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Kolyma (Leo Demidow, Band 2) Taschenbuch – 9. August 2010

3.6 von 5 Sternen 136 Kundenrezensionen

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Als Leo Demidow ins Zimmer seiner beiden Adoptivkinder kommt, tut Soja so, als würde sie schlafen. Aber der ehemalige KGB-Polizist hat genug Erfahrung mit Gefangenen, um zu erkennen, dass Soja hellwach ist und auf jede seiner Bewegungen mit Anspannung lauscht. Kurz zuvor hatte sie, wie schon so viele Nächte vorher, ein Messer an seine Halsschlagader gehalten. Aber dann war sie durch einen Anruf aufgeschreckt und davon abgehalten worden, ihre Tat vielleicht zumindest dieses Mal durchzuführen.

Der nächtliche Anruf ist für Leo Demidow mehr als unangenehm. Er kommt von einem betrunkenen Kollegen, der sich schuldig fühlt. Er hat eine Schuld auf sich geladen, an der auch Demidow seinen Anteil hat. Das ganze Lügengebäude einer heilen Familie scheint endgültig zusammenzubrechen. Dann wird auch noch Soja entführt und der Ex-KGB’ler und jetzige Leiter eines von der Sowjet-Regierung verschwiegenen Morddezernats auf perfide Art und Weise erpresst. Wenn ihm das Leben seiner Adoptivtochter lieb ist, so fordern die Entführer, solle er sich ins Gulag an den Rand Sibiriens einschleusen lassen und dort einen Priester befreien, für dessen Internierung vor sieben Jahren er selbst verantwortlich zeichnet. Demidow lässt sich auf den Handel ein – und wird im Strafgefangenenlager prompt enttarnt. Von diesem Zeitpunkt an scheint seine Ermordung nur noch eine Frage der Zeit zu sein...

Immer enger zieht der britische Bestsellerautor Tom Rob Smith die Schlinge um den Hals seiner Hauptfigur, bis selbst dem letzten Leser der Atem stockt. Nach Kind 44 ist Kolyma wieder ein großer Wurf im Thriller-Genre. Wie es dem jungen Autor gelingt, die bedrückende Atmosphäre in der Sowjetunion Chruschtschows erlebbar zu machen, ist nahezu erschreckend. Und wie sich dann alles löst, ist beruhigend zugleich.-- Stefan Kellerer -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Tom Rob Smith wurde 1979 als Sohn einer schwedischen Mutter und eines englischen Vaters in London geboren, wo er auch heute noch lebt. Er studierte in Cambridge und Italien und arbeitete anschließend als Drehbuchautor. Mit seinem Debüt »Kind 44« gelang Tom Rob Smith auf Anhieb ein internationaler Bestseller. Der in der Stalin-Ära angesiedelte Thriller basiert auf dem wahren Fall des Serienkillers Andrej Chikatilo und wurde u. a. mit dem »Steel Dagger« ausgezeichnet, für den »Man Booker Prize« nominiert und bisher in 30 Sprachen übersetzt. Nach »Kind 44« und »Kolyma« schloss der Autor seine Trilogie um den Geheimdienstoffizier Leo Demidow mit dem Roman „Agent 6“ ab.


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Kundenrezensionen

Top-Kundenrezensionen

Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
In gewisser Weise muss ich mich mancher Rezension anschliessen. Es gibt in diesem Buch einige sehr mühsame Charaktere. Mir kommt das alles so amerikanisiert vor, so stereotyp und auch stellenweise sehr übertrieben. Gewaltexzesse werden so derartig mühsam detailliert beschrieben, dass man sie gerne mal überspringt, einfach weil es oft nix zur Sache tut. Den Hauptcharakter fand ich auch in diesem Buch wieder sehr sympathisch, teilweise vielleicht ein bisschen zu lammfromm (vor lauter Schuldgefühl oder was auch immer?). Die Stimmung aus dem ersten Buch will nicht wieder so recht aufkommen so wie es halt leider bei Fortsetzungen relativ oft der Fall ist.
Die Story wirkt phasenweise wirklich sehr konstruiert und auch vorhersehbar. Man weiss sehr oft schon im Vorfeld was jetzt schief geht bzw., dass etwas schief gehen wird. So manche Wandlung eines Charakters konnte ich leider auch nicht so ganz nachvollziehen ebenso wie so manches Verhalten. Es wird zu Ende hin so verworren, dass man gar nicht mehr weiss wer für was eigentlich steht, wer mit wem zusammen arbeitet oder nicht oder wer jetzt Freund oder Feind ist. Das ist leider der Hauptgrund, dass sich das letzte Drittel des Buches auch extrem dahin zieht....Leider nicht so genial wie Kind44. Ich hoffe, dass der Abschluss der Trilogie besser wird.
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Format: Gebundene Ausgabe Verifizierter Kauf
Die Bewertung dieses Romans fällt mir irgendwie nicht so ganz leicht; ich fühle mich sozusagen meinungstechnisch völlig zerrissen...

