Hier klicken Sale Salew Salem Hier klicken Jetzt informieren PR Launch Cloud Drive Photos Learn More TDZ Hier klicken Mehr dazu Mehr dazu Read for free AmazonMusicUnlimited longss17



Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 12. August 2014
Man hat ja viele Dinge über Nietzsche gehört und dieser Mann war ja wirklich nicht bekannt dafür, dass er eine 'normale' oder christliche Moral vertrat. Auch wenn man in diesen Punkten nicht mit ihm übereinstimmt, so ist dieses Buch sehr empfehlenswert.

Die Verarbeitung ist, gemessen am Preis, sehr gut. Hardcover, gut leserliche Schrift, allerdings, wie es beim Anaconda Verlag üblich ist, wurden eventuelle Passagen in griechischer, lateinischer, englischer oder französischer Schrift nicht übersetzt, allerdings sind dies meist Weisheiten oder Sprüche, die man nicht unbedingt verstehen muss, um das gesamte Werk zu verstehen.

Nietzsche erhebt mit diesem Buch den Anspruch, die Moral zu untersuchen, ohne dabei aber die beiden Wertungen des Guten und des Bösen zu verwenden. Wie ich finde ein äußerst interessanter Ansatz, denn wenn wir von Moral sprechen, dann teilen wir alle Handlungen immer gleich in bestimmte Kategorien ein. Wie man es von diesem Mann gewohnt ist, hat auch dieses Buch einen sehr hohen Sprachstil, liest sich aber dennoch nicht zäh oder anstrengend, allerdings muss ich sagen, dass ich diesen Stil auch sehr mag, anderen Menschen geht es da sicher anders.

Fazit: Wer Moral mal aus einem anderen Blickwinkel als dem üblichen betrachten will, dem sei dieses Buch wirklich zu empfehlen. Und selbst wenn man sich für die Thematik nicht interessiert, kann man sich noch am typischen Nietzsche-Stil erfreuen, wenn man ihn mag.
0Kommentar| 7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 7. Juni 2017
Man muss Nietzsche nicht folgen, um dennoch die beiden in diesem Taschenbuch zusammen veröffentlichten Werke (Jenseits von Gut und Böse; Zur Genealogie der Moral) zu bewundern. Vorab ist hervorzuheben, dass beide Werke durchaus eingängig geschrieben sind. Immer wieder spitzt Nietzsche seine Thesen derart geschickt zu, dass man als Leser innehält und beginnt weiterzudenken.

Ohne Frage hat er auch eine Wunde des noch gegenwärtigen Zeitalters offengelegt, wenn er die zunehmende Verflachung der Menschen kritisiert und dies auf die Herrschaft der Massen zurückführt (wobei Nietzsche hier plastisch aber überzogen von Sklavenmoral spricht). Entgegen Nietzsche muss man darüber nicht zum Gegner der Demokratie werden. Dass es einer Tendenz zur Pöbelherrschaft - gerade auch im Interesse der Massen - zu wehren gilt, war aber selten so augenscheinlich richtig wie heute (mehr als 100 Jahre nach Nietzsches Analyse).

Dass Krankheiten durch Kranke und nicht durch Starke übertragen werden, sollte in der Tat Mahnung sein, der Gesellschaft nicht die größtmögliche Ausbreitung Kranker und Einschränkung Starker als Medizin zu verordnen. Wenn alle gleich krank sind, ist dies der Anfang vom Ende des Lebens. So fundamental wie Nietzsche hieraus eine Umwertung aller Werte fordert, ist dies jedoch einseitig und übersieht die grossen Fortschritte der Menschheit. Trotz aller berechtigten Kritik an permanent zu bekämpfenden Verfallserscheinungen ist die Welt so schlecht nicht, wie Nietzsche sie malt. Und das liegt nicht zuletzt an seinem grossen Feind: dem Christentum.

Was bleibt ist gleichwohl ein geniales Gedankengebäude, welches die Fundamente eigener moralischer Überzeugungen radikal anders durchdenkt und in der bereits bei Hegel angelegten Figur von Herr und Knecht genealogisch neu zu verstehen unternimmt. Auch wenn nicht alles daran richtig (soll heissen: überzeugend) ist, ist auch nicht alles falsch.

Wem der Zarathustra zu esoterisch ist, dem sei dieses Taschenbuch als Alternative empfohlen, wenn man verstehen will, warum Nietzsche zurecht als Geistesgrösse gilt.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 21. Dezember 2010
Nietzsches "Götzendämmerung" trägt den Untertitel: "Wie man mit dem Hammer philosophiert". Dies trifft auch ohne weiteres auf Jenseits von Gut und Böse zu. Ständig hat man beim Lesen das Gefühl, hier werde eine Lehrmeinung oder eine konventionelle Weisheit mit einem kleinen Absatz, einem Aphorismus oder auch nur einem Halbsatz hinter einem Gedankenstrich vom Sockel geschlagen.

