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Kundenrezensionen

4,3 von 5 Sternen
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4,3 von 5 Sternen
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am 22. Juni 2017
Ich habe auf einer Irlandreise begonnen das Buch zu lesen und war jedesmal hoch erfreut
von der Reiseleitung Dinge zu erfahren, die Heinrich Böll auch schon beschrieben hat.
Zeitlos...es gibt eben Dinge die ändern sich nicht!
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am 27. November 2012
Alles OK bin mit der Ware sehr zufrieden. Geschäft ging reibungslos. Jederzeit wieder.
Gefällt mir und meinem Sohn sehr. Klasse
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Heinrich Böll wollte die Welt sehen, wie sie ist, "mit einem menschlichen Auge, das normalerweise nicht ganz trocken und nicht ganz naß ist, sondern feucht - und wir wollen daran erinnern, daß das lateinische Wort für Feuchtigkeit Humor ist-, ohne zu vergessen, daß... es Dinge gibt, bei denen kein Anlaß für Humor besteht." (Erzählungen, Hörspiele, Aufsätze, S. 341ff.)

Das "Irische Tagebuch" von Heinrich Böll besteht aus 18 literarischen Texten, die der deutsche Schriftsteller und Nobelpreisträger 1957 veröffentlicht hat. Was zunächst nur ein Reiseziel war, wurde schnell zu einem Refugium: Achill Island an der Westküste Irlands, eine in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts noch sehr ursprüngliche, fast rückständige Region, die Böll zutiefst faszinierte und dazu bewog, mehrere Monate im Jahr dort zu verbringen. Sein "Irisches Tagebuch" zeichnet kleine literarische Skizzen von der reizvollen Landschaft und den Städten Irlands, den dort lebenden Menschen und ihren seltsamen frommen anregenden Marotten. Entstanden ist ein mitfühlender poetischer Bericht, dem einige kritisch-ironische Lichter aufgesetzt werden. Böll sammelt Eindrücke und Impressionen, lauscht den Gesprächen Einhemischer, fügt kritische Anmerkungen hinzu und stellt literarische Bezüge her: in dem Text "Porträt einer irischen Stadt" hält sich Böll in Limerick auf, "der frommsten Stadt der Welt" und sieht mit seinem Begleiter auch die große Armut und Zerlumptheit der Kinder ("Mein Begleiter zitterte; er unterlag dem bittersten und dümmsten aller Vorturteile: daß Menschen, die schlecht gekleidet sind, gefährlich seien, gefährlicher jedenfalls als die Gutgekleideten.") und da fällt ihm ein, dass Jonathan Swift bereits 1729 eine bittere Satire, den "Bescheidenen Vorschlag, zu verhüten daß die Kinder armer Iren ihren Eltern oder dem Lande zur Last fallen" verfasst hatte, in der Swift "der Regierung nahelegte, die geschätzte Zahl jährlicher 120000 Neugeborener den reichen Engländern... als SPEISE ANZUBIETEN -; genaue, grausame Beschreibung eines Projektes, das vielerei Zwecken dienen sollte, unter anderem der Verminderung der Zahl der Papisten."

Es gibt zahlreiche Beispiele, die von der hohen Virtuosität und Sensibilität der Texte zeugen: In dem Text "Bete für die Seele des Michael O'Neill" erzählt Böll zunächst über eines seiner ersehnten Reiseziele in Dublin, "die Einzelsäuferkoje mit dem Ledervorhang" ("in diese sperrt sich der Trinkende selbst ein wie ein Pferd; um mit Whiskey und Schmerz allein zu sein, mit Glauben und Unglauben, versenkt er sich tief unter die Zeit, in den Caisson der Passivität, solange das Geld reicht.") bevor er eine Kirche aufsucht, wo auf den Bänken kleine Emailletafeln befestigt sind, die zu einem Gebet auffordern: "Bete für die Seee des Michael O'Neill, der am 17.1.1933 60jährig starb. Bete für die Seele der Mary Keegan, die am 9. Mai 1945 achtzehnjährig starb; welch eine fromme und geschickte Erpressung: die Verstorbenen werden lebendig, ihr Sterbedatum verbindet sich für den, der das Täfelchen liest, mit seinem Erlebnis an diesem Tag, in diesem Monat, diesem Jahr. Mit zuckendem Gesicht wartete Hitler auf die Macht, als hier 60jährig Michael O'Neill starb; als Deutschland kapitulierte, starb achtzehnjährig Mary Keegan." Als Böll eine weitere Emailletafel liest, wo aufgefordert wird für Kevin Cassidy zu beten, der am 20.12.1930 als Dreizehnjähriger starb, erinnert er sich wie er zur selben Zeit als Dreizehnjähriger in der großen, dunklen Wohnung der Kölner Südstadt mit dem Weihnachtszeugnis in der Hand aus dem Fenster auf die winterliche Straße herunterschaute. Nachdem Böll die Kirche wieder verlässt ist der Schatten des Kevin Cassidy so nahe bei ihm, dass er anschließend zwei Whiskey bestellt und für Kevin mit trinkt.

