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Kundenrezensionen

4,5 von 5 Sternen
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4,5 von 5 Sternen

am 10. August 2008
"Die erste umfassende Darstellung aller deutschen Jazzmusiker und Plattenfirmen" - so wirbt der Verlag für dieses Buch. "Alle Musiker von 1920 bis heute" - so lautet der Untertitel.

Dieses Versprechen ist prinzipiell nicht zu erfüllen. Und dass es tatsächlich auch hier nicht erfüllt wird, ist sehr schnell zu erkennen. Musiker wie Richie Beirach, Bob Blumenhoven, Dai Bowen, Egon Denu, Bobby Jaspar, Helmut Kandlberger, Heinz Kitschenberg, Wolfgang Luschert, Klaus Marmulla, Fritz Münzer, Peter Reinke, Dieter Seelow und noch viele andere kommen nicht vor, zum Ausgleich aber der Schlagersänger Bully Buhlan. Das ist schlicht und einfach ärgerlich.

Label wie Brunswick, Intercord und Spiegelei werden nicht genannt.

Das Geburtsjahr Franz von Klencks war offenbar nicht zu erfahren, ebenso wenig das Sterbejahr Jimmy Pratts.

Wilhelm E. Liefland, der Jazzchronist und -kritiker der "Frankfurter Rundschau", scheint auch keiner Erwähnung wert zu sein. (Damit will ich nicht sagen, dass ich Liefland besonders geschätzt habe. Aber an seiner Bedeutsamkeit für die Jazz-Szene in Deutschland, insbesondere der in Frankfurt am Main, ist nicht zu zweifeln.)

Der Bassist Peter Kowald wird zum Saxofonisten, die Sängerin Pascal von Wroblewski wird zum Mann erklärt.

Nicht einzusehen ist, dass amerikanische Musiker wie Dave Brubeck berücksichtigt werden. Brubeck war einige Jahre als Soldat in Deutschland stationiert, darüberhinaus hat er zur Jazz-Szene in Deutschland nichts beigetragen.

Das Bild auf S. 134 ist falsch beschriftet: Von links nach rechts sind nicht zu sehen Wolfgang Haffner, Dieter Ilg und Roberto Di Gioia, sondern Haffner, Di Gioia und Ilg.

Durchgängig störend wirken auch Kategorienbrüche wie "Tenorsaxofon, Sopransaxofon, Komponist". Die beiden ersten Wörter bezeichnen Instrumente, das dritte Wort dagegen einen Beruf.

Der Hauptmangel aber besteht darin, dass die Einträge zu einem übergroßen Teil aus bloßen Aufzählungen bestehen. Stellvertretend für a l l e Artikel sei der über Heinz Sauer herausgegriffen. Der Artikel umfasst ca. 40 Zeilen. Die einzige Information, die keine Aufzählung ist, lautet: "wo er sich von 1960 bis 1978 als eigenständiger, von Sonny Rollins und John Coltrane beeinflusster Solist profilierte." Diese Information nimmt 2 1/2 Zeilen in Anspruch, also rund 6 % des Gesamtartikels.

Dass Jazz-Lexika auch gänzlich anders und damit wesentlich befriedigender verfahren können, zeigt The Rough Guide to Jazz 3 von Ian Carr, Digby Fairweather und Brian Priestly. Die Autoren konzentrieren sich auf wesentliche Stationen im Leben und Wirken der Musiker und berichten über ihre Bedeutsamkeit für die Entwicklung des Jazz. Daran hätte sich Wölfer mit Gewinn orientieren können.

Dass über 110 (!) von insgesamt 500 Seiten den Jazzaufnahmen von Amiga (DDR) gewidmet sind, ist ein Verstoß gegen jegliche Proportionalitätsregeln. Plausibler wäre noch die Auflistung aller bei SABA/MPS erschienenen LPs/CDs gewesen.

Dennoch m u s s man dieses Buch besitzen, wenn man sich für Jazz in Deutschland interessiert. Der Verfasser hat einen Bienenfleiß an den Tag gelegt, für den er h ö c h s t e s Lob verdient.

Wegen der beträchtlichen Mängel kann ich allerdings nicht mehr als **** vergeben.
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am 13. März 2015
Sehr angenehm gestaltetes und umfangreiches Jazz-Lexikon. Viele Hinweise auf weniger bekannte und dennoch interessante deutsche oder in Deutschland lebende Musiker. Teilweise mit Internetadressen von Musikerseiten (obwohl man ja weiß, das so etwas schnell veralten kann). Empfehlenswert für jeden, der sich auch für Musik und Musiker abseits des Glamours und vor allem in Deutschland interessiert.
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