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am 11. Dezember 2014
Rick Bragg hat zwei Mankos - das Erste: er hat die weder die Zeit des Rock'n'Rolls miterlebt, noch die Blütezeit Jerry Lee's als Country-Music-Star. So muss er sich darauf verlassen, dass das, was ihm der mittlerweile fast 80jährige Jerry Lee erzählt, auch stimmt. Und daran gibt es so manche Zweifel, hat doch der "Killer" sich schon immer alles so zurechtgebogen, wie es ihm zupass kam.

Das zweite Manko: Rick Bragg versucht sich in einem literarischen Stil, der gezeichnet ist durch die inflationäre Verwendung von Adjektiven und Schachtelsätzen, die manchmal über eine ganze Seite hinweg gehen, sodass man am Ende nicht mehr weiß, wie der Satz begonnen hat.

Wie schon erwähnt ist am Wahrheitsgehalt mancher Geschichten durchaus zu zweifeln, selbst Rick Bragg notiert dies mehrmals. Dennoch ist es ganz nett, die vielen, vielen Geschichten aus dem Leben des "Last Man Standing" zu lesen - manchmal wieder zu lesen, denn eingefleischte Fans kennen diese natürlich zur Genüge. Für die sind speziell die letzten Kapitel geeignet, als Jerry Lee's Stern nach und nach zu verglühen begann und er nicht mehr im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung stand. Statt musikalisch fiel er nun mehr durch öffentliche Eskapaden, familiäre Tragödien und steuerliche Probleme auf. Interessant sind auch die Ausführungen über den lebenslangen Kampf Lewis' gegen seine "Dämonen", seine innerliche Zerrissenheit, Rock'n'Roll zu spielen und gleichzeitig ein gottesfürchtiges Dasein leben zu wollen. Auch sein Alkohol-, Pillen- und Drogenkonsum wird beschrieben.

Klar wird - Jerry Lee Lewis hat ein Ego, groß wie die Welt. Andere Menschen interessieren ihn nicht, auch von Gesetzen, Steuern, Verpflichtungen usw. hält er nichts. Am Leid ihm nahestehender Menschen hat er nie Schuld gehabt. Am Ende des Buches schreibt Bragg, dass er nunmehr den alten Mann "mag". Ja, alles in allem erscheint der "Killer" nicht wirklich als jemand, den man - abgesehen von seiner Musik - lieben kann.

Weitere Buchtipps: Myra Lewis - Great Balls of Fire. Nick Tosh - Hellfire. Linda Gail Lewis - The Devil, Me and Jerry Lee.
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Ende 2014 erschien von Bragg die Biographie des legendären Sängers und Pianisten Jerry Lee Lewis. Sie entstand mit Einverständnis und in enger Zusammenarbeit mit dem Musiker. Lewis hat Bragg nah an sich herangelassen und in etlichen Interviewgesprächen ausführlich seine Herkunft, Familiengeschichte, Entwicklung und musikalische Karriere dargelegt. Seine Aussagen werden immer wieder wörtlich zitiert, sind passend ausgewählt, klug platziert und fallen - für Lewis’ Verhältnisse - erstaunlich sachlich und uneitel aus. Selbstverständlich liegen den Ausführungen auch die umfangreichen Vorarbeiten „Great Balls of Fire: The Uncensored Story of Jerry Lee Lewis“ (Myra Lewis, Murray Silver, 1981), „Hellfire“ (Nick Tosches, 1982), Rockin' My Life Away: Listening to Jerry Lee Lewis (Jimmy Guterman, 1991) zu Grunde, dazu kommen Aufsätze von Peter Guralnick und Colin Escott. Es wurden auch umfangreiche Interviewgespräche im familiären Umfeld von Lewis und bei musikalischen Weggenossen geführt und zusätzlich Featurestories und Zeitungsartikel miteingebunden. An der Literaturliste kann man erkennen, dass Bragg seine Hausaufgaben auf jeden Fall gemacht hat, die Recherche muss ihn lange beschäftigt haben.

Die Niederschrift der Lebensgeschichte ist chronologisch und ohne zeitliche Sprünge oder andere Finessen angelegt. Bragg schreibt eloquent, stilsicher und mit erkennbarer Sympathie für Lewis. Er lässt ihn immer wieder zu Wort kommen und rechtfertigt damit den Untertitel „His Own Story“ in beträchtlichem Umfang. Bragg agiert aber nicht als gefälliger Ghostwriter, ist kein Schönredner, lässt sich nicht vom charismatischen Musiker einwickeln. Immer wieder geht er spürbar auf kritische Distanz, berührt ungeklärte, unangenehme, unvorteilhafte Begebenheiten und davon gibt es bei Lewis ja nun unbestritten etliche bekannte und noch mehr unbekannte Beispiele. Das interessante ist, dass Lewis seine typische, teils nachvollziehbare, oft aber auch maßlos übersteigerte Selbsteinschätzung im vorangeschrittenen Alter spürbar besser im Griff hat. Er zweifelt an zurückliegenden Handlungsweisen, bereut einige eigene Taten, schätz sie rückblickend anders ein, als zur Zeit des Geschehens etc., ja, als Leser könnte man meinen Lewis wäre tatsächlich etwas altersweise geworden. Braggs Erzählstil, Wortwahl und seine kenntnisreiche und sensible Einbindung der vergangenen Vorkommnisse in das soziale und kulturelle Gefüge im noch stark unterentwickelten Süden der USA in den 1950er Jahren kommt Lewis da natürlich zu Gute. Bragg lässt die Hauptfigur an keiner Stelle ins offene Messer rennen, liefert sie niemals ungeschützt aus und wenn man Lewis Charakter annähernd einschätzen kann, lässt sich nur vermuten, wie viel unendliche Geduld Bragg aufgebracht haben muss um Lewis als offenherzigen Erzähler seiner eigenen Geschichte auf seiner Seite zu haben.

Bragg hat mit dem Buch so etwas wie die Autobiographie von Lewis mitgestaltet und das Endergebnis dürfte doch ziemlich in Lewis Sinne ausgefallen sein. Denn Angst oder Befürchtungen von eigenen Misstritten und Verfehlungen zu erzählen hat Lewis sicher nicht. Im Gegenteil Sünde und Vergebung sind wesentlicher Bestandteil seines alttestamtarischen /christlich-fundamentalen Weltbilds. Bragg fügt der Lebensgeschichte vielleicht nicht allzu viele neue Sachinformationen hinzu, aber er macht die Legende greifbarer, nachvollziehbarer, weniger abstrakt indem er den Wahnwitz und Irrsinn der Hauptfigur runterbricht und aufklärt. Und siehe da, die Musikkunst des Lewis braucht diesen Legendenbildung gar nicht. Auch ohne Rock and Roll-Mythos und Lifestyle, ja gerade ohne diese Zutaten, ist sein musikalisches Genie noch viel deutlicher zu erkennen. Da reichen auch einfach die ganz nüchternen Stammdaten seiner Familiengeschichte, sein Heimatdorf, die Armut, der religiöse Fundamentalismus, die Inbrunst, das gemeinsame Singen, der Glaube an eine bessere Welt in der Musik und das ewige Leben danach.

Bragg hat mit seinem Buch einen unterhaltsamen, anspruchsvollen und erhellenden Beitrag dazu geleistet das musikalische Jahrhundertphänomen Jerry Lee Lewis in möglichst vielen seiner Facetten zu erfassen. All Killer, no Filler!
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