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Irre - Wir behandeln die Falschen: Unser Problem sind die Normalen - Eine heitere Seelenkunde Gebundene Ausgabe – 14. September 2009
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Manfred Lütz
(Autor)
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Eckart von Hirschhausen
(Vorwort)
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Seitenzahl der Print-Ausgabe208 Seiten
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SpracheDeutsch
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HerausgeberGütersloher Verlagshaus
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Erscheinungstermin14. September 2009
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Abmessungen15 x 2.3 x 22.1 cm
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ISBN-103579068792
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ISBN-13978-3579068794
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Produktinformation
- Herausgeber : Gütersloher Verlagshaus; 20. Edition (14. September 2009)
- Sprache : Deutsch
- Gebundene Ausgabe : 208 Seiten
- ISBN-10 : 3579068792
- ISBN-13 : 978-3579068794
- Abmessungen : 15 x 2.3 x 22.1 cm
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Amazon Bestseller-Rang:
Nr. 60,965 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
- Nr. 31 in Psychosen (Bücher)
- Nr. 1,541 in Gesellschaft (Bücher)
- Nr. 6,495 in Film, Kunst & Kultur (Bücher)
- Kundenrezensionen:
Produktbeschreibungen
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Hauptsächlich dreht es sich um psychische Krankheiten und gängige Therapien. Zunächst führt uns Lütz jedoch vor Augen, wie sehr das Verhalten psychisch Gesunder seltsame Blüten treibt. „Normalos“, die in stumpfer und spießiger Atmosphäre vor sich hindümpeln, bekommen genau so ihr Fett ab wie diejenigen, die Blödsinn professionell erzeugen. Dazu zählt Lütz die Ergüsse von Dieter Bohlen, Paris Hilton oder wilde esoterische Pendeleien.
Zugegeben, das Inhaltsverzeichnis sieht arg nach Seminararbeit aus. Die Stärke des Buches macht aus, dass Lütz viele plastische Beispiele anbietet, um nackte Theorie mit Leben zu füllen. So verstehen Laien besser, was zum Beispiel Depressive von Manikern unterscheidet. Und wenn wir erfahren, wie eine Patientin einmal die Bundeswehr aufmischte, öffnet sich die Pforte zum Reich der netten Anekdote.
Bei der neuen „Volkskrankheit“ Alzheimer konstatiert Lütz: „Wie eine Gesellschaft mit ihren Demenzkranken umgeht, das ist die Nagelprobe für ihre Menschlichkeit.“ Ergo ist die von Lütz angekündigte „heitere Seelekunde“ so lustig nun auch wieder nicht. Tatsächlich fehlt es Lütz nicht am nötigen Ernst, wenn etwa dargelegt wird, wie wenig Wahlfreiheit Süchtige haben, was im Wahnsystem schizophrener Patienten passiert oder wann Psychopharmaka eine befreiende Wirkung entfalten.
Dass wir die Falschen behandeln, wie der Untertitel des Buches reißerisch ankündigt, erweist sich als zu viel des Guten. Auf alle Fälle gilt: „Das mutwillige oder zynische Suchen nach Defiziten bei gesunden Menschen ist menschenunwürdig“, wie der Psychiater und Arzt vor Risiken und Nebenwirkungen der Lektüre warnt. Und während die einen die bisweilen betont locker-flockige Art des Autors weniger mögen, sehen andere darin eine souveräne Haltung voll heiterer Demut. Unter dem Strich lautet deshalb die Diagnose des Kritikers: Prädikat wahnsinnig lesenswert!
