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am 13. September 2017
Toller Film, der zu recht für den Oscar nominiert worden ist. Sehr sehenswerte. Exzellente schauspielerische Leistungen, gepaart mit guter Kameraführung. Sehenswert.
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TOP 1000 REZENSENTam 7. Oktober 2015
Regisseur Frank Beyer (1932 bis 2006) war einer der wichtigsten Regisseure der DEFA, insbesondere seine Romanverfilmungen "Nackt unter Wölfen" (1963), "Spur der Steine" (1966) und "Jakob, der Lügner" (1974) wurden zu wichtigen Klassikern der deutschen Filmgeschichte. 1991 erhielt der Filmemacher das Filmband in Gold des Deutschen Filmpreises für sein Lebenswerk.
"Jakob, der Lügner" schaffte es auch als erster und einziger DDR Film im Jahr 1977 eine Oscar-Nominierungen in der Kategorie "Bester ausländischer Film" zu bekommen, er musste sich aber am Ende durch die Elfenbeinküste, die mit Jean Jacques Annauds "Sehnsucht nach Afrika" ins Rennen ging, geschlagen geben. Immerhin war der Film auch in den USA so beliebt, dass Hollywood 1999 ein Remake mit Robin Williams in der Hauptrolle nachschob.

Es ist eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von Jurek Becker, der in seiner Geschichte die aufkeimende Hoffnung in einem namenlosen Ghetto des Jahres 1944 beschreibt. Ursprünglich sollte sogar Heinz Rühmann die Rolle von Jakob Heym übernehmen, doch dies gefiel Erich Honecker gar nicht und er setzte den tschechischen Schauspieler Vlastimil Brodsky durch, der seine Rolle aber auch vorzüglich gestaltete.
Vermutlich liegt es nahe, dass es sich bei dem namenslosen Ghetto um das Ghetto Lodz handelt, da es auch in Jurek Beckers Biografie eine große Rolle spielte. In diesem Ghetto im von den Deutschen besetzten Polen lebt Jakob Heym, der eines Abends von einem Posten aufgefordert wird sich im nahe liegenden Revier der Deutschen zu melden, da er die Ausgangssperre missachtet habe. Der Eintritt in dieses Revier ist zwar den Juden strengstens verboten, doch Heym soll sich dort auf Geheiß des Wachpostens die gerechte Strafe für dieses Vergehen abholen. Wer die Ausgangssperre missachtet, der wird erschossen. Doch soweit kommt es nicht. Der Wachhabende ist kein böser Mensch und lässt ihn laufen. Zumal es erst kurz nach 1/2 8 ist. Aber Jakob hat beiläufig aus einem Radio gehört, dass die rote Armee bereits bis kurz vor die Stadt Bezanika vorgerückt ist. Diese hoffnungsvolle Nachricht stimmt ihn hoffnungsvoll. Denn die Lage der hier eingepferchten Juden wird zunehmend aussichtsloser. Selbstmorde sind an der Tagesordnung. Jakob kümmert sich auch rührend um die 8jährige Waise Lina (Manuela Simon), die bei ihm auf dem Dachboden lebt. Er selbst arbeitet mit anderen Ghetto Bewohnern zusammen auf dem Güterbahnhof. Sein Arbeitskollege Mischa (Henry Hübchen) ist mit der hübschen Rosa Frankfurter (Blanche Kommerell) befreundet, die noch bei ihren Eltern (Dezso Garas/Zsuzsa Gordon) lebt. Micha will Kartoffeln stehlen, da der Hunger so groß ist und versucht sie aus einem Container, der auf dem Bahnhof lagert, zu entwenden. Eine gefährliche Absicht, Jakob kann sie verhindern, indem er Mischa vom Vormarsch der Russen erzählt. Dieser glaubt ihm aber erst als Jakob ein Radio erfindet. Diese Notlüge hat aber Folgen. Denn der Besitz eines Radios ist den Juden im Ghetto bei Todesstrafe verboten. Mischa hat auch das Herz auf der Zunge und erzählt im Ghetto von Jakobs geheimen Besitz. Die Nachricht verbreitet sich rasend schnell, sodass Jakob bereits beim Mittagessen des gleichen Tages von seinem alten Freund Kowalski (Erwin Geschonneck) angesprochen wird. Obwohl das Radio, das gar nicht existiert, gefährlich ist und möglicherweise auch Durchsuchungen im Ghetto zur Folge hat, wird es dennoch zum Hoffnungsschimmer...

