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Im Herzen Europas: Geschichte Polens Gebundene Ausgabe – 27. Oktober 2006

4.3 von 5 Sternen 11 Kundenrezensionen

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Produktinformation

Produktbeschreibungen

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Erstes Kapitel

DAS ERBE DER DEMÜTIGUNG Das kommunistische Polen

Es wird kaum ein Land auf der Welt geben, in dem das Regierungssystem so verrufen war wie das in Polen in den 1980er Jahren. Man mag von den Ereignissen der Jahre 1980-1981 denken, was man will, doch kann niemand vernünftigerweise bestreiten, daß die Entstehung der freien Gewerkschaftsbewegung "Solidarität" schlüssig bewies, daß außer der eigenen Elite niemand mehr an das kommunistische Regime in Polen glaubte. Die Verhängung des Kriegsrechts am 13. Dezember 1981 mußte denn auch als stillschweigendes Eingeständnis gewertet werden, daß die Kommunisten sich nur noch mit nackter Gewalt an der Macht halten konnten. Einige Kritiker argumentierten, daß das Regime in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren nach und nach jeden Kredit eingebüßt habe. Andere behaupteten, es habe von Anfang an keine ausreichende öffentliche Zustimmung besessen. Aus der Sicht des klassischen Liberalismus, dem zufolge Regierungen sich auf die Zustimmung der Regierten stützen sollten, war die Volksrepublik Polen gewiß nicht nur eine politische Leiche, sondern hätte gar nicht erst geboren werden dürfen. Natürlich besaß Polen nicht die einzige Diktatur der Welt, und es konnte trotz aller Widerwärtigkeiten kaum zu den gewalttätigsten Ländern gerechnet werden. Den Vereinten Nationen gehören mehr Diktaturen als Demokratien an, und gemessen an den dort üblichen Praktiken hatte sich das kommunistische Regime in Polen der extremeren Formen politischer Gewalt durchweg enthalten. Verbrechen vom gleichen Kaliber, wie sie den unglücklichen disparidos in Argentinien und den Opfern des fanatischen Pol Pot in Kambodscha oder des wahnsinnigen Feldmarschalls Idi Amin "Dada" in Uganda angetan wurden, konnte man Polen nicht vorwerfen. Am besten wird man das kommunistische Polen durch den Hinweis charakterisieren, daß es nicht dem Vorbild seines Gönners und Mentors, der Sowjetunion, gefolgt ist, wo die Zahl der politischen Opfer in die zig Millionen ging, und zwar bis in eine Zeit hinein, an die man sich noch lebhaft erinnert. Die politische Unterdrückung in Polen war aus der Nähe besehen unangenehm genug und für die Tausenden, die in Internierungslagern eingesperrt waren, äußerst ungemütlich, doch anstößig war sie weniger durch physische Grausamkeit als vielmehr durch moralische Korruption und intellektuelle Absurdität. Gemessen an den vorherrschenden Trends und Bestrebungen der polnischen Gesellschaft, hatte sie keine überzeugende raison d‘être. Diktaturen kommen ja meistens durch klar definierte innenpolitische Umstände zustande. Einige können, speziell in Afrika, mit der Notwendigkeit begründet werden, sich bekriegende Stämme oder unversöhnliche Gemeinschaften, die in einem Staat zusammenleben, auseinanderzuhalten. Viele gehen aus einem Bürgerkrieg hervor, so in Spanien in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts. Manche werden akzeptiert, weil ihnen eine unerträgliche soziale Unterdrückung vorausging - Beispiele sind die kommunistischen Revolutionen in China und Kuba. Andere wurden, so in Hitler-Deutschland, demokratisch von einer Mehrheit der Bürger gewählt, die bereit waren, für die Sache der Landesverteidigung oder der nationalen Größe auf ihre individuellen Rechte zu verzichten. Wieder andere existieren nur, weil die Leute nie etwas anderes gekannt haben; dies ist speziell in den traditionalistischen Monarchien der Dritten Welt der Fall, etwa in Saudiarabien. Einige, so der Vatikanstaat und das Tibet des letzten Dalai Lama, verdankten ihre Existenz dem Umstand, daß der Herrscher als unfehlbares religiöses