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am 27. April 2013
Dieses Buch fiel mir durch Zufall in die Hände und ich bin sehr dankbar dafür. Denn die anschaulichen Schilderungen von Herrn Rafati in Bezug auf die in ihm wachsenden depressiven Gedankengänge haben mich als Therapeutin noch wachsamer in den Gesprächen mit meinen Klienten gemacht. Ich bin sehr dankbar dafür dass Herr Rafati den Mut hat sein Leben mit der Depression und die Situation in der er sein Leben beenden wollte so ausführlich zu beschreiben. Dieses Buch ist aus meiner Sicht für Therapeuten, für von Depressionen betroffene Menschen aber auch für Menschen ohne Kenntisse der Thematik eine große Bereicherung. Der Autor bringt ein für viele Menschen unangenehmes und angstauslösendes Thema so authentisch in den Fokus und gibt durch seinen sehr persönlichen Schreibstil dem Leser einen tiefen Einblick in sein privates Leben das von Tiefen und Höhen geprägt ist. Herr Rafati steht zu sich, seiner Vergangenheit und zu seiner Gegenwart und appelliert freundlich an seine Leser sich seinen eigenen Themen zu stellen und immer mal wieder innezuhalten um sich und sein Leben zu "überprüfen" und vor allem dazu dass auch Männer Gefühle zeigen dürfen, können und sollten.
Das Buch ist derzeit ein fester Bestandteil in meinen Klienten-Gesprächen und viele geben mir die Rückmeldung, dass die Aussagen genau das auf den Punkt treffen was sie fühlen.
A. Johnson
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am 27. Juni 2013
Ich habe dieses Buch verschlungen und das passiert mir eigentlich nur bei spannenden Krimis. Wobei dieses Werk einem Krimi ja auch sehr nah kommt. Babak Rafati hat den absoluten Supergau erlebt. Das, was man nicht mal seinem ärgsten Feind gönnen würde. Viele tappten im November 2011 im Dunkeln. Eine Person der Öffentlichkeit, die über Jahre Anerkennung und Bewunderung erntet, versucht einfach so, seinem Leben ein Ende zu setzen. Einfach so! Ja, damals hatte ich genau diesen Eindruck und ich konnte diesen Schritt nicht verstehen, doch nach der Lektüre dieses Buches wurde mir vieles klar. Wieder mal war es der Leistungsdruck, der einen Menschen völlig aus der Bahn geworfen hat. Jetzt mag jeder auf die Bundesliga schimpfen, aber ganz ehrlich, ist das nicht etwas, dass in unserem Lande weit verbreitet ist, und zwar in allen Bereichen der Gesellschaft? Nur der, der was bringt, ist auch was wert? Überall wird fleißig erniedrigt, gemobbt, unterdrückt was das Zeug hält, und wer das nicht aushält, na, der zieht eben den kürzeren. Zum Glück wird nicht jedes Opfer so schwer krank wie Babak Rafati, aber die Zahlen der "Burnout- und Depressionskranken" steigen von Jahr zu Jahr an. Erschreckend! Deswegen ist es umso wichtiger, dass ein Mann, der in Deutschland kein Unbekannter ist und dessen Suizidversuch viele Millionen Menschen bis ins Mark erschüttert hat, seine Geschichte erzählt. Wie es dazu kommen konnte und vor allem, wie er die Kurve gekriegt hat. Das macht Mut und spendet eine unsagbare Hoffnung. Man kann ihm dafür nur Respekt aussprechen, auch angesichts dessen, dass er doch noch vor einigen Monaten unglaublich Angst vor eben dieser öffentlichen Diskussion um seine Krankheit hatte.
Die Offenheit, mit der Babak Rafati die Namen seiner "Peiniger" ausgesprochen hat, schockierte mich zunächst, aber ich verstehe, dass hier vielleicht auch mal Tacheles gesprochen werden musste. Ich würde mir für ihn wünschen, dass er doch noch klärende Gespräche mit den Herren führen kann, denn wahrscheinlich würde das die Aufarbeitung der Ereignisse vervollständigen.
Und dann zum Schluss noch eins: Babak Rafati sucht nach einer neuen Aufgabe im Leben? Muss er eigentlich nicht mehr. Er sollte schreiben. Wie gut er es kann, hat er uns mit diesem Buch bewiesen.
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am 7. Januar 2017
Als Fussballfan und Absolvent der Schiedsrichterprüfung bin ich von Hause aus schon sehr interessiert am Thema.

