Download the free Kindle app and start reading Kindle books instantly on your smartphone, tablet or computer – no Kindle device required.
Read instantly on your browser with Kindle for Web.
Using your mobile phone camera - scan the code below and download the Kindle app.
Der Kollaps der Modernisierung. Vom Zusammenbruch des Kasernensozialismus zur Krise der Weltökonomie Hardcover – 1 Jan. 1991
- Print length302 pages
- LanguageGerman
- PublisherEichborn
- Publication date1 Jan. 1991
- ISBN-103821844213
- ISBN-13978-3821844213
Safety and product resources
Issue loading the information
- Product safety imagesManufacturer informationResponsible person
Issue loading the information
Issue loading the information
Issue loading the information
Product description
About the Author
Product details
- Publisher : Eichborn; Repr. the limit. Lead set excl. edition (1 Jan. 1991)
- Language : German
- Hardcover : 302 pages
- ISBN-10 : 3821844213
- ISBN-13 : 978-3821844213
- Best Sellers Rank: 1,742,865 in Books (See Top 100 in Books)
- 3,721 in International Economics (Books)
- 25,758 in Political Science
- Customer reviews:
About the author

Discover more of the author’s books, see similar authors, read book recommendations and more.
Customer reviews
- 5 star4 star3 star2 star1 star5 star69%0%15%0%16%69%
- 5 star4 star3 star2 star1 star4 star69%0%15%0%16%0%
- 5 star4 star3 star2 star1 star3 star69%0%15%0%16%15%
- 5 star4 star3 star2 star1 star2 star69%0%15%0%16%0%
- 5 star4 star3 star2 star1 star1 star69%0%15%0%16%16%
Customer Reviews, including Product Star Ratings, help customers to learn more about the product and decide whether it is the right product for them.
To calculate the overall star rating and percentage breakdown by star, we don’t use a simple average. Instead, our system considers things like how recent a review is and if the reviewer bought the item on Amazon. It also analyses reviews to verify trustworthiness.
Learn more how customers reviews work on Amazon-
Top reviews
Top reviews from Germany
There was a problem filtering reviews right now. Please try again later.
In den Chefetagen der freien Welt, knallten die Sektkorken und deren Management aus Wirtschaft, Politik und Bewusstseinsindustrie , gaben sich den abenteuerlichsten Hoffnungen hin. Der ewige Friede, das Ende der Geschichte ( Francis Fukuyama ) gar, rückten in greifbarer Nähe, nun da die friedliche marktwirtschaftliche Demokratie sich weltweit durchgesetzt habe und der kommunistische Erbfeind am Boden liege. Neue Märkte, goldene Berge, blühende Landschaften ( Helmut Kohl ) und ein zweites deutsches Wirtschaftswunder ( Willy Brandt ) seien zu erwarten. Treue Hände hingegen, nicht ungeschickt die große Euphorie nutzend, raubten, stahlen, plünderten was nicht niet und was nicht nagelfest war und auch Karl Marx wurde als Theoretiker - wieder einmal - zu Grabe getragen ( Norbert Blüm )
Im großen Lärm der Illusionen aber, erhob sich entgegen dem gesamten medialen und publizistischem Zirkus, eine einzelne Stimme die mit diesem hier vorliegenden kleinem Büchlein, dagegen hielt. Gar orthodox erscheinende Thesen wurden darin aufgestellt. Z.B. diese, dass der real existierende Sozialismus, gar kein antikapitalistisches emanzipatorisches Projekt, sondern Fleisch vom Fleische das Kapitalismus, allerdings in einer staatlichen Form ( Staatskapitalismus ) nachholender Industrialisierung gewesen sei. Eine ebensolche Form absoluter Herrschafft des Staates, habe es in der frühen Moderne auch in Westeuropa gegeben, was deren Ideologen heute aber nicht wahr haben wollten. The Great Transformation (Karl Polanyi .)von einer Agrarökonomie zur Industriegesellschafft erfordere nun einmal einen Kapitalaufwand, mithin einen Konsumverzicht der Bevölkerung, die nur mit absoluter staatlicher Herrschafft und brutalster Gewalt durchsetzbar wäre. Historiker nennen dieses Zeitalter deshalb auch Absolutismus.