– Herwig Slezak
Pressestimmen
"Sollten die Leser am Ende vielleicht die eine oder andere Psycho-Macke an sich entdecken, haben sie richtig Glück: Der Autor mag die "Normalos" nicht wirklich. Sie sind doch vergleichsweise langweilig und bieder, sind wohlgeordnet und absolut nicht außergewöhnlich. Die rührenden Demenzkranken, dünnhäutigen Süchtigen oder mitreißenden Maniker sind doch viel spannender! Manfred Lütz nimmt die Leser auf eine Reise ins Land der Verrückten mit – und das macht richtig Spaß!" (Stadtbibliothek Solingen, Claudia Elsner-Overberg)
Der Psychiater Manfred Lütz hat ein launiges, geist- und faktenreiches Buch wider die "Tyrannei der Normalität" geschrieben. Denis Scheck (Der Tagesspiegel)
Schließlich hat laut Lütz "jeder Mensch so seine Auffälligkeiten". Wohl wahr. Dass der Mann uns den Spiegel vorhält, ist nicht meschugge, sondern löblich. Martin Hohnecker (Stuttgarter Zeitung)
Der Autor legt den Leser bei sich auf die Couch und erklärt ihm die Welt der Psychologie. Und dieser weiß nach der Lektüre : Ein paar Macken sind völlig ok. Schlimm sind nur die Normalen! (Bayernkurier)
Manfred Lütz schaffte ein Kunststück: Er schrieb einen Bestseller über psychisch Kranke. Und erklärt, warum wir vielleicht die Falschen behandeln. Doris Kraus (Die Presse am Sonntag)
Über den Autor und weitere Mitwirkende
Interview mit Dr. Manfred Lütz
Herr Dr. Lütz, wie kamen Sie auf die Idee zu Ihrem neuen Buch „Irre! Wir behandeln die Falschen. Unser Problem sind die Normalen. Eine heitere Seelenkunde“?
Dr. Lütz: Wenn ich über Tag mit meinen Patienten zu tun habe, so sind die zwar alle psychisch krank, aber das sind in der Regel freundliche, sensible, liebenswürdige Menschen, die zumeist nur vorübergehend ein Problem haben. Sehe ich dann abends Nachrichten, dann ist da die Rede von Kriegshetzern, Wirtschaftskriminellen, eitlen Egomanen, die auf Teufel komm raus die Welt beunruhigen – und niemand behandelt die. Denn das geht auch gar nicht, weil die alle als normal gelten. Und da ist es kein Wunder, dass sich mir immer mehr die These aufdrängte, dass unser Problem in Wirklichkeit gar nicht die Verrückten sind, sondern ganz im Gegenteil: Unser Problem sind die Normalen.
Sie sagen das augenzwinkernd, aber mit ernstem Hintergrund. Das Buch ist eine scharfzüngige Gesellschaftsanalyse nicht ohne satirische Zuspitzungen. Woher dieser Hang zur Satire?
Dr. Lütz: Weil die Wirklichkeit in Manchem realsatirische Züge hat und weil ich der Auffassung bin, dass ein kluger Scherz mehr Einsicht vermitteln kann als eine bierernste Festrede voller unerhörter Selbstverständlichkeiten. Eckart von Hirschhausen, der dan-kenswerterweise das Vorwort geschrieben hat, ist ein Musterbeispiel dafür, dass Satire unterhalt-sam und informativ zugleich sein kann. Ich glaube ganz ernsthaft, dass die Diktatur der Normalität all der wahnsinnig und blödsinnig Normalen einschneidende gesellschaftliche Folgen haben kann.
Ihre Krankengeschichten sind oft nicht nur unterhaltsam, sondern auch witzig. Darf man humorvoll über psychische Erkrankungen reden?
Dr. Lütz: Aus meiner Sicht ist es eine Diskriminierung psychisch Kranker, ihren Witz und ihre Originalität mit sauertöpfischem Mitleidspathos zuzukleistern. Gewiss, psychische Krankheit ist auch ein Leid, aber nie nur das. Humor ist die Fähigkeit, sich selbst und andere mit einem gewissen Abstand zu sehen und sich und andere nicht übertrieben ernst zu nehmen. Das hat einen Mann wie den bekannten Psychiater Viktor Frankl sogar das KZ überleben lassen.
