UHD TVs Learn More Hier klicken Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle MusicUnlimited AmazonMusicUnlimited BundesligaLive wint17 flip flip Hier klicken Jetzt informieren Xmas Shop 2017 Cloud Drive Photos

Kundenrezensionen

3,0 von 5 Sternen
4
3,0 von 5 Sternen
Karambolagen: Begegnungen mit Zeitgenossen
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:7,95 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

am 1. November 2003
Nachdem ich "Mein Kino" von Karasek gelesen hatte war mir klar; dies ist zwar das erste Buch Karaseks für mich, aber mit Sicherheit nicht das letzte welches ich von diesem Autor lesen werde. Stil und Sprachwitz hatten mich begeistert, und entsprechend hoch lag meine Meßlatte als ich begann, Karambolagen zu lesen.
In Karambolagen geht es um Zeitgenossen und Wegbegleiter Hellmuth Karaseks. Zum Teil aus seiner Zeit am Theater in Stuttgart oder auch als er Redakteur beim Spiegel war. Keine Frage: Der Mann ist viel herumgekommen und hat noch mehr erlebt. Meistens sind es eher kleine und scheinbar nebensächliche Begebenheiten die er erlebte, aber die Art und Weise wie er sie zu Papier gebracht hat, machen daraus Unterhaltung im besten Sinne des Wortes. Man erfährt viel über die Menschen die er traf. Niemals wird er dabei respektlos oder gar verletzend. Karasek ist ein Philanthrop mit Wortwitz und einem geradezu unglaublich vielfältigen Vokabular. Es ist nicht so, das er mit Fremdwörter und seinen Kenntnissen der deutschen Sprache protzt; vielmehr benutzt er exakt die richtigen Adjektive um den Zeitgenossen zu beschreiben. Nur kannte ich diese Worte bis jetzt noch nicht. Besonders interessant fand ich die Story mit Dürrenmatts Weinkeller und wie er ihn füllte sowie die Entstehungsgeschichte des Zwistes zwischen Günter Grass und Karasek. Andere Episoden schilderten weniger positive Schicksale. Doch wenn bei Karasek jemand starb oder in den Mühlen der Psychiatrie verschwand, war er einfach „der Welt abhanden gekommen". Ein wunderschöner Euphemismus wie ich finde, der es wert ist in Erinnerung zu bleiben. Das trifft auch auf diese Sammlung von Erlebnissen, Anekdoten und Begebenheiten zu. Danach wünscht man sich fast, ebenfalls mal auf Karasek zu treffen und Teil seiner Geschichtenwelt zu werden
0Kommentar| 21 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 4. November 2012
Das ideenärmste Buch, das man sich vorstellen kann. Karasek zählt einfach alle prominenten Namen auf, die er in seinem Journalistenleben kurz gestreift hatte. Billy Wilder, über den er eine Biographie geschrieben hatte, gleich dreimal. Steven Spielberg, Günter Grass (zweimal), Peter Handke, Friedrich Dürrenmatt, Heinz Rühmann, Romy Schneider, Marlene Dietrich, Wolf Biermann, Helmut Kohl und andere.

Aggressives Namedropping, getragen von Geltungsbedürfnis, denn die kurzen Essays von zwei, drei Seiten sind an Banalität kaum zu überbieten. Zwei Fälle seien hierfür exemplarisch gewählt.

Seine Begegnung mit Brigitte Bardot beschränkte sich darauf, dass er sie, den Wunschtraum seiner Jugend, beim Urlaub in St. Tropez einmal am Strand von weitem gesehen habe. Von weitem!
Laut Karasek habe B.B. ihm zugenickt und gelächelt. Oder hat Karasek sich dies nur eingebildet? Haben zwanzig Jahre die Erinnerung womöglich verklärt?

Karasek schlief auch nicht im Bett von Marilyn Monroe, wie er in der Kapitelüberschrift suggeriert. (Schon gar nicht gleichzeitig mit ihr, wie mancher Leser vielleicht vermuten könnte.)
Karasek übernachtete in einer luxuriösen Bungalowsuite des Beverly Hills Hotel. Die Monroe „soll“ dort vor sechsundzwanzig Jahre auch übernachtet haben. Ob es genau die gleiche Suite-Nummer war, ist ebenso wenig bewiesen, wie die Frage, ob Maryiln Monroe in demselben Bett schlief wie Karasek.
Die Monroe könnte zwar im Hotel abgestiegen sein, aber woanders geschlafen haben. Oder das Bett könnte in den sechsundzwanzig Jahren ausgetauscht worden sein.

Zum Thema Bett berichtet Karasek noch stolz, er habe beim Dreh von Regisseur Woody Allen zusehen dürfen. Natürlich „eine sehr intime Szene, wo eine Frau und ein Mann miteinander ins Bett gingen“. Besagte Szene habe Woody Allen dann aber später aus dem fertigen Film herausgeschnitten, bedauert Karasek.

Und erst sein Schreibstil. Kein verrissener Autor des Literarischen Quartetts könnte jemals so schlecht formulieren wie Karasek. Sehen Sie sich einmal diesen Satz an (Seite 91, im Kapitel über Peter Handke, es ging um eine Tagung der Gruppe 47):
„Ich war erst zum zweiten Mal dabei und noch nicht so eingeschliffen in den Chor des als Regen über die Autoren nach der Lesung niederprasselnden Kritiker-Parlandos.“
Wo war bloß der Lekor?
„...in den Chor des als Regen über die Autoren nach der Lesung...“
Wieviele Substantive (nur durch Präpositionen getrennt) will Karasek denn noch aneinanderreihen?

Schließen wir mit den Worten von Elke Heidenreich. Die frühere Moderatorin der ZDF-Büchersendung Lesen wurde im Focus gefragt, ob sie sich vorstellen könne, Hellmuth Karasek in ihre Sendung einzuladen.
„Nee“, antwortete sie.
Focus: „Warum nicht?“
Heidenreich: „Da hatten wir ja nun genug davon, all die Jahre. Das reicht erst mal.“
0Kommentar| 6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 11. November 2002
Wir alle sind fasziniert von Stars, doch wieviel interessanter ist dann noch der Blick hinter die Kulissen. Karaseck hatte das Glück, als Redakteur bei den Stutgarter Nachrichten, der ZEIT und dem SPIEGEL die Kulturschaffenden alle zu kennen, zu erleben und hinter der Fassade schauen zu dürfen. Was er schildert sind keine Peinlichkeiten, er bleibt diskret, seine "Opfer" dürfen ihre Würde behalten. Wer Krawallklatsch haben möchte, ist mit diesem Buch falsch beraten. Wer aber sich für den Menschen hinter der Star-Maske interessiert wird hier liebevolle Einblicke unterschiedlichster Charaktere finden. Nicht zuletzt Karaseks lockere Schreibe, macht "Karambolagen" zu einem angenehmen Lesespass für dunkle Winterabende.
0Kommentar| 10 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. Januar 2015
Er enttäuscht immer! Ich habe mir sein "Witzebuch" gekauft - und war enttäuscht; ich habe mir sein Buch über das Altern gekauft - und war enttäuscht. Dann habe ich mir sein Buch über seine Begegnungen mit Zeitgenossen (mit dem bescheuerten Titel "Karambolagen") kommen lassen: Richtig! Auch hier gelingt es ihm zu enttäuschen:
Er erzählt nicht, sondern berichtet über die Umstände, unter denen er einzelnen Personen begegnet ist. Und dabei stapelt er hoch, wobei es sich bei dem Adjektiv "hoch" um eine gewaltige "Tiefstapelei" handelt: So berichtet er davon, "Wie sich mir mit Brigitte Bardot ein Traum erfüllte..." - außer einer verspäteten Pubertäts-Phantasie seinerseits in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts und - einem höflichen Kopfnicken seitens der Bardot in den 80er Jahren anlässlich einer Begegnung am Strand war da nichts! Das war Alles!
Ach ja, auch Goethe und Napoleon werden im Personen-Register erwähnt. Aber Hallo! Goethe? Napoleon? Aber ja doch! Goethe wird sogar dreimal erwähnt: auf Seite 198 und 199: "Einmal habe ich in einem Hotel übernachtet, in dem schon Goethe übernachtet hatte ..." Und Napoleon? Er wird zwar nur zweimal auf Seite 198 erwähnt und man ahnt es schon: Er hatte ebenfalls einmal in jenem Hotel genächtigt. Und die Beiden sind nicht die Einzigen (Marcel Proust, Heidegger, Adorno, Mozart, Aristophanes... ), die durch eine Bemerkung in einem Nebensatz den Weg ins Personen-Register gefunden haben!
Nach dreimaligem Versuch ist es nun beschlossene Sache: H. Karasek bekommt keine weitere Chance. Das war's!
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden



Brauchen Sie weitere HilfeHier klicken