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Kundenrezensionen

3,5 von 5 Sternen
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am 16. Januar 2011
Zuallererst: Ken Bruen ist ein echt cooler Sack! - Darf man das bei Amazon hier so sagen? Keine Ahnung, aber es ist nun mal so. Jedenfalls macht einem das Buch "London Boulevard" genau dies klar. Der Sprachwitz und die Story, die mich das Buch in einem Rutsch haben durchlesen lassen, haben mich dann auch veranlasst, mich an die Jack-Taylor-Reihe ranzuschmeißen. Und so beginnt das Problem. Ich hab`s durch und nun kommt die Frage: Wie bewertet man so ein Buch?

Die Rezensionszitate im Klappentext bieten einem hier zwei Möglichkeiten:
1. "Deshalb fällt es mir auch schwer, hier nur von einem Krimi zu reden. Es handelt sich vielmehr um ein zartes Meisterwerk, in dem ein bisschen gemordet wird." (James Crumley)
Also habe ich keinen Krimi gekauft, sondern eher ein Stück Literatur. Und als solches ist es wirklich richtig cool! Ich bin nach "London Boulevard" der Meinung, dass die Dialoge dort und in den "Jack-Taylor-Bänden" vielleicht nur Männer richtig verstehen werden - sorry Alice! - ist einfach wie bei "Ronin" mit Robert deNiro und Jean Reno. Kleiner Exkurs daraus: "Wie geht es Ihnen?" - "Ich verpfeife meine Freunde nicht!" - "War das meine Frage?" - "Ja!" - schlicht genial und ebenso genial sind manche dieser Dialoge, die m.E. auch das Highlights dieses "kleinen Stücks Literatur" sind. Ansonsten tauchen wir im Blick auf die "Handlung", wenn man das überhaupt so nennen darf, ein in die Welt eines Ex-Polizisten - wieso Ex? Der Grund findet sich auf S. 8 oben und war das einzige Mal, dass ich während des Lesens wirklich schallend lachen konnte, also soll das hier nicht verraten werden. Und? Was treibt ein Ex-Polizist so? Er wird Trinker und Privatdeketiv, das erste mit Leidenschaft und Hingabe, das zweite eher en passant und mit einer *wenns-denn-sein-muss* Einstellung. So besteht dieses Stück Literatur dann neben interessanten Dialogen und Gedanken über "Gott und die Welt" - ja über "Gott!" und die Welt, nicht über Dies und da" - sowie aus zahlreichen Abgesängen, auf die Freundschaft, soziale Beziehungen, den Job und zuletzt auf das Leben! Wir erleben die vorläufige (Selbst-)Rettung eines trinkenden Ex-Polizisten, verfolgen ihn auf seinen Wegen durch Galway, schmunzeln über die skurrilen und faszinierenden Begegegnungen mit vom Leben Gezeichneten und denken über die lyrischen Einsprengsel zwischen den Kapiteln nach. Was bleibt zuletzt? Die Einsamkeit und ein na ja "schockierendes" Ende! Soweit Möglichkeit 1.

2. "Der neue Ian Rankin..." (Publishers Weekly)
"Irish Crime" steht zart auf dem Buchdeckel, dazwischen das irische Kleeblatt. Süß, aber unnötig. Denn dieses Zitat - "Der neue Ian Rankin" ist im Blick auf den 1. Band der Jack-Taylor-Reihe gelinde gesagt, ein Treppenwitz. Fünf Auflagen hat die deutsche Fassung - sehr gut übersetzt von Harry Rowohlt - bisher erreicht. Wegen der "Krimi-Story" wird`s kaum gewesen sein. Der Plot: Eine 16jährige begeht Selbstmord, die Mutter glaubt nicht dran, "engagiert" Jack Taylor, der in kurzen Phasen der Nüchternheit ein wenig "rumstochert", wie er selber sagt. Zum Schluss "wird alles gut" - gut im Sinne von Ken Bruen: die Mutter des toten Mädchens wieder glücklich, die Morde mehr oder weniger aufgeklärt, auch die Polizei ist`s zufrieden und Jack Taylor? Weniger. Gibt`s für ihn dann noch etwas zu tun, jup, siehe "schockierendes Ende". Ist das ein Krimi? Sorry, das ganz bestimmt nicht. Ein neuer Ian Rankin, puuh, wie viele Pints hat der Redakteur von Publishers Weekly da wohl vorab getrunken, um auf so einen Quatsch zu kommen...