Populär geschriebene Bücher werden aber oft von der Fachwissenschaft als zu ober-flächlich belächelt...
Dr. Lütz: Deswegen habe ich das Buch vorher von führenden deutschen Experten lesen lassen. Professor Wolfgang Maier aus Bonn ist einer der in Deutschland anerkanntesten psychiatrischen Wissenschaftler, Professor Windgassen aus Remscheid ist Herausgeber eines der bekanntesten psychiatrischen Lehrbücher, Professor Klaus Dörner ist mit seinem Bestseller „Irren ist menschlich“ sozialpsychiatrisches Urgestein, Professor Christian Reimer ist Psychoanalytiker, Professor Martin Hautzinger Verhaltenstherapeut und beide sind Herausgeber von entsprechenden Lehrbüchern. Das Buch wurde aber auch von einem Betroffenenvertreter und einer Angehörigenvertreterin vorher gelesen, damit diese ursprüngliche Perspektive dem Buch nicht fehlt. Das war zwar aufwändig, doch es wäre Volksverdummung, zwar populär, aber unrichtig zu schreiben. Die Herausforderung dieses Buches war es ja gerade, den heutigen Stand der Wissenschaft allgemeinverständlich rüberzubringen.
Sie sind selbst Psychiater und arbeiten in der Psychowelt. War das für Sie nicht schwierig, die Übersetzung vom „Fachchinesischen“ ins Allgemeinverständliche?
Dr. Lütz: Meine Frau ist Journalistin und vertritt die merkwürdige Auffassung, man könne alles Wichtige auch verständlich sagen. Das ist natürlich für uns Ärzte eine Zumutung, da unser Beruf seine Autorität seit Jahrhunderten durch sprachliche Unverständlichkeit aufrechterhält. Doch als folgsamer Ehemann habe ich getan, was meine Frau sagt – und damit habe ich nicht nur als Schriftsteller die besten Erfahrungen gemacht. Außerdem habe ich das Buch von einem Metzger lesen lassen. Metzger sind geerdete Leute und dass der es gut fand, hat mich sehr beruhigt.
Für wen ist das Buch geschrieben?
Dr. Lütz: Für Leute, die Psychiatrie gar nicht interessiert, die sich aber einfach mal mit Substanz unterhalten wollen. Natürlich auch für die 30 Prozent Deutschen, die in ihrem Leben irgendwann mal eine psychische Störung haben – und für die restlichen 70 Prozent, die alle irgendwelche Angehörige haben, die psychisch erkrankt sind. Ich kenne mit anderen Worten kaum jemand, für den das Buch nicht höchst geeignet ist.
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Die ärztliche Kunst besteht darin, so viel NICHTS zu tun, wie nur möglich. Das gilt für Psychiater wie für Chirurgen. Ein Chirurg braucht 2 Jahre, um zu wissen, wie eine Operation zu machen ist. Und 20 Jahre, um zu wissen, wann die Operation NICHT zu machen ist. Genauso braucht ein Psychiater viele Jahre, um zu wissen, wann er einen merkwürdigen Menschen NICHT behandelt. Wer sich mit psychisch Kranken beschäftigt, der gewinnt einen besseren Blick dafür, was alles noch normal ist und was ein echtes Problem. Eine "irre" Erfahrung, an der uns der Autor in diesem Buch auf unterhaltsame Weise teilhaben lässt.
Wenn man sich klarmacht, wie oft jeder einfach gestrickte Computer abstürzt, ist es kein Wunder, dass psychische Erkrankungen zu den häufigsten überhaupt gehören. Dieses Buch ist eine spannende und höchst vergnügliche Entdeckungsreise durch die ganze faszinierende Psychowelt. Womöglich lernen Sie dabei, Ihre merkwürdige Tante und Ihren skurrilen Vetter anders zu sehen und zu schätzen. Und womöglich sich selber auch.