Der Schiedsrichter Babak Rafati war während seiner Bundesligazeit für mich sehr "mysteriös".
Er erlebte einen rasanten Aufstieg und war innerhalb kürzester Zeit einer der besten Referees der Nation.
Komischerweise für mich war er damals gefühlt genau so schnell der Buhmann der Liga...
Wie konnte das sein ???
Als plötzlich die Nachricht von seinem versuchten Suizid die Runde machte, vermutete ich, dass er eventuell ein Opfer der "Wettmafia" geworden sei...
Jahrelang habe ich nichts mehr von Babak Rafati, jenem Schiedsrichter, der anfangs so überzeugend auf dem Platz wirkte, gehört;
bis er im Jahre 2016 Studiogast in einigen Fernsehsendungen war.
Sehr mutig schilderte er dort die dunkelste Seite seines Lebens und wie er aus dieser Situation entkam.
Das faszinierte mich !
Daher entschied ich mich zum Kauf dieses Buches.

Es zog mich sofort in seinen Bann...es war das erste Buch, welches ich an einem Wochenende komplett gelesen habe.
Ausführlich erfährt man hier den kompletten Leidensweg von Herrn Rafati , wie es überhaupt dazu kommen konnte und wie er seinen Weg aus der Depression meisterte.
Schonungslos, offen und auch selbstkritisch !

Bei allem Respekt vor diesem ernsten Thema, musste ich auch an einigen Stellen des Buches laut lachen:
Immer dann, wenn Rafati spekulierte, was wohl die BILD schreiben würde, wenn er so gesehen würde:
"..Ich sah das Foto bildhaft vor mir: Rafati Arm in Arm mit dem Robotermann und einem Pfleger und die Überschrift dazu: »Irre — Rafati in der Klapse!« Nein, ich weigerte mich dazuzugehören.."

Lieber Herr Rafati,
ich zolle Ihnen allergrößten Respekt für die schonungslose Schilderung Ihrer Leidenszeit, wünsche Ihnen das Allerbeste für Ihre Zukunft !

EIN KLASSE-BUCH !!!
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am 27. Mai 2013
Eines der besten Werke, welches sich mit der Thematik Depression und Suizid auseinandersetzt.
Themen, die in der heutigen Leistungsgesellschaft aktueller denn je sind und unumgänglich an mehr Relevanz und Aufmerksamkeit gewinnen müssen.
Mutig setzt sich Herr Rafati mit diesen "Tabus" auseinander.
Ehrlich werden die teuren wie auch wertvollen Erfahrungen mit dem Leser geteilt. Die sachliche aber auch emotional bewegende Schreibweise vermittelt Ideen und Gedankengänge flüssig und lädt den Leser zum Nachdenken ein.
Teuer, da der beschriebene Leidensweg von Schmerz bis zur Verzweiflung reicht; wertvoll, weil der genesene Autor kritisch selbstreflektierend bereit ist, über private und gesellschaftliche Mängel zu schreiben.
Dies macht "Ich pfeiffe auf den Tod" nicht nur für Betroffene und deren Angehörige lesenswert.
Das Schlussplädoyer Rafatis ist besonders hervorzuheben, da es die stark lebensbejahende Einstellung und die neu gefundene Lebensphilosophie des Autors ergreifend verdeutlicht.

Ein Buch das Mut macht und in meinen Augen für jeden Menschen empfehlenswert ist.
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am 28. März 2013
Ich habe dieses Buch am letzten Sonntag gelesen. Damit ist es das erste Buch in meinem Leben, was ich in einem Stück durchgelesen haben.
Zum Einen interessierte mich die Geschichte von Babak Rafati sehr, da er quasi mein Lieblingsschiedsrichter war.
Zum Anderen habe ich selbst Erfahrung im familiären Umfeld und auch persönlich mit der Krankheit Depressionen gemacht.

Herr Rafati beschreibt wirklich sehr interessant, was hinter den Kulissen der Bundesliga Schiedsrichter passiert. Ein Einblick, den man als Bundesligafan nie bekommen hat. Der Leistungsdruck, der teilweise schier unmenschlich ist, ist wirklich erschreckend.

Dieses Buch ist wirklich lesenswert und ich finde es bemerkenswert, wie Herr Rafati darin seine Gedanken und Gefühle beschreibt.

Jeder Fussballfan und jeder, der mit der Krankheit Depressionen noch nichts zu tun hatte, sollte es lesen. Ich bin mir sehr sicher, dass durch Babak Rafatis niedergeschriebene Geschichte Leben gerettet werden wird. Das Buch schärft die Sinne und lädt einen auch neben den Fußballanekdoten ein, sich selbst einmal zu reflektieren. Viele sind von dieser Krankheit betroffen, die es selbst nicht wissen oder es verleugnen.

Babak Rafati schreibt sehr unterhaltsam und erschreckend ehrlich, wie schnell man von einem mentalen "Down" in eine lebensgefährliche Depression stürzen kann, ohne es selbst zu bemerken.