Der Film wirkt leise und bescheiden. Aber durch die bedrückende Atmosphäre wird der Film immer stärker, je länger er läuft. Es sind vor allem auch die Darsteller, die den Film tragen. Dabei geben der Tscheche Vlastimil Brodsky als Jakob Heym und Erwin Geschonneck als Jakobs Freund Kowalski eine besonders gute Vorstellung. Letzterer wird zu einer völlig tragischen Figur, der voll auf die Zeichen der Hoffnung springt und umso drastischer einen Weg wählt als die Realität die Ghettobewohner wieder einholt. Gespenstisch wirkt die Räumung einer Straße des Ghettos, die Menschen laufen mit ihrem 5kg Gepäck die Straße entlang - hinein in die Züge. Auch am Ende sitzen wieder Menschen im Zug, auch wenn die Hoffnung bereits tot scheint, flackert sie am Himmel wieder auf. Ein tief wirkender und zutiefst menschlicher und bewegender Film.
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am 12. Januar 2006
Nicht umsonst hat diese Verfilmung von Jakob der Lügner als einziger DDR-Film eine Oscar-Nominierung und einen Ehrenpreis erhalten. Für heutige Zuschauer mag dieser Film ein wenig langatmig wirken, aber wer sich wirklich mit der Geschichte von Jakob beschäftigen möchte, hat hier eine wunderbare Umsetzng der Vorlage gefunden! Hervorragende Schauspieler geben den Figuren Tiefe und es wird mehr die Psychologie in den Vordergrund gestellt als blutige Grausamkeit. Das Ende wirkt wie im Roman gleichsam banal und erschütternd.
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1944 in einem jüdischen Ghetto. Jakob Heym (Vlastimil Brodsky) nutzt die Zeit zwischen Feierabend und Ausgangssperre für einen Spaziergang und soll sich wegen Überschreitung der Sperrstunde zur Bestrafung im Polizeirevier melden. Dort hört er im Radio eine Nachricht über die näher rückende Rote Armee und wird wider Erwarten ohne Strafe entlassen. Doch wie übermittelt er nun die für ein baldiges Ende des Ghettodaseins bedeutsame und damit hoffnungsvolle Nachricht an seine Gefährten, ohne die deutschen Besatzer als Quelle zu nennen und womöglich als Spitzel verdächtigt zu werden? Jakob behauptet, ein Radio versteckt zu haben und muss nun - als Lügner wider Willen - ständig neue Nachrichten erfinden ...

Frank Beyer (1932-2006) drehte den einzigen DEFA-Film, der für den Oscar "Bester fremdsprachiger Film" nominiert wurde, nach einem Drehbuch, das Jurek Becker (1937-1997) in Erinnerung an seine Kindheit im jüdischen Ghetto bereits 1966 geschrieben hatte. Nachdem die Verfilmung zunächst abgelehnt wurde, hatte Becker das Buch zu einem 1969 veröffentlichten Roman umgearbeitet. Es entstand ein sensibler Film, der Träumen und Hoffnungen der Menschen im Ghetto ebenso glaubwürdig folgt wie ihren Ängsten. Durch seine Lüge wird Jakob, der sich in opulenten Rückblenden immer wieder träumerisch an bessere Zeiten erinnert, zum Spender von Überlebenskraft und Hoffnung für seine Umgebung. Dank der bewegenden Geschichte und hervorragender Schauspielerleistungen hat JAKOB DER LÜGNER auch 40 Jahre nach der Entstehung nichts von seiner Wirkung verloren.

