem Ergebnis kommen: Nein.
Es handelt sich bei den christlichen Kirchen vielmehr um kriminelle Vereinigungen, die durch Lug, Betrug, Mord, totschlag und Fälschungen die machtposition erlangt haben, die sie jetzt haben. Niemand sollte mehr auf sie hören, geschweige ihnen den "Schlüssel zum Himmelreich" anvertrauen.
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am 29. Januar 2013
Deschner geht zurück zu den Wurzeln des Christentums. Er beschreibt die Entwicklung der Kirche von Anfang an und verschweigt nichts. Als Christ sollte man das gelesen haben, damit man erkennt, dass Kirchengeschichte keine fromme Angelegenheit bedeutet...
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am 21. März 2000
Karl-Heinz Deschners "Kriminalgeschichte des Christentums" ist ein einseitiges Werk, und der Autor macht auch keinen Hehl daraus. Dem üblichen Bild von einer einigen, armen, verfolgten Urkirche, die von einem unterdrückerischen Staat verfolgt und durch finstere Heretiker in ihrer Einigkeit bedroht wurde, setzt Deschner ein anderes Bild gegenüber. Kenntnisreich und sehr detailliert beschreibt er, wie die ersten Jahre des Christentums verliefen, wie von anfangs an verschiedene Sekten miteinander wetteiferten und sich schließlich blutig verfolgten. Das Selbstverständnis der frühen Christen als Gegenbewegung zu allem "Heidnischen" - insbesondere auch heidnischer Gelehrsamkeit - in einer Endzeit wird treffend dargestellt. Dabei schreibt Deschner sehr lebendig und kurzweilig - er ist ein begnadeter Polemiker, kein Zweifel. Wer ein tieferes Verständnis von den Anfangsjahren des Christentums erlangen will, hat hier ein radikales und aufklärerisches Buch erster Güte - wenn auch Deschners Deutungen manchmal überspitzt sind und er in manchen Details ungenau wird.
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am 22. April 2009
Karlheinz Deschner: Kriminalgeschichte des Christentums Band 1, Die Frühzeit: Von den Ursprüngen im Alten Testament bis zum Tod des hl. Augustinus (430). 6. Auflage, Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2006.

Karlheinz Deschner (1924-2014) hat die Geschichte des religiösen Faschismus detailreich aufs Papier gebracht. Nach der Lektüre des ersten Bandes, weiß des Leser, so etwas wie das Christentum hat es nie zuvor gegeben. Die Abgründe des Hasses, der Verlogenheit und Arglist kennen keinen Boden. Sich selbst zeichnet das Christentum mit goldenen Farben, "[...] während alle anderen, voran die 'Ketzer', immer im Unrecht stecken, unsittlich, verbrecherisch, total korrupt sind [...]." (S. 13). Die Verbrechen waren keine Ausrutscher, keine Fehler, sondern gehören zum Kern dieser Ideologie. "Man verfehlt das Ideal nicht nur partiell, nur gradweise, nein, man schlägt ihm sozusagen ständig ins Gesicht und spielt sich zugleich mit aller Prätention als Verfechter seines Ideals auf, ja, als erste Moralinstanz der Welt." (S. 15) Der Autor entblößt die Täuschungstricks moderner Historiker, bekennt seinen fehlenden Respekt ihnen gegenüber und erklärt offen und ehrlich, dass "jede Geschichtsschreibung … vom Hintergrund der eigenen Weltanschauung her geschrieben" wird (S. 46). Wissenschaft ist eben nicht wertefrei. Deschner erklärt auch ihnen den Krieg, bietet ihnen die Stirn, reduziert ihre fromme Heuchelei auf einen rationalen Kern.

