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Kreuzzug gegen das Reich des Mahdi (Die Andere Bibliothek) Gebundene Ausgabe – 1. Juli 2008

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Produktinformation

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Georg Brunold, wurde 1953 in Arosa (Graubünden) geboren. Nach dem Studium der Philosophie in Zürich zog er 1983 nach Kairo. Für die Neue Züricher Zeitung war er mehrere Jahre als Afrika-Korrespondent tätig. Heute lebt er als Redakteur der Zeitschrift du in Zürich. Veröffentlichungen: In der Anderen Bibliothek erschien von ihm: Nilfieber (1993) und Afrika gibt es nicht (1994), sowie gemeinsam mit Klaus Hart und R. Kyle Hörst Von den anderen Farben der Liebe (1999). Ebenfalls in der Anderen Bibliothek veröffentlichte er 1986, zusammen mit Viktor Kocher, seine Übersetzung der Erzählungen Mohammed Choukris unter dem Titel Das nackte Brot. 2006 erschien in der Anderen Bibliothek sein Titel Ein Haus bauen. Besuche auf fünf Kontinenten. -- Winston S. Churchill, 1874 geboren und 1965 gestorben, diente der britischen Regierung als Handelsminister, Innenminister, Kriegsminister, Kolonialminister und schließlich 1940 - 1945 und 1951 - 1955 als Premierminister. 1953 erhielt der Autor zahlreicher Bücher und Schriften den Nobelpreis für Literatur. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Erstes KapitelDer militärische SudanDas nordöstliche Viertel des afrikanischen Kontinentswird vom Nil bewässert und drainiert. Zwischen denQuellflüssen und rund um die Zuträger dieses mächtigenStromes erstrecken sich die fruchtbaren Weiten desÄgyptischen Sudan. Diese entlegenen Gebiete tief im InnernDes Landes sind auf allen Seiten durch mindestens fünfhundertMeilen Gebirgszüge, Sümpfe oder Wüsten vom Meer getrennt. Der einzige Antrieb zu Entwicklung und Fortschritt istder große Fluß. Über den Nil allein gelangen Handelserzeugnissezu den auswärtigen Märkten und kann die europäischeZivilisation in die Finsternis des Kontinents vor dringen. DerNil verbindet den Sudan mit Ägypten, wie der Atemschlaucheinen Taucher mit Luft versorgt. Ohne diesen müßte er ersticken.Aut Nilus, aut nihil!Die Stadt Khartum am Zusammenfluß des Blauen undWeißen Nil ist der Punkt, wo alle Verkehrswege aus demSüden zwangsläufig aufeinandertreffen. Sie ist der großeDurchlaß, durch den Handelswaren aus einem breiten Sammelbeckenauf den Weg zur Mittelmeerküste gelangen. Siemarkiert gleichzeitig den äußersten nördlichen Grenzpunktdes fruchtbaren Sudan. Von Khartum bis nach Assuan fließtder Strom zwölf hundert Meilen durch Wüsten von eineralles überbietenden Trostlosigkeit. Endlich mildert sich dieUnwirtlichkeit ab, und in Ägypten und im Delta gewinnt diebelebte Welt wieder an Boden. Diese Seiten befassen sichmit Ereignissen, die sich in der dazwischenliegenden Einödezugetragen haben.Weit im Süden liegt der wirkliche Sudan, für den sich Entdeckerund Staatsmänner interessieren - sanft gewelltefruchtbare und üppige Landstriche. Doch dann gibt es denanderen, von einigen irrtümlich für den wahren gehaltenenSudan, wo von der ägyptischen Grenze bis nach Omdurmanbleierne Einsamkeit sich auf dem Nil dahinstreckt. Das istder Sudan des Soldaten. Bar aller Spuren von Wohlstandund ohne Zukunft, ist er einzig an Geschichte reich. Noch inweit entfernten Teilen der Welt sind bei Völkern mit Schulbildungdie Namen seiner schäbigen Dörfer geläufig. Ge übteFedern und Bleistifte haben die kahlen Landschaften nachgezeichnet. Die weitläufigen Wüsten haben das Blut tapfererMänner gekostet. Die heißen, schwarzen Felsbrocken wurdenzu Zeugen berühmter Tragödien. Es ist die Bühne desKrieges.Dieses Riesengebiet, das wir treffend den militärischenSudan nennen können, dehnt sich in scheinbarer Unendlichkeitüber den Kontinent hin. Glatte, tellerflache Sandweiten- etwas rosiger als helles Leder, etwas bleicher alsLachs - sind unterbrochen nur von mächtigen, ungeschlachtenschwarzen Felsbrocken da und dort. Trockene Windhosentanzen unermüdlich über die glutheiße Oberflächedes Wüstenbodens und sammeln zwischen den dunklenFelsspitzen an den Hügelkämmen den feinen Sand zu Zungenund Wächten, genau wie sich auf einem Alpengipfel dieSchneemassen wölben; bloß ist es ein feuriger Schnee voneiner Art, wie er in der Hölle fallen könnte. Die Erde brenntmit dem unlöschbaren Durst ganzer Weltalter, und am stahlblauenHimmel stört kaum eine Wolke den nie aussetzendenTriumphzug der Sonne. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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Top-Kundenrezensionen

Von œ TOP 500 REZENSENT am 9. Juni 2008
Format: Gebundene Ausgabe Verifizierter Kauf
Endlich! Endlich gibt es eine deutsche Übersetzung von "The River War: an account of the reconquest of the Sudan". Über einhundert Jahre nach der Erstveröffentlichung hat sich der Eichborn Verlag mit der Reihe "die andere Bibliothek" dieses Buches angenommen. Eine werthaltige Ausgabe, sowohl haptisch als auch optisch. Danke sei gesagt!