Die nachholende staatskapitalistische Industrialisierung ( Lenin ) sowjetischen Typs habe quasi als historisch zu spät gekommene, den technologischen Vorsprung des Westens nicht einholen können und sei deshalb folgerichtig Pleite gegangen. Allerdings sei dies kein Grund zum Feiern, denn da es sich in seinen Kategorien bei staatlichem und privat organisiertem Kapitalismus um die grundsätzlich selben, in lediglich anderen historischen Verlaufsformen handeln würde, wäre der Zusammenbruch des Ostens lediglich das Menetekel für die vermeintlichen Gewinner selbst.
Die, die jetzt lautstark den kapitalistischen Endsieg feierten, würden schon bald nicht mehr weiter wissen, all die verkündeten Erwartungen wären reines Wunschdenken und würden sich als selbstbetrügerische Seifenblasen erweisen, deren Platzen demnächst zu erwarten sei, kurzum die Sieger würden sich zu Tode siegen.
Die neuen Märkte im Osten von denen permanent die Rede sei, die gäbe es mangels Kaufkraft gar nicht, ganz im Gegenteil würden osteuropäische Billiglöhner , bei nunmehr offenen Grenzen, den Westen überfluten und das dortige derzeit noch relativ hohe Lohngefüge zerstören. Im nahen Osten würde sich ein fundamentale Islamismus bisher unbekannter Radikalität etablieren, und ebenso würden sich massenhaft Armutsflüchtlinge aus den Zusammenbruchsregionen der südlichen Peripherie ( dritte Welt ) inspiriert von der Sehnsucht nach Teilhabe, auf die Socken in die letzten Wohlstandsenklaven dieser Welt machen. Der Kollaps der dritten Welt in den 80zigern, der Zusammenbruch des Kasernensozialismus, würde auch den derzeit noch wohlhabenden Westen in seinen Konsequenzen dauerhaft nicht verschonen. Soziale Spannungen, Börsenkräche, Finanzskandale usw.usw.usw. würden explosionsartig zunehmen, kurzum zum Jubilieren gäbe es überhaupt keinen Grund. Am Ende des 20zigsten Jh. aber sei der EINTRITT in ein Zeitalter von Chaos und Zerfall gesellschaftlicher Strukturen zu erwarten, deren Dauer und Verlaufsformen nicht abschätzbar seien.
Dies ist die Botschaft dieses Buches, eine Botschaft die damals ( Erstauflage 1991 ) Niemand wahr haben wollte, die sich allerdings in Wesen und Substanz - wie aufmerksame Beobachter heute 30 Jahre später realisieren müssen oder müssten - erfüllt hat. Es ist schließlich für einen Jeden der mit offenen Augen durch diese Welt geht, unübersehbar, dass das automatische Subjekt ( Marx ) seinem Grande Finale - Grexit/ Brexit/ Exitus - entgegen taumelt.
Die kapitalistische Leiche mag noch atmen, doch den Akteuren in Politik, Wirtschaft und Notenbanken kann die Aufrechterhaltung einer marktwirtschaftlichen Scheinnormalität nur noch mittels schier endlosen, sich beständig potenzierenden, letztendlich unbezahlbaren Schuldenorgien gelingen. Gleichzeitig werden Erwerbseinkommen, soziale Leistungen, Renten usw.usw. marginalisiert und damit die zum Erhalt besagter Scheinnormalität zwingend notwendige Massenkaufkraft ins Bodenlose versenkt. Die Anzahl derjenigen die zu immer unzumutbareren Konditionen noch einen Job haben sinkt und die Anzahl derjenigen die auf die ein oder andere Art alimentiert werden müssen, steigt. Immer weniger einnehmen und dafür immer mehr auszugeben aber, ist Rechnung die dauerhaft nicht aufgehen kann, die kapitalistische Katze beißt sich in den Schwanz.