Täuschen, tricksen, schmeicheln und betrügen - das war die Taktik der vorkonstantinischen Christen. Später fügte das Christentum Mord, Raubzug und systematische Verdummung der Menschen seinem Repertoire hinzu. Die Menschheit wurde zurück in die "geistige Steinzeit" zurück katapultiert. Doch wie fing das alles an? Und wie kam es überhaupt dazu? Karlheinz Deschner gibt Antworten auf diese brennenden Fragen, räumt mit alten Lügengeschichten auf und offenbart in seiner "Kriminalgeschichte" die nackte Wahrheit über ein religiöses und politisches Machtsystem, das nicht nur das Hellenentum, seine Religion und Philosophie ausrottete, sondern auch die Weichen für den Totalitarismus und die allgemeine Missachtung der Natur legte; der Übergang vom natürlichen Kosmos zum kirchlichen Kosmos prägt bis heute das von Konstantin begründete Abendland. Der erste Band beginnt mit dem Auftakt im Alten Testament, wie Deschner das Kapitel genannt hat, und endet mit Augustinus. Die Zeitspanne dazwischen wird in ihren Grundzügen skizziert. Der Autor war sich nicht zu schade, den Anwalt der Entrechteten und Verleumdeten zu geben. So zeigt er, wie die Christen sich über die Mythen der Griechen lustig machten, den Ehebruch darin verurteilten, ja, ihn schlimmer bewerteten als die Anstiftung zum Massenmord im Alten und Neuen Testament. Er zeichnet den rabiaten Antisemitismus des Johannesevangeliums heraus und deckt die dahinterstehende Schizophrenie mit der Aufzählung all jener Elemente, welche sich die Christen vor den Juden "geborgt" hatten.

Überraschenderweise beginnt der erste Band, nach dem Vorwort des Autors, mit einer Kriminalgeschichte des Judentums, die auch nicht zu verachten ist. Jahve, dieser fürsorgliche Gott, stiftet zum Mord an Frauen und Kinder an (S. 74-75). Seine Eigenschaften gingen wohl später auf die Christen über. "Dieser Gott genießt nichts so wie Rache und Ruin." (S. 75) Er widmet sich besonders den Großverbrechern Moses, Samuel und David. Erst dann arbeitet sich der Autor zu den frühen Christen und ihren Kaisern, wobei er besonderes Gewicht auf Athanasius, Augustinus, Ambrosius und Konstantin legt. Deschner enttarnt und bedient sich dabei nicht nur akademischer Werke, sondern auch Schriften der Kirchenvertreter. Diese belügen die Völker heute immer noch, mit ihren überzogen verfassten Geschichten zu den Christenverfolgungen, welche Halbwahrheiten "und sogar Urkundenfälschung" nur so strotzen (S. 200). Dass die Christen nicht wegen ihres Glaubens verfolgt wurden, weiß inzwischen jeder belesene Mensch, doch wie steht es mit den Opferzahlen? Diese belaufen sich auf 3000 bis 5000 Christen - in allen drei Jahrhunderten! Auch Origenes bezeugt die kleine Zahl der Getöteten. Dennoch lügen sich christlich-orthodoxe Theologen die Zungen heiß, machen aus Tausenden Millionen, heute noch.

Deschner ist also notwendig, um den Dschungel der Lügerei und Betrügerei eines Eusebius oder Laktanz übersichtlich zu machen. Es sind nicht nur Theologen die Lügen, auch heutige Historiker führen ihre Leser hinters Licht, machen aus Kirchenlehrern und Kaisern Pfadfinder, die sie nie gewesen sind. "Man muß die Geschichte kennen, um sie verachten zu können. Das Beste an ihr ist, daß sie vorübergeht." (S. 33) - und das gilt auch für sehr viele Historiker.

Die antiken "Kirchenväter", häufig verklärt, werden mit besonderer Sorgfalt aufs Korn genommen, und was sie über ihre damaligen Mitmenschen geschrieben haben ist bezeichnend für ihren Charakter (Auszüge aus ihren Werken): keine Spur von Milde und Güte; eher waren sie hasserfüllt, intrigant und arrogant (um nur einige ihrer Eigenschaften zu nennen). Doch Deschner beschäftigt sich auch mit den spätantiken Kaisern, die als die "Großen" in die Geschichte eingingen. Schließlich spielten sie bei der Verbreitung und Durchsetzung des Christentums eine entscheidende Rolle; vor allem Konstantin, mit dem alles anfing und der den ersten Religionskrieg der Menschheitsgeschichte auslöste. Er räumt auf mit den Lügengeschichten gegen Julian und Maxentius, diese waren nicht die Ungeheuer, als die sie dargestellt wurden. Und die traditionellen Götterkulte kein Götzendienst, denn in "Wirklichkeit identifizierte die antike Religion diese Bilder gar nicht mit den Göttern. Sie waren nur 'symbolhafte Repräsentationen, aber nicht die Gottheiten selbst' (Mensching). Doch für die Christen waren die Götter 'tot und nutzlos' (Aristides), konnten sie 'weder sehen noch hören noch wandeln'(Offenbarung des Johannes)." (S. 188). Wie sehr doch das Christentum die Wahrnehmung der Menschen verzerrte!

Während im Hellenentum (für Euseb das Böse schlechthin, S. 207) und Rom kein Anlass zum Bekehren bestand, "Exklusivität widersprach dem Polytheismus prinzipiell", bemerkt Deschner, machten sich die Christen die Christianisierung der bis dahin freien Ethnien zur Mission. Und starten ihren abartigen, ja schizophrenen Antijudaismus, mit dem sie Hitler locker von rechts überholen. Was nannten sie nicht Ignatius, Justin, Chrysostomos? "Sprößlinge des Teufels", "Hurenkinder, voll jeder Schlechtigkeit" (S. 125-127). Die Synagogen Hurenhäuser und Stätten des Bösen, so auch die Kirchen der "anderen" Christen, die auch des Teufels gewesen sein sollen, voller Niedertracht, sogar Verfolger Christi. "Kann man irgendwo Haß lernen, schänden lernen, schamlos lästern, lügen, verleumden, dann bei den Heiligen, den größten Heiligen des Christentums!" (S. 167) Nicht nur die Menge, auch die Kaiser haben sie zur Verfolgung der Ethniker bewogen, mal mit sanften Floskeln, mal mit drohendem Finger.

Das frühe Christentum hat sich mit Feuer und Schwert gewaltsam durchgesetzt, und stampfte alles andersartige nieder: der Polytheismus wurde nicht überwunden, die Menschen konvertierten nicht einfach zur neuen Religion. Das ist ein Märchen. "Fast überall werden die herrlichsten Adoratorien des Heidentums zerstört, kostbare Bauwerke eingeäschert, geschleift, nicht zuletzt in Rom, wo man die Tempelreste als Steinbrüche benutzt, noch im 10. Jahrhundert haufenweise herumliegende Bildsäulen, Architrave, Gemälde zertrümmert, schöne Sarkophage als Waschwannen oder Schweinetröge gebraucht." (S. 26) Alles, was andersartig war, seine Heterogenität bewahren wollte oder anders dachte, wurde bekriegt und kriminalisiert: alle eingeborenen Religionen des Mittelmeerraumes, der Mithraskult, das Judentum, vermeintlich ketzerische Christen wie die Donatisten und Arianer etc. Die Liste ist schier unendlich.

Eine Theokratie entstand, die das Leben der Menschen zur Hölle machte und die gleichzeitig so unverschämt war, die Wahrheit und Liebe als ihr Eigentum zu "brandmarken". Das alles wurde von den Kaisern unterstützt und begleitet (Deschner spricht in diesem Zusammenhang von der "unheiligen Allianz von Thron und Altar"). Deschner beweist zudem, dass der Polytheismus nicht etwa vom Monotheismus abgelöst, wie heute noch propagiert, sondern verfolgt und ausgerottet wurde. Die hellenische Tradition wurde verfolgt, ihre Tempel abgefackelt, die Philosophen verfolgt, Statuen zertrümmert, das Hellenentum verteufelt. Dies ist insofern auch heute wichtig, da sich die orthodoxe Kirche in Griechenland als Beschützerin und Bewahrerin der hellenischen Tradition (!) inszeniert und als ihre Fortsetzung ausgegeben wird! Deschner hebt in seinen ersten zwei Bänden den totalitaristischen und gewalttätigen Charakter des Monotheismus hervor, der in unserer Zeit leider verkannt wird. Doch ist die fundamentale Kritik des Christentums nicht neu, Voltaire, Deschner & Co. folgten lediglich den Spuren von Kelsos und Porphyrios; vor allem letzterer führte das Christentum ad absurdum und demaskierte seine Thesen, weshalb seine Bücher den christlichen Feuern zum Opfer fielen und heute nur fragmentarisch erhalten sind.

K. Deschners Kriminalgeschichte steht auf 100.000 Nachweise, ein Grund für die Bedeutsamkeit seiner Werke. Denn Geschichte kann nur dann etwas lehren, wenn sie bekannt ist. Durch diese Bücher erfahren wir endlich die Wahrheit über die Entstehung des "christlichen Abendlandes" und das unerträgliche Leid der unzähligen Opfer, die auf dem Altar des Wahnsinns geopfert wurden, und denen Deschner eine Stimme gibt. Der Siegeszug des Christentums war alles andere als "friedlich" - auch wenn offiziell das Gegenteil behauptet wird - und hatte für die ganze Welt schreckliche Folgen; das beweist Deschner mit seiner "Kriminalgeschichte", die die Entwicklung Europas aus einer völlig anderen und neuen Perspektive erzählt.

Endlich einer der die Wahrheit spricht und sich nicht beirren lässt - dafür bedanke ich mich an Herrn Deschner: für seinen Mut, seine Mühe und seine sorgfältige Arbeit. Der 1. Band fängt mit einer viel zu langen Einleitung an (S. 12-70), geht dann mit einer kurzen Kriminalgeschichte der antiken Hebräer weiter (S. 72-116), und fängt dann erst so "richtig" an, um bei Kirchenlehrer Augustinus zu enden. Die Quellennachweise von Band 1 sind im zweiten Band zu finden; etwas, das ich nicht gut finde. Ich hoffe, dass der Verlag diesen Umstand in den zukünftigen Neuauflagen ändern wird, denn die Quellen gehören zum Buch, das sich auf sie stützt.

Ich empfehle Deschners "Kriminalgeschichte" allen Menschen weiter, die sich für die Spätantike und für die Geschichte Europas interessieren. Doch seine ersten vier Bände empfehle vor allem den Anhängern des Hellenismos und den am Hellenentum Interessierten. Deschner bestätigt im Grunde, was Vlassis Rassias über den Genozid an den Hellenen publiziert hat. In einem Satz: das Hellenentum hat sich nicht selbst überlebt; es wurde brutal ausgerottet.

Die "Kriminalgeschichte" fehlte all' die Jahre davor, und ich bin dankbar, dass K. Deschner diese Lücke in der Geschichtsschreibung gefüllt hat; er hat ein umfassendes, wissenschaftlich fundiertes, äußerst gut strukturiertes und vor allem gut recherchiertes Werk geschrieben. Mir persönlich hat es sehr gefallen zu erfahren, was die antiken "Kirchenväter" geschrieben haben und wie die Theologen der Neuzeit über sie dachten (es gibt Auszüge aus den Werken verschiedener Theologen). Die Kriminalgeschichte des Christentums ist nicht bloße Geschichte. Sie ist Aufklärung!

