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am 6. Januar 2012
Um die Inventionen und Sinfonien von Bach kommt wohl kein lernbegieriger Klavierspieler herum. Wenn man nach 2-3 Jahren die gängigen Klavierschulen hinter sich gebracht hat, bietet sich als Vorbereitung noch das "Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach" an, bevor man sich der Herausforderung dieser zwei-und dreistimmigen Kompositionen stellt.
Jedes der 2 X 15 Stücke steht in einer anderen Tonart, wobei alle damals üblichen Dur-und Molltonarten mit bis zu vier Vorzeichen abgehandelt werden (außer C# moll). Die restlichen 9 "exotischen" Tonarten, mit mehr als vier Vorzeichen spart Bach aus, um sie dann im Wohltemperierten Klavier demonstrativ aufzusuchen.
Obwohl jedes seiner Klavierwerke ein Kunstwerk absoluter Musik ist, hat Bach in seinem gesamten Klavierschaffen den didaktisch-pädagogischen Aspekt immer im Blickfeld gehabt, sie sollten nicht nur darstellen sondern auch unterweisen. An den Anfang seines Lehrpfades stellt er die Inventionen, an den krönenden Schluss die Goldbergvariationen.
Dabei sollte man ihren Schwierigkeitsgrad keineswegs unterschätzen: manche der dreistimmigen Sinfonien reichen bezüglich der klavieristischen Anforderungen durchaus an die Fugen des Wohltemperierten Klaviers heran, auch wenn ihre Stimmfortschreitung im Ganzen weniger ausgreifend und daher handlicher und verstehbarer ist.
Die korrekte Ausführung der Verzierungen und Triller wird am Anfang des Heftes exemplarisch erklärt. Die Fingersätze des Herausgebers leuchten nicht immer ein, an diesen Stellen ist dann der Klavierlehrer oder die eigene Phantasie gefragt.
Im Großen und Ganzen macht die Henle-Ausgabe einen solideren Eindruck, obwohl sie sich im Notentext sicherlich nicht von der vorliegenden unterscheidet. Peters oder Henle? Letztlich ist das auch eine Frage des Preises.
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