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Kundenrezensionen

3,3 von 5 Sternen
4
Jannings. Der erste deutsche Weltstar
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:9,99 €+ Versandkostenfrei

am 24. Januar 2017
Frank Noack hat mit "Jannings. Der erste deutsche Weltstar" eine beispielhafte Schauspieler-Biographie vorgelegt. Wie schon in seinem Veit Harlan-Buch ergeht sich der Autor nicht in Mumaßungen, behauptet nichts, was er nicht belegen kann, sondern breitet eine überwältigende Fülle von Fakten zu seiner zentralen Figur aus. Wenn seine persönliche Sichtweise ins Spiel kommt, macht er dies immer deutlich. So entsteht ein plastisches Bild der schillernden Person Emil Jannings. Und mehr noch: Dem film- und zeitgeschichtlich interessierten Leser werden jede Menge spannender Exkurse zu Nebenhandlungen und -personen geboten. Ich habe dieses Buch kaum aus der Hand legen können - so müssen Biographien geschrieben sein!
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am 9. November 2012
Um eines vorweg zu nehmen: Ich mag den Stil von Frank Noack.

Ich hatte schon die Biografie Veit Harlan: "Des Teufels Regisseur" von ihm gelesen und war davon sehr angetan, wie er an die Sache rangegangen ist und sich dem „Teufel Harlan“ angenähert hat. Dies soll aber keine Rezension über das Buch von Veit Harlan werden, sondern sich mit den großen Schauspieler Emil Jannings auseinandersetzen.

Jannings war ein toller Schauspieler und die Filme, die ich mit ihm gesehen habe (Faust, Tartüff, Der alte und der junge König, Der zerbrochene Krug, Der letzte Mann, Der blaue Engel, Das Wachsfigurenkabinett, Anna Boleyn), habe mich alle begeistert.
Es ist diese zum Teil animalische Spielart, diese versteckte Brutalität und Wucht einerseits, dann wieder das kindliche und lakaienhafte und selbstzerstörische, das einem sofort in den Bann zieht. Oft genügte schon nur ein Blick von Jannings, um den jeweiligen Protagonisten in die Knie zu zwingen oder in Demut sein Haupt zu senken.
Genug aber der Lobdudelei über Emil Jannings.

Frank Noack beschreibt im Buch den Werdegang des Schauspielers Jannings, von den Anfängen bis zum Superstar. Jannings schien konsequent seinen Weg gegangen zu sein und wusste genau wo er hin wollte. Dass er einmal einer der größten Schauspieler der damaligen Zeit wurde und dies auch weltweit, hätte er sich vielleicht auch nicht träumen lassen.

Er kam während des 1. Weltkrieges nach Berlin an die berühmtem Theater Max Reinhardts. Spielte dort am Anfang noch eine untergeordnete Rolle mit seinem Freund Werner Krauss, der ein Freund, aber auch Rivale in der Gunst des Publikums sein sollte.
Langsam eroberte sich Jannings aber auch diese Bühnen. Später widmete er sich nach und nach aber immer mehr der Filmerei. Sie war ein lohnendes Nebengeschäft.

Laut dem, was der Autor beschreibt, war Jannings ein Genussmensch, der das Leben und die Frauen genoss, aber stets mit Anstand. Eine Art von Völlerei und Verderbtheit, die peinlich berührt, soll es wohl bei Jannings nicht gegeben haben, obwohl er sehr derb sein konnte.
Scheinbar war Jannings sehr faul, wenn es darum ging seine Rollen und Texte zu lernen. Ihm schien es wichtiger zu sein die Rolle zu spielen, die er verkörpern sollte und nicht die Texte auswendig zu lernen. Vielleicht erklärt dies auch die Lebendigkeit seines Spielens.

Spielte Jannings nun Jannings oder war er doch nur ein Schauspieler? Eine Frage, die der Autor Frank Noack aufwirft und die sich so wohl nicht beantworten lässt, denn die sozialen Kontakte Jannings sollen sehr rar gewesen sein.

Dann kam natürlich das dritte Reich, welches Jannings wie so vielen anderen Schauspielern der Zeit ( z.B. Werner Krauss, Heinrich George) zum Verhängnis wurde.

Es lässt sich schwer sagen, ob Jannings ein Befürworter des dritten Reiches war oder eben nur ein Mitläufer. Er hätte natürlich auch emigrieren können, tat dies aber nicht.
Eines scheint aber gewiss zu sein, dass er sich nie zu irgendwelchen martialischen Aussagen hinreißen ließ wie z.B. sein verehrter Kollege aus dem Ausland John Wayne.
Wenn man sich die Propagandafilme John Waynes anschaut und sich mal seine privaten Aussagen über Farbige, Indianer und Andersdenkende anschaut, dann frage ich mich wer wohl schlimmer war?! John Wayne wird heute als Duke verehrt und Jannings der Vergessenheit überlassen, dessen Schauspielerei nur auf das dritte Reich bezogen wird. Dass aber ein großer Teil seiner herausragenden Filme (Faust, Tartüff, Der blaue Engel usw.) vor dem dritten Reich gedreht worden sind, wird schnell vergessen.
Es ist immer einfach den Siegern die Wahl ihrer Objektivität zu überlassen und zu sagen was gut und was schlecht ist, aber dass Jannings, der Sohn eines Amerikaners und einer deutschrussischen jüdischen Mutter, der sein Leben lang staatenlos blieb, einer diesen bösen, skrupellosen und brutalen Deutschen sein sollte, die sich selbst als Übermenschen zelebrierten ist vielleicht die Ironie im Leben Emil Jannings.

Auf alle Fälle hat Frank Noack einen Schritt getan und uns Emil Jannings wieder ein bisschen näher gebracht und der Vergessenheit entrissen, denn er zeigt uns den Menschen und den Schauspieler Jannings; und dies auch ohne Personenregister.
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VINE-PRODUKTTESTERam 17. Oktober 2013
....und eine "Biographie" würde ich dieses Buch auch nicht nennen, wohl eher eine Aneinanderreihung der Rollen von Jannings.
Über den Menschen Emil Jannings habe bis zum 5. Kapitel (danach habe ich das Buch entnervt zur Seite gelegt bzw. aus meinem Kindle gelöscht) fast nichts erfahren.
Ich weiß das er einen Vater und eine Mutter und Geschwister hatte und das seine Familie wohl nicht arm war. Punkt.
Ich hab gelesen das er drei mal verheiratet war. Punkt. Er soll "saftig" gewesen sein. Punkt.
Und weiter?
Wenn bis zum 5. Kapitel fast gar nichts über den Menschen zu lesen ist über den diese "Biographie" handeln soll, dann wird wohl in den darauf folgenden noch viel weniger zu finden sein.
Ich habe schon einige Biographien gelesen in denen man auch was über den darin beschriebenen Menschen erfährt. Das ist hier leider wohl eher nebensächlich, da der Autor ein Meister im zitieren von zeitgenössischen Kritiken und Programmzettel ist, auch werden sehr sehr viele Namen anderer Schauspieler und Regisseure genannt, aber wie gesagt, über den Menschen Jannigs fast gar nichts.
Das ist aber wohl der Sinn einer Biographie.
Ich bin sehr enttäuscht und bereue den Kauf.
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am 30. Juli 2012
Für eine 30 Euro teure Biographie sollte ein Personenregister dabei sein. Schade! Vor allem für "wissenschaftliche Biographien" sollte es Standard sein. Zum Glück habe ich es mir nur geliehen.
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