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Kampfabsage Gebundene Ausgabe – 24. September 2007
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Ranjit Hoskote
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Ilija Trojanow
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Seitenzahl der Print-Ausgabe240 Seiten
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SpracheDeutsch
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HerausgeberBlessing
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Erscheinungstermin24. September 2007
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Abmessungen14.3 x 2.4 x 22 cm
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ISBN-103896673637
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ISBN-13978-3896673633
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Produktinformation
- Herausgeber : Blessing (24. September 2007)
- Sprache : Deutsch
- Gebundene Ausgabe : 240 Seiten
- ISBN-10 : 3896673637
- ISBN-13 : 978-3896673633
- Abmessungen : 14.3 x 2.4 x 22 cm
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Amazon Bestseller-Rang:
Nr. 1,263,817 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
- Nr. 709 in Multikultur
- Kundenrezensionen:
Produktbeschreibungen
Amazon.de
Die im Untertitel auf den Punkt gebrachte Grundthese des Buches, der zufolge sich Kulturen nicht bekämpfen, sondern zusammenfließen, folgt einem schönen Bild, das wir hier ausführlich zitieren, weil es all das beinhaltet, was die Autoren uns anschließend ausgesprochen plastisch anhand unserer (Kultur-)Geschichte vor Augen führen: ?Je größer ein Fluß, desto irreführender sein Name. Unser geographisches Grundverständnis schreibt vor, daß die Quelle, die von der Mündung am weitesten entfernt ist, als Ursprung des Flußes zu gelten hat. Der gesamte Flußlauf trägt lediglich einen einzigen Namen. Aber kein Strom kann zu majestätischer Größe wachsen und den Ozean erreichen, ohne von Neben- und Zuflüssen gespeist zu werden: Rinnsale, Bäche, Kanäle vereinigen sich im Quellfluß, führen ihm mehr Wasser, Mineralien, Schlamm und Getier zu, als er ursprünglich hatte. Wenn der große Strom das Meer schließlich erreicht, hat er mit dem ursprünglichen Quellwasser nicht mehr gemeinsam als eine vage Erinnerung. Vermischung und Zusammenfluß haben seinen Charakter definiert, aber sein Name tut immer noch so, als hätte es diese Vermischung nie gegeben, er verschweigt seine wahre Herkunft. Um das Wesen des Flußes wirklich zu verstehen, müßte man jedoch vor allem die Stellen untersuchen, an denen Wasser zusammenfließen, müßte herausfinden, was sich ergänzt, verdrängt, erneuert.?
Und genau dies ist dies wollen Trojanow und Hoskopé mit ihrem Buch erreichen: dass wir die gegenseitigen Einflüsse und damit auch das Gemeinsame der Kulturen zu sehen, beziehungsweise danach überhaupt erst zu fragen lernen. Ob daraus tatsächlich eine Kampfabsage des Huntington?schen Kulturkampfes folgt, ist freilich eine andere Frage. -- Andreas Vierecke, Literaturanzeiger.de
Pressestimmen
"Kein Multikulti-Geschmuse, sondern ein unterhaltsamer und intelligenter Blick auf das Märchen von der "kulturellen Einheit"." (Stern)
"... die Grundidee, dass gerade Kulturkampf-Thesen Ausdruck der Furcht vor friedlichen Grenzauflösungen sind, wirkt in einer generell ängstlichen Zeit erfrischend provokativ." (Süddeutsche Zeitung)
Klappentext
ILIJA TROJANOW
"Kein Multikulti-Geschmuse, sondern ein unterhaltsamer und intelligenter Blick auf das Märchen von der "kulturellen Einheit"."
Stern
"... die Grundidee, dass gerade Kulturkampf-Thesen Ausdruck der Furcht vor friedlichen Grenzauflösungen sind, wirkt in einer generell ängstlichen Zeit erfrischend provokativ."
Süddeutsche Zeitung
Über den Autor und weitere Mitwirkende
Der Autor erhielt zahlreiche Preise: 1995 den Bertelsmann-Literaturpreis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt, ein Aufenthaltsstipendium im Künstlerhaus Schloß Wiepersdorf sowie ein Arbeitsstipendium des Deutschen Literaturfonds e.V., 1996 den Marburger Literaturpreis, 1997 den Viktor-von-Scheffel-Preis und Thomas-Valentin-Preis der Stadt Lippstadt und 2000 den Adelbert-von-Chamisso-Preis.