Das menschliche Gehirn ist die komplizierteste Sache der Welt. Dummerweise kommt es ohne Gebrauchsanweisung. Automatisch gehen die meisten Leute intuitiv falsch damit um. Die sagen sich: "Ich möchte mir das Gehirn möglichst lange frisch erhalten, indem ich es möglichst selten benutze!"
Falsch - das Gehirn kann man trainieren wie einen Muskel, machen Sie keinen Schließmuskel daraus. Alles, was wir oft tun, verändert unsere Hirnstruktur. "Auf die Dauer der Zeit nimmt die Seele die Farbe der Gedanken an", sagte schon Marc Aurel vor bald 2000 Jahren in Rom. Heute nennen wir das "Neuroplastizität", sprich: Nervenzellen formen sich neu, wenn sie genutzt werden, und in diesem Buch kann sich Ihr Hirn mal mit dem Hirn beschäftigen. Gönnen Sie ihm das!
Unser Verstand will die Dinge gerne eindeutig sortieren, aber die Welt widersetzt sich der simplen Unterteilung von krank oder gesund, links oder rechts, richtig oder falsch. Wir können in drei verschiedenen Funktionszuständen Widersprüche gleichzeitig gelten lassen: im Traum, in der Psychose und im Lachen. Von allen dreien handelt dieses Buch. Aber das Lachen ist der gesündeste von ihnen.
Die Arztsprache enthält bisweilen eine versteckte Poesie. So heißt "Schizophrenie" wörtlich: Gespaltenes Zwerchfell. Die Griechen dachten nämlich, die Seele sitze im Zwerchfell. Das finde ich als Komiker eine sehr sympathische Vorstellung, dass Lachen, Seele und Atmung zusammengehören. Aristoteles dachte noch, das Hirn sei nur ein Apparat, um das Blut zu kühlen. Und wie wir heute wissen, hat er bei vielen Menschen recht behalten ...
Selbstzweifel sind bei einem Arzt ein Qualitätszeichen. Jemanden, der auf alles eine Antwort weiß, sollte man am besten gar nicht erst fragen. Und so möchte ich betonen, dass ich mit Manfred Lütz in einigen Dingen nicht einer Meinung bin, aber er sehr offen war für Anregungen - mehr als normal. Einig sind wir uns in unserer Mission: dass Lachen das Leben schöner macht, und man humorvoll und auf gut Deutsch auch schwere Dinge gelassen an- und aussprechen kann. Komik entsteht, wenn man Tragödien anschaut und dabei ein Auge zukneift. Und so ist dieses Buch bisweilen einäugig und augenzwinkernd zugleich. Möge es vielen Lesern die Augen öffnen für die alte rheinische Weisheit: "Jeder Jeck ist anders".
Ein herzliches Glück-Auf
Dr. Eckart von Hirschhausen
Arzt, Kabarettist und Autor von "Arzt-Deutsch", "Die Leber wächst mit ihren Aufgaben"
und "Glück kommt selten allein"
Gründer der Stiftung HUMOR HILFT HEILEN
"Der Irrsinn ist bei Einzelnen etwas Seltenes -
aber bei Gruppen, Parteien, Völkern, Zeiten die Regel."
Friedrich Nietzsche
Vorspiel
Wenn man als Psychiater und Psychotherapeut abends Nachrichten sieht, ist man regelmäßig irritiert. Da geht es um Kriegshetzer, Terroristen, Mörder, Wirtschaftskriminelle, eiskalte Buchhaltertypen und schamlose Egomanen - und niemand behandelt die. Ja, solche Figuren gelten sogar als völlig normal. Kommen mir dann die Menschen in den Sinn, mit denen ich mich den Tag über beschäftigt habe, rührende Demenzkranke, dünnhäutige Süchtige, hochsensible Schizophrene, erschütternd Depressive und mitreißende Maniker, dann beschleicht mich mitunter ein schlimmer Verdacht: Wir behandeln die Falschen! Unser Problem sind nicht die Verrückten, unser Problem sind die Normalen!