Bemerkenswert ist auch die zweite Hälfte des Buches, weil man dort erstmals erfährt, wie es ihm nach der Nacht im Hotel ergangen ist. Es zeigt, wie verzweifelt liebende Angehörige und Freunde sind, die verzweifelt versuchen, selbst zu helfen.

Herr Rafati malt gedanklich ein recht passendes Bild in dem er vergleicht, dass es für jemanden, der mit einem depressiven Menschen zu tun hat, so ähnlich ist, als ob man vor seiner brennenden Wohnung steht und das passende Löschmittel nicht verfügbar ist.

Helfen kann einem bei dieser Krankheit nur ein Arzt. Solch einen aufzusuchen ist keine Schande oder keine Schwäche. In unserer Gesellschaft wird schnell gesagt, dass ein Depressiver "verrückt" ist. Nur stell ich mir die Frage, wer denn verrückter ist: Derjenige, der mit unserer kranken Welt mit absurden Leistungsansprüchen und Wertevorstellung ohne Probleme zurecht kommt, oder derjenige, dem dies wirklich zusetzt?!

Selten hat mich ein Buch so bewegt und ich hoffe, dass dieses Buch viele Leute lesen und auch weiter verleihen.

Wenn dieses Buch jeder Stadionbesucher lesen würde, würden sicherlich keine Idioten mehr Bierbecher und andere Gegenstände auf einen Schiedsrichter werfen.

Man kann Babak Rafati nur für den mutigen Schritt, dieses Buch zu schreiben gratulieren, weil es genau der Richtige Umgang mit so einer Krankheit ist. Und dies in einer Zeit, in der Depressionen, Homosexualität oder Schwächen jeder Art im Profifußball tabu sind.

Also: Absolute Kaufempfehlung!
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am 5. Februar 2014
Vielleicht eins der wichtigsten Bücher überhaupt, die in den letzten Jahren zum Thema Depression erschienen sind. Volksnah bringt Rafati dem Leser seine Krankheit nahe und lässt ihn teilhaben und nachvollziehen, wie es jemand ergeht, der sich in einer Depression befindet. Sehr aufbauend dann das letzte Kapitel, in dem er über seine Therapie berichtet. Ich bin mir sicher, dass dieses Buch vielen dabei helfen wird, die Zeichen für eine aufkeimende Depression bei sich selbst oder bei Angehörigen und Freunden zu erkennen und entsprechend rechtzeitig Hilfe- und Therapiemaßnahmen einzuleiten.
Nebenbei erfährt der Leser viel Insiderwissen über den Zustand, in dem sich der Profifußball heute befindet - eine erbarmungslose Profitmaschine rund um das schönste Ballspiel der Welt, in dem kein Platz für sensible Menschen zu sein scheint.
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am 1. April 2013
Der Schlüsselsatz des gesamten Buches ist für mich:

Seite 275 - Patientenbericht Nr. 7 - letzter Absatz - Zitat:

"...Dass es zu einer so nachhaltigen Besserung der Depression gekommen war, ist ... darauf zurückzuführen, dass Herr Rafati (Huber, Müller, Meier, Wagner) seine Lebenseinstellungen, die ihn unter Druck gesetzt hatten, korrigieren konnte und sein Leben neu entdeckten Werten entsprechend ausrichtete. Er hatte gelernt, achtsam wahrzunehmen, was für ihn (Rafati, Huber, Müller, Meier, Wagner) wirklich wichtig ist."

Ein hervorragendes Buch welches hoffentlich eine breite Leserschaft findet.

Ich selbst durfte (musste) auch diese Erfahrungen machen - mit einer Einschränkung - mein Umfeld bzw. Hausarzt hat rechtzeitig erkannt was los ist und hat alles Notwendige in die Wege geleitet. Bei mir war es also noch nicht "so weit" wie bei Babak Rafati. Wobei es sich ebenfalls um eine über mindestens vier Jahre hinweg aufgebaute Depression handelte, die ich als viel beschäftigtes "Alphatierchen", tanzend auf zu vielen Hochzeiten, immer ein offenes Ohr für andere aber nie für sich selbst, schlicht und einfach selbst nicht erkennen konnte oder auch nicht erkennen wollte.

Mein Hausarzt hat aus meinem Zustand nach 30 Sekunden die richtigen Schlüsse gezogen und mich an den Neurologen überwiesen, auch der brauchte keine Minute um seine Entscheidung zu treffen - professionelle Hilfe war nötig und angebracht. In etwa dem selben Zeitrahmen wie bei Babak Rafati konnte mir von hochengagierten Ärzten und Therapeuten wirkungsvoll geholfen werden. Aber auch bei mir kam der wirkliche "Kick" erst mit der Erkenntnis und der Umsetzung der im ersten Absatz oben dargestellten Verhaltensänderungen durch mich selbst an mir.

