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Idiotentest: Roman Taschenbuch – 23. September 2005
von
Tom Liehr
(Autor)
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Tom Liehr
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Seitenzahl der Print-Ausgabe243 Seiten
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SpracheDeutsch
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HerausgeberAufbau Taschenbuch
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Erscheinungstermin23. September 2005
-
Abmessungen11.5 x 1.7 x 19 cm
-
ISBN-103746621836
-
ISBN-13978-3746621838
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Produktinformation
- Herausgeber : Aufbau Taschenbuch; 6. Edition (23. September 2005)
- Sprache : Deutsch
- Taschenbuch : 243 Seiten
- ISBN-10 : 3746621836
- ISBN-13 : 978-3746621838
- Abmessungen : 11.5 x 1.7 x 19 cm
-
Amazon Bestseller-Rang:
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- Kundenrezensionen:
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Produktbeschreibungen
Pressestimmen
»Tom Liehr hat ein Händchen für Geschichten. Er erzählt mit Hingabe, leidenschaftlich, mit Liebe zum Detail und emotionalen Wendungen.« (Westdeutsche Allgemeine Zeitung 2008-03-20)
»Eine unverschämt freche Geschichte über das späte Erwachsenwerden. « (Subway-das Magazin)
»Eine unverschämt freche Geschichte über das späte Erwachsenwerden. « (Subway-das Magazin)
Über den Autor und weitere Mitwirkende
Tom Liehr, geboren 1962 in Berlin, war Redakteur, Rundfunkproduzent und DJ. Seit 1998 Besitzer eines Software-Unternehmens. Er lebt in Berlin.
Im Aufbau Taschenbuch sind seine Romane „Radio Nights" (2003), „Idiotentest" (2005), „Stellungswechsel" (2007), „Geisterfahrer" (2008), „Pauschaltourist" (2009), „Sommerhit" (2011) und „Leichtmatrosen" (2013) lieferbar.
Mehr Informationen zum Autor unter www.tomliehr.de.
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Prolog: Kinderschokolade
Vor fast dreißig Jahren
Mutter nannte mich Henni. Notwendig war die Verniedlichung meines Namens nicht; sie tat es trotzdem.
"Henni", rief sie. "Henni, komm mal her!"
"Ja, Mama." Ich legte den letzten weißen Sechser-Legostein auf seinen Stapel - von weißen Sechsern gab es nie genug, ich wollte eine Burg bauen - und stiefelte in die Küche. Meine Mutter war immer in der Küche.
"Henni, du mußt einkaufen gehen. Meine Beraterin kommt gleich, ich kann nicht aus dem Haus. Kriegst du das hin."
Obwohl meine Mutter alle Fragen grundsätzlich wie Feststellungen aussprach, also kein Fragezeichen benutzte, nickte ich. Klar. Immerhin war ich schon sechs, fast sieben. Es war nicht das erste Mal, daß ich einkaufen gehen sollte. Der Butter-Beck-Laden befand sich an der Ecke zur großen Straße, die ich um Himmels willen niemals alleine überqueren durfte. Kurz nach dem Eingang kam der Obststand, dann die Wursttheke, unmittelbar dahinter die Regale mit den Süßigkeiten. Damals hatte die Kinderschokolade noch keine "Milchkammern", sondern bestand aus zwei Quadern, auf die kleine Krönchen geprägt waren. Und schmeckte besser. Eigentlich gab es für mich nichts, das besser schmeckte. Aber für den albern grinsenden Jungen auf der Packung schämte ich mich ein bißchen.
Meine Mutter kramte in ihrem Portemonnaie.
"Wir brauchen Brot, Zucker und Maggi. Ein Kastenbrot, hörst du, Henni. Kein Toast-, ein Kastenbrot."
Ich nickte wieder.
"Mmh. Ich habe nur noch einen Fünfzig-Mark-Schein."
Sie zog den riesigen braunen Lappen aus der Geldbörse. Kramte weiter im Kleingeldfach. Nie zuvor hatte ich einen Geldschein in Händen gehabt, geschweige denn so eine irrsinnige Summe. Wie viele Packungen Kinderschokolade man davon wohl kaufen konnte? Sicher über tausend. Tausend war die größte Zahl von allen.