Oberhaupt galt. Sogar in den überaus beklagenswerten Fällen des europäischen und japanischen Imperialismus ist argumentiert worden, daß Indien, Angola, Mexiko und Korea eine Phase der kolonialen Ausbeutung durchmachen mußten, um zur gegebenen Zeit von dem Kontakt mit den höher entwickelten Unterdrückern zu profitieren. Mit anderen Worten: Diktaturen sind manchmal ein unvermeidliches Übel und nicht unbedingt dem Fortschritt in der einen oder anderen Form abträglich. Eine solche innenpolitische Begründung war in Polen jedoch nicht gegeben. Hätte man es am Ende des Zweiten Weltkriegs sich selbst überlassen, hätte das Land vielleicht seine eigene Form der Demokratie hervorgebracht, wie im Jahre 1921, oder eventuell seine eigene Spielart von Diktatur, wie im Jahre 1926. Angesichts ihrer fest begründeten Traditionen und Loyalitäten ist nicht vorstellbar, daß die Polen aus eigenem Antrieb ein kommunistisches Regime hervorgebracht hätten. Es gab kaum genügend einheimische polnische Kommunisten, um eine Fabrik zu leiten, geschweige denn ein Land mit rund dreißig Millionen Einwohnern. Wirtschaftlich hatte Polen durch den Anschluß an die hochentwickelten Volkswirtschaften Westeuropas und Nordamerikas alles zu gewinnen, wenig dagegen von der Abhängigkeit von der rückständigen und kriegszerstörten Wirtschaft der UdSSR. Tatsächlich zwang die Sowjetunion Polen in den Jahren 1944-1948 ein kommunistisches System sowjetischer Spielart auf, ohne auf die Wünsche des Volkes oder die eigenständigen Interessen des Landes Rücksicht zu nehmen. (Siehe S. 91 ff.) Der große Stalin selbst verglich die Einführung des Kommunismus in Polen mit dem "Satteln einer Kuh". Allen Krisen, die Polen seit dem Krieg wiederholt heimsuchten, lag dieser groteske Mißklang zwischen den Ansichten des herrschenden kommunistischen Establishments und den Traditionen der gesamten Nation zugrunde. Die Erfahrung dieser fremden Tyrannei, die den Polen aus früheren Abschnitten ihrer Geschichte so vertraut war, hat die Einstellungen der Nachkriegsgeneration geprägt. Fünf Phasen Angeblich streben alle Kommunisten nach Visionen von Harmonie und Wohlstand, doch nirgendwo auf der Welt haben sie ihre Ideale auch nur ansatzweise in die Tat umgesetzt. Es hat lange gedauert, das erste Stadium, den "Aufbau des Sozialismus" zu verwirklichen, gar nicht zu reden vom Endstadium des wahren Kommunismus. Besonders in Polen blieb die Realität hartnäckig weit hinter dem Ideal zurück. Da die Kommunisten selbst in ihrer Theorie das schließliche Absterben des Staates und der Partei vorhersehen, kann man gut verstehen, daß sie es mit der Verwirklichung nicht eilig haben. Ein polnischer Witz fragt: "Welches ist der beste Weg zum Sozialismus?", und die Antwort: "Der längste" bringt offenbar die allgemeine Ansicht zum Ausdruck. Als die polnischen Kommunisten vor sechzig Jahren erstmals davon träumen konnten, die Macht zu übernehmen, stellten sie keinen Zeitplan für die Erreichung ihrer Ziele auf; offenbar hofften sie aber, eine feste Grundlage für den Aufbau einer klassenlosen und blühenden Gesellschaft nicht erst in Jahrhunderten, sondern innerhalb einiger Jahrzehnte zu schaffen. Tatsächlich führten sie ihr Land zwischen den Anfängen der kommunistischen Herrschaft während der sowjetischen Befreiung in den Jahren 1944-45 und dem militärischen Staatsstreich von 1981 in fünf unruhigen Phasen aus den Ruinen des Krieges in die Ruinen des kommunistischen Friedens.


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TOP 1000 REZENSENTam 15. Januar 2010
Format: Gebundene Ausgabe|Verifizierter Kauf
44 Kommentare| 12 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. Dezember 2004
Format: Gebundene Ausgabe|Verifizierter Kauf
0Kommentar| 25 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 29. Dezember 2013
Format: Gebundene Ausgabe
0Kommentar| 7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

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