Eine wüste Konzepthackerei ist dann auch seit Jahr und Tag im Gange und beweist doch nur, dass es auf dem Boden der alternativlosen Marktwirtschaft ( Angela Merkel ) keine frohe Zukunft mehr geben kann. Dem Verfasser dieser Rezension ist keine Publikation aus den frühen 90ziger Jahren bekannt, die mit einer solchen geradezu hellseherischen Gabe, wie Kurzens Kollaps, das Kommende prognostiziert hat.
Es lässt sich schließlich nicht länger leugnen, dass sich nicht eine einzige der Hoffnungen von 1990 erfüllt hat. Der Osten Deutschlands ist zum unbezahlbarem Daueralimentierungsanhängsel der alten Bunzreplik ( Helmut Kohl ) geworden. Das zweite deutsche Wirtschaftswunder ist ebenso ausgeblieben, wie die neuen Märkte im Osten. Auch vom weltweiten ewigen Frieden, der nach dem Untergang des Reichs des Bösen sich etablieren sollte, ist Nirgendwo etwas zu sehen, ganz im Gegenteil, das Ende der Geschichte läuft Amok. Und wenn der westliche Wohlstandsbürger, soweit von solchen überhaupt noch die Rede sein kann, die Zeitung aufschlägt oder das TV Gerät einschaltet, kann er sich darauf verlassen, dass er von einer wahren Flut von Pleiten, Pech und Pannen von Krisen, Kriegen, Katastrophen, die auch vor den Festungen Europa, Nordamerika usw. immer weniger halt machen, geradezu erschlagen wird. Was dann auch prompt dazu führt, dass sozusagen als betäubender Gegenpol, Sendungen wie Dschungelcamp, Musikantenstadl, Deutschland sucht den Superstar usw.usw. sich steigender Beliebtheit erfreuen. Doch es kann nur schlechter werden, denn was schon sind Dschungelcamp und Musikantenstadl, gegen eine Theorie, die besagt, dass linke Globalisten in geheimen Zirkeln, eine neue Weltordnung des Sozialismus einführen wollten. Die Krise der Moderne ist eben auch die Krise ihres Geistes.
Was aber wurde aus Karl Marx, dem alten Besserwisser, den man glaubte 1990 als Theoretiker beerdigen zu können. Nun der King lebt ( als Theoretiker ), denn Totgeglaubte leben bekanntlich länger und das Leib und Magenblatt der Wallstreet, die New York Times sah sich am 18 April 2018 veranlasst, auf seiner Titelseite zu schreiben;
Happy Birthday, Karl Marx. You Were Right!
21 Jahre nach dem als unmittelbar bevorstehend angekündigten "Kollaps der Modernisierung" (1), der ausblieb, machte sich Robert Kurz daran, seine Theorie nochmals "grundstürzend" zu reformulieren. Der Verlag bewarb dieses letzte zu seinen Lebzeiten verfaßte Buch damit, in ihm werde "eine kategoriale Kritik des Kapitalismus begründet, vor der die gesamte demokratisch domestizierte Linke bislang zurückscheut". Insbesondere werde in ihm der "Substanzbegriff der abstrakten Arbeit" geklärt. In gewisser Weise stimmt das auch. Denn selten wurde deutlicher, welche kategorialen Undenkbarkeiten Kurz sich dachte, wenn er den ökonomischen Wert, dessen Dasein das Geld ist, nicht als eine gesellschaftliche Relation wahrnehmen, sondern sich als eine eigenartige "Substanz", etwas für welchen Gebrauch auch immer nützlichen Dingen, die ge- und verkauft werden (und dadurch zu Waren werden), Inhärentes, in ihnen Geronnenes etc. etc. vorstellen wollte. Also als eine Art metaphysische Pfannkuchenfüllung (die, neueste Menetekelei, nunmehr in längerer Sicht auf der Ebene des "Gesamtkapitals" abschmelzen soll; daß kurzfristig etwas im Busch sei wollte Kurz nun nie gesagt haben bzw. konnte er sich nicht erinnern (smiley)).