Als immer kritischer Mensch der viel (alles) hinterfragt, stellt sich natürlich auch die Frage wie es soweit kommen konnte. Und auch hier gibt es wohl bei vielen die mit Depressionen zu kämpfen haben, zum hier gelesenen Inhalt entsprechende Parallelen. Man wechsle den Namen der Firma, man wechsle die Namen der Handelnden, man wechsle die Örtlichkeiten, aber die Geschichte bleibt die gleiche und ist vielfach auf andere zu übertragen.

Nach meiner Überzeugung hat der veramerikanisierte Leistungs- und Wachstumsgedanke, wonach nur mehr der ein "Guter" ist wenn er täglich mindestens drei Leute über den Tisch gezogen hat und nun seit langem auch die europäische bis hin zur Weltwirtschaft im Zangengriff hält, die Hauptschuld an dem "umsichgreifen" der bald-Volks-Krankheit "Depression". Es ist an der Zeit den Wachstumsgedanken neu, und zwar weltweit, zu definieren. Anfangen könnte man damit, Banken nur mehr mit Geld spielen zu lassen welches sie vorher ehrlich verdient haben und eben nicht mit virtuellen Seifenblasen-Milliarden.

Bereits vor über fünfzig Jahren hat Leopold Kohr in seinem Buch "Das Ende der Großen - zurück zum menschlichen Maß" für mein Verständnis die Ursachen für die Krankheit Depression und die Entwicklung der heutigen Zeit völlig zutreffend aufgeschrieben.

Bleibt nur zu hoffen dass das Buch "Ich pfeife auf den Tod!" auf Grund der Bekanntheit von Babak Rafati von vielen gelesen wird. So mancher wird dann urplötzlich merken dass er entweder selbst am "Beginn" der Depression steht oder aber in seinem Umfeld die beschriebenen Anzeichen durchaus nichts unbekanntes sind. Dann bleibt nur zu hoffen, dass man (jemand) tätig wird und das Umfeld stimmt um diesen harten Weg gemeinsam zu gehen.

Von mir gibt es für das Buch eine uneingeschränkte Empfehlung. Ich habe es durch und werde es morgen auf "meine Station" im Krankenhaus bringen. Denn ich denke dass es auch dort gut aufgehoben ist.
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am 10. Juni 2013
„Es ist ein Rausch, ein Stadion zu erleben, das von den Rufen der über 50.000 Fans zu vibrieren scheint“.

Für viele ein positiver Rausch, ein sich gehen lassen, eine Feier. Für den ein oder anderen aber auch ein negativer Rausch mit Druck umgehen zu müssen.

Der Schiedsrichter professioneller Spiele, vor allem von Fußballspielen, das muss auch der unbeteiligte Leser zugestehen, hat die schwerste aller Aufgaben, den größten Druck vor allem im Angesichts möglicher Fehlentscheidungen, die nicht korrigiert werden können. Fehler, die Rafati machte. Die im Stadion und vor den Fernsehschirmen allseits offenkundig dann waren, die ihn in eine Spirale „abwärts“ äußerlich wie innerlich brachten. Die mit der modernen Technik umgehend auch im Stadion, auch für ihn selbst zu sehen sind.

Wer schon den Umgang mit Schiedsrichtern in der Kreisklasse, in Jugendmannschaften hautnah miterlebt hat, wer die Bericht zur Kenntnis nimmt, das physische Gewalt gegen Schiedsrichter auch im Amateurbereich zunimmt, wer im Stadion die Beschimpfungen, den nackten Hass der Masse schon gesehen hat, wenn der Elfmeter gegen die Heimmannschaft gepfiffen wurde (und dann noch unberechtigt war), der ahnt, dass man schon ein ziemliches Standing benötigt, um professionell sich diesem Druck regelmäßig auszusetzen.

Auch bei Spielern im Übrigen ist das nicht immer der Fall. Sebastian Deisler hat Burnout erlebt. Robert Enke ist durch seine Depression in den Freitod gegangen- Nicht umsonst beginnt diese Buch mit einem Auszug aus der Rede Theo Zwanzigers anlässlich der Trauerfeier für Robert Enke.

Allerdings, den Umkehrschluss zu ziehen, dass ein Leben im professionellen Sportbetrieb und konkret als Schiedsrichter im Profi Fußball fast automatisch Burnout, Depressionen nach sich zieht, wäre nun nicht statthaft. Es bedarf hierzu auch einer Disposition der Persönlichkeit. Was übrigens in diesen sehr persönlichen Schilderungen Rafatis durchaus zum Ausdruck kommt. Seinen eigenen Perfektionismus, das „Verbot des Fehlers“, das räumt er freimütig als persönliche Disposition ein. Hier klingt der Klappentext ein stückweit zu polemisