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"Im Rhythmus der Stille" - Damit Integration nicht nur ein Wunsch bleibt


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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 06.05.2009, 10:02:21 GMT+2
Kalimba meint:
Nachdem ich Sarah Neef und ihre Geschichte schon aus Interviews ganz oberflächlich kannte und einigermaßen beeindruckt war, las ich ihre Autobiografie "Im Rhythmus der Stille" ganz besonders aufmerksam. Aus dem "einigermaßen beeindruckt" wurde ein "ganz besonders beeindruckt", wobei dies unter 2 Aspekten zu verstehen ist. Und so ging es nicht nur mir, sondern auch Freunden, denen ich das Buch zu lesen empfahl. Auch da bekam ich oft genug ein "Wahnsinn" zu hören, das ebenfalls unter zweierlei Aspekten zu verstehen ist.
Da ist zum Einen die Bewunderung für diese Frau, die sich Dinge in den Kopf gesetzt hatte, deren Verwirklichung selbst unter günstigsten Bedingungen nur sehr schwer zu erreichen ist und die sich durch nichts und niemanden von ihrem Weg abbringen lies. Und da ist zum Anderen die Erschütterung über eine kaum zu überbietende Ignoranz und Überheblichkeit der Gesellschaft, die sich ihre Vorstellung von einer "heilen Welt" ohne Ecken und Kanten um jeden Preis erhalten möchte und mit allen Mitteln versucht, sich Menschen mit Handicap vom Leib zu halten, weil diese vielleicht (aber nicht unbedingt) andere Bedürfnisse haben mögen, um in dieser Gesellschaft bestehen zu können.
Erst da wurde mir bewusst wie durch und durch unsere Gesellschaft mit Vorurteilen und Ressentiments durchsetzt ist.
Ist es nicht widersinnig, wie eine Sarah Neef, die Schule, Studium und Praktika jeweils mit Bestleistungen und Belobigungen abschloss, seit Monaten vergeblich nach einem Job sucht und oft genug mit dem fadenscheinigen Argument sie könne nicht telefonieren abgespeist wird (und das im elektronischen Kommunikationszeitalter!) wie man aus aktuellen Interviews erfahren muss?
Ich kann nur hoffen, dass "Im Rhythmus der Stille" nicht nur ein Nischenbuch bleibt, sondern viele Leser findet und diese - wie mich auch - zur Selbstbetrachtung und Diskussion anregt.
Vielleicht sollten an Schulen nicht nur im Deutschunterricht Klassiker gelesen werden, sondern im Sozialkundeunterricht auch solche Bücher. Wenn man da liest, was das Umfeld der Schule einem Menschen, der anders ist, antun kann, sollten alle Alarmglocken schrillen. Dabei ist in diesem Buch der konkrete Fall der Gehörlosigkeit ja nur EIN Beispiel für Andersartigkeit. Seien es andere Handicapts, seien es Religion, Herkunft, Hautfarbe... die Mechanismen der Ausgrenzung und Diskriminierung laufen jedes Mal ähnlich ab. Und wenn man bedenkt, dass die Schule fürs Leben prägt, sollten wir alle tunlichst darauf bedacht sein, dass (nicht nur, aber vor allem) die Schule ein Ort der Neugierde, Aufgeschlossenheit und Offenheit bleibt bzw. wieder wird. Kinder haben von Natur aus keine Vorurteile, wie man in der Kindergrippe oder bei den Jüngsten im Kindergarten sehen kann. Vorurteile werden erst anerzogen. Und dem sollten wir alle entgegenwirken. In dieser Hinsicht kann ich nur hoffen, dass "Im Rhythmus der Stille" zu Diskussionen und Nachahmung anregt.
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Erster Beitrag:  06.05.2009
Jüngster Beitrag:  06.05.2009

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Das Thema dieser Diskussion ist
Im Rhythmus der Stille: Wie ich mir die Welt der Hörenden eroberte
Im Rhythmus der Stille: Wie ich mir die Welt der Hörenden eroberte von Sarah Neef (Gebundene Ausgabe - 2. März 2009)
4.7 von 5 Sternen (14)