ICESTORM legt den Film in der HD-Remastered-Edition nun in ausgezeichneter Bild- und Tonqualität vor. Optional sind englische Untertitel vorhanden. Als Extras enthält die DVD Ausschnitte aus dem Frank-Beyer-Porträt "Spur der Zeiten" (1997, 38 min) und aus dem Zeitzeugengespräch mit dem Dramaturgen Gerd Gericke (2002, 17 min). Ein Wendecover ohne FSK-Logo ist vorhanden.

Für Sammlungen mit dem Schwerpunkt Deutscher Film mit Sicherheit ein Pflichtkauf.
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am 25. Oktober 2004
hier handelt es sich um die alte verfilmung aus den 70er jahren, nicht um die neuere, welche erst vor einigen jahren gedreht wurde!
lustigerweise spielt in beiden versionen armin müller-stahl mit! ;-)
jedenfalls: sehr schöner film, sehr schöne szenen, vor allem mit der kleinen lina. die alte version ist längen besser als die neue mit williams, da die alte ohne hinzugedichtete dramatische folterszenen etc auskommen kann.
fazit: beide filme sind gut, doch die alte ist tatsächlich unerreichbar besser. unbedingt ankucken!
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VINE-PRODUKTTESTERam 25. September 2007
Jakob der Lügner ist eine Geschichte, die im von Deutschen besetzten Polen im jüdischen Ghetto spielt. Jakob, ein älterer Mann, der sich auch um ein kleines Mädchen kümmert, hört durch Zufall eine Radiomeldung, nach der die Russen sich auf dem Vormarsch befinden. Die Story verbreitet sich wie ein Lauffeuer, plötzlich meint jeder, Jakob wäre im Besitz eines Radios und will Neuigkeiten erfahren. Radiohören ist allerdings streng verboten und die ganze Zwangsgemeinschaft gerät in noch größere Gefahr..
Der Film hat mich besonders beeindruckt, da man hier weitgehend ohne plakativ gezeigte Grausamkeiten auskommt, die sonst (natürlich ist es realistisch) bei solchen Filmen vorkommen müssen. Der Film arbeitet mit einfachen Mitteln, mit Psychologie und gekonnter Darstellung der Persönlichkeiten (besonders hat mir hier die Figur des Kowalski gefallen), mit einer guten Geschichte - hier werden keine Effekte oder drastischen Darstellungen herbemüht - es ist fast ein lustiger Film, wobei einem natürlich das Lachen im Halse steckenbleibt.
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am 5. März 2016
Schön, das es so etwas noch gibt. Kann ich allen nur ans Herz legen. Es war nicht alles schlecht bei uns!
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am 14. August 2009
Ich hatte diesen Film bestellt, weil ich mich mit Lügen und ihrer Mimik auseinandersetze: die schauspielerische wie persönlichen Darstellungen von Vlastimil Brodsky und Erwin Geschonneck haben mich sooo fasziniert! Ich kann den Film zigmal anschauen und jedesmal verspüre ich besonderen Respekt, diesen zwei Persönlichkeiten gegenüber!

Interessant ist: am Cover wird Armin Mueller-Stahl angezeigt, im Film hat er wenig Präsens; ich nehme an, aufgrund seines Bekanntheitsgrades. Was mich auch leichter zum Film greifen ließ. Dh Erwin Geschonneck hat eine große Präsens im Film und Mueller-Stahl durch seinen Bekanntheitsgrad "außerhalb" des Films. Dh sie teilen sich den zweiten Platz!

Feiner, schöner, für mich ein lehrreicher Film! DANKE allen "Machern": von Regie, Darstellung, Vermarktung und Verkauf!!
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am 12. Juni 2013
der Film erzählt auf leise Weise von den Dramen unserer Geschichte
unsere Kinder sind jetzt Teenies und interessieren sich für dieses Thema sehr
der Film war für sie interessant und auch spannend obwohl er leise erzählt wird
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am 13. September 2013
Ein sehr einfach gemachter Film, der auf Effekte verzichtet (die liefert der historische Hintergrund schon genug) und dadurch um so eindringlicher wirkt.
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