"Wart mal!"
Sie ging ins Schlafzimmer. Auf dem Küchentisch lag ihr Portemonnaie, daneben der Fünfziger. Ich berührte ihn erst vorsichtig mit dem Zeigefinger, nahm den Schein schließlich in die Hand. Fühlte sich an wie die Seiten der Micky Maus. Nur ein bißchen fester, gleichzeitig irgendwie weicher. Ich legte ihn wieder zurück, genau so, wie er dagelegen hatte. Wann immer ich etwas anfaßte, von dem ich mir nicht sicher war, daß meine Eltern es auch erlaubten, merkte ich mir die Position ganz genau. Das Risiko war zu groß.
"Henni, du mußt den Fünfziger nehmen", sagte sie, als sie wieder in die Küche kam. "Achte gut auf das Wechselgeld! Laß dir einen Kassenbon geben! Hier, du nimmst den Brustbeutel!"
Das mit dem Brustbeutel war kompliziert. Ich trug nämlich Lederhosen, krachlederne kurze Hosen mit Trägern und einem Hirschgeweih auf dem Latz. Der Hosenstall ließ sich aufknöpfen und nach vorne klappen. Das war sehr fummelig, weil ich meinen Schnippedillrich, wie Mutter ihn nannte, dann auch noch rechts aus dem Laden meiner Feinripp-Unterhosen zerren mußte, und ein-, zweimal waren mir ein paar Tropfen in die Hose gelaufen, weil ich das blöde Ding nicht rechtzeitig aufgekriegt hatte. Dadurch glänzte der Rand des Hosenstalls ein bißchen. Ich fand die Lederhosen und überhaupt kurze Hosen schon damals doof, mußte sie aber den ganzen Sommer über tragen, hauptsächlich natürlich, wenn wir im Allgäu waren, auf dem Bauernhof, der einer Tante gehörte und auf dem wir immer Urlaub machten. Später zog ich keine kurzen Hosen mehr an, nie wieder. Männer sollten so etwas grundsätzlich nicht tragen.
Mutter knöpfte die Hosenträger auf, dann mein kurzärmeliges, weißes Hemd und hängte mir den kleinen hellbraunen Wildlederbrustbeutel um. Sie betrachtete ihn skeptisch. Die Paketschnur, an der er hing, kratzte mich im Nacken. Das Kratzen verstärkte sich, als meine Mutter die Schnur löste, einen komplizierten Knoten um den Aufhänger im Kragen meines Hemdes machte und sie vorne wieder an den Beutel band. Jetzt hatte ich eine Paketschnurwulst im Nacken.
"Sicher ist sicher", sagte sie. Und: "Brot, Zucker und Maggi, hörst du."
Ich nickte abermals. Sie leckte über die drei mittleren Finger ihrer rechten Hand und strich mir über das Haar. Ich haßte das; ich haßte den süßlich-faulig-rauchigen Geruch ihrer Spucke und das klebrige Gefühl auf der Stirn. Aber ich wagte es nie, etwas zu sagen oder gar das Gesicht wegzuziehen.
"Wenn du das Geld verlierst, ist Polen offen."
Ich nickte, natürlich.
Es war der Frühsommer 1972, das Jahr der Olympischen Spiele in München. Wir lebten in einem sechsstöckigen Mietshaus am Ende einer kleinen Straße, in der sonst Doppelhäuser standen, große Zweifamilienhäuser, die in der Mitte getrennt und in Hellgelb oder Rosa angestrichen waren. In diesen Häusern lebten Helmut, Siggi und Werner, meine Freunde. In unserem Mietshaus hatte ich keine Freunde. Da wohnten nur alte Leute und kinderlose Paare. Wir waren die einzigen Kinder, Kinder einer kinderreichen Familie: Ein Sohn und fünf Töchter. "Asoziale", sagte der komische alte Mann von gegenüber, der seine Wohnung mit Tageszeitungen vollstopfte. Wie recht er hatte, begriff ich erst viel später.
Vor fast dreißig Jahren
Mutter nannte mich Henni. Notwendig war die Verniedlichung meines Namens nicht; sie tat es trotzdem.
"Henni", rief sie. "Henni, komm mal her!"
"Ja, Mama." Ich legte den letzten weißen Sechser-Legostein auf seinen Stapel - von weißen Sechsern gab es nie genug, ich wollte eine Burg bauen - und stiefelte in die Küche. Meine Mutter war immer in der Küche.
"Henni, du mußt einkaufen gehen. Meine Beraterin kommt gleich, ich kann nicht aus dem Haus. Kriegst du das hin."
Obwohl meine Mutter alle Fragen grundsätzlich wie Feststellungen aussprach, also kein Fragezeichen benutzte, nickte ich. Klar. Immerhin war ich schon sechs, fast sieben. Es war nicht das erste Mal, daß ich einkaufen gehen sollte. Der Butter-Beck-Laden befand sich an der Ecke zur großen Straße, die ich um Himmels willen niemals alleine überqueren durfte. Kurz nach dem Eingang kam der Obststand, dann die Wursttheke, unmittelbar dahinter die Regale mit den Süßigkeiten. Damals hatte die Kinderschokolade noch keine "Milchkammern", sondern bestand aus zwei Quadern, auf die kleine Krönchen geprägt waren. Und schmeckte besser. Eigentlich gab es für mich nichts, das besser schmeckte. Aber für den albern grinsenden Jungen auf der Packung schämte ich mich ein bißchen.
Meine Mutter kramte in ihrem Portemonnaie.
"Wir brauchen Brot, Zucker und Maggi. Ein Kastenbrot, hörst du, Henni. Kein Toast-, ein Kastenbrot."
Ich nickte wieder.
"Mmh. Ich habe nur noch einen Fünfzig-Mark-Schein."
Sie zog den riesigen braunen Lappen aus der Geldbörse. Kramte weiter im Kleingeldfach. Nie zuvor hatte ich einen Geldschein in Händen gehabt, geschweige denn so eine irrsinnige Summe. Wie viele Packungen Kinderschokolade man davon wohl kaufen konnte? Sicher über tausend. Tausend war die größte Zahl von allen.
"Wart mal!"
Sie ging ins Schlafzimmer. Auf dem Küchentisch lag ihr Portemonnaie, daneben der Fünfziger. Ich berührte ihn erst vorsichtig mit dem Zeigefinger, nahm den Schein schließlich in die Hand. Fühlte sich an wie die Seiten der Micky Maus. Nur ein bißchen fester, gleichzeitig irgendwie weicher. Ich legte ihn wieder zurück, genau so, wie er dagelegen hatte. Wann immer ich etwas anfaßte, von dem ich mir nicht sicher war, daß meine Eltern es auch erlaubten, merkte ich mir die Position ganz genau. Das Risiko war zu groß.
"Henni, du mußt den Fünfziger nehmen", sagte sie, als sie wieder in die Küche kam. "Achte gut auf das Wechselgeld! Laß dir einen Kassenbon geben! Hier, du nimmst den Brustbeutel!"
Das mit dem Brustbeutel war kompliziert. Ich trug nämlich Lederhosen, krachlederne kurze Hosen mit Trägern und einem Hirschgeweih auf dem Latz. Der Hosenstall ließ sich aufknöpfen und nach vorne klappen. Das war sehr fummelig, weil ich meinen Schnippedillrich, wie Mutter ihn nannte, dann auch noch rechts aus dem Laden meiner Feinripp-Unterhosen zerren mußte, und ein-, zweimal waren mir ein paar Tropfen in die Hose gelaufen, weil ich das blöde Ding nicht rechtzeitig aufgekriegt hatte. Dadurch glänzte der Rand des Hosenstalls ein bißchen. Ich fand die Lederhosen und überhaupt kurze Hosen schon damals doof, mußte sie aber den ganzen Sommer über tragen, hauptsächlich natürlich, wenn wir im Allgäu waren, auf dem Bauernhof, der einer Tante gehörte und auf dem wir immer Urlaub machten. Später zog ich keine kurzen Hosen mehr an, nie wieder. Männer sollten so etwas grundsätzlich nicht tragen.
