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Kommt ein Mann ins Zimmer Gebundene Ausgabe – 22. September 2006

3.4 von 5 Sternen 7 Kundenrezensionen

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Samson Greene ist ein Kind in einem Männerkörper. Durch eine Gehirnoperation, bei der ein tödlicher Tumor entfernt werden musste, haben die Ärzte sein Leben körperlich gerettet: geistig aber hat es der Englischprofessor aus New York verloren. Denn die Erinnerung an alles, was nach seinem zwölften Lebensjahr geschah, ist ausgelöscht -- unwiderrufbar, wie es scheint. In der Wüste von Las Vegas hatte man Samson orientierungslos aufgelesen, als der Tumor in seinem Kopf noch wütete, und eine Wüste ist auch sein Gedächtnis nach dem Eingriff. Aber dann verspricht ein Arzt aus Kalifornien, ihm mit den Mitteln der modernen Hirnforschung seine Vergangenheit zurückgeben zu können. Kommt ein Mann ins Zimmer beschreibt den langen Weg zum alten Ich, der am Ende dann doch nicht so richtig gelingen will -- und mit Samson und seiner Frau Anna zwei Menschen zurücklässt, die jeweils glauben, einander überlebt zu haben.

. Der Titel Kommt ein Mann ins Zimmer klingt wie der Beginn eines schlechten Witzes. Aber der Debütroman der 32-jährigen New Yorker Autorin Nicole Krauss, die international mit ihrem Zweitwerk Die Geschichte der Liebe brillierte, ist alles andere als dies. Denn Krauss ist das sensible, blendend beobachtete und literarisch scharf sezierte Psychogramm eines Mannes gelungen, der sich die Welt neu erobern muss, ohne zu wissen, ob es ihm jemals gelingen wird -- und das Psychogramm einer Ehe am Scheideweg. Oftmals fragt man sich ja, welchen Sinn es hat, nach dem Erfolg eines ausländischen Romans hierzulande gleich auch noch die zuvor unbeachtet erschienenen Vorläufer auf dem Markt zu bringen. Bei Kommt ein Mann ins Zimmer ist das anders. Vielleicht nicht ganz so dicht geschrieben wie Die Geschichte der Liebe, aber dennoch ein kleines, leises Meisterwerk. --Stefan Kellerer

Pressestimmen

Wenn Nicole Krauss schreibt, spürt man jene Energie, die von frischen, unverbrauchten Gedanken und Sätzen ausgeht, eine hellwache Aufmerksamkeit für die Welt und ihre Bewohner – einmal ganz abgesehen von dem feinen und genauen Gespür für Rhythmus und Melodie der Sprache. (FAZ)

Das Buch ist Beziehungsgeschichte, Science-Fiction, Road-Movie – ein intelligenter Lesespaß (Die ZEIT)

Eine komplexe Metapher der Einsamkeit (FAZ)

Das berührend, tragikomische Porträt eines Daseins ohne Vergangenheit (Freundin)

Ein beeindruckendes Debüt (SZ)

Mit diesem außergewöhnlich tief empfundenen, klarsichtigen Buch betritt Nicole Krauss das Pantheon der großen amerikanischen Literatur. (Susan Sontag) -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch.

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Kundenrezensionen

Top-Kundenrezensionen

Format: Gebundene Ausgabe
Nachdem ich von Nicole Krauss' Roman Die Geschichte der Liebe so begeistert war, war ich sehr gespannt auf ihr eigentliches Debüt Man Walks into a Room.

Der Roman beginnt mit einem Prolog, in dem ein Atombombentest in der Wüste Nevadas beschrieben wird. Scheinbar zusammenhanglos beginnt das erste Kapitel mit einem offenbar verwirrten Mann, der in der Wüste von zwei Polizisten aufgegriffen wird.

Der Mann ist Professor Samson Greene, der 24 Jahre seines Lebens vergessen hat. Schuld daran ist ein Tumor, der ihm zwar entfernt wird, aber seine Erinnerungen kehren nicht zurück. Das ist besonders bitter für seine Frau Anna, die ihn natürlich immer noch liebt, für die Samson allerdings nicht viel mehr als höfliches Interesse aufbringt. Er kann sich einfach an nichts und niemanden mehr erinnern, alles nach seinem 12. Lebensjahr ist ausgelöscht. Samson beschließt schließlich, sein altes Leben aufzugeben und sich einem Experiment zu unterziehen, bei dem ihm die Erinnerung eines fremden Mannes eingepflanzt werden soll. Eine Entscheidung, die er bald bedauert.