In dem Text "Skelett einer menschlichen Siedlung" geht es um das Verlassene Dorf (das als Symbol steht für die breiten Ströme von Auswanderer nach der großen Hungersnot im 19. Jahrhundert, eine nationale Katastrophe, "deren Schock sich durch die Generationen bis auf heute vererbt hat"), dass Böll mit seiner Frau und seinen Kindern besichtigt. Niemand weiß wann das Dorf verlassen wurde, die alte Frau von nebenan weiß nur, dass es bereits um 1880, als sie ein kleines Mädchen war, menschenleer war. Die alte Frau erzählt ihre Geschichte, die exemplarisch ist für viele Familiengeschichten in Irland: von ihren sechs Kindern sind vier ins Ausland ausgewandert. Nur ihr unverheirateter fünzigjähriger Sohn ist bei seiner alten Mutter geblieben, die flüchtige Begegnung mit ihm beschreibt Heinrich Böll so: "von weitem, wenn er mit dem Vieh von der Weide kommt, sieht er wie ein Sechzehnjähriger aus, wenn er dann um die Hausecke herum in die Dorfstraße einbiegt, meint man, er müsse wohl um die Mitte der Dreißig sein, und wenn er dann am Haus vorbeikommt und scheu ins Fenster hineingrinst, dann sieht man, daß er fünzig ist. ...und Tony geht wieder davon, als Fünfzigjähriger, verwandelt sich an der Ecke in einen Dreißigjährigen, wird oben am Hang, wo er im Vorbeigehen den Esel krault, zum Sechzenjährigen, und als er oben für einen Augenblick an der Fuchsienhecke stehenbleibt, für diesen Augenblick, bevor er hinter der Hecke verschwindet, sieht er aus wie der Junge, der er einmal gewesen war."

Allein schon die Überschriften der Texte deuten auf die literarische Qualität, die virtuose Ambition und satirisch-ironische Darstellung hin: "Ambulanter politischer Zahnarzt" (hier übernimmt Heinrich Böll die Rolle des politischen Dentologen und zieht dem ausländischen Hitler-Mythos den Zahn), "Als Gott die Zeit machte..." (ein Kinobesuch in dem kinoverrückten Irland, wo der Film erst anfängt wenn alle Priester vollzählig versammelt sind, entwickelt sich zu einer Meditation über die Zeit, von der Gott, nach Meinung der Iren, genug gemacht hat) "Die schönsten Füße der Welt" (eine junge Arztfrau wartet gebangt nachts auf die Rückkehr ihres Mannes, der einen Krankenbesuch in einem entlegenen Ort machen musste und vor lauter Nervosität und Sorge verfolgt sie mit ihrem lackierten Zeigefinger die Straße auf der großen Landkarte, "auf der ihr Mann vor zwei Stunden davonfuhr: ein Dorf, zwei Meilen Moor, ein Dorf, drei Meilen Moor, eine Kirche - die junge Frau bekreuzigt sich, als führe sie wirklich an der Kirche vorüber... ."), "Der tote Indianer in der Duke Street" (in meinen Augen der schönste Text mit seiner Menschlichkeit, Unbestechlichkeit und dem Vermögen auch hinter die Dinge zu sehen: der Anblick eines irischen Polizisten, der Autos anhält um die Papiere der Fahrer zu überprüfen, beflügelt Bölls Phantasie, der in dem Gesetzeshüter einen Nachfahren eines Königs oder den Enkel eines Dichters oder den Neffen eines Heiligen sehen möchte, "vielleicht auch hat er, der hier das Gesetz zu hüten scheint, die andere Pistole, die der Außergesetzlichkeit des Freiheitskämpfers, zu Hause unter dem Kopfkissen liegen". Der Polizist erzählt Böll und seinem Beifahrer von dem ermordeten Indianer, über dessen Identität man nichts weiß. Für die Nonne, die ihn auf der Straße tot aufgefunden hat, war er ein Engel, eine Erklärung, der sich der diensthabende Polizist nur anschließen kann: "Wirklich, ich glaube heute auch, daß er ein Engel war: wo sollte er sonst herkommen?" Böll dazu: "Und ich begann zu ahnen, daß der Polizist nicht der Enkel eines Dichters, sondern selbst ein Dichter sei."), "Wenn Seamus einen trinken will..." (eine satirische Skizze über das groteske und unverständliche Gesetz des Alkoholverbots zur Polizeistunde), "Kleiner Beitrag zur abendländischen Mythologie".

Der Katholik Heinrch Böll, der in Deutschland nicht mit Attacken gegen den Klerikalismus, Scheinfrömmigkeit und gegen eine letztlich unmoralische, weil unmenschliche Sexualmoral gesparrt hat, zeigt sich hier weniger kämpferisch und wütend: obwohl er seine erfundene literarische trinkfreudige Figur Seamus (sprich Schämes) gotteslästerliche Flüche auf den Klerus austeilen lässt, weil dieser für die unverständlichen Gesetze mitverantworlich ist ("wie der Klerus in Irland auch bei der Vergebung von Kneipenlizenzen, bei der Festlegung der Poizeistunde, bei Tanzvergnügen das entscheidende Wort spricht") hebt er seinen restlichen Zorn für Deutschland auf. Böll überlässt die Kritik an den Zuständen und Verhältnissen in Irland, den Iren selbst. Er weiß, dass es wahrscheinlich für einen, der Ire ist und schreibt, "viel Ärgerliches in diesem Land" gibt, "aber ich bin kein Ire und ich habe Ärger genug mit dem Land, über das und in dessen Sprache ich schreibe, und auch der KATHOLISCHE Ärger in dem Land, dessen Sprache ich schreibe, genügt mir."
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am 1. Mai 2017
Heinrich Bölls Sprache ist angenehm zu lesen, aber nicht leicht zu verstehen. Die verklärte Sicht des Autors auf Irland mit seinen schönen, aber eben auch ausreichend pessimistisch stimmenden Seiten wird malerisch umdichtet. Für Literatur- und Irlandfans macht aber genau das dieses Buch zu einem Hochgenuss.
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am 1. Februar 2013
Die sehr lange Einleitung erfordert schon einen langen Atem. Leider geht der Roman so zäh weiter. Habe es auch nicht mehr zu Ende gelesen.
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am 21. Februar 2013
Der Autor verarbeitet ein großes Faktenwissen in der Handlung. Die Untergliederung der Romanabschnitte entspricht nicht den heutigen Lesegewohnheiten. Richtige Spannung will in der Geschichte nicht aufkommen. Das gezeichnete Bild der damaligen Zeit leidet unter der Struktuierung des Romans. Nicht wirklich empfehlenswert.
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am 4. September 2014
Ich habe das Irische Tagebuch auf meiner Irlandreise (Kerry) gelesen.

Böll selbst war neben Dublin häufig an der Westküste, jedoch weiter nördlich auf Archill Island. Die rauhe und bergige Landschaft am Atlantik hat mich wie auch Böll wohl gleichermaßen fasziniert. Seine Eindrücke sind literarisch wunderbar ausgearbeitet und öffnen Räume und Stimmungen, in denen es leicht fällt, abzutauchen. Geschildert wird aber auch, wie der Alltag der Iren in den Fünfzigern ausgesehen hat - im direkten Vergleich wird einem die enorme Entwicklung klar, zieht man allerdings die Brücke zwischen den Schilderungen Bölls und dem heutigen Irland, so kann man tiefere Einblicke in die irische Kultur und die Eigenheiten der Iren verstanden werden.

Alles in allem ein feines Stück Literatur, wenn man (wie ich) Sprache und Stimmung der Action vorzieht.
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am 1. August 2011
Wenn Seamus (sprich: Schämes) einen trinken will...

Unvergessen die einzelnen Episoden des "Irischen Tagebuchs". Melancholisch, düster, grau. Das Bild einer von Regen und Wolken heimgesuchten Insel, auf der die Zeit still steht und das lichtlose Grau in die Seelen der Menschen dringt.

Bin auf die Pubs. Dort herrscht nachwievor eine staatlich verordnete Anarchie, die folgendermaßen abläuft: Jeder Dorfpub in Irland schließt am Sonntag um 20 h, da ist das irische Gesetz unerbittlich. Es sei den, es sind Gäste im Pub. Dann, und nur dann gibt es eine Sonderregelung. Dann darf der Pub ausnahmsweise aus Höflichkeitsgründen bis in die frühen Morgenstunden geöffnet haben. Was in Irland zu wahren Völkerwanderungen in den Abendstunden führt. Köstlich formuliert von Heinrich Böll in der Episode: "Wenn Seamus einen trinken will".
Slàinte (Prost).
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am 28. Juli 2004
Wer bereits in Irland war, wird dieses Land und seine sympathische Bevölkerung in den 18 Episoden, die der Autor Mitte der 50er Jahren erlebte und niederschrieb, auch mehrere Jahrzehnte nach Heinrich Böll sofort wiedererkennen. Wer noch nicht dort war, den wird die Lektüre des 133 seitigen Büchleins zu einem Besuch inspirieren. Über alle Stereotypen wie Armut, Regen als Dauerzustand, männliche Alkoholsucht, katholische Bigotterie etc. hinaus bringt der Autor einem das kleine Land im Schatten Englands näher.
Bölls Werk ist weniger das typische, gelegentlich dröge wirkende Tagebuch, das sich von einem Tag zum anderen hangelt. Es ist vielmehr eine Sammlung von 18 treffenden Stimmungsbildern aus dem Irland der 50er Jahre. Auch wenn sich 50 Jahre später - nicht zuletzt infolge des wirtschaftlichen Aufschwunges, den Irland nach seinem EG - Beitritt im Jahre 1972 erlebt hat - viel geändert hat, wird der Leser Bölls Kurzgeschichten aus dem irischen Alltag als liebevoll beobachtet und stimmig niedergeschrieben empfinden. Er wird sich über so manche Situation köstlich amüsieren, wenn etwa der Beginn einer Kinovorführung an das vollständige Erscheinen der örtlichen Priester gekoppelt ist, im Kinosaal ganz im Gegensatz zur Realität des Jahres 2004 ein Rauchverbot fehlt oder am Sonntagabend Gruppen durstiger Iren auf dem Weg ins jeweilig andere Dorf aneinander vorbeihasten, weil ihnen das Pub des eigenen Ortes nach 20.00 Uhr jeglichen Alkoholausschank verweigert.
Fazit: Bölls kleines in wunderschönem Stil geschriebenes Buch hat eine unverrückbare Marke gesetzt für alles, was später über Irland literarisch verfaßt wurde. Es gehört in die Lesetasche jedes Irlandreisenden.
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TOP 500 REZENSENTam 19. Februar 2017
Ich war zunächst irritiert, wie ein Buch mit derart schlechter Dramaturgie und sehr schlechtem Deutsch so viele 5-Sterne-Rezensionen erhalten kann. Nun es liegt ganz einfach daran, dass diese positiven Rezensionen sich auf ein ganz anderes Buch (über Irland!!!) beziehen. Ich hoffe, das merkt hier jemand von Amazon und korrigiert diesen fatalen Irrtum. 5 Sterne habe ich gewählt, damit diese Nachricht schneller gefunden wird. Nach der Korrektur durch Amazon, werde ich dann eine echte Rezension von "Die letzten Tage von Pompeji", das übrigens nie in Irland lag ;-), einstellen (und zwar sicher nicht mit 5 Sternen!!!) und diese hier löschen. Danke an Amazon im Voraus!
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