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am 20. Dezember 2005
... hat Jared Diamond hier vorgelegt.
Diesmal beschäftigt er sich mit den Gründen für den Untergang früherer Hochkulturen und zieht Parallelen zur Jetztzeit. Dabei weist er auf viele Ursachen hin, die auch heute zu einem Zusammenbruch einer Gesellschaft führen können. Es geht dabei um falsche Bodenbewirtschaftung, Überbevölkerung und teure Kriegsführung. Aber auch um kulturelle Gepflogenheiten, starres Festhalten an überholten Werten sowie den Egoismus einer Regierungsschicht, die es sich leisten kann, abgeschottet von den konkreten Problemen der restlichen Bevölkerung zu leben...
Das Buch ist umfangreich und liest sich nicht ganz leicht, es macht allerdings jedem Vergnügen, der gerne große Gedankenbögen nachverfolgt und den auch ein dicker naturwissenschaftlicher Wälzer nicht schreckt.
Hochinteressant fand ich das Kapitel über China und seine Umweltprobeleme. Die jüngsten Ereignisse dort im November 2005 zeigen, wie aktuell der Autor mit seinem Buch gerade ist.
Jared Diamond hat erstklassig recherchiert und viele interessante Fakten zusammengetragen. Besonders spannend fand ich seine Wiedergabe der Tragödie der Osterinsel und seine Ausführungen zum Ende der Wikingerkultur in Grönland. Diamond fand aber auch Positives heraus, wie z. B. die gelungene Aufforstung Japans durch die Shogun oder den Entschluß der Tikopia, von umweltfeindlicher Schweinehaltung auf ihrer Insel abzulassen. Auch werden gute Beispiele aus der aktuellen Wirtschaft gebracht: So das Ölfördergebiet von Kutubu, in dem besonders auf den Naturschutz geachtet wurde. Gerade hier liegt meines Erachtens nach die Stärke von Diamonds vielschichtiger Argumentation. Trostlose Weltungergangszenarien bringen die Menschen nicht zur Umkehr, weil sie das allzu Unangenehme dann einfach verdrängen und die nackte Angst ist ein schlechter Ratgeber, wenn es gilt, komplexe Probleme langfristig zu lösen, meint Diamond.
Das Buch bringt zwar internationale Fallbeispiele, richtet sich aber vorwiegend an ein amerikanisches Publikum. Zwei umfangreiche Kapitel sind der aktuellen Umweltpolitik des US-Bundesstaates Montana gewidmet, was vielleich nicht jeden europäischen Leser so detailiert interessieren dürfte wie den Autor, der hier seinen Grundbesitz hat. Verständlich allerdings, daß er den möglichst werthaltig an seine Kinder weitergeben möchte.
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am 30. Dezember 2014
Jared Diamond gelingt es eindrucksvoll zu zeigen, wie und warum Kulturen in den unterschiedlichen Erdteilen und auf entfernten Inseln, es nicht geschafft haben zu überleben und untergegangen sind. Er zeigt, dass wir als Menschheit gesamt auf einem Planeten genau auf dem gleichen Weg sind, unsere Umwelt so zu verändern, dass wir es nicht schaffen werden zu überleben und ähnlich wie die untergegangenen Zivilisationen an einem Zeitpunkt in der Zukunft feststellen werden, dass nichts mehr zu retten ist.
Diamond stellt die These auf, dass eine Reihe von 5 Faktoren, wenn sie zusammenkommen, den Untergang eines Volkes (oder der Bevölkerung eines Planetaren) beschleunigen und ab einem bestimmten Zeitpunkt unumkehrbar machen. Diese Faktoren sind Umweltzerstörung, Klimaänderungen, die immer wieder – auch in der Vergangenheit - eingetreten sind, Kriege und Gewalt durch feindliche Nachbarn oder gerade die abnehmende Unterstützung von Nachbarn, gezeigt am Beispiel sich verändernder Handelsströme und vielleicht als einer der wichtigsten Faktoren, wie Gesellschaften auf die vier vorangegangenen Herausforderungen reagieren, wie sie gegensteuern, um eine potentiell für die Gemeinschaft gefährliche Veränderung zu neutralisieren.
Diamond führt eine Reihe von Bespielen auf, die zeigen wie und letztlich warum historische Gemeinschaften wie die Maya, die Anasazi, die Wikinger in Grönland oder die Bewohner der Osterinsel untergegangen sind. Er zeigt aber auch positive Beispiele, die zeigen, dass Gesellschaften unter widrigen Bedingenden überleben können. Im dritten Teil des Buches erläutert Diamond, was in der Gegenwart in modernen Gesellschaften zum Beispiel in Haiti, Australien oder Ruanda geschieht. Am Ende des Buches zieht Diamond Bilanz und wagt einen Ausblick auf die Fähigkeiten die wir vielleicht haben, die sich langsam anbahnende Katastrophe abzuwenden.