Bei Frederking & Thaler ist von ihm in Zusammenarbeit mit Chenjerai Hove „Hüter der Sonne“ erschienen. Trojanow ist Autor des SIERRA-Aktionsbandes zum Welttag des Buches 2001 „Der Sadhu an der Teufelswand“.
Ilija Trojanow erhielt für seinen Roman DER WELTENSAMMLER (Hanser 2006) u. a. den Preis der Leipziger Buchmesse.
Ranjit Hoskote ist Kulturkritiker (THE BOMBAY TIMES, THE HINDU), Dichter (Edition Akzente bei Hanser) und Sekretär des indischen PEN.
Kundenrezensionen
Spitzenbewertungen aus Deutschland
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Ich kannte diesen Autor von seinem berühmten Buch "Weltensammler" das 2006 erschien, die Leipziger Buchmesse gewann, und monatelang auf den Bestsellerlisten in Deutschland, Schweiz und Österreich stand. "Weltensammler" ist die Verarbeitung seines 2001 in Tansania unternommenen dreimonatigen Fußmarsches, wo er sich auf den Spuren des englischen Entdeckers und Orientalisten Sir Richard Francis Burton (1821-1890) begab.
Ranjit Hoskoté (1969 in Bombay/Indien geboren) ist ein englisch schreibender indischer Schriftsteller, Kulturkurator und Kulturjournalist. Er studierte Politikwissenschaften, Ästhetik und englischsprachige Literatur.
"Kampfabsage" ist der Versuch unterschiedliche Kulturen miteinander zu versöhnen. Beide Autoren begründen und beweisen, dass sich Kulturen gegenseitig beeinflussen und aufeinander aufbauen, d.h. voneinander lernen. Untergegangene Kulturformen leben in direkter oder indirekter Weise immer in der neuen Kulturform weiter. Sie vergleichen die Entstehung und das Bestehen von Kulturen mit dem Verlauf eines Flusses. Ein Fluss besteht aus mehreren Nebenflüssen, die alle in dem Hauptfluss hineinfließen. So fließen die verschiedenen Kulturen in einen Hauptfluss ein. Mit Kulturen werden hauptsächlich jene Formen betrachtet, die sich ab dem frühen Mittelalter im orientalischen Raum entwickelt haben, wie die Muslimische Kultur. Die muslimische Welt wird meiner Meinung nach zu viel betont weil versucht wird zu erklären und durch Beweise zu begründen wie und dass sich die europäische Kultur erst bilden konnte, weil die "Muslimen" und "Araber" einiges aus der griechischen Kultur übersetzten haben. Viele neue Erfindungen und Geistesrichtungen seien in der muslimischen Kultur zu finden. Es stimmt zwar, dass im Mittelalter viele bekannte Muslimen wie Ibn Sina (Avicenna) und Ibn Rushd (Averroes) lebten, aber nicht alles Neue und Kulturhafte stammt von ihnen. Wie Egon Friedell bin auch ich der Meinung, dass "Die fruchtbaren neuen Ideen stammen nie von einem einzelnen, sondern immer von der Zeit. Es ist geradezu der Prüfstein ihres Wertes, dass sie von vielen gleichzeitig gedacht werden." (Aus: Egon Friedell "Geschichte der Neuzeit"). Somit sind Textpassagen in "Kampfabsage" wie die nachfolgende zwar willkommen aber nicht verwunderlich: "Die infernalischen Regionen, der astronomische Himmel, die Kreise der mystischen Rose, die Chöre der Engel um das Zentrum göttlichen Lichts, die drei Kreise, die die Dreifaltigkeit symbolisieren ... sie alle werden von Dante genauso beschrieben, wie Ibn al-Arabi sie beschrieb", erläutert R.A. Nicholson. "Dem sei noch hinzugefügt, dass Ibn al-Arabi ebenfalls eine Beatrice hatte Nizzam, die schöne und vollkommene Tochter von Makinu'ddin - Kurz gesagt, die weitreichenden Parallelen lassen nur eine Schlussfolgerung zu: Die religiösen Legenden der Muslime müssen in den Allgemeinbestand der literarischen Kultur eingegangen sein, der den hellsten Köpfen im Europa des 13. Jahrhunderts zugänglich war".