Kleine Nebensache. Was hat den Verlag und was hat den Lektor wohl bewogen, vorne und hinten im Buch die Innenstadt von Galway als Karte einzufügen - und zwar mit Straßennamen, die im Buch gar nicht auftauchen und - kaum zu glauben, aber wahr - ohne die verwendeten Straßennamen im Buch in die Karten einzutragen... wie sinnfrei ist das denn? Oder, anders gesagt, wie viele Pints hat... (s.o.) Dass auch die Seitenzahlen zu den Anmerkungen von Harry Rowohlt teilweise nicht stimmten, passt da nur zu gut zu dieser seltsamen Überflüssigkeit.

Und nun? Wie soll man das Buch bewerten? Wäre es Ken Bruen gelungen, Möglichkeit 1 und 2 zusammen zu fügen, zu einem "literarischen Krimi", wäre die Wahl einfach. Genau das ist es ihm aber leider nicht. Zwar gibt es Leichen und (un-)absichtliche Morde, mehr als man sogar denkt. Aber der Plot, sofern man überhaupt von solch einem reden kann, ist in, mitten, unter den säuferischen und lyrischen Eskapaden zu gut versteckt, als dass Spannung - soll ja ab und zu zu einem Krimi dazuzugehören - und "Krimi-Mitfiebern" bei der Auflösung - soll ja bei Krimis hin und wieder eine Rolle spielen - irgendwann auftauchen. Der "Fall" ist so lediglich Beiwerk für "ein zartes Meisterwerk, in dem ein bißchen gemordet wird" (James Crumley).

Also, was tun? Literarisch klasse, krimimäßig mau - wirf eine Münze! Und? Pech für Jack Taylor: 2 Sterne! Und: Pech für mich! Denn die "Ken-Bruen-Mafia", die hier jede Bewertung unterhalb von 4 Sternen sofort mit "unbrauchbar" bewertet, weil man Ikonen ja nicht anpissen darf - um es mit Jack zu sagen - wird stante pede dafür sorgen, dass auch diese 2er-Bewertung unter geht an Galways Küsten. Und? Dazu wieder ein Zitat von Jack: "Scheiß drauf!" So long!
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HALL OF FAMEam 30. November 2014
„Jack Taylor fliegt raus“ von Ken Bruen (dtv 21367 – The Guards, 2004) ist der erste Roman aus einer mittlerweile auf 11 Bände angewachsenen Serie, bei der Jack Taylor im Mittelpunkt steht. Tatsächlich fliegt Jack Taylor gleich am Beginn raus – und zwar aus der Garda, der irischen Polizei. Das passiert gleich auf den ersten drei Seiten. Dann setzte er sein Leben ohne Garda als eine Art „Finder“ im Sinne von Herausfinder in der im Westen liegenden Stadt Galway fort. Aufgrund der seiner früheren Tätigkeit glaubten die Leute, er wüsste wie die Sachen funktionieren und baten ihn um Hilfe. Er hatte Glück und fand Lösungen. Ein bescheidener Ruf entstand. Deshalb wendet sich Ann Henderson, Mutter von Sarah, die lt. Polizei Selbstmord verübte. Sie glaubt nicht daran und bittet Jack Taylor den Fall aufzuklären. Und so taucht er, dem Lesen zugeneigt, dem Alkohol nicht abgeneigt und gelegentlich in der Entziehungsklinik in die Tiefen Galways ein, kommt manchem auf die Spur, kommt manchem in die Quere, wird verprügelt, verursacht den Tod eines Pädophilen und kommt sukzessive dahinter, was mit Sarah Henderson passierte – und dann kommt es zu einem zweifachen Finale. Alles in allem nur ein 25 %-Kriminalroman, der Fall Sarah Henderson wird so nebenbei gelöst. 75 % sind ein Roman über die Iren und deren Trinkfestigkeit, über Irland und dessen Probleme und über Galway, dessen Wandel der letzten Jahrzehnte (vor der Irland intensiv betroffenen Finanzkrise) dramatisch war. Interessant ist auch die für einen „Kriminalroman“ unübliche Sprache, die von Harry Rowohlt in ein gewöhnungsbedürftiges Deutsch übersetzt wurde. Alles in allem einmal eine etwas andere Art von Romankost, als man üblicherweise vorgesetzt bekommen.
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am 18. September 2010
Jack Taylor bekennender Alkoholiker und Expolizist arbeitet nach seinem Rauswurf bei der Polizei als Privatdetektiv. Sein Fall: Eine mysteriöse Selbstmordwelle von jungen Mädchen. Schließlich bittet die Mutter eines der Opfer Jack Taylor um Hilfe.