Ich persönlich fand schon die Einleitung und die ersten Kapitel super spannend, vor allem dadurch, dass Diamond alle von ihm identifizierten Problemfaktoren mit Zuständen in Montana belegt, wo durch Bergbau und andere Industrien, Waldrodung und Landwirtschaft eine Situation entstanden ist, die unkontrolliert zu dem aus der Historie bekannten Ökozid führen kann. Und er zeigt, dass gewaltige Anstrengungen der Regierung des Staates und von Privatpersonen notwendig sind, um die entstandenen Schäden im Sinne einer Zukunftssicherung zu beseitigen.
Ein wichtiges Buch, auch wenn schon ein paar Jahre seit der ersten Veröffentlichung vergangen sind.
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am 18. April 2016
Die Welt hat schon viele Gesellschaften florieren und untergehen sehen. Jared Diamond sucht und kategorisiert die Gründe für das Scheitern einst starker Zivilisationen. Dabei beschränkt er sich leider auf relativ isolierte Gesellschaften wie die Osterinseln, Mayas oder die Wikinger in Grönland, welche beim Kollaps nicht nur andere Staatsformen annahmen, sondern Siedlungen aufgaben oder starben. Das antike Griechenland und das Römische Reich werden daher nicht behandelt. Dadurch konzentriert er sich auf naheliegende naturalistische Gründe wie überbeanspruchte Ressourcen, Überbevölkerung, starres Festhalten an überholten Werten und fehlende Nachhaltigkeit. In der Folge zieht Diamond anhand einiger aktueller Fallbeispiele Parallelen zur Jetztzeit, denn viele der herausgearbeiteten Kollapsgründe lassen sich im größeren Maßstab auch bei uns ausmachen (speziell im Westen). Spannend ist, dass er in dem im Jahr 2005 veröffentlichten Buch Wirtschafts-, Klima- und Kriegsflüchtlingsströme für den Westen prophezeit, die schon früher Gesellschaften zum Wanken brachten.
Alles in allem ein interessanter Schmöker, mit vielen Denkansätzen. Andererseits verliert sich Diamond in sehr viele Details, was unvermeidlich zu Längen führt. Er hätte die Message durchaus in 200-300 statt 700 Seiten packen können, ohne auf Wesentliches zu verzichten.
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am 8. März 2006
Im Gegensatz zu seinem Bestseller „Arm und reich“, der sich mit dem Aufstieg unterschiedlicher Gesellschaften befasste, beschäftigt Jared Diamond sich hier mit deren Untergang. Er identifiziert dabei fünf Hauptursachen für den Zusammenbruch von Kulturen: vom Menschen verursachte Umweltschäden, Klimaveränderung, feindliche Nachbarn, Verlust der Unterstützung durch freundliche Nachbarn bzw Handelspartner und schließlich die Reaktion der Bevölkerung auf ihre Probleme.
Unter diesen Aspekten untersucht Diamond eine Reihe von Kulturen aus Vergangenheit und Gegenwart. Er erklärt, warum manche frühere Gesellschaften (zum Beispiel die Wikinger-Siedlung in Grönland oder die Ureinwohner der Osterinsel) untergingen, während anderen (zum Beispiel Island) dieses Schicksal trotz ähnlicher ökologischer Probleme erspart blieb. Anschließend wird die Lage in einigen heutigen Staaten wie Ruanda, China oder Australien geschildert und erklärt, warum sich diese nach Meinung des Autors in einer prekären Situation befinden und welche Lösungsmöglichkeiten es gäbe. Das Hauptaugenmerk wird in beiden Fällen auf die vom Menschen verursachte Schädigung der Umwelt sowie auf die Auswirkungen eines übermäßigen Bevölkerungswachstums gelegt.
Im letzten Teil des Buches versucht Diamond, Lehren für die Gegenwart zu ziehen. Er beschreibt, warum Gesellschaften ihre Probleme oft nicht erkennen bzw nicht in der Lage sind, sie zu lösen. Er erklärt, welches heutzutage die drängensten Umweltprobleme sind, die einer baldigen Lösung bedürfen, beschreibt die Schwierigkeiten, die dabei zu bewältigen sind (vor allem hinsichtlich der Einstellungen von Politikern oder Leitern von Wirtschaftsunternehmen), zeigt aber auch positive Ansätze auf. Insbesondere schildert Diamond auch (teilweise aber erst im Kapitel „Weiterführende Literatur“), wie der Einzelne als Wähler oder Konsument auf Entscheidungsträger einwirken und so einen verbesserten Umweltschutz erreichen kann. So bietet dieses Buch nicht – wie der Titel vielleicht befürchten ließe - nur ein düsteres Untergangsszenario, sondern zeigt auch auf, dass wir alle es in der Hand hätten, die ökologische Situation der Erde positiv zu beeinflussen.

