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Instanzen der Ohnmacht: Wien 1938-1945. Der Weg zum Judenrat Gebundene Ausgabe – 9. Mai 2000
Eine beeindruckende historische Studie zur erzwungenen Kooperation von Juden mit dem NS-Regime - am Beispiel Wien.
Spätestens seit Hannah Arendts Eichmann-Buch und ihrer Kritik an der Rolle der Judenräte in der Zeit der Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden wird die Frage der Zusammenarbeit von jüdischen Repräsentanten mit dem NS-Regime äußerst kontrovers diskutiert. Wie konnten Menschen gezwungen werden, an ihrer eigenen Vernichtung mitzuwirken?
Wer verstehen will, wie die Judenräte entstanden, muß sich mit den Wiener Verhältnissen auseinandersetzen. In Wien entwickelte und erprobte Eichmann ab 1938 sein »Modell« nationalsozialistischer Judenpolitik. Hier wurde die »Zentralstelle für jüdische Auswanderung« - wie sie euphemistisch genannt wurde - installiert, mit der die Nazis erst die Massenvertreibung, dann die Deportation in die Vernichtungslager organisierten. Zugleich wurde ab 1938 die jüdische Administration in Wien systematisch umstrukturiert und in einer vom NS-Regime erzwungenen Kooperation schrittweise in die Vertreibung und schließlich Verschleppung der österreichischen Juden in die Vernichtungslager hineingezogen. Die Wiener jüdische Gemeindeleitung wurde zum Prototyp aller späteren Judenräte.
Doron Rabinovici versucht in seiner Studie der Situation der Verfolgten gerecht zu werden. Er lenkt immer wieder den Blick auf einzelne jüdische Funktionsträger und zeigt, wie das verzweifelte Bemühen, wenigstens so viele Menschen wie möglich zu schützen und zu retten, die Verfolgten zugleich ihren Verfolgern zuarbeiten ließ. Die jüdischen Verwaltungsorgane waren unter den vorgegebenen Bedingungen des nationalsozialistischen Herrschaftssystems nichts als Instanzen der Ohnmacht.
»Die Perspektive der Verfolgten offenbart, wie unfaßbar und wie widersinnig all das erscheinen mußte, was ihnen angetan wurde. Ihre verzweifelten Hoffnungen und ihre Ohnmacht spiegeln das Ausmaß und den Charakter des Verbrechens wider.«
- Seitenzahl der Print-Ausgabe496 Seiten
- SpracheDeutsch
- HerausgeberJüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag
- Erscheinungstermin9. Mai 2000
- Abmessungen12.7 x 3.4 x 20.4 cm
- ISBN-103633541624
- ISBN-13978-3633541621
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Produktbeschreibungen
Über den Autor und weitere Mitwirkende
Doron Rabinovic, 1961 in Tel Aviv geboren, in Wien aufgewachsen, ist Schriftsteller und Historiker. Sein Werk umfasst Kurzgeschichten, Romane und wissenschaftliche Beiträge. In Österreich hat er immer wieder prominent Position gegen Rassismus und Antisemitismus bezogen. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Jean Améry-Preis für Essayistik (2003) und mit dem Anton Wildgans-Preis (2011). Zuletzt erschien von ihm 2010 der Roman Andernorts im Suhrkamp Verlag.
Produktinformation
- Herausgeber : Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag
- Erscheinungstermin : 9. Mai 2000
- Auflage : 1.
- Sprache : Deutsch
- Seitenzahl der Print-Ausgabe : 496 Seiten
- ISBN-10 : 3633541624
- ISBN-13 : 978-3633541621
- Abmessungen : 12.7 x 3.4 x 20.4 cm
- Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.036.660 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
- Nr. 493 in Geschichte Österreichs & Ungarns (Bücher)
- Nr. 1.258 in Zwischenkriegszeit (Bücher)
- Nr. 3.319 in Judentum (Bücher)
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Erfahren Sie mehr darüber, wie Kundenbewertungen bei Amazon funktionieren.Spitzenrezensionen aus Deutschland
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- Bewertet in Deutschland am 14. Dezember 2016Formatieren: Gebundenes BuchVerifizierter KaufWer wissen will, wie Menschen zu Raubtieren werden und wie perfide die Mechanismen der Judenverfolgung funktionierten, MUSS dieses Buch lesen! Das Buch ist sehr gut recherchiert und wägt alles ab. Keine erfreuliche Lektüre, aber beeindruckend!