Man könnte meinen das wäre doch die Handlung des Buches, von dem Fall an sich bekommen wir allerdings nichts mit. Fokus des Buches ist Jack Taylor von dem wir sehr viel erfahren und seinen Lebensalltag miterleben. Wie er den Fall überhaupt löst bleibt schleierhaft. Die Selbstmordwelle bleibt bis zum Schluss Nebensache und wird per Zufall und Glück irgendwie aufgeklärt. Hat Taylor überhaupt etwas dazu beigetragen? Okay er "schnüffelt" rum und stellt Verdächtigen Fragen. Aber ohne großes "TamTam" wird der Fall easypeasy geklärt und man denkt sich: Von wegen Krimi. Diese Geschichte erzählt einfach nur über Jack Taylor. Spannung ist leider Fehlanzeige.

Der belesene Expolizist in den 50gern scheint mit seinem Leben nicht klar zukommen und philosophiert über das Dasein als Alkoholiker, die Trauer um den Vater und überhaupt über das ganze verdammte Leben. Seite für Seite erlebt man seinen Verfall mit. Ich hatte das Gefühl von einer "herunter gekommenen, dreckigen" Stimmung. Der starke sarkastische Humor jedoch brachte mich dazu bis zum Schluss weiter zulesen, da die Hauptfigur an sich sehr interessant ist. Man darf keinen genialen Detektiv erwarten, der zu tief in die Flasche greift. Taylor ist ein hoffnungsloser Fall mit ein bisschen Humor und ne Portion Glück.

Der Schreibstil ist sehr sehr simpel. Der Autor verliert sich nicht in Details und kommt direkt auf den Punkt. Das gesamte Buch scheint nur aus Hauptsätzen und wörtlicher Rede zu bestehen. Kurze abgehackte Sätze, die einem das Lesen teilweise erschweren. Weiterhin kommen unzählige Zitate, Vergleiche mit Musikern, Songtexte, Schauspielernamen usw. vor, die man als nicht irischer Leser gar nicht kennen kann. Glücklicherweise befindet sich am Ende des Buches ein Anhang mit Erklärungen, dennoch stört es mich wenn ich ständig vorblättern muss um zu erfahren von wem oder was Taylor da faselt.

Ich hatte das Buch in sehr kurzer Zeit durch, was einfach an dem Schreibstil und der wenigen Handlung liegen mag. Dennoch fand ich die Geschichte trotz der fehlenden Handlung und dem nebensächlichem Fall irgendwie ganz reizbar. Der dunkle irische Flair des Buches ist interessant und unterhaltend, besonders die humorvollen Passagen, die vor Sarkasmus nur so strotzen. Ich mag sarkastische Schreibweisen ganz gerne, von daher kann ich zusammenfassend sagen das Jack Taylor kein totaler Reinfall ist.