So weit so gut. Bedauerlicherweise hat das Buch aber auch einige Schwächen: Diamond überhäuft den Leser auf über 600 Seiten mit einer Fülle von – großteils nicht einmal uninteressanten – Details, die aber leider zuweilen den Blick auf das eigentliche Thema verstellen. Auch die Auswahl der behandelten Gesellschaften ist fragwürdig. Der Untergang des römischen Imperiums oder der mykenischen Kultur in Griechenland werden zwar im Prolog kurz angesprochen, danach aber nicht mehr näher erörtert. Das Schicksal dieser Gesellschaften wäre aber für die meisten (auch amerikanischen) Leser wohl interessanter gewesen als etwa jenes der kleinen Pazifikinseln Pitcairn und Henderson. Überhaupt ist der Pazifikraum überrepräsentiert. Nicht nur befassen sich zwei größere Kapiteln mit diversen abgelegenen Inseln im Südpazifik, auch die Situation in Neuguinea wird an verschiedenen Stellen immer wieder behandelt. Von den modernen europäischen Staaten wird dagegen nur Island kurz erwähnt und auch die Schilderung der aktuellen Lage in den Vereinigten Staaten beschränkt sich auf ein (beinahe zu) ausführliches Kapitel über Montana und eine kurze Auflistung der Probleme in Los Angeles.