Mutter knöpfte die Hosenträger auf, dann mein kurzärmeliges, weißes Hemd und hängte mir den kleinen hellbraunen Wildlederbrustbeutel um. Sie betrachtete ihn skeptisch. Die Paketschnur, an der er hing, kratzte mich im Nacken. Das Kratzen verstärkte sich, als meine Mutter die Schnur löste, einen komplizierten Knoten um den Aufhänger im Kragen meines Hemdes machte und sie vorne wieder an den Beutel band. Jetzt hatte ich eine Paketschnurwulst im Nacken.
"Sicher ist sicher", sagte sie. Und: "Brot, Zucker und Maggi, hörst du."
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"Wenn du das Geld verlierst, ist Polen offen."
Ich nickte, natürlich.
Es war der Frühsommer 1972, das Jahr der Olympischen Spiele in München. Wir lebten in einem sechsstöckigen Mietshaus am Ende einer kleinen Straße, in der sonst Doppelhäuser standen, große Zweifamilienhäuser, die in der Mitte getrennt und in Hellgelb oder Rosa angestrichen waren. In diesen Häusern lebten Helmut, Siggi und Werner, meine Freunde. In unserem Mietshaus hatte ich keine Freunde. Da wohnten nur alte Leute und kinderlose Paare. Wir waren die einzigen Kinder, Kinder einer kinderreichen Familie: Ein Sohn und fünf Töchter. "Asoziale", sagte der komische alte Mann von gegenüber, der seine Wohnung mit Tageszeitungen vollstopfte. Wie recht er hatte, begriff ich erst viel später.
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Kundenrezensionen
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Rezension aus Deutschland vom 30. März 2017
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Verifizierter Kauf
Ich habe geweint und gelacht und war auch von diesem Buch begeistert, wie auch von seinen anderen Büchern. Man riecht, fühlt und sieht die Bilder, die er beschreibt, deutlich vor Augen. Für mich ist dieser Autor die Entdeckung des Jahres 2016. Übrigens für Berlin-Fans sind die Geschichten ein unbedingtes Muss! Leider gibt es nur noch 2 Bücher, die mir fehlen, aber das wird sich bald ändern.
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
Nützlich
Rezension aus Deutschland vom 1. Januar 2020
Verifizierter Kauf
Einfach SUPER geschrieben, zumal es in meiner Zeit angesiedelt ist........Mehr davon...
Rezension aus Deutschland vom 24. Oktober 2018
Verifizierter Kauf
Muß man gelesen haben
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
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Rezension aus Deutschland vom 20. September 2017
Verifizierter Kauf
Die Geschichte liest sich angenehm, man ist irgendwie "dabei". Ist aber eher für Männer geschrieben. Hat mir Spass gemacht es zu lesen.
TOP 1000 REZENSENT
VINE-PRODUKTTESTER
Verifizierter Kauf
Rasend komisch, so lautet der Klappentext, trifft hier aber nicht zu. Kein reines "Lies-mich-hab-Sapß-und-fühl-dich-gut-unterhalten-Buch" hat man hier vor sich, sondern einen sehr krtischen, zynischen und schlußendlich wahnsinnig traurigen Bericht über das Leben (oder vielmehr einen Lebensabschnitt) vom ewigen Looser Henry und seinen Freunden. (Gonzo, dem Technikfreak mitohne Feeling für Frauen; Walter, der etwas verklemmte Musikjurnalist; Andrea, die Quotenschönheit (Zwinker); Harry, der HIV-kranke schwule beste Freund und natürlich noch ein paar mehr.)
Ich bin nun wahrlich nicht zartbesaitet, aber hier hab ich zweitweise heulend in der Badewanne gehockt und mit dem *Gefühlsidioten* mit gelitten.
Fazit: LESEN, LACHEN, TRAURIG SEIN, SICH GEDANKEN MACHEN.....AUF DEN NÄCHSTEN LIEHR WARTEN.
Ich bin nun wahrlich nicht zartbesaitet, aber hier hab ich zweitweise heulend in der Badewanne gehockt und mit dem *Gefühlsidioten* mit gelitten.
Fazit: LESEN, LACHEN, TRAURIG SEIN, SICH GEDANKEN MACHEN.....AUF DEN NÄCHSTEN LIEHR WARTEN.
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Rezension aus Deutschland vom 10. Oktober 2005
Verifizierter Kauf
Ich kann zwar nicht behaupten das Buch in einem Zug gelesen zu haben, aber nach deren zwei war ich dann doch durch. Dass es zwei wurden lag jedoch ausschließlich daran, dass ich neben dem Lesefieber noch buchstäbliches Fieber hatte. Nun könnte man fragen, ob mich das Buch gesund gemacht habe. Es hat zwar keine Wunderheilung bewirkt, aber es hat mich hervorragend abgelenkt.
Aber worum geht es? Einmal ums Erwachsenwerden in fortgeschrittenem Alter, um die Originale einer Kneipe im berühmten Berliner Viertel Neukölln und eine unmögliche Beziehung. Um dicke Freundschaft und große Bindungsunfähigkeit. Dazwischen gibt es viel Unterhaltsames wie das Leeren von 30 Bieren in dreißig Minuten ohne währenddessen durch irgendeine Körperöffnung etwas abzusondern. Die Kapitel sind in raffinierter zeitlich Unordnung. So kommt es zu einigen retardierenden Momenten, bis die Buchstabensuppe (im ASCII-Alphabet) ihre Botschaft preisgibt.
Liehr zeichnet wunderbare Charaktere Während des Lesens glaubt man schon die Verfilmung zu sehen, die hoffentlichbald zustande kommen wird. Einzig den Titel des Buches würde ich kritisieren, denn die Sache mit dem Idiotentest ist wirklich nur ein Nebending.
Ein wichtiges Thema dieses Buches ist das Trinken. Daher möchte ich mit einem Zitat des Dichters mit dem unpassenden Namen Hermann Lahm schließen: "Lesen ist das Trinken von Buchstaben mit den Augen". Wohlsein und genießen.
Aber worum geht es? Einmal ums Erwachsenwerden in fortgeschrittenem Alter, um die Originale einer Kneipe im berühmten Berliner Viertel Neukölln und eine unmögliche Beziehung. Um dicke Freundschaft und große Bindungsunfähigkeit. Dazwischen gibt es viel Unterhaltsames wie das Leeren von 30 Bieren in dreißig Minuten ohne währenddessen durch irgendeine Körperöffnung etwas abzusondern. Die Kapitel sind in raffinierter zeitlich Unordnung. So kommt es zu einigen retardierenden Momenten, bis die Buchstabensuppe (im ASCII-Alphabet) ihre Botschaft preisgibt.
Liehr zeichnet wunderbare Charaktere Während des Lesens glaubt man schon die Verfilmung zu sehen, die hoffentlichbald zustande kommen wird. Einzig den Titel des Buches würde ich kritisieren, denn die Sache mit dem Idiotentest ist wirklich nur ein Nebending.
Ein wichtiges Thema dieses Buches ist das Trinken. Daher möchte ich mit einem Zitat des Dichters mit dem unpassenden Namen Hermann Lahm schließen: "Lesen ist das Trinken von Buchstaben mit den Augen". Wohlsein und genießen.
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Rezension aus Deutschland vom 14. Februar 2006
Verifizierter Kauf
Ein Löffel voll Buchstabensuppe auf einem grasgrünen Cover – recht fröhlich mutet der Roman „Idiotentest“ von Tom Liehr an. Beim Aufklappen erwartet man die übliche Großstadtgeschichte mit Rückblenden in die 70er, 80er und 90er Jahre, die im Leser das „ach ja, richtig, damals“-Feeling wecken.
Was dann allerdings auf den ersten Seiten geschieht, ist vieles, aber nicht fröhlich: Der Roman beginnt mit der Kindheitsgeschichte der Hauptfigur Henry Hinze. Seine ersten Lebensjahre sind durchzogen von seelischen Grausamkeiten, die noch viel schlimmer sind als die Prügel, die der Junge regelmäßig von seinem Vater bezieht. Wärme und Zuneigung sind für seine Eltern Fremdworte, Henrys kleine Schwester wird vom Vater wegen einer Lappalie tot geschlagen und auch Henry bekommt immer wieder zu hören, was er in den Augen seiner Erzeuger ist: Ein „schlimmes, verantwortungsloses Kind“.