In den neun Hauptstücken wird eine unglaubliche Fülle an Topoi behandelt, von Erkenntnistheorie über politische Philosophie bis zu alltäglichen Dingen, sodass es kaum möglich ist, eine Zusammenstellung der erstaunlichsten Thesen anzufertigen, ohne dass deren Umfang sich notwendigerweise der Seitenzahl des Buches annähert. Natürlich ist das Werk recht voraussetzungsreich und wenn auch Nietzsches eigenes Diktum, man müsse restlos alles von ihm gelesen haben, um ihn zu verstehen, überzogen klingt, so bedarf es doch einer mehr als oberflächlichen Kenntnis philosophischer Klassiker und Zeitgenossen, um im Trommelfeuer der Sprüche und Spitzen auch nur deren Adressaten ausmachen zu können.

Nietzsche in eine bestimmte Ecke stecken zu wollen muss scheitern. Neben Tiraden gegen den "Demokratismus" und des Lobs selbstherrlicher Machtmenschen finden sich im Buch genauso wütende Attacken gegen die "Vaterländerei" und das Reich Bismarcks, dessen Fokus auf Real- und Machtpolitik den Geist verflachen lasse.

Die von Colli und Montinari herausgegebene kritische Studienausgabe enthält zusätzlich die "Genealogie der Moral" und ist, im Vergleich zu gekürzten und mit willkürlicher Orthographie aufwartenden anderen Ausgaben, absolut empfehlenswert.
0Kommentar| 10 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
HALL OF FAMEam 7. August 2009
Jenseits von Gut und Böse - diese Wendung klingt für uns automatisch unmoralisch. Muss man nicht das Gute wollen und das Böse verabscheuen? Nietzsche sieht das ein wenig anders. Für ihn sind solche moralischen Gegensätze Erfindungen der Schwachen, um sich gegen die Willkür der Starken zu schützen. In seinem berühmten Werk analysiert er den Unterschied zwischen der Moral der Sklaven (Menschen, die in irgendeiner Weise von anderen abhängig sind und sich durch eine allgemein verbindliche Moral zu schützen suchen) und der Moral der Herren (Menschen, die sich ihre Wertmaßstäbe selbst setzen). Nietzsche propagiert den Willen zur Macht" des vornehmen, aristokratischen Menschen, der sein eigenes Potenzial optimal entfalten will. Ein Freibrief für völlig prinzipienloses Handeln ist das freilich nicht: Wer gemäß einer höheren Moral handeln will, so Nietzsche, muss vor allem sich selbst im Griff haben. Nur so kann er tun, was den Menschen weiterbringt. Jenseits von Gut und Böse ist brillant geschrieben und eines der wichtigsten, manche meinen auch: der gefährlichsten Werke Nietzsches.
0Kommentar| 5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. Oktober 2008
Nietzsches Jenseits von Gut und Böse ist vielleicht - neben der Götzendämmerung - das lesenswerteste Buch des "Spätwerkes". Nietzsches Werk zerfällt vollkommen in sein Denken, seine Methode. Es gibt nichts, was Nietzsche nicht gesagt und anschließend verworfen hätte, nur, um es später wieder zu sagen. Es gibt kein System Nietzsche, und aus all den Zeilen schimmert ein Feuilletonist, ein Freigeist, ein Literat, Künstler und Dichter, Antiphilosoph und Philosoph heraus, der alles in den Schatten zu stellen vermag, was es bis dahin jemals an geistiger Leistung gegeben hat. Seine Methode ist konstruierend und dekonstruierend, sie ist perspektivisch, aber sich doch immer dieser Perspektive auch bewusst. Nietzsche wählt viele Masken, viele Stimmen und Wörter. Jeder Aphorismus ist schnell, elegant und von kristallklarer Härte und Unbeugsamkeit, ein Auszug aus seinem Denken, das sich weder über einen einzelnen noch über alle dieser Aphorismen definieren ließe. Was dem Leser bleibt, ist eine unendlich wertvolle Anleitung zu wirklich vorurteilslosem Denken, ja Nietzsche könnte gar der Lehrmeister einer jeden echten Philosophie sein, wenn er dieselbe nicht eben damit unmöglich gemacht hätte. Sagen wir besser: Freigeisterei. Wer diese Höhe erreicht hat, der findet in diesem Buch ein wahres "Vademekum", sinnlich, abstrakt, heiter und ernst, so schillernd wie die Person und das von ihm immer wieder bejahte Leben. Kein spröder Platon, greiser Kant und meckender, lustgreisiger Schopenhauer vermag gegen das unendlich tiefe "Bergwerk" dieses Denkers zu bestehen. Nur die kalte, entzauberte Moderne kann an das Denken Nietzsches anschließen - niemals aber so leicht, kunstvoll und lebenstrunken.
0Kommentar| 25 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 21. Dezember 2013
dieses Produkt war leider nicht für mich. sondern für meine nichte. sie ist sehr zufrieden. lernt Erzieherin und brauchtr es für die schule
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 3. April 2013
Das Buch enthält die Genealogie der Moral und wurde uns an der Uni für das Seminar empfohlen. Für den Preis von 9,90 Euro ist es auch für Studierende erschwinglich. Enttäuscht bin ich allerdings, da die Ausgabe kein Stellenkommentar enthält wie ich das von einer Kritischen Ausgabe erwartet hätte. Vorn sthet, dass der Text der Kritischen Studienausgabe identisch ist, hinten ist ein Nachwort eingefügt, ein hübesches Gemälde vorn drauf, das wars. Vorteil ist allerdings, dass wichtige Stellen zum besseren Verständnis hervorgehogben sind, was das Verständnis des nicht leichten Textes erheblich erleichtert. Daher ist das kritisch wohl angebracht, also ganz ok für den Preis. Nur ich habe eben einen Stellenkommentar erwartet.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. Dezember 2010
Eines der Bücher aus Nietzsches Schaffen das sehr deutlich die Gefahren aufzeigt, in die man gelangen kann, wenn man dem Denker die Zügel in die Hand gibt, denn sobald man sich überzeugt fühlt, wartet schon der nächste Schlag, der die Aussagen der letzten Seiten wieder ins Gegenteil verkehrt.
Es sind keine Widersprüche in die sich Nietzsche selbst verstrickt hätte, sondern wie sonst hätte er das Paradoxon LEBEN so lebhaft nachzeichnen können das in sich selbst ja ein zwiespältiges Phänomen zwischen Vernunft und Transgression ist?
Das beeindruckendeste Fazit, das ich aus Jenseits von Gut und Böse gezogen habe ist, dass die ewige Suche nach Wahrheit endlich ihr Ende findet, indem ihr die Kleider vom Leib gerissen werden und sie selbst nur als Illusion nachgewiesen wird. Bei Nietzsche bleibt nichts unberührt, weder die Religion noch die Wissenschaft kommen bei ihm ungeschoren davon, doch wer glaubt dass Nietzsche jede Form der Religion von Grund auf abgelehnt hatte irrt, denn er findet für das, was er aus tiefster Seele hassen kann, auch derart zarte Worte, wohingegen die Wissenschaft zum Opfer und Objekt des Denkers degradiert wird, vor allem der Empiriker kommt nur schwer verwundet aus dem Krieg.