"Mit Deschners Tod ist die Menschheit um einiges ärmer geworden." Vlassis G. Rassias
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am 12. März 2008
Schon im Vorwort eröffnet Karlheinz Deschner, dass er mit seiner Kriminalgeschichte des Christentums völlig neue Wege der Geschichtsschreibung beschreitet: Nicht diejenigen sind die "Großen", die Kriege geführt haben, die andere Menschen und Völker unterjocht haben, die möglichst viele Menschen abschlachten haben lassen, wie Karl "der Große", "der Heilige", Otto "der Große", Konstantin "der Heilige", nein, er sagt die Wahrheit, er nennt die Dinge beim Namen, auch wenn das unschön und ungewohnt klingt: das waren Verbrecher, Massenmörder, Lügner und Verräter. Davon nimmt er auch die Großen der Kirche nicht aus. Deschner will keine umfassende Geschichte schreiben, er schreibt eine Kriminalgeschichte, der Titel intendiert schon die selektive Darstellung. Allerdings auf eine Art und Weise, die ihresgleichen sucht: wissenschaftlich fundiert, hundertprozentig hieb- und stichfest stehen seine Aussagen da. Nicht einmal kirchliche Institutionen konnten Deschner eines falschen Beweises überführen, alles, was Deschner schreibt, ist sicher belegt. Was ich besonders schätze, ist die oft durchschlagende, zynische, stellungnehmende Schreibweise des Autors. Man kann Geschichte nicht schreiben, ohne das Grauen, ohne die Brutalität, ohne den Zorn, der einen dabei überkommen muss. Deschners Stil ist nicht steril, unparteiisch, ganz im Gegenteil: er bezieht Stellung, ohne ungerecht zu werden, stellt die Taten und Aussagen der Kirchenheiligen ihrer eigenen Lehre gegenüber. Er polemisiert. Ich finde das sehr erfrischend.
Zunächst beschäftigt er sich mit den Wurzeln des Christentums, dem Alten Testament und seinen Grausamkeiten, schließlich mit dem jungen Christentum und seiner Stellung zu vorkonstantinischer Zeit: Christen waren geduldet, von "Verfolgung" kann keine Rede sein, ein paar Christen wurden wegen Aufsässigkeit hingerichtet, aber kaum deswegen, weil sie Christen waren. Erst als das Christentum zur Staatsreligion wurde, begannen die Juden- die Heidenverfolgungen, die über viele Jahrhunderte (teilweise bis heute!) andauern. Die frühen Kirchenlehrer, Athanasius, Ambrosius, Augustinus kommen umfangreich zu Wort. Unglaublich, was diese Heiligen Väter von sich gegeben haben, welche Lügen, Doppelmoral, welche Unmenschlichkeiten! Deschner erspart der Kirche nichts. Es stellt sich heraus, dass unter dem Christentum Ströme von Blut fliessen, anfangs das der Juden und der Heiden, immer öfter aber auch Christenblut.
Der Begriff "christlich" oder "katholisch" bekommt eine völlig andere Bedeutung, eine der bisher bekannten diametral entgegengesetzte! Gerade deswegen ein Muss für jeden denkenden Kopf!
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am 5. Mai 2010
Ja, Karl Heinz Deschner ist ein Aufklärer und Ankläger und es wird jetzt und in Zukunft nicht möglich sein, in dubio pro reo (im Zweifel für den Angeklagten) für das Christentum geltend zu machen.

Die Diskrepanz zwischen der in Fragmenten noch erhaltenen, auf Jesus Christus seinem Leben und seiner Lehre begründeten Religion und dem Christentum mit seiner Geschichte, ist groß und das verursachte Leid erheblich. In der Tat, es ist die "Kriminalgeschichte des Christentums".

Die Verteidiger dieser christlichen Historie mögen die Leser sein. Sie werden dabei feststellen, dass es sich nicht um ein Pamphlet, eine Streit- und Schmähschrift handelt, sondern "um eine Geschichte der Handlungs- und Verhaltensformen der Christenheit, jenseits aller institutionellen und konfessionellen Schranken." (Deschner) Natürlich, nicht vollkommen, doch K. H. Deschner ist ein großer Aufklärer dieser Zeit.

Unberührt vom Menschlichen und allzu Menschlichen, vom Unvermögen Empfehlungen des Religionsgründers umzusetzen, bleibt der kleine doch ewige Kern der christlichen guten Botschaft.
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am 28. Mai 2014
Ich habe mir Deschners Kriminalgeschichte beschafft, weil ich zuvor Michael Schmidt-Salomon, Michel Onfray und Richard Dawkins gelesen hatte und mich interessierte, ob deren Thesen historisch fundiert sind. Nach der Lektüre von Deschner bin ich davon überzeugt. Deschners Werk ist sehr ausführlich und gründlich und keinesfalls Unterhaltungsliteratur, weil bisweilen etwas anstrengend zu lesen. Ihm gebührt aber gösste Anerkennung, für das was er geleistet hat. Seine umfassende Arbeit war dringend nötig, auch wenn sie sich abgesehen von den Anfängen auf das Christentum konzentriert und die anderen monotheistischen Religionen keinen Deut besser sind. Im ersten Band geht er auch ausführlich auf alttestamentarischen Wurzeln des ganzen Uebels ein. Die Kriminalgeschichte ist jedem denkenden Leser zu empfehlen, auch wenn Ausdauer gefordert ist.
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TOP 500 REZENSENTam 29. September 2008
Die Kriminalgeschichte des Christentums ist von Methodik, Anspruch und Umfang ein wissenschaftliches Projekt. Trotz der Fürsprache des Wissenschaftstheoretikers und Philosophen Hans Albert ist es aber zu keiner Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gekommen. So waren es private Förderer, die dieses akribisch recherchierte Opus möglich gemacht haben. Sein Autor, Karlheinz Deschner, galt für Wolfgang Stegmüller, den bekannten Münchner Wissenschaftsphilosophen, als der größte Kirchenkritiker des 20. Jahrhunderts. Ich meine, daß es Deschners Empathie mit den Opfern der Jahrhunderte zuzuschreiben ist, daß er sich eines bissigen und bisweilen aggressiven Tonfalls im Hinblick auf die Täter nicht enthalten konnte. Dieses und weiteres ist Gegenstand heftiger Repliken geworden, die auch die Wissenschaftlichkeit seines historischen Werkes in Frage stellten. Allerdings darf man Deschner sekundieren, daß er Faktendarstellung und ethische Bewertung nicht vermischt. Man muß seine Werturteile als Schlußfolgerung verstehen; dem Leser stünde es frei, zu einer anderen zu kommen.

DIE FRÜHZEIT
Der erste Band "Die Frühzeit" beginnt mit der Geschichte der Israeliten und der Vernichtung ihrer Nachbarvölker. Die "goldne Regel, für den Umgang mit Feindstädten" - so zitiert Deschner aus der Bibel - sei die gewesen: «Wenn sie Jahwe, dein Gott, in deine Gewalt gegeben, sollst du alles, was an Männern darin ist, mit dem Schwert töten, dagegen die Weiber und Kinder, das Vieh und alles, was sich in der Stadt befindet … genießen.» Solche Milde werde freilich nur fernlebenden Feinden zuteil. Für die nahewohnenden gelte: «Du sollst keine Seele am Leben lassen.»

DIE AUFSTÄNDE
Besonderes Augenmerk legt der Autor auf die zwei großen Aufständen des 1. und 2. Jahrhunderts gegen die Römer. Hier - so Deschner - werde "der «Heilige Krieg» mit aller Wildheit und Grausamkeit, allem apokalyptischen Wahnsinn praktiziert und im «Kampf der letzten Tage» gegen das heidnische Rom «Gottes messianisches Königstum» erstrebt."
■ Der Jüdische Krieg (66 – 70 n. Chr.)
Die Zeloten, eine nationaljüdische, ursprünglich wohl nur aus Jerusalemer Priestern bestehende, 6 n. Chr. gegründete Partei, hätten den Krieg herbeigeführt. Deschner behauptet, daß es trotz wesentlicher Unterschiede zwischen Zeloten und Christen gemeinsame Züge gäbe. Unter den Apostel Jesu wurde ein gewisser Simon im Lukasevangelium auch «der Zelot», bei Matthäus «der Kanaanäer » genannt. Das sei die einfache Umschrift von aramäisch qanna’i, «der Eiferer». Die heutige Forschung messe den Zeloten auf die Geschichte Jesu größere Bedeutung bei. Sie hätten schon zwei Jahrzehnte vor Ausbruch des eigentlichen Krieges gegen gewisse unpatriotische Juden wie gegen die Römer gekämpft. An einem Sabbat hätte es mit der Abschlachtung der wenigen Römer in der Burg Antonia von Jerusalem und dem stark befestigten Königspalast begonnen. In den benachbarten Griechenstädten wie Damaskus massakrierten darauf die Hellenen die Juden, in Damaskus angeblich 10 500 oder 18 000 Juden, während die jüdischen Rebellen, "befeuert durch ihren Glauben … ganz Judäa mehr oder minder von Minoritäten säuberten." Die Römer marschierten, eroberten und zerstörten Jerusalem. Deschner resümiert: "Hunderttausende von Opfern hatte das Massaker gekostet. Jerusalem lag, wie einst Karthago und Korinth, in Trümmern, das Umland wurde kaiserliche Domäne. Schwerste Steuern – bis zu einem Fünftel des Erstertrages – belasteten die Besiegten, Räuberbanden drangsalierten ihr Land. Das religiöse Leben freilich blühte. Ein Rat von 72 Schriftgelehrten stand an der Spitze der Juden; sein Vorsitzender führte den Titel «Fürst». Und das täglich zu betende Schemone esre, das Achtzehnbittengebet, ein Vorbild des christlichen Vaterunsers, wurde durch eine Bitte gegen die Minnim, die Christen, bereichert, die ihre Verfluchung und Ausrottung betraf. Denn weder in Palästina noch sonstwo behinderte man die Juden in der Ausübung ihrer Religion. «Man scheute davor zurück, dem jüdischen Glauben als solchem den Krieg zu erklären» (Mommsen). Wenige Jahrzehnte später aber, im zweiten Versuch zu «Gottes Endkrieg», war das Fiasko noch größer."
■ «Gottes Endkrieg» unter Bar-Kochba (131 – 136)
Deschner beschreibt weiter die Spirale von Gewalt und Gegengewalt. Schon sechzehn Jahre vor dem Bar-Kochba-Aufstand gab es Erhebungen der Zeloten, bei dem hunderttausende Nichtjuden getötet worden sein sollen, worauf die Römer zur Vergeltung alle Juden Alexandriens ermordet hätten. Den ausgedehnten und mörderischen Guerilla-Krieg, mit dem Simon ben Kosiba (Bar-Kochba) im Jahre 131 die Macht in Jerusalem an sich riß, beantwortete Rom mit der Entsendung von vier Legionen und brachte Palästina wieder unter römische Herrschaft. Deschner stellt fest: "Die Zeloten aber rotteten die Römer völlig aus, erst jetzt als eigentlichen Grund jüdischer Aufsässigkeit den Religionswahn erkennend."

ZITATE
Die gegensätzlichen Zitate zu Beginn eines Kapitels sind typisch für Deschner: Sie polarisieren schon durch die Zusammenstellung und besitzen gleichzeitig auch einen gewissen Unterhaltungswert. Hier z.B. drei zum Kapitel "DER HL. KONSTANTIN, DER ERSTE CHRISTLICHE KAISER":
■ «Als leuchtendes Vorbild stand der Christenheit Kaiser Konstantin d. Gr. vor Augen.» (Der Theologe Peter Stockmeier)
■ «Auch seine seelische Haltung war die eines wirklichen Gläubigen …» (Der Theologe Karl Baus)
■ «… dieses Ungeheuer Konstantin … Dieser kaltblütige und scheinheilige Rohling durchschnitt seinem Sohn die Kehle, erdrosselte seine Frau, ermordete seinen Schwiegervater und seinen Schwager und unterhielt an seinem Hofe eine Clique blutdürstiger und bigotter christlicher Priester, von denen ein einziger genügt hätte, die eine Hälfte der Menschheit zur Abschlachtung der anderen aufzureizen.» (Percy Bysshe Shelley)

FAZIT
Deschners schonungslose Geschichtsschreibung muß man nicht gleich als Fundamentalkritik des Katholizismus und - soweit es den ersten Band betrifft - ihrer Mutter-Religion des Judentums mißverstehen. Dafür hätte Deschner auch die wichtigsten Entlastungs­momente, also die guten Seiten, erst aufführen und dann säuberlich als belanglos entkräften müssen. Das war aber von Anfang an nicht seine Absicht. In seiner Einleitung heißt es: "Wie in allen meinen Kritiken des Christentums, fehlt hier vieles, was zwar auch zu dessen Geschichte gehört, aber nicht zur Verbrechensgeschichte des Christentums, die der Titel verspricht. Was auch dazu gehört, füllt Millionen Schriften in Bibliotheken, Archiven, Buchhandlungen, Akademien, auf den Dachböden der Pfarrhäuser, und jeder kann da lesen, solang sein Leben ausreicht, seine Geduld und sein Glaube."

Zur weiteren Versöhnung von vielleicht verstörten christlichen Lesern mag der Hinweis beitragen, daß selbst der unerbittlich kirchenkritische Arthur Schopenhauer, zu dem Deschner wie Nietzsche eine gemeinsame Affinität haben, die Gewaltlosigkeit des „ächten Christentums“ geschätzt hatte. Glühende Atheisten bejubeln diese Kriminalgeschichte, aber auch den Christen, die dem von Schopenhauer postulierten echten Christentum nachspüren, ist die Lektüre insbesondere des ersten Bandes von Karlheinz Deschners großem Werk ans Herz gelegt.
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