- Bewertet in Deutschland am 18. April 2019Formatieren: Gebundenes BuchDas Buch hat mir ein sehr viel tieferes Verständnis der Strukturen der Naziherrschaft mit Bezug auf die jüdische Bevölkerung und ihre Repräsentanten, die Israelitische Kultusgemeinde sowie andere Organisationen, ermöglicht. Hinzu kommt, das ich fast nichts über die speziellen Umstände der österreichischen Juden wußte zuvor.
Weiterhin macht das Buch klar wie weitreichend die Aufgaben der IKG waren, und unter welchen schwierigen Bedingungen sie diese durchführten. Der Fokus lag ursprünglich vorallem auf sozialen Aufgaben wie zum Beispiel Suppenküchen, Umschulung von Juden, die auf eine Auswanderung hofften, Versorgung von älteren und kranken Menschen sowie Kindern, Kontakt zu Gemeindemitgliedern, die in eines der frühen Konzentratioinslager wie Dachau verschleppt worden waren, und ganz wesentlich: der Organisation der Auswanderung.
Von dort ausgehend zeigt er wie diese positiven Hilfen langsam durch die Anordnungen der Nazis pervertiert wurden, gegen die jüdische Gemeinschaften verwendet wurden, so wurden die von der IKG zusammengestellten Listen für die Emigration dann als Grundlage für die Deportationen verwendet.
Die nach dem Krieg immerwieder vorgebrachte Anschuldigung der Kollaboration gegen Mitglieder der Judenräte und andere Mitarbeiter der Gemeinden, kann aus heutiger Sicht nur aus dem Trauma heraus verstanden werden. Kollaboration, selbst Kooperation setzen die Möglichkeit zur eigenen Entscheidung voraus, aber genau dies war nicht der Fall, die Macht zu einer eigenen Entscheidung war entzogen worden und die Mitglieder der IKG sahen sich in einer Zwangskooperation, in der sie versuchten, den ihnen anvertrauten Gemeindemitglieder zu schützen, ihnen zu helfen, eine gewisse Humanität aufrecht zu erhalten, obwohl sie praktisch keinen Spielraum hatten, keine Macht hatten, und sich und ihre eigenen Familien in Gefahr brachten.
Erschreckend war für mich zu sehen, das Mitglieder der IKG härter beurteilt wurden nach dem Krieg als Nazis, sie nicht einen Persilschein bekamen wie so viele Deutsche, sondern mit den Anschuldigungen, Anfeindungen für Jahre nach dem Krieg leben mußten, im Falle von Dr. Benjamin Murmelstein bis zu seinem Tod im Jahre 1989. Die Strategie der Nazis, bei der ihre Befehle durch die IKG verkündet und umgesetzt werden mußten, von daher für viele in der jüdischen Bevölkerung eben nicht von den Nazis sondern von der IKG zu kommen schienen, führte zu dem klassischen Paradox, das der Bote der schlechten Nachricht für sie verantwortlich gemacht wird.
Das Buch hat mir einen tiefen Einblick in die Judenpolitik der Nazis erlaubt und auf der Gegenseite dem Versuch der jüdischen Funktionäre, eine rationale Welt aufrecht zu erhalten, und ihre Gemeinden zu beschützen.
Rabinovici schreibt als Historiker mit Empathie, eine seltene Kombination, die dem Buch viel gibt. Ich kann dem Buch nicht gerecht werden in einer Besprechung, ich kann nur empfehlen es selber zu lesen.