Mit Jenseits von Gut und Böse hat man es mit einer Philosophie tun, die sich nur schwer einer vollständigen Kritik eines Einzelnen unterziehen lässt, denn so vielseitig Nietzsches Interessen und Talente waren, so eigenwillig seine Gedanken, so mannigfaltig sind die behandelten Themen.

Vergessen wir aber nicht, das Nietzsches Philosophie stark vom Geist der Romantiker geprägt war, die er ebenso wenig unberührt lässt und deren Idealismus er aufs Schärfste kritisiert. In seinen Werken führt er viele Themen, die davor einzeln behandelt worden sind, zu einer Synthese zusammen, doch vieles findet sich bereits bei Hölderlin, Novalis, Schelling und Schlegel ebenso.
0Kommentar| 6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 27. Dezember 2008
Die Insel-Verlag-Ausgabe der beiden Texte von Nietzsche enthält viele unübliche lateinische Ausdrücke und auch ganze Textpassagen auf Latein, die dem Nicht-Lateiner das Verständnis des Textes verstellen. Erklärende Anmerkungen fehlen .
22 Kommentare| 11 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 21. November 2003
Hört endlich auf, auf Nietzsche rumzuhacken. Er ist Mensch wie Du und Ich mit allen Fehlern desgleichen behaftet. Es ist nicht Nietzsche, es ist sein Werk,- DAS was aus im herauswollte, was für uns wichtig ist und uns etwas zu übermitteln versucht.
Ich schliesse mit Hesses Worten: Wohlan denn Herz nimm Abschied und gesunde...
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden