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Isch geh Schulhof: Unerhörtes aus dem Alltag eines Grundschullehrers Audio-CD – Audiobook, 14. Dezember 2012

4.2 von 5 Sternen 523 Kundenrezensionen

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Kundenrezensionen

Top-Kundenrezensionen

Von Larissa TOP 1000 REZENSENTVINE-PRODUKTTESTER am 19. Mai 2016
Format: Kindle Edition Verifizierter Kauf
...mal wieder um ein Buch, in dem Sprüche aus dem Kindermund widergegeben werden; nur in diesem Falle Sprüche von Kindern, die in einem nicht deutschsprachigen Elternhaus aufwachsen!

Und dann lese ich ein Buch, das mir an die Nieren geht und mich zum Nachdenken zwingt...

Dieses Buch handelt von Engagement und Resignation, Kompetenz und Inkompetenz, Ungleichheit und Unfairness (wie soll man es anders nennen, wenn die Stelle des Aushilfslehrers pünktlich vor den Sommerferien gekündigt und dieselbe Person nach den Ferien wieder eingestellt wird?), von Chancenungleichheit und vielem mehr.

Man lernt, hinter die Fassade von aggressiven und aufsässigen Schulkindern zu blicken und versteht (wenn man es will), weshalb manche Kinder so (geworden) sind, wie sie auf ihre Mitmenschen wirken. Man muss schon ein sehr abgebrühter Mensch sein, wenn man bei der Lektüre dieses Buches nicht in paar Tränen verdrückt! Ich schäme mich in keiner Weise dafür, dass mich das Schicksal einiger Kinder sehr ergriffen hat: Da kommt ein Junge im Schlafanzug zur Schule, weil seine Mutter betrunken ist, der Vater im Gefängnis sitzt und er selbst keine Kleidung findet, die er für den Schulbesuch anziehen könnte...

Dieses Buch wünsche ich jedem verantwortlichen Politiker (nicht nur ihn Berlin) zur Pflichtlektüre, aber es würde diesem ja wohl Albträume verursachen oder Gefühle hervorrufen, die von den Verantwortlichen wohl lieber verdrängt werden!!! Wie viel einfacher ist es doch, wie der Vogel Strauß zu verfahren und ganz einfach den Kopf in den Sand zu stecken....
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Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Zugegeben, am Anfang dachte ich noch, es wird eine eher humorvolle Abhandlung eines zum Scheitern verurteilten Unterrichtes bildungsferner Grundschüler. Oftmals - und glücklicherweise nur anfänglich - muss man schon ob der "Kommunikation" zwischen türkisch-stämmiger Schüler und verzweifelter, älterer (aber immerhin verbeamteter) Lehrer schmunzeln.

Erst im Laufe des Buches wird's weniger lustig; dafür zunehmend vorwurfsvoll und ernst. Denn was dort an den Schulen heranwächst ist für die gesamte Gesellschaft mehr als erschreckend. Es ist nämlich ein Unding, heute noch zu glauben, dass "Wir" mit "Denen" nichts zu tun hätten. Wenn wir diese Entwicklung zulassen, dürfen wir uns später über soziale Schieflage und v.a. soziale Kälte ins unserer gemeinsamen (!) Gesellschaft nicht mehr wundern.

Es ist kurz vor 12. Bestenfalls!
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Format: Taschenbuch
Wenn „Isch geh Schulhof“ nur ein weiterer witziger Lehrer-Erfahrungsbericht wäre, Genre Humor, Subgenre knallharte & urkomische Schulgeschichten, dann würde ich mir nicht die Mühe machen, eine Rezension zu schreiben. Andererseits, wenn das Buch als Traktat über Pädagogik oder Predigt über Schulpolitik daherkäme, ich hätte mir nicht mal die Mühe gemacht, es zu lesen. Glücklicherweise ist es weder nur das eine noch nur das andere, sondern eine Mischung aus erzählenden und reflektierenden Passagen, als literarische Form irgendwo zwischen Bildungsroman und Essay angesiedelt. Und, nicht zu vergessen, es ist ein autobiographischer Text.

Philipp Möller, Diplom-Pädagoge um die Dreißig, Nichtlehrer also, Quereinsteiger, beißt sich gut zwei Jahre lang als Vertretungslehrer an einer Grundschule durch. Er beschreibt, was er dabei erlebt, wie er sich verändert, wie er in die Aufgabe hineinwächst und am Ende beinahe Klassenlehrer wird.

Aus dieser Perspektive werden die Verhältnisse an der Berliner Grundschule geschildert; Verhältnisse, an denen man verzweifeln möchte. Der Lehrer als Potentialentfaltungscoach? Vergessen Sie’s. Möller beschreibt, wie und warum er mutiert zur „frontalpädagogischen Dampfmaschine“, er erzählt, wie ihm die Sicherungen durchbrennen und wie er die Wirksamkeit von systematischer Belohnung kennenlernt. Am Ende ahnt man ein bisschen, wie er es schafft, meistens nicht zu verzweifeln. Eine nicht unerhebliche Rolle spielt dabei ein Menschenbild, das ohne Moral auskommt, das ihm hilft, ohne Vorwürfe an die Beteiligten heranzugehen, an die Schüler, an die Kollegen, auch an die Eltern, und an sich selbst.
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Format: Kindle Edition Verifizierter Kauf
Mit 'Isch geh Schulhof' bietet Philipp Möller einen interessanten und ungeschminkten autobiographischen Einblick in seine gut zweijährige Tätigkeit als Lehrer-Quereinsteiger an einer Berliner Grundschule.

Der Autor nimmt kein Blatt vor den Mund und benennt offen die Probleme und Missstände eines maroden Bildungssystems und teils untragbarer Zustände an seiner Schule: fragwürdige hygienische Zustände, marode Bausubstanz und Lehrmittelausstattung, chronischer Personalmangel, großteils aus bildungsfernen Bevölkerungsteilen stammende Schülerschaft, Verwahrlosung vieler Schüler, extremes Aggressions- und Gewaltpotential etc. etc. Anhand seiner Schilderungen lässt sich als Unbeteiligter zumindest erahnen, wie emotional aufreibend und anstrengend dieser tägliche Dienst sein muss.

Herr Möller differenziert aber in seinen Ausführungen sehr genau und damit ist sein Buch keine pauschalisierende Generalabrechnung mit Migranten und ärmeren Bevölkerungsschichten, aber dennoch lassen sich objektiv die genannten Missstände bei diesen Menschen gehäuft beobachten. Die Schicksale vieler Kinder, die im Buch zur Sprache kommen, gehen emotional wirklich nahe und es ist im Grunde nicht nachvollziehbar, warum ein derart reiches und durchorganisiertes Land wie Deutschland es nicht schafft, diesen Kindern ein menschenwürdiges Leben und eine Perspektive zu bieten.

Das Buch lässt sich sehr gut und angenehm lesen, denn der Autor schreibt in einer offenen, unverkrampften, humorvollen und authentischen Art.
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