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Joseph von Eichendorff: Aus dem Leben eines Taugenichts. Lektüreschlüssel Taschenbuch – August 2001

4.4 von 5 Sternen 65 Kundenrezensionen

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Produktinformation

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Joseph Freiherr von Eichendorff wurde am 10. März 1788 auf Schloss Lubowitz in Oberschlesien geboren. Der Sohn eines preußischen Offiziers und Landedelmanns genoss eine aristokratisch-katholische Erziehung durch einen geistlichen Hauslehrer. Während seines Studiums der Rechtswissenschaften und der Philosophie in Halle kam er mit den romantischen Dichtungen von Novalis u.a. in Berührung. Noch vor Abschluss des Studiums wanderte er durch Deutschland und reiste nach Paris, wobei er 1808 in Heidelberg Arnim und Brentano begegnete und in Berlin Fichtes Vorlesungen hörte. Nach 1816 war Eichendorff im preußischen Staatsdienst tätig, ließ sich aber 1844 aufgrund konfessionell bedingter Meinungsverschiedenheiten pensionieren. Der bedeutendste Dichter der deutschen Hochromantik starb am 26. November 1857 in Neiße, Schlesien.

-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiert.


Kundenrezensionen

Top-Kundenrezensionen

Format: Taschenbuch
Es ist die fließende Leichtigkeit des Taugenichts, die dem Bestreben eines Flusses gleicht, in alle möglichen Formen zu fließen, die uns so wunderbar zu verzaubern vermag. Sein Sein ist das Werden und dieses lässt ihn, geleitet von Intuition und dem Ideal eines unbestimmten Zieles dahintreiben. Er führt das Leben eines realisierten Traumes, der zu schön, um wahr zu sein scheint, so das man jederzeit den Moment des Aufwachens befürchtet. Doch es ist nicht der Taugenichts, der aufwacht, sondern wir, die Leser, die sich dann schmerzlich der sehnsuchtsvollen Identifizierung mit dem Romantiker bewusst werden und daher sofort wieder, selbstvergessen, dem Leben dieses Wanderburschen beiwohnen wollen.

Denn dieser Jüngling vermittelt uns wieder den verloren gegangenen Klang einer Welt, der sich heute leider zu einem Lärm, bedingt durch das hektische Streben nach Selbstverwirklichung, verwandelt hat. " Die Erde selber rauscht, wenn man zu hören versteht ", doch wir sind so vereinnahmt und verwurzelt, dass wir dieses Hören stattdessen überhören. Unser Taugenichts ist jemand, der " hat sein Sach auf Nichts gestellt " und verspürt dem Klang seines Herzens in die Welt zu folgen und sein Glück zu suchen. Seinem Dorf den Rücken weisend, zieht er von dannen und zückt geschwind seine Geige herbei und weiß munter drauf los zu trällern " Wem Gott will rechte Gunst erweisen [...], dem will er seine Wunder weisen ". Genau dieser Glaube scheint ihn zu beflügeln und seine Abenteuer vorantreiben zu lassen, so dass sein stetiges Fortgehen eigentlich ein fließendes Ankommen darstellt.
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Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Nichts ist ihm so fremd und so verhasst, wie ein Leben, orientiert an Sicherheit und eignem Vorteil. Der Taugenichts verkörpert nichts anderes als die Sehnsucht nach Ferne, die Leichtigkeit des Seins, die sich in Träumereien zeigt und die erst durch den Unmut des Vaters zum Handeln aktiviert wird. "Ich kann dich nicht länger füttern", dieser Satz ist der Startschuss zum Lauf hinaus in die Welt. Eine fröhliche und gesangs- orientierte Wanderung, die dann in erzählender naiver Sprache zu einem Märchen wird, wo nur "holde Frauen" und "weiße Schlösschen" ihm begegnen und letztendlich nur die Unerreichbarkeit der schönen Damen und das Weiter-Sehnen, ihn auf der Wanderschaft zu halten scheinen. Über Wien führt ihn der Weg nach Rom, eine Stadt, die ihn im hellen Schein begrüßt, als ob Engel dort stünden und sängen. Die Stadt, die aber auch ihr säkularisiertes Bild in Form von Verführung zeigte. Der Taugenichts konnte der Verführung widerstehen.