Daher auch kann man dieser "Linken", die Kurz in üblicher maßloser Polemik mit einem soliden Schwall von Injurien und Invektiven überzog, nun allerlei vorwerfen, aber sicher nicht, daß sie vor solcher "Klärung" des "Substanzbegriffs der abstrakten Arbeit" "zurückscheut" (denn darin zumindest tut sie gut):
"Die verausgabte abstrakt-menschliche Energie "fließt" nicht unmittelbar in die jeweils produzierte einzelne Ware, sondern sie wird hinter dem Rücken der einzelnen Produktionsagenten objektiv aggregiert zu einer totalen Substanzmasse des gesamtgesellschaftlich produzierten Werts." (Geld ohne Wert, S. 178 f.)
So geflossen, plätschert sie dann erst Mal in einem großen virtuellen Behälter aggregiert vor sich hin, die "Substanzmasse", und wird dann tröpfchenweise auf Waren abgefüllt, so diese nicht ebenfalls als Masse, nämlich Konkursmasse, auf einem Haufen liegen und damit keine Einspritzung abstrakt-menschlicher Energie aus dem Substanztank mehr abkriegen…
Nicht ohne Ironie ist an "Geld ohne Wert" vor allem, wie nahe Kurz, den ohnehin schon kruden Nerv- und Muskelphysikalismus in Marxens "abstrakter Arbeit" (dieser Unbegriff ist eine Übertragung des physikalischen Arbeitsbegriffs in die politische Ökonomie und sonst nichts) ins nurmehr Absurde forttreibend, schließlich bei seiner kategorialen Grundlegung der, so sein kämpferisches Eigenverständnis, radikalsten aller linken Theorien dem Gesell- und Reichepigonen Bernd Senf gekommen ist. Bei dem fließt und wabert auch immer alles energetisch, wenn er seine begriffsvortäuschenden makroökonomischen Kreislaufbildchen malt. Daß Kurz sich Begriffskonstrukte wie eben "abstrakte Arbeit" auch nur einmal be-denkend gegenwärtigte konnte man von so einer kategorialen Grundlagenklärung, der es um das Gebastel an einem geschlossenen System (somit statt Logik der Kategorien um Kategorienlogik) ging, natürlich nicht erwarten. Da stand er denkversklavt ganz im Bann des alten Rauschebarts aus dem British Museum und versuchte, mit dem fetisch-esoterischen Marx gegen den arbeiterbewegt-exoterischen die klaffenden Theorieleckagen abzudichten (und sein Kollaps-Gerede von vor 20 Jahren vergessen zu machen).
Dieses Buch - es ist, anders als der "Kollaps" 1991 (2), eigentlich nur noch was für die Mitglieder der Glaubensgemeinde und solche, die sich als intellektuelle Vogelperspektivler, die turmhoch über den tumben fetischverblendeten Massen thronen, im "wertkritischen" Jargon gefallen wollen - steht und fällt mit einem, dem "Substanzbegriff". Seinem Lieblingswatschnmann M. Heinrich, der mit seiner "monetären Werttheorie" heilige Begriffskühe, die man nur schlachten kann, weil sie nichts erklären, versucht umdeutend zu retten verhöhnte er wegen unverkennbarem theoretischem Herumeiern:
„Wie eine „selbständige Gestalt des Werts“ ohne eine selbständige Wertsubstanz möglich sein soll, bleibt wieder einmal Heinrichs Geheimnis. Es sei denn, der Wert selbst ist gar keine Substanz…“ (Geld ohne Wert, S. 231)
und war damit unfreiwilllig genau am Punkt. Ja, richtig, der Wert ist keine Substanz und das Geld nicht die selbständige Gestalt des Werts bzw. das "Äquivalent", in dem alle Waren IHREN ihnen inhärenten Arbeitswert äußerlich ausdrücken. Somit auch kein Epiphänomen von etwas von ihm Verschiedenen. Der Marxsche Schluß aus der vermeintlichen "Doppelnatur der Ware" auf den Doppelcharakteer der sie hervorbringenden Tätigkeit ist Nonsense,. ein kategoriales non sequitur.