Winston Churchill hat in all seinen Artikeln und Büchern immer unbefangen Stellung genommen - ein Freigeist. Jedoch, was in literarischen Kreisen auf Wohlwollen stieß, wurde von militärischer Seite als vorlaute Kritik aufgefasst. Kein Wunder also, daß Horatio Herbert Lord Kitchener - der Sidar - nicht davon begeistert war, den jungen Churchill auf seinem Feldzug mit dabei zu haben. Nur dank der Verbindungen von Churchill's Mutter und durch die Einflussnahme des Premierministers sowie des Kriegsministers wurde Kitchener dazu bewegt, Churchill mitzunehmen.

"The River War" war das erste Werk Churchill's, welches eine Symbiose von geschichtlichem Rückblick, Reportage des eigentlichen Geschehens und Ausblick in die Zukunft darstellt. Mit diesem Werk hatte Churchill seinen Stil gefunden. Die ersten fünf Kapitel beschreiben die Geographie und Geschichte des Sudan; immerhin mehr als 1/3 dieses Werkes. Insbesondere widmet sich Churchill dem Mahdi, dem Schicksal Gordons sowie dem Reich der Derwische. Erst danach beschreibt er vom Beginn des Krieges über die kühne Besetzung von Berber bis hin zu den Schlachten von Atbara und Omdurman den Verlauf des Feldzuges.
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Format: Gebundene Ausgabe
In einer Zeit, in der man als kritischer Zeitgenosse und von dem Glauben an die schnelle Versöhnbarkeit der Religionen und Kulturen geheilter Bürger, immer wieder fassungslos und wütend von den Anschläge islamistischer Terroristen hört und wie in der letzten Woche in einem Artikel der ZEIT lesen muss, dass in Pakistan in entsprechenden Schulen Zehntausende kleine Jungen zu Heiligen Kriegern ausgebildet werden, da stellt sich nicht nur fast täglich die Frage, wohin das alles führen soll, und ob die westliche, insbesondere die europäische Kultur diesem Wahn noch irgendetwas entgegensetzen kann, sondern auch die Frage nach den historischen Quellen und Ursachen drängt sich auf.

In dieser Zeit ist die erstmalige Herausgabe eines Buches des jungen Winston S. Churchill auf deutsch nur zu begrüßen, der in seinem 1899 zuerst erschienenen, damals sofort zum Bestseller avancierenden Buch "River War" den ägyptisch-britischen Feldzug 1896-1898 gegen das islamische Kalifat des Mahdi beschreibt, an dem er selbst als Führer einer Kavallerieschwadron teilgenommen hat.

Im sogenannten Aufstand des Mahdi 1881-1885 zeigte der Islam zum ersten Mal das Gesicht seiner radikalen politischen Kraft, die wir heute zur Genüge kennen: den Fundamentalismus. Mohammed Ahmed, Mahdi genannt und als Stellvertreter Gottes verehrt, erobert den Sudan und errichtet dort ein islamisches Kalifat. Nach einer fast einjährigen Belagerung erobert er von den Briten die Stadt Khartum und errichtet dort die Hauptstadt eines islamischen Gottesstaates.
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Format: Gebundene Ausgabe
oder der Krieg am Nil - sicher, dies wäre eine von weiteren Alternativen für den deutschen Titel von "Riverwar" gewesen. Aber "Flusskrieg" hin und "Kreuzzug" her - in der Konsequenz wird deutlich, dass es sowohl politische wirtschaftliche Interessen (Fluss) als auch religiöse Motive (Kreuzzug) gab.

Niemand ist gezwungen, das Vorwort zu lesen. Der Rezensent empfiehlt, die editorische Nachbemerkung zu Anfang zu studieren. (Der Verlag darf sich fragen, warum er diesen Abschnitt als Nachbemerkung an den Schluss stellte und das Vorwort nicht zum Nachwort deklarierte) Dann weiss man, wie das Buch im Original hiess, welch opulente Ausstattung es in der Erstauflage besass und was seither in den folgenden Ausgaben nach und nach wegfiel. Ausserdem enthält das Nachwort wertvolle Hinweise auf bestimmte Vorgehensweisen des Herausgebers und Uebersetzers.

Das Buch erklärt nicht die Entstehung eines "Pan-Islamismus". Es ist eine Kriegsberichterstattung ohne aufgeregten Hurra-Patriotismus. Und das ist vielleicht die Tugend, die uns heute wieder anstehen würde in der um sich greifenden Haltung Gräuel mit Barbarei zu vergelten. Churchill orinetiert sich an den Fakten und kann das Geschehen trotzdem plastisch werden lassen. Verherrlichungen gibt es keine - gelegentliche Anmerkungen, die nachdenklich stimmen hingegen schon.

Es findet sich zudem eine Zeichnung in dem Buch, die Mohammed Ahmed - den Mahdi zeigt. Aehnlichkeiten mit noch lebenden oder nicht mehr lebenden Personen dürfen erwogen werden...
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