"Ich vermisse vieles, aber am meisten vermisse ich mich."
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Ein Polizist der säuft und prügelt fliegt wohl aus dem Polizeidienst raus und was wird dann so jemand? Ein Detektiv wird er, wenn ihn die Polizeiarbeit trotzdem nicht loslässt. Jack Taylor ist in JACK TAYLOR FLIEGT RAUS von Ken Bruen genau so ein Typ mit einem Büro in GroganŽs Pub in Galway. JACK TAYLOR, ein echt irisches Abenteuer voller grimmiger Komik, ehrlicher Menschenschau und der Suche nach dem Sinn in einem Leben voller Veränderungen.

Darf man einen Übersetzer loben? Harry Rowohlt hat das Buch JACK TAYLOR FLIEGT RAUS von Ken Bruen übersetzt und wie er es übersetzt hat - ich bin sprachlos - so genial die irische Seele und Stimmung einzufangen beim Übertrag aus dem Englischen ins Deutsche - das mag wohl nur Harry Rowohlt gelingen.

Wer gute Detektivgeschichten mag, gewürzt mit Unmengen von Alkohol, flapsigen Sprüchen und einer sehr lockeren Haltung gegenüber allem und jedem, der wird mit JACK TAYLOR bestens bedient sein.

Zuerst fliegt er aus dem Polizeidienst - zu Recht und wie ich meine trotzdem unverdient, denn den er da bestraft hat, der hat es verdient - auch wenn es oder weil es ein Politiker war.

Seine Detektivkarriere ist hart und doch macht sich Jack Taylor bei seinen ehemaligen Kollegen nicht beliebt - er recherchiert und bekommt dafür prompt die Nase gebrochen - das kann man nur mit Unmengen von Alkohol betäuben und vielleicht mit dem einen oder anderen Joint.

Wir sehen also JACK TAYLOR ist nicht gerade das Vorzeigeobjekt seiner Zunft - doch er ist an Witz und Komik, an Brisanz seiner Aktionen und an dem Unvermögen der Volksseuche Alkohol zu widerstehen nicht zu überbieten.

Mit JACK TAYLOR von Ken Bruen haben wir endlich einen würdigen Vertreter des IRISH CRIME - für alle Irlandfans ein absolutes MUSS!

Ich habe so gelacht und geweint, mit JACK gelitten und geflucht und diesem Protagonisten eine zweite Zeit gewünscht, denn so wie es aussieht wird JACK TAYLOR in einem zweiten Teil wiederkehren und er hat ja auch noch eine Menge auszutrinken - diese sahnigen Pints sind der Himmel!

Sehr empfehlenswert!
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am 17. Juni 2010
Nach einem Artikel über den Autor, kaufte ich mir dieses Buch.
Wie man diese Werk als Krimi bezeichnen kann ist mir völlig unverständlich.
Die Handlung (im Bezug auf den Fall und die Lösung) könnte man höchstens als Kurzgeschichte bezeichnen und ist auch unausgegoren. Spannung kommt hier nicht auf und man will auch gar nicht wissen wer es denn war.
Auch scheinen alle anderen Personen handfeste Trinker, respektive schwerste Alkoholiker zu sein, da die Handlung eigentlich nur in Kneipen oder auf dem Weg zu diesen stattfindet.
Wenn man von diesem Buch auf Irland schließen möchte wundert das Klischee von "permanent betrunkenen Iren" nicht mehr.
Jack Taylor hingegen ist in einigen Punkten interessant konstruiert, auch wenn der Autor auch hier ein gewisses Potential vergeudet hat. Als Alkoholiker muss er natürlich eine schwere Kindheit, respektive Mutter, gehabt haben.
Manche Stellen sind einfach unglaublich unglaubwürdig. Der Schläger der zum Missionar wird und das Schaffen einer Entzugstherapie in 12 Tagen, nur als Beispiele.

Die Lichtblicke sind der dunkle (kein schwarzer) Humor und die passenden Zitate aus anderen Werken.
Vor allem die Ansicht zu den Briten hat michi immer wieder zum grinsen gebracht.