Eichendorffs Novelle könnte in ihrer naiven Art als Revolte gegen das Philistertum der Zielstrebigkeit gesehen werden. In jedem von uns, und der Taugenichts als Mensch ohne Namen scheint jeden von uns als Spiegelbild verkörpern zu sollen, sind beide Seiten. Der Gefahr, ausschließlich der Leichtigkeit des freien Lebens zu dienen oder anderseits der zwecklosen, inhumanen Geschäftigkeit des modernen Lebens sich hinzugeben, dieser Gefahr entgeht er durch die Liebe. Und hier erlebt der Leser Romantik pur, die Liebe entfaltet in der Überhöhung ihre Kraft. Aurelia, die der Taugenichts heiratet, ist ihm eine Offenbarung, "wie ein Engel, der leise durch den tiefenblauen Himmelsgrund zieht.
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Von Ein Kunde am 31. Dezember 2004
Format: Taschenbuch
Ich war eigentlich immer jemand, der mit gemischten Gefühlen an ältere Werke heranging. Und vor einer Woche habe ich es wieder einmal gewagt. Aber ich habe es nicht bereut. Und zwar war es der "Taugenichts" von Eichendorff.
Im "Taugenichts" geht es um einen jungen Burschen, der von seinem Vater von zu Hause rausgeworfen wird, um sein eigenes Brot und Geld zu verdienen. Er zieht umher, trifft allerlei Menschen und spielt wann immer er kann auf seiner Geige, die er auf seine Reise mitgenommmen hat. Eigentlich eine Handlung, die nicht besonders zum Lesen antreibt, aber wenn man sich einmal dazu durchrungen hat anzufangen, ist es schwer wieder aufzuhören. Es ist Eichendorffs einfühlsame Sprache, die das Lesen zu einem wahren Vergnügen macht. Zudem steigt die Freude beim Lesen mit der Tatsache, dass jeder von uns schon einmal den Drang verspürt hat, aus dem normalen Leben auszubrechen, um die ferne, schöne und weite Welt kennenzulernen. Ein Buch für Träumer und Romantiker oder für die, die es noch werden wollen.
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Format: Taschenbuch
Philosophen und Dichter wohnen auf benachbarten Hügeln, doch selten waren sie sich so nahe wie in der Epoche der Romantik. Eichendorffs "Aus dem Leben eines Taugenichts" ist eines der Prosawerke der romantischen Literatur. So wundert es kaum, daß es im Oberstufenunterricht das meistgelesenste Stück aus der deutschen Romantik ist. Dennoch, nicht nur als ein Werk für den Unterricht ist dieses Buch zu empfehlen, sondern auch für jeden anderen, der gerne ein gutes Buch ließt. Besonders ans Herz zu legen ist dieses Buch jenen, die sich selbst ein Bild davon machen wollen, wie eng Literatur und Philosophie hier verschmelzen. Eichendorffs Naturwahrnehmung und -darstellung sind für die Romantiker bezeichnend und so mancher Philosophiekundiger wird sich zurecht an das Zeitalter der Magie erinnert wissen. Eichendorffs Sprache wirkt dabei vielleicht zunächst etwas eigenwillig, doch wer sich einliest, wird sie lieben. Sein Sprachstil ist zu keiner Zeit allzu kompliziert oder gekünstelt, sondern besitzt einen ganz eigenwilligen Charme. Unterstütz wird dieser zudem durch die alte Orthographie dieser dtv-Ausgabe, in der der Text originalgetreu der Erstausgabe von 1826 folgt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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