Nicole Krauss beschreibt aus allen möglichen Blickwinkeln den Zustand des Nicht-Erinnern-Könnens, mal scheint eine Last verloren zu sein, mal ist die Amnesie selbst die Last. Die Einsamkeit, die Gebundenheit an die Gegenwart, dazu die Schwierigkeit, mit Menschen umzugehen, kein Mitgefühl zu empfinden, weil man vergessen hat, wie es sich anfühlte, als man selbst etwas Ähnliches erlebte. Auch philosophiert sie darüber, inwiefern Erinnerungen wichtig für eine Beziehung und die Liebe sind, Gemeinsamkeiten, die man sich über die Jahre geschaffen hat, und von denen immer wieder die Liebe genährt wird. Das ist zwar alles ganz faszinierend zu lesen, aber mit der Zeit verliert die Geschichte an Spannung. Insgesamt nicht ganz so ausgezeichnet wie Die Geschichte der Liebe.
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Format: Taschenbuch
Sam, erfolgreicher und beliebter Literaturprofessor wird verwirrt in der Wüste aufgeriffen, wohin er unter dem Einfluss eines Hirmtumors geflüchtet ist. Nach geglückter Operation und vollständigem Gedächtnisverlust ab dem 12. Lebensjahr, findet er zwar sein altes Leben vor, hat zu diesem - seiner Gelehrtenwohnung, seiner Frau, seinen ehemaligen Studenten - aber keine Verbindung mehr. Nach einigen, halbherzigen Versuchen, in sein altes Leben zurückzukehren, nimmt er das Angebot eines Forschers an, Experimente an ihm durchzuführen.
Die Komposition des Buches ist darauf angelegt, was dann mit ihm geschieht - nämlich die Überspielung fremder Erinnerungen in sein Gedächtnis - als Höhepunkt der Geschichte anzusteuern. Und in der Tat hat sich Nicole Krauss hier Außergewöhnliches ausgedacht.
Leider kann sie es erzählerisch nicht umsetzen, die Geschichte verpufft, und die zweite Hälfte des Buches schleppt sich dahin. Sehr gewollt, wenn auch anrührend, ist das Finish, in dem Sams Ehefrau zu Wort kommt. Was bleibt ist allerdings die schön dargestellte Erkenntnis, dass ein Mensch ohne Erinnerungen und bewußt gewähltes, soziales Gefüge seine Identität verloren hat.
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Format: Taschenbuch
Eine inhaltliche Zusammenfassung spare ich mir, da diese schon etliche vor mir geschrieben haben. Ich habe dieses Buch gelesen, ohne vorher überhaupt etwas von Nicole Krauss zu wissen und kann nur sagen, dass es ein sehr schönes Leseerlebnis für mich war. Das Buch wirkte auf mich trotz all der recht extremen Situationen und Gefühlszustände, die darin beschrieben sind, als eine sehr sanft und behutsam erzählte Geschichte über das Wechselspiel zwischen Ich und Du; darüber, was gedanklich und gefühlsmäßig passiert, wenn ein Ich einem Du absolut unvoreingenommen begegnet. Leider zerfällt das Buch gegen Ende etwas in die vielen einzelnen Ideen, die Nicole Krauss offensichtlich gern noch unterbringen wollte (die aber an und für sich alle sehr lesenswert sind). Auch wenn die Autorin den am Anfang so schön angesetzten Bogen der Geschichte nicht in all seiner Spannung zu Ende führen kann, ist es doch ein Buch, das ich nicht lange liegen lassen konnte und recht zügig durchgelesen habe, da ich natürlich neugierig auf das Ende war. Dort angelangt fand ich, dass dieses Buch nicht hauptsächlich seines Endes wegen lesenswert ist, sondern vor allem aufgrund dessen, was man während des Lesens erlebt. Sehr gefallen haben mir auch die sehr sorgfältig gewählten, manchmal regelrecht liebevollen Formulierungen, die einen so nahe an die Geschichte und deren Protagonisten heranbringen, wie es bei einem Buch über die Einsamkeit wahrscheinlich selten passiert.
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Format: Gebundene Ausgabe
Samson Greene ist Mitte/Ende 30 und Englischprofessor. Eines Tages wird er orientierungslos in der Mojave-Wüste in Nevada gefunden. Der Grund: er hat einen Hirntumor. Im Laufe einer erfolgreichen Operation kann ihm dieser Tumor entfernt werden. Doch: mit ihm verlor er auch sein Gedächtnis. Er kann sich nur noch an die ersten 12 Lebensjahre erinnern. Obwohl seine Frau Anne anfangs optimistisch ihr Zusammenleben wiederaufnimmt als Greene nach New York zurückkehrt, gelingt beiden das Zusammenleben nicht. Die gemeinsam geteilte Geschichte kehrt nicht zurück , die nochmals durchlebte Trauer um die verstorbenen Eltern, der missglückende Versuch eine Alltagsroutine aufzubauen und an die Universität zurückzukehren belasten die Beziehung zu stark. Greene zieht in die Wohnung einer ehemaligen Studentin, die inzwischen in Los Angeles lebt. Dort erhält er ein Angebot, das er nicht ausschlagen will und kann: ein Forscher zeigt sich interessiert ihm Erinnerungen zu geben. Jedoch ist die Erinnerung, die er von einem zirka 60jährgen todgeweihten Armee-Veteranen erhält, traumatisierend: es handelt sich um einen Atom-Versuch von 1957. Greene verässt das Versuchsgelände und macht sich auf, sein Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen.

Bei diesem Roman handelt es sich um den ersten Roman der Schriftstellerin, die 1974 geboren wurde und mit ihrem Mann Jonathan Safran Foer (ich erzählte von ihm) in New York lebt. Durch Foer und die Wikipedia-Nachforschungen wurde ich aufmerksam auf sie. Ihr Buch behandelt eine interessante Thematik: welche Bedeutung haben Erinnerungen? Wie kann man damit umgehen, dass Zuschreibungen, die nicht mehr auf einen zutreffen, gemacht werden?
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