Um diese kühne Behauptung zu belegen, reicht es aber nicht, sich mit den Merkwürdigkeiten der Normalen zu befassen, man muss die Verrückten kennen lernen. Das ist freilich für den Normalbürger nicht so leicht möglich. Denn früher hat man psychisch kranke Menschen in Anstalten irgendwo auf die grüne Wiese verfrachtet in der treuherzigen Annahme, frische Luft könne ja nicht schaden. Als man dann merkte, dass das beherzte Herausoperieren merkwürdiger Mitbürger aus ihrer menschlichen Mitwelt die Betreffenden noch merkwürdiger machte, verlegte man sie zwar wieder schleunigst mitten in unsere Städte. Doch nun leben diese Menschen in so unglaublich professionell geleiteten Einrichtungen, dass Otto-Normalbürger den Eindruck hat, man brauche mindestens eine Universitätsausbildung, um mal einen Schizophrenen nach dem Bahnhof zu fragen. Die allgemeine Wichtigtuerei gewisser Psychofachleute schuf ein professionelles Getto, das dem Normalbürger psychisch Kranke oft so fremd erscheinen lässt, als kämen die von einem anderen Stern.
Was ist da zu tun? Aufklärung ist angesagt. Aufklärung über wahnsinnig Normale und ganz normale Wahnsinnige. In diesem Buch habe ich mir daher vorgenommen, allgemeinverständlich alle psychischen Krankheiten und alle gängigen Therapien auf dem heutigen Stand der Wissenschaft darzustellen. Beinahe jeder hat in seiner Verwandtschaft irgendeine merkwürdige Tante oder einen skurrilen Onkel, über die nur getuschelt wurde. Und jeder hat in seiner Nachbarschaft so manche eigenartige Gestalt, auf die man sich bisher keinen Reim machen konnte. Am Ende dieser Seiten sollte da mehr Klarheit bestehen. So wird das Buch Sie verändern - und Sie werden anders mit Ihren Mitmenschen umgehen.
Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
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Kundenrezensionen
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Auf vielleicht 170 der 200 Seiten die versprochene "heitere Seelenkunde" d. h. die wichtigsten psychischen Krankheiten werden für den Laien verständlich und unterhaltsam erklärt. Gespickt mit Anekdoten und Vorurteilen. Was zwangsläufig heißt, keinerlei wissenschaftlichem Anspruch genügend. Das ist aber auch in Ordnung so, das Buch soll schließlich unterhalten. Besonders gelungen finde ich den Blick darauf, wie ein psychisch Kranker eigentlich die Welt wahrnimmt.
Nebenbei gibt der Autor (der Psychiater-Chefarzt mit allem Tamtam ist) Einblick in seine Sichtweise, von denen manches auch recht sympathisch ist - zumindest mir, ist natürlich Ansichtssache. Zum Beispiel: Selbstironischer Blick auf die eigene Disziplin. Psychische Krankheiten sind wie andere Krankheiten klar definiert, nicht jeder Alltags-"Verrückte" darf zB mit einem Maniker in einen Topf geworfen werden. Nicht jeder schwere Verbrecher ist psychisch krank. Der Psychiater hat den zu behandeln, der einen Krankenschein abgibt und niemanden sonst. Und nicht zu vergessen der Hinweis darauf, dass es gerade die Besonderen und Anderen sind, die unsere Gesellschaft mit Leben und Farbe bereichern.
Auf weiteren vielleicht 30 Seiten wütet der Autor, gegen sämtliche eigenen Grundsätze verstoßend, wild auf (fach)fremdem Gebiet herum und stellt ad hoc irgendwelche Behauptungen auf. Etwas zugespitzt gesagt ist das Ergebnis, dass Dieter Bohlen an allem schuld ist. Wenn die Welt untergeht, aus welchem Grund auch immer, dann war das Dieter Bohlen. Und so Leute wie der.
