Facebook Twitter Pinterest
Derzeit nicht verfügbar.
Ob und wann dieser Artikel wieder vorrätig sein wird, ist unbekannt.
Möchten Sie verkaufen?
Zur Rückseite klappen Zur Vorderseite klappen
Hörprobe Wird gespielt... Angehalten   Sie hören eine Hörprobe des Audible Hörbuch-Downloads.
Mehr erfahren
Dieses Bild anzeigen

Kommandosache Sonnengott. Geschichte der deutschen Sonnenforschung im Dritten Reich und unter alliierter Besatzung. Broschiert – 1. Januar 2007

5.0 von 5 Sternen 1 Kundenrezension

Alle Formate und Ausgaben anzeigen Andere Formate und Ausgaben ausblenden
Preis
Neu ab Gebraucht ab
Broschiert, 1. Januar 2007
"Bitte wiederholen"
 

Diese Sommerschmöker gehören in die Strandtasche
Damit Sie nicht ohne gute Bücher im Gepäck in den Flieger steigen, haben wir für Sie aktuelle Sommerschmöker zusammengestellt, die Sie im Urlaub nicht mehr aus der Hand legen wollen. Zum Buch-Sommershop.
click to open popover

Hinweise und Aktionen

  • Sie suchen preisreduzierte Fachbücher von Amazon Warehouse Deals? Hier klicken.

  • Entdecken Sie die aktuellen BILD Bestseller. Jede Woche neu. Hier klicken

Es wird kein Kindle Gerät benötigt. Laden Sie eine der kostenlosen Kindle Apps herunter und beginnen Sie, Kindle-Bücher auf Ihrem Smartphone, Tablet und Computer zu lesen.

  • Apple
  • Android
  • Windows Phone

Geben Sie Ihre Mobiltelefonnummer ein, um die kostenfreie App zu beziehen.

Jeder kann Kindle Bücher lesen — selbst ohne ein Kindle-Gerät — mit der KOSTENFREIEN Kindle App für Smartphones, Tablets und Computer.


Produktinformation

Produktbeschreibungen

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Die erstaunliche Karriere eines Regimegegners -