Einerseits hat hier Tom Rob Smith wie auch schon im Vorgängerroman Kind 44 für KOLYMA historisch Fundiertes zu einer spannenden Geschichte um seine Romanfigur, den ehemaligen Geheimdienstler und jetzigen Leiter einer Mordkommission Leo Demidow, verwoben.
Andererseits verzettelt er sich vor allem im letzten Drittel des Romans so völlig bei dem Versuch, die Grausamkeiten noch totalitärer wirken zu lassen und auch noch die politischen Entwicklungen Ungarns bis zum Aufstand in Budapest sinnerfüllt mit unterzubringen, dass die eigentlich zu erzählende Geschichte total unglaubwürdig wird und damit ihren Schrecken verliert. Zu viele handelnde Personen, bei denen nur an der Oberfläche gekratzt wird, geben dem Ganzen den Rest.
Glasklar Ziel verfehlt, würde ich sagen.

Doch kurz zum Inhalt des Romans:
Der Versuch, seine Vergangenheit im Geheimdienst hinter sich zu lassen, hat bisher für Leo schon aufgrund seiner familiären Situation nicht funktioniert. Bei einer von ihm vor Jahren durchgeführten Verhaftung wurden die Eltern zweier Mädchen getötet und um den beiden wenigstens die Zustände in einem Kinderheim zu ersparen und zumindest teilweise seine Schuld abtragen zu können, hatte er die beiden adoptiert.
Doch Soja, die ältere der beiden, hasst Leo wie die Pest, kann das erlebte Leid nicht verzeihen und schon gar nicht vergessen, was sie ihn jeden Tag spüren lässt - bis hin zum allnächtlich wiederholten Mordversuchs-Ritual.
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Von Frederick am 10. Februar 2016
Format: Gebundene Ausgabe Verifizierter Kauf
Der zweite Band aus Tom Rob Smith's Reihe um den MGB-Agenten Leo Demidow. Kolyma (im Original, deutlich treffender: The Secret Speech) holt den Leser genau dort ab wo Kind 44, mit Stalins Tod und der Aufklärung einer abscheulichen Mordserie endete. Inzwischen hat sich für Leo und seine Familie einiges verändert. Leo und Raisa haben zwei Adoptivkinder; die Mädchen Soja und Elena, deren Eltern zu Beginn des Vorgängers vor Leos Augen ermordet wurden. Zusammen mit Timur Nesterow (ebenfalls einer Schlüsselfigur aus Kind 44) leitet Leo nun ein verdecktes Morddezernat und in ganz Russland breitet sich ein zunehmend liberaler Ton aus.

Doch nicht alle haben mit der Vergangenheit abgeschlossen. Als Leo eines Nachts aufwacht entdeckt er ein Messer und eine tiefe Kerbe auf dem Boden vor seinem Bett...

Zeitgleich fallen zahllose ehemalige MGB-Agenten blutigen Racheakten zum Opfer. Eine geheime Rede, welche Chruschtschow im Rahmen seiner Endstalinisierung, gehalten hat, ist an die Öffentlichkeit gedrungen. Ein brisantes Dokument in dem ein vermeintlich unfehlbares System, ganz offen seine Verbrechen an der eigenen Bevölkerung zugibt und Gleichzeitig der Dreh- und Angelpunkt von Leo Demidows zweitem Abenteuer. Während seiner Ermittlungen wird plötzlich Soja entführt, woraufhin eine längst vergessen-geglaubte Figur aus Leos Vergangenheit wieder auftaucht und ihn vor ein Ultimatum stellt.

Was folgt ist eine fesselnde Odyssee die in Kolyma erst ihren Anfang nimmt. Tatsächlich spielt nur ein gutes Viertel des Buches in besagtem Gulag, ehe es unsere Protagonisten nach Budapest verschlägt, wo sie Zeugen gewaltsamer Aufstände gegen die russischen Besatzer werden.
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Format: Gebundene Ausgabe
Durch einige Bewertungen, die ich hier vor Kauf des Buches gelesen habe, war ich leider schon etwas voreingenommen und bin demnach auch kritisch herangegangen.
Der Schreibstil entspricht genau dem von "Kind 44" und auch die detaillierte Erzählweise hat sich nicht geändert.

Es gibt jedoch Gründe für mich, nicht die vollen fünf Sterne zu vergeben. Zum Beispiel, dass für meinen Geschmack nicht soviel Wert auf die Persönlichkeiten wie beim Vorgänger gelegt wurde; das hat mir damals u.a. am besten gefallen.
Trotzdem schafft es Smith wieder, eine Spannungskurve aufzubauen; grober Hintergrund ist dabei Leos Kampf um die Gunst seiner Tochter. Dabei gerät er mit einem Ehepaar zusammen, dessen Leben er viele Jahre zuvor zerstört hatte. Zunächst mit der Frau, die Rache an Leo sinnt und von ihrem Mann getrennt wurde, der nach Kolyma geschickt wurde.

Leider verliert sich die Hauptstory gegen Ende des Buches in einen zweiten größeren Handlungsstrand, der nicht notwendig gewesen wäre. Smith versucht also in einem Buch einerseits die Vorfälle rund um Kolyma unterzubringen, und gleichzeitig einen weiteren historischen Vorfall einzubinden. Das tut dem Buch nicht besonders gut und kann für Verwirrung sorgen.

Den Titel "Kolyma" finde ich nebenbei bemerkt nicht so passend wie der Original-Titel "The Secret Speech", da die "geheime Rede" mehr im Vordergrund steht als Leos Aufenthalt in Kolyma, bei dem er versucht, den ehemaligen Pastor zu retten.
Somit entstehen interessante Handlungsstränge, die sich mehr und mehr zuspitzen. Alles in allem trotzdem ein gelungener Thriller, welchen es sich lohnt zu lesen.
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