Wenn der Autor diese Methode, mit der er alles außer Psychiatrie behandelt, auch auf die Psychiatrie anwenden würde, dann könnte das so aussehen: Die sind doch alle KRANK und GEFÄHRLICH und gehören EINGESPERRT. ENDE.
Und noch eins: Das Marketing für das Buch, äußere Aufmachung, Klappentext etc. ist grob irreführend. Das knallige IRRE! kommt überhaupt nicht vor. Der Autor behauptet nicht, dass die Falschen behandelt werden. Wie sollte eine solche Forderung auch aussehen? Allen Psychotikern und Depressiven die Medikamente wegnehmen und statt dessen alle Kleingärtner und HSV-Fans in die Psychiatrie stecken? Das steht in dem Buch absolut nicht drin. Hinten drauf steht noch "Ein Psychiater schlägt Alarm". Das tut er auch nicht. Das Buch ist in einem ruhigen, sachlichen, heiteren Ton gehalten. Wobei, vielleicht hat der Verlag verlangt, dass der Autor noch kurz ein möglichst dämliches Kapitel dazu schreiben soll, in dem drin steht, dass Dieter Bohlen kurz davor ist, erfolgreich den Planeten Erde zu sprengen, damit das Buch auch an dumme Leser verkauft werden kann.
Durch "Irre!"bekommt man eine generelle Übersicht über die gängigsten psychischen Erkrankungen und lernt sie zu verstehen und ein Stück nachzuvollziehen.
Hier wird einem aber auch mit heiterer Laune vor Augen geführt wie viel Farbe psychisch Kranke in unser tägliches Leben bringen und wie wichtig es ist sich nicht in "Normalitäten" zu verlieren.
Für mich war es schwierig Menschen wie Trump/Stalin/Hitler nicht als Krank zu bezeichnen aber Lütz hat recht: Dies wäre eine Beleidigung für alle Kranken!
Und keine Sorge: der Autor macht nicht Dieter Bohlen für alles verantwortlich, das erfährt man aber nur, wenn man über Seite 26 hinaus liest.
Das Buch stach mir eher von seiner gestalterischen Aufmachung ins Auge. Nichtsdestotrotz handelte es sich bei dem Buch um einen Teil meiner Recherche zu meiner Masterarbeit. Diesen Anspruch hat es voll und ganz erfüllt! Man liest dieses Buch gerne, Kratzt sich echt oft am Kopf und wundert sich darüber, dass man all die Jahre so blind war. Definitiv eine Empfehlung wenn man sein Weltbild auf den Kopfgestellt bekommen will.
Über meinen Account werden Liebhaber schöner Bücher definitiv fündig!
Der Mensch ist ein komplexes Wesen. Ihn zu erklären ist nicht leicht, ihn vollständig zu analysieren wahrscheinlich unmöglich.
Ich hatte an dieses Buch keine besonderen wissenschaftlichen Ansprüche, sondern habe es wie ein Abenteuer betrachtet, um als Nicht-Psychologe einen kleinen und verstehbaren Blick in ein Feld zu bekommen, das vielen von uns verschlossen bleibt oder über das übermäßig Halbwissen gestreut wird.
Scharfzüngig, ja, vergnüglich, unbedingt, provokant, auf jeden Fall. Wertvoll - das entscheidet jeder Leser für sich. Wenn man ohne den biederen Bierernst daran geht und sich darauf einlässt, kann man durchaus Wissen und Erhellung herausziehen für den schnöden Alltag. Ob alles politisch korrekt verarbeitet wurde, will ich nicht beurteilen.
Mir hats gefallen, und ich werde bestimmt noch öfter darin blättern.