Krimi, definitiv NEIN, aber als Lebensbeschreibung durchaus tauglich.
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am 25. August 2014
Irland im Übergang aus einer repressiv-katholischen Gesellschaft in die Moderne. Auch Jack Taylors Heimatstadt Galway verändert sich. Das Gewohnt-Greifbare macht überall dem Neuen Platz. Taylor reagiert darauf hochsensibel. Der lesewütige Mann ohne geregelten Schulabschluss, der aber dennoch bei der Polizei arbeiten konnte, setzt immer öfter seine eigene Sicht von Gerechtigkeit um. Das kostet ihn schließlich den Job. Beruhigung sucht er im Alkohol, er wird zum Säufer, der aber seine Umgebung scharf im Blick hält. Eines Tages erhält der arbeitslose Trinker einen Auftrag: Er soll für die Mutter Ann Henderson ermitteln, ob sich deren 16-jährige Tocher Sarah wirklich umgebracht hat. Taylors Detektivarbeit kommt eher zufällig voran, immer wieder unterbrochen von alkoholischen Abstürzen. Halt sucht er bei Ann, die aber auf Dauer Jacks Alkoholsucht abstößt, und bei Freunden wie dem mürrischen Kneipenwirt Shoun, dem Penner Padraig und dem undurchsichtigen trinkfesten Maler Sutton, der Jacks Versuche, mit dem Alkohol Schluss zu machen, immer wieder unterläuft.
Bruen hat anfangs wohl einen Krimi schreiben wollen, dann aber ein Stück Literatur geliefert, dessen Drama sich vor der sich wandelnden Folie irischer Sozialgeschichte entwickelt. Taylor ist Moralist. In der ungeordneten literarischen Auswahl seines Lesestoffs holt er sich immer wieder Bestätigung. Er wird aber zum ungebremsten Totschläger, sieht er seine Weltsicht verletzt . Bruen beschreibt nur, verurteilt aber nicht.
Anfangs war ich an Jakob Arjounis Ermittler Kemal Kayankaya erinnert, der auch soff und von seiner im Namen sichtbaren Herkunft her auch sehr sensibel auf seine Umgebung achtete. Kayankaya tötete aber nicht und schlug sich nur, wenn er im Rahmen seiner Detektivarbeit angegriffen wurde. Bruen konzentriert sich aber immer mehr auf den Protagonisten Jack Taylor, wodurch der ursprüngliche Ermittlungsauftrag immer mehr verblasst und aus dem Kriminalroman eine Art Lebensbild wird, das mich nicht zuletzt wegen der kongenial-sprachwitzigen Übersetzung Harry Rowohlts bis zum Schluss gefesselt hat.
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am 9. März 2014
Ein düsteres Bild der Iren wird in dem Roman gezeichnet, was der Realität nicht unbedingt fern ist, aber es sind beileibe nicht alle Iren Säufer oder Kriminelle. Auch Galway ist hier sehr düster überzeichnet, wenngleich die feiernden und gröhlenden Studenten durchaus eine Tatsache sind :-)
Die Spannung und die Wendungen in der Geschichte machen den Roman auf jeden Fall lesenswert. Ob man Jack Taylor mit seiner Vorstellung von Gerechtigkeit und seinem Lebenswandel mag, muss jeder für sich selbst entscheiden...
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am 15. November 2013
Buchempfehlungen sind immer subjektiv, daher: dies ist meine Meinung, sie muss nicht mit anderen übereinstimmen.
Dies ist das erste Buch zu einer ganzen Reihe über den Ex-Polizisten und jetzt Detektiv Jack Taylor, geschrieben mehr wie eine Detektivgeschichte, als Detektive noch Trenchcoat trugen, in verrauchten Büros saßen und geheimnisvolle Femme Fatales durch die Milchglasscheibe zu sehen waren. Dieser Detektiv trägt zwar keinen Trechcoat und es kommt keine Femme Fatale in sein Büro, rauchen tut er auch nicht, aber der Rest ist wie diese schönen Geschichten. Kein allwissender Erzähler, nicht der wirklich typische Krimi, kein Tatort-Ermittlerduo, kein makeloser Held. Es ist was, so finde ich, erfrischend anderes.
Den Plot muss ich an dieser Stelle nicht ausführlich wiederholen, der steht schon in ausreichender Zahl weiter oben und in den anderen Rezensionen: Jack Taylor, Ex-Polizist und Alkoholiker verdient seinen Lebensunterhalt als Detektiv, als er eines Tages beauftragt wird angebliche Selbstmorde von jungen Mädchen zu untersuchen.
Mein Tipp: schnappt euch die Leseprobe und macht euch ein Bild davon, vielleicht gefällt es euch wie mir, ich habe das Buch verschlungen ;)
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am 21. Dezember 2009
Jack Taylor ist eine der schrulligsten Figuren, die mir in letzter Zeit in Büchern begegnet ist. Sehr schnell findet man als Leser heraus, warum er Ex-Polizist ist. Er schwimmt gegen den Strom und seine herbe, rücksichtslose Art, gepaart mit seinem losen Mundwerk, kosten ihn seinen Job.
Als Privatdetektiv versucht er Fuß zu fassen - mit eher mäßigem Erfolg, da er den Alkohol als seinen besten Freund auserkoren hat.
Jack Taylor ist der geborene Loser und wenn man meint, er könnte nicht tiefer sinken, dann setzt er noch einen drauf.