Einen kategoriale Transformation der Kritik der Politischen Ökonomie mag also schon angesagt sein (und den alten Marx muß man, bewahre, dabei nicht wegschmeißen, er stellte schon die richtigen Fragen, nur die Antworten, die waren nicht unbedingt immer das Gelbe vom Ei) - aber dann ohne die vielberühmte "Wertsubstanz". Kurzens Tragik war, daß er an einem Theoriefetisch bis zum Verlust des noch verständigen Ausdrucks klammerte. Das Buch "Geld ohne Wert" war unverkennbar eine große Anstrengung für ihn und es liest sich in seiner polemischen Heftigkeit teilweise, als wäre es dabei um Leben oder Tod gegangen. Anzuerkennen ist: Robert Kurz hat es versucht, Knoten zu lösen - und scheiterte. Das Buch ist kategorial eine Negativ-Theologie des Kapitals. Das war Kurzens Theorie zwar immer, nur nicht immer so deutlich ausgesprochen.
Was sein Verein ohne ihn mit "Geld ohne Wert" (nicht) anzufangen weiß, kann man in einem unsäglichen Theorieversuchs-Artikel "Geld ist doch klar - oder?" in Exit 14 nachlesen (fairerweise muß man erwähnen, daß, so lassen zumindest Folgebeiträge vermuten, es wohl zum diesem völligen Theoriebankrott wohl heftige interne Diskussionen gegeben hat). Nach Kurz (verstorben 2012) hat Exit mit Ortlieb (verstorben 2019) nun einen zweiten tragenden Kopf verloren. Das dürfte es dann wohl gewesen sein, der schriftliche Nachlaß von Kurz reicht ja auch nicht ewig.
________________________________________________________________________________________________
(1) "Nach den Zusammenbrüchen der Dritten Welt in den achtziger und des Realsozialismus Anfang der neunziger Jahre ist nun der Westen selber reif." "Die Passagiere der Titanic wollen an Deck bleiben, und die Kapelle soll weiterspielen." (R. Kurz, Kollaps der Modernisierung, 1991, S. 238, 272)
(2) Der "Kollaps" bzw. die Ansage, der westliche Kapitalismus werde seinem östlichen Systemkonkurrenten baldigst im Untergang nachfolgen, fand seinerzeit bei vielen "Linken" nicht etwa wegen der Stimmigkeit der Kurzschen Theorie, sondern als eine Art ideologisches iboprofen 800 gegen den Kater der SU-Kapitulation und den proklamierten Endsieg des Kapitalismus Anklang. Nicht nur Religion ist das Opium des Volkes. Es kann (mit nicht ganz so breiter Nachfrage) auch eine Negativ-Theologie des Kapitals sein. Als KRITISCHER Marxist, der den dahingeschiedenen Realsozialismus saftig abbürstelte, schaffte es Kurz mit seinem mit flotten Sprüchen und Bonmots gewürzten Menetekeln so auch als alternativer Farbklecks bis ins bildungsbürgerliche Feuilleton und zu einer weiteren Ausgabe des "Kollaps" bei Reclam. Den Kapitalismus kratze das alles nicht allzusehr: er ging, eine Spur der sozialen und natürlichen Verwüstung hinterlassend, mit Krisen, Crashs und Kriegen einfach seinen gewohnten Gang der "schöpferischen Zerstörung". Heute findet Kurzens Esoterik insb. bei "kritischen" Zeitgenossen Widerhall, die mit der Kultur des arbeiterbewegten Klassenkampfs, spießigem Cordhütchensozialismus und leninistischem Kaderberufsrevoluzzertum nichts am Hut haben, aber die "Wertkritik" und ihren Jargon als ein schickes Vehikel ansehen, um mit einer höchst erlesenen Welthaltung zu renommieren. Ob sie im Einzelnen überhaupt verstanden haben, was der Kurz und seine Mannschaft sich da theoretisch zusammenwebten, ist dafür nicht so wichtig. Es ist der exquisite Flair der Codes und Phrasen, die nachplappernd man sich als Avantgardist aufspielen kann, weshalb solche Kurz zu ihrem Guru erwählt haben und einen regelrechten Starkult um ihn betreiben. So will sie noch jede gehäßige Polemik als Offenbarung entzücken, so sie nur von ihrem Meister stammt. Wehe aber, es schallt zurück, wie in den Wald gerufen wurde, und ihre Ikone wird auf Normalgröße zurückgeführt. Das gilt dann als Gotteslästerung.