Betrachtet man die Karriere von Karl-Otto Kiepenheuer im Dritten Reich, so
bleibt zumindest bei oberflächlicher Betrachtung eine gewisse Verwunderung,
wie der Sohn eines vom Regime verfemten Verlegers trotzdem so erfolgreich
sein konnte. Der Name Kiepenheuer war zum einen äußerst selten und zum
anderen den Machthabern, oder zumindest ihrem kleinen gebildeten Teil, als
Verleger »entarteter«, pazifistischer und kommunistischer Literatur
durchaus bekannt. Eine Assoziation von Karl-Otto mit dem Verlag lag daher
wohl stets nahe. Gleichzeitig hielt Kiepenheuer sich aber stets von jeder
national-sozialistischen Organisation fern und war zumindest im engeren
Umfeld als Kritiker des Regimes bekannt.
Tatsächlich sah Kiepenheuers Karriere bis zum Dezember 1939 auch alles
andere als vielversprechend aus. In der Gilde der deutschen Astrophysiker
war er schon aufgrund seiner ausschließlichen Fixierung auf die Sonne ein
Außenseiter. Innerhalb der spärlichen Sonnenforschung in Deutschland hatte
er sich seit seiner Promotion auf ein Thema eingelassen, das nicht nur ein
Randthema war, sondern ihn auch in jedem Jahr für viele Monate dem
akademischen Leben in Deutschland entzog und ihn auf die abgeschiedene
Forschungsstation Jungfraujoch verbannte: den Nachweis der
Ultraviolett-Strahlung der Sonne. Hinzu kam, dass er dies über drei Jahre
bis zum Sommer 1939 ohne nennenswerten Erfolg versuchte.
Erst mit seiner Loslösung vom Universitätsbetrieb und der Einbindung in die
Aktivitäten der Luftwaffe konnte sein Aufstieg beginnen. Kiepenheuer hatte
schon während seiner Zeit in Potsdam begriffen, dass er einen dem Regime
genehmen Namen als Schutzschild brauchte. In Potsdam war dies natürlich der
Direktor Ludendorff, dessen Name in den Ohren jedes Nazis wie Musik klang,
auch wenn das Observatorium Potsdam bei ihnen keinen guten Ruf genoss. Auch
Walter Grotrian war als hochdekorierter Frontkämpfer eine gute Wahl, ebenso
wie »der Hecht« Hans Kienle, der sich ja ebenso wie Otto Heckmann schon
früh vor den Machthabern verbeugte, auch wenn es mit den
unwissenschaftlichen Spinnereien der Nazi-Ideologie stets Reibungspunkte
gab.
Trotz aller dieser Schutzherren wäre Kiepenheuers Karriere wohl trotzdem am
Boden geblieben, wenn er nicht im Dezember 1939 von Hans Plendl angestellt
worden wäre. Plendl war durch bedeutende Entwicklungen auf dem Gebiet der
Leitstrahlnavigation verantwortlich für die ersten Erfolge im Luftkrieg
gegen England im Herbst 1940 und wurde damit einer der Vorzeigeingenieure
der Luftwaffe. Gemäß dem »Führerprinzip« entschied Plendl ganz allein, wer
für ihn arbeiten sollte. Und so beschäftigte er in seinem Team stets nur,
wen er für fachlich geeignet hielt, unabhängig von »Rasse« oder politischer
Einstellung. Gleichzeitig legte er großen Wert darauf, die Entwicklung
seiner Mitarbeiter zu fördern. Kiepenheuers Aufstieg vollzog sich ab
seinem Eintritt weitgehend parallel mit dem weiteren Aufstieg seines
Vorgesetzten. Ausgestattet mit dem Zauberstab der Vergabemöglichkeit von
Dringlichkeitsstufen und Görings Namen im Briefkopf, konnte Kiepenheuer nun
zu Gunsten von vielen Fachkollegen eingreifen, die sich damit im Gegenzug
nach dem Prinzip »manus manum lavat« eine Bringschuld auferlegten.
Kiepenheuer hatte es daher überhaupt nicht nötig, sich einer
Parteiorganisation aus opportunistischen Gründen anzudienen. Wenn er das
Wohlwollen der braunen Machthaber brauchte, wie bei seiner Dozentur oder
später bei seinem Gestapo-Verhör, so konnte er genügend angesehene
»Parteigenossen« wie Plendl und Heckmann, aber auch geringere Größen
vorschicken.
Kiepenheuer beging von 1939 bis 1945 auch nie den Fehler, zu versprechen,
dass seine Sonnenüberwachung zum Erfolg führen würde. Stets blieb alles
nebulös und erstaunlich ziellos, denn wer im Nationalsozialismus etwas
versprach, was er letztlich nicht halten konnte, hatte meist eine kurze
Karriere. Dass die Nationalsozialisten diese freie sonnenphysikalische
Forschung zuließen und sie sogar mit auf der Welt beispiellosen Geldmitteln
förderten, ist zwar für den heutigen Betrachter verwunderlich, war aber
damals durchaus keine Ausnahme, sondern eher die Regel in der
Forschungspolitik des Regimes. Die zahlreichen, trotz fehlender Planung und
Kontrolle erzielten Erfolge dieser Forschungspolitik beruhten weitgehend
auf der Selbst-organisation der Wissenschaftler.
Kiepenheuers Strategie, das Hakenkreuz nicht nur zu überleben, sondern
sogar davon zu profitieren , bestand also zunächst in der Ausnutzung eines
mächtigen Mentors. Mit dessen delegierter Macht wiederum gelang ihm der
Aufbau eines Netzwerks von dem Regime politisch nahe stehenden
Fachkollegen, die er sich mit verschiedenen Wohltaten gewogen machte.
Der verbrecherische Charakter des Regimes blieb ihm wohl kaum verborgen ,
aber mit Beginn des Krieges traten nationalistische Motive in den
Vordergrund, denn wie viele Wissenschaftler seiner Generation wollte
schließlich auch er seinen »Beitrag zum Ruhme des Vaterlands« liefern.

Kundenrezensionen

5.0 von 5 Sternen
5 Sterne
1
4 Sterne
0
3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Stern
0
Siehe die Kundenrezension
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel

Top-Kundenrezensionen

Format: Broschiert
Bisherige Bücher über die Geschichte deutscher Wissenschaftler unter dem Nationalsozialismus haben sich meist auf Werner Heisenberg und ein vermeintliches Atomwaffenprogramm Adolf Hitlers konzentriert. Dieses Buch beschreibt nun in überzeugendem Detail, wie die sonst als friedlich geltende Astronomie für die Ziele des Militärs eingesetzt wurde und einen handfesten Beitrag zu Hitlers Krieg lieferte. Der Leser erfährt nicht ohne Erstaunen wie schnell ein junger, eher unpolitischer Wissenschaftler im Dritten Reich Karriere machen konnte, wie er sich dabei in verbrecherische Aktivitäten verstrickte und wie die Westmächte sich Personen und Material für den nachfolgenden Kalten Krieg nützlich machten. Neben der menschlichen Seite und wird auch reichlich technisches Detail zum Bombenkrieg und U-Bootkrieg geboten. Für alle an der Raumfahrt interessierte Leser enthüllt das Buch neue Facetten zur geplanten wissenschaftlichen Nutzlast der Terrorwaffe V-2, der sogenannten Regener-Tonne.

Dieses Buch überzeugt durch die Breite und Fülle des gebotenen Materials, ist dabei aber auch für Laien gut lesbar und ist in der Beschreibung der zum Teil haarsträubenden Erlebnisse der Wissenschaftler auch eine unterhaltsame und spannende Lektüre.
Kommentar 5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein Feedback senden...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte erneut versuchen
Missbrauch melden