Auch wenn der Schreibstil von Ken Bruen etwas gewöhnungsbedürftig war für mich, so konnte ich mich der Story nicht entziehen. Der Sog, in dem sich Jack Taylor verfangen hat, hat auch mich immer tiefer mit hineingezogen. Ich musste einfach wissen, wie es weitergeht. Das Schicksal dieser bedauernswerten Figur hat mich schon sehr berührt. Diese Brutalität, mit der Jacks Leben beschrieben wird hat mich so manches Mal schlucken lassen.
Der zweite Band ist leider noch nicht erschienen. Aber auch diesen werde ich lesen.
Von mir bekommt das Buch 4 von 5 Sternen.
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Die Geschichte wird durch die Hauptfigur, dem ehemaligen Polizisten und jetzigen Privatermittler Jack Taylor, aus der Ich-Erzählerperspektive erzählt. Dabei ist die Kriminalgeschichte, um den Selbstmord eines jungen Mädchens, allerdings bloß zweitrangig. Dementsprechend simpel, fast schon schlecht, ist sie auch entworfen und übt auf den Leser keinerlei Reiz oder Faszination aus. Vielmehr liegt die Hauptbetrachtung des Geschehens und des Beschriebenen, auf den privaten Problemen von Jack Taylor, der ein massives Alkoholproblem hat und auch im privaten Umfeld siehts alles andere als rosig aus.
So kann man der gescheiterten Figur Jack Taylor durch das Ungemach der irischen Stadt Galway folgen und die irische Seele des Autors Ken Bruen scheint tatsächlich in jeder Zeile lesbar zu sein. So entsteht zwar kein Kriminalroman, anders als auf dem Cover behauptet, aber ein durchaus unterhaltendes Buch über Alkoholismus, Irland und einem widerspenstigen Geist. Dennoch kann man sich nicht ganz dem Eindruck entziehen, daß der Handlung eine klare Struktur fehlt, vielmehr scheint vieles einfach dahergeschrieben und eher dem Zufall zu entspringen.
Der Schreibstil ist sehr kurzweilig und eingängig, kann aber die Mängel im Handlungsaufbau nicht kaschieren, und so bleiben am Ende doch so einige Fragezeichen beim Leser zurück, in diesem ersten Band aus der Jack-Taylor-Reihe.
Fazit: Nicht abgrundtief schlecht, aber auch kein Superknaller. Und auf keinen Fall überzeugend genug, daß der Leser sofort den Wunsch empfindet unverzüglich zum zweiten Band (Jack Taylor liegt falsch: Kriminalroman)der Serie zu greifen.
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