Alles in allem ein sicher lesenwertes Buch, das an Diamonds bisherige Bestseller aber leider nicht heranreicht.
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Kollaps ist ein immens spannendes und wichtiges Buch über den Untergang einst grosser Kulturen. Jared Diamond hat sich besonders auf isolierte Völker konzentriert, wie die Maya oder die Bewohner der Osterinseln. Am Ende des Buches beantwortet er dann die Frage, was das alles mit der heutigen, globalisierten Welt zu tun hat.
Erich von Däniken war der Meinung, dass die riesigen Statuen auf der Osterinsel eindeutig von Ausserirdischen stammen müssten, denn auf der gesamten Insel gäbe es ja überhaupt keine Tiere oder Baumstämme, um die Lasten zu transportieren. Diamond zeigt eindrucksvoll warum die Osterinsel heute voller Steinfiguren ist, aber gänzlich ohne Bäume. Eine sehr tragische Geschichte, denn die Menschen auf der Osterinsel hatten einen Reichtum an Pflanzen und Tieren zur Verfügung. Ein Eingriff feindlicher Völker ist unwahrscheinlich, aufgrund der isolierten Lage der Insel. Mit Raubbau und Vertrauen in ihre Götter hat sich diese Kultur selbst ruiniert.
Das eine Kultur nicht gänzlich verschwinden muss zeigen hingegen die Maya. Schon vor der Landung der Spanier war das Maya-Reich nur noch ein Abklatsch einstiger Blüte. Anders als den Inkas mit ihren Lamas, standen den Mayas keine Lastentiere zur Verfügung. Klimaveränderungen und Hungersnöte können ein mächtiges Reich genau so hart treffen wie Kriege.
Auch die weiteren Kapitel über die Wikinger oder die USA sind voller interessanter Informationen und spannender Geschichten.
Am Ende bleibt die aufrüttelnde Erkenntnis, dass die heutige Menschheit auf einer einzigen, riesigen Osterinsel sitzt. Es kann uns nicht gleichgültig sein, wenn Gletscher schmelzen, der Regenwald abgeholzt wird und Arten aussterben, denn sonst können in Zukunft nur noch Erich von Dänikens Ausserirdische die rätselhaften Ruinen vergangener Kulturen bewundern: Machu Picchu, Chichen Itza, das Weisse Haus, den Eiffelturm, den Berliner Reichstag...

4,5 Sterne
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am 30. Juni 2007
Anhand mehrerer untergegangener Gesellschaften (Osterinsel, Anasazi, Wikinger auf Grönland) sowie einiger aktueller Fälle (Ruanda, China, Australien) versucht der Autor zu extrahieren, was einem Totalzusammenbruch einer Gesellschaft allgemein zugrundeliegt, und wie man so etwas vermeiden kann. Er kommt zu dem Schluß, daß es immer etwas mit Umweltproblemen zu tun hat, die wiederum verschuldet oder unverschuldet auftreten können. Entweder seien sie die Hauptursache für den Zusammenbruch, oder sie würden anderweitige gesellschaftliche Probleme potenzieren.

In seiner Beschreibung der verschiedenen Kulturen zeigt er großes Detailwissen und Einfühlsamkeit. An dieser Stelle ist das Buch großartig. Sehr gut fand ich auch seine Analyse der Frage, weswegen oft gegen offensichtliche Mißstände nichts getan wird (im Kapitel "Warum treffen manche Gesellschaften katastrophale Entscheidungen?"). Wenn man das Buch aber als Ganzes betrachtet, ist es zu plakativ. Abgesehen davon, daß Wikinger eigentlich nie untergegangen sind und allenfalls den Außenposten in Grönland aufgeben mußten, hat er seine Beispiele genau so gewählt, daß sie seine These von den Umweltproblemen untermauern. Kulturen, die aus anderen Gründen untergegangen sind (Epidemien, Genozide, Imperialismus, religiös oder militärstrategisch motivierte Kriege) kommen bei ihm nicht vor. Beispielhaft hier die Abbildung auf S. 614: Er stellt politische und ökologische Krisenherde in der heutigen Welt gegenüber und kommt wenig überraschend zu dem Schluß, daß sie zu 100 % übereinstimmen. Dumm nur, daß in der Karte der politischen Krisenherde z.B. Sri Lanka, Nahost, Tschetschenien, Korea, Darfur usw. völlig fehlen. So kann man natürlich auch eine Übereinstimmung herbeiführen. Wegen dieser wesentlichen Schwäche in der Argumentation nur drei Sterne.
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am 4. August 2007
Dies ist ein Buch, dass jeder Mensch, der sich über unsere Zukunft Gedanken macht, gelesen haben sollte.
ABER: der Author zeigt inzwischen Anzeichen einer gewissen "Selbstverliebtheit" und mischt Fakten mit zwar plausiblen aber nicht belegbaren Thesen sowie rein persönlichen Ansichten ohne dies glasklar zu kennzeichnen. Z.B. aus der eigenen Robbenfleischantiphatie ohne jedwede weitere Indizien auf den europiden Gaumen zu schließen, ist in höchstem Maße unwissenschaftlich und verdient eigentlich 2 Sterne Abzug.
Die Auswahl der ökologischen und politischen Krisenherde grenzt schon an böswillige Manipulation. Das ganze Thema ist eben nicht so einfach wie beschrieben sondern sehr komplex und vernetzt. Wenn es ein besseres Buch zu diesem Thema geben würde, gäbe es nur 3 Sterne von mir. Da es aber dennoch ein lesenswertes Buch zum kritschen Lesen ist: 4 Sterne.
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am 25. November 2012
Nachdem sich Jared Diamond in "Arm und Reich" mit dem Aufstieg verschiedener Gesellschaften befasst hat, handelt "Kollaps" nun vom Zusammenbruch von Gesellschaften. Er stellt dabei die Frage: Warum gehen bestimmte Zivilisationen unter und was wir davon vielleicht für unsere Zukunft lernen könnten (oder sollten).
Dabei widmet er sich zunächst verschiedensten historischen Kulturen der Erde (u.a. Polynesier, Wikinger, Maya, Japaner)und beleuchtet die Hintergründe für deren Erfolg bzw. vor allem Misserfolg. Nach dieser Geschichtsstunde zeigt er anhand heutiger Gesellschaften (Ruanda, Hispaniola, China, Australien), dass in der heutigen Welt Analogien zur Vergangenheit auftauchen. Als Hauptprobleme von historischen und modernen Gesellschaften proklamiert Diamond vor allem Umweltschäden, Klimaveränderungen, benachbarte Kulturen (Also im Prinzip wirklich alles Themen mit denen wir uns heute auch rumkämpfen müssen). Im letzten Teil des Buches zieht der Autor Lehren für die Gegenwart und zeigt die größten unserer Probleme auf. Außerdem versucht er Lösungsansätze aufzuzeigen.

Insgesamt fällt auf, dass Jared Diamond (wie es bei ihm so üblich ist) dem Leser zahlreiche Beispiele präsentiert. Dabei brilliert er mit einem breitem Wissen und kann dieses dem Leser auch gut vermitteln. Die Beispiele kommen zwar nicht nur aus der amerikanischen Heimat, aber man merkt vor allem am Anfang der Buches woher der Autor stammt (Fallbeispiel Montana) oder wo er seinen Forschungsschwerpunkt hat (Neuguinea, Polynesien).
Die vielen Beispiele sind allerdings auch die große Schwäche dieses Buches, denn mit den zahlreichen Fakten erschlägt der Autor seine Leser nahezu. Im Prinzip ist es kaum möglich den Inhalt des Buches für sich selbst komplett zu fassen.
Aber auch trotz dieses Problems der übertriebenen Inhaltsfülle (manch einer mag sowas ja auch) ist es ein zu empfehlendes Buch.
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am 16. Juli 2008
Dem Autor wird vorgeworfen, es gebe keine rote Linie, seine Beweisführung sei nicht schlüssig, er habe dieses oder jenes übersehen.

Ich lese dieses Buch anders. Ich mag die Fülle der Geschichten. Ich verstehe inzwischen, warum Stahlproduktion so viel schwieriger ist als diejenige von Öl. Dazu fehlten mir wirtschaftliche Grundkenntnisse, über die ökolohischen Konsequenzen hatte ich nicht nachgedacht und die " Moral der Geschichte" interessiert mich brennend. Welche Lösungen angedacht werden, und dann nicht funktionieren, weil die Industrie einfach Brachen hinterlässt und der Steuerzahler dann teuerste Entsorgungen bezahlen muss.

Ebenso spannend fand ich die Darstellung des Ruanda-Konflikts. Wie man schon aus Tierpopulationen weiss, tritt Anomie ein, wenn eine zu grosse Verdichtung vorhanden ist. Im Detail erklärt Diamond, wie sich ein Zustand herstellt, den Hobbes bellum contra omnium genannt hätte, der Mensch des anderen Menschen Wolf- erst kommt das Fressen, dann die Moral.

Und wenn es gar nichts gibt,dann ist es der schiere Kampf um das Überleben, auch gegen Vater, Brüder, Schwestern, Verwandte.

Im Buch finden sich eine Fülle von Überlegungen, warum Schäden nicht wahrgenommen werden ( die hochinteressant sind), warum gegen Schäden nichts unternommen wird, selbst wenn sie festgestellt werden.

Welche Erkenntnisse notwendig sind, welche Interessen im Spiel sind.

All'dies wird an vielen Beispielen erläutert, mir kommt gar nicht das Gefühl der Redundanz. Der Gedanke wird ausgebreitet und kann dadurch verankert werden.

Man sollte dringend von diesem Buch ein "Essenz-Fassung" herstellen, die wichtigsten Thesen, 50 Seiten, jedem Politiker in die Hand drücken, in den Lehrplan von Schulen aufnehmen, damit frühzeitig verdeutlicht wird, weldchen Beitrag wir alle dazu leisten, ob diese Gesellschaft überlebt oder untergeht.
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am 6. Februar 2017
Im (wirklich grandiosen) Buch von Florian Huber (Tauchgang ins Totenreich) sprach dieser die Empfehlung zu „Kollaps“ aus. Nachdem ich die Beschreibung und die Inhaltsangabe gelesen hatte, habe ich das Buch denn auch gekauft. Ich wurde ehrlich gesagt ziemlich schwer enttäuscht.

Zunächst jedoch das Positive:
Diamonds Arbeit hat wissenschaftlich Hand und Fuß, man merkt dem 650seitigen Werk die jahrelange (vermutlich jahrzehntelange) Recherche an. Sein Schreibstil ist ein wenig professoral, aber verständlich und ermöglicht flüssiges Lesen. Seine Entkräftung der westlichen Vorstellung des „Guten Wilden“, also von Ureinwohnern als naturverbundenen, nachhaltig lebenden Völkern ist nicht nur mutig, sondern nachvollziehbar und bemerkenswert.

Das war es dann aber auch schon.

Ehrlich gesagt ist das Buch m.E. Etikettenschwindel. Es hätte heißen müssen: „Niedergang. Wie Umweltzerstörung sich auf Zivilisation auswirken kann“. Diamond greift sich einige Gesellschaften heraus, die aufgrund von Umweltzerstörung untergegangen sind (Osterinsel, Grönland-Wikinger, Maya, Anasazi). Das ist ganz interessant. Und natürlich abstrahiert er es dann auf breitem Raum auf unsere Gesellschaft (das Buch wurde 2005 veröffentlicht). Hierbei arbeitet er sich ziemlich stumpf an einem Schema ab, das er selbst erfunden hat. Er neigt sehr stark zu Wiederholungen. Das mutet wie ein erhobener Zeigefinger an oder ist äußerst eintönig. Beides ist – mit Verlaub – ungeheuer nervend (genau so wie sein Montana-Fimmel). Es ist in dieser Form nicht mehr als ein absolutes Nischenthema, eine Nebenerkenntnis, was Diamond so ausufernd beschreibt. Die Gründe für den Zusammenbruch "echter" Zivilisationen (vor allem im soziologischen Sinn) findet man hier nicht. Nubien, Ägypten, Griechenland, Rom usw. sind nicht wegen der Abholzung der Wälder kollabiert. Und die USA oder Europa werden dies ebenfalls nicht.
„Kollaps“ ist eine Öko-Studie von begrenzter Reichweite. In Abschnitten ist es nicht langweilig. Aber 650 eng und klein beschriebene Seiten hätte es nicht gebraucht. Und noch einmal: Der Titel ist wirklich Quatsch.
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