Die jüdisch-christliche Religion wird stark in ihrem heutigen Verständnis relativiert. Die Autoren gehen sogar soweit zu behaupten man müsse bei der christlichen Religion von einem ägyptisch-persisch-jüdisch-islamisch-christlichen Erbe sprechen. Es sind zweifellos viele Elemente aus den erwähnten Kulturen in die christliche Religion eingeflossen, zweifelhaft bleibt jedoch der Versuch das Christentum zu zerstückeln. Das was mich an diese Darstellungen gestört hat, war die Angriffslustigkeit der Autoren auf alles was nicht mit Islam oder Buddhismus zu tun hat. Es ist zwar gut diese Komponenten aufzuwerten und nicht in den üblich herrschenden Konventionen stecken zu bleiben, aber man muss nicht gleich andere Sichtweisen dafür verteufeln und als falsch hinstellen. Alles lässt sich so drehen wie man es gerne sehen möchte, wenn man will. Und das tun meiner Meinung nach beide Autoren, in dem sie die ganze Kultur auf einzeln von ihnen ausgewählte Fakten begründen. Wenn sich Kulturen schon aus einem Zusammenfließen und Schmelzen mit unterschiedlichen Kulturformen ergeben, dann hätten die Autoren auch konsequent zu Ende denken sollen und die Islamische Kultur genauso als ein Produkt der Kulturenverschmelzungen darstellen sollen. Es werden viel zu oft Kulturen gegeneinander ausgespielt als zusammengeführt in der Art: diese Errungenschaft haben aber die Perser gemacht und nicht die Griechen oder diese Art zu denken stammt aber von den Araber ab und nicht von den Spaniern usw. Es wäre überhaupt nicht notwendig gewesen hier eine Kultur herauszunehmen wie die Islamische, als die bessere vorzustellen und sie vehement zu verteidigen.
Nichtsdestotrotz ist dieses Buch interessant, weil es ein neues Licht auf die Entstehung unserer abendländischen Kultur wirft und ich finde es Schade, dass die Autoren ununterbrochen nach Rechtfertigungen suchen, die aber auf Kosten anderer Kulturformen gehen. Es ist auch nicht klar herausgearbeitet worden, ob es nun mehrere Kulturformen gibt oder ob es nur eine einzige Kulturform gibt. Und wenn es nur eine einzige Kulturform gibt, wie können dann Elemente aus anderen Kulturen in dieser hineinfließen? Also das Wort "Kultur" ist nicht so einfach zu erklären wie es im Titel dieses Buches erscheint und leider wurde die Frage "Was versteht man überhaupt unter Kultur" in diesem Buch auch nicht beantwortet. Trotzdem erhält man viele Informationen über das Mittelalter, dem Buddhismus und andere geistigen Strömungen als die allgemein bekannten.
Hier noch einige Textstellen:
Europa ... benannt ist sie nach einer phönizischen Prinzessin, der Tochter des Königs Agenor, eines Sprösslings von Poseidon, dem Meer also zugewandt, der Ägypten verließ, um sich im Lande Kanaan anzusiedeln. Erstaunlich an dem Mythos von Europa ist, dass die Prinzessin nicht aufgrund einer eigenen Leistung berühmt geworden ist, sondern aufgrund dessen, was ihr angetan wurde.
Heute weiß man, dass Stämme oft von Völkerkundlern erfunden wurden, wenn sie in ihrer Klassifizierungsmanie unbekannte Gebiete einordnen wollten.
Die Vorstellung einer festgelegten Identität ist eine Schimäre. Kulturelle Existenz ist ein kumulativer Prozess. Die Politik der Identität versucht, jeden einzelnen von uns in eine bestimmte Schublade zu pressen, auf der fein säuberlich Rasse, Religion und Nationalität vermerkt sind; wohingegen das Leben uns einlädt, ja sogar verpflichtet, uns auf eine Achterbahnfahrt durch das Auf und Ab der Unterschiede zu begeben - wir haben keine Identitäten, sondern dynamische Positionen.
Individuen werden sich ihrer selbst durch ihre Verbindungen zu anderen bewusst - und nicht indem sie vor lauter Selbstüberschätzung die Bedürfnisse der anderen gar nicht mehr wahrnehmen.
Kultur speist sich also aus vielen Quellen, und nur durch Verarbeitung, Adaptierung oder Ablehnung externer Einflüsse ist eine Weiterentwicklung der jeweiligen Kultur möglich. Der Austausch mit dem Fremden, dem Anderen ist ergo für den Fortbestand notwendig - ein beruhigender Gedanke in Zeiten wie diesen, in denen der Abgrenzung das Wort geredet wird.