Auch als Erwachsender scheut Henry sich, jegliche Verantwortung zu übernehmen. Weder für sich selbst, noch für jemand anderen. Mit seinen Kumpels Walter und Gonzo haust er einer Berliner WG, hangelt sich von Affäre zu Affäre und versucht hin und wieder – trotz fehlendem Orientierungssinn – als Taxifahrer ein Paar Euro zu verdienen.
Der Idiotentest – das ist das Leben, an dem Henry Hinze und seine Freunde fast zu scheitern drohen. Sie dümpeln dahin, lassen sich treiben und versammeln sich Abend für Abend in der einzigen Heimat, die sie kennen: Die Neuköllner Kneipe „Wohnzimmer“, dessen Inhaber Harry wie ein Ziehvater über seine Schützlinge wacht. Doch ausgerechnet hier, im „Wohnzimmer“, wird von Henry plötzlich eine Entscheidung gefordert, die seinem Leben eine andere Wendung geben könnte: Nach einer volltrunkenen Liebesnacht mit Andrea, die in der Kneipe kellnert, sieht Henry sich unverhofft mit der Frage konfrontiert, ob er sich nach Jahren voller Unverbindlichkeiten tatsächlich auf etwas – und jemanden! – festlegen kann. Eine Frage, die er nur zu gern verdrängen würde – die ihn andererseits aber auch nicht zur Ruhe kommen lässt. Ist es an der Zeit, endlich doch Verantwortung zu übernehmen?
Tom Liehr ist ein großartiger Roman gelungen. Die Charaktere sind lebensecht, warmherzig und skurril zugleich, ihre Geschichten rühren an, bringen den Leser zum Lachen und manchmal sogar zum Weinen. Und am Ende steht fest: Das Leben ist zu kurz, um es nicht auch zu leben!
Was dann allerdings auf den ersten Seiten geschieht, ist vieles, aber nicht fröhlich: Der Roman beginnt mit der Kindheitsgeschichte der Hauptfigur Henry Hinze. Seine ersten Lebensjahre sind durchzogen von seelischen Grausamkeiten, die noch viel schlimmer sind als die Prügel, die der Junge regelmäßig von seinem Vater bezieht. Wärme und Zuneigung sind für seine Eltern Fremdworte, Henrys kleine Schwester wird vom Vater wegen einer Lappalie tot geschlagen und auch Henry bekommt immer wieder zu hören, was er in den Augen seiner Erzeuger ist: Ein „schlimmes, verantwortungsloses Kind“.
Auch als Erwachsender scheut Henry sich, jegliche Verantwortung zu übernehmen. Weder für sich selbst, noch für jemand anderen. Mit seinen Kumpels Walter und Gonzo haust er einer Berliner WG, hangelt sich von Affäre zu Affäre und versucht hin und wieder – trotz fehlendem Orientierungssinn – als Taxifahrer ein Paar Euro zu verdienen.
Der Idiotentest – das ist das Leben, an dem Henry Hinze und seine Freunde fast zu scheitern drohen. Sie dümpeln dahin, lassen sich treiben und versammeln sich Abend für Abend in der einzigen Heimat, die sie kennen: Die Neuköllner Kneipe „Wohnzimmer“, dessen Inhaber Harry wie ein Ziehvater über seine Schützlinge wacht. Doch ausgerechnet hier, im „Wohnzimmer“, wird von Henry plötzlich eine Entscheidung gefordert, die seinem Leben eine andere Wendung geben könnte: Nach einer volltrunkenen Liebesnacht mit Andrea, die in der Kneipe kellnert, sieht Henry sich unverhofft mit der Frage konfrontiert, ob er sich nach Jahren voller Unverbindlichkeiten tatsächlich auf etwas – und jemanden! – festlegen kann. Eine Frage, die er nur zu gern verdrängen würde – die ihn andererseits aber auch nicht zur Ruhe kommen lässt. Ist es an der Zeit, endlich doch Verantwortung zu übernehmen?
Tom Liehr ist ein großartiger Roman gelungen. Die Charaktere sind lebensecht, warmherzig und skurril zugleich, ihre Geschichten rühren an, bringen den Leser zum Lachen und manchmal sogar zum Weinen. Und am Ende steht fest: Das Leben ist zu kurz, um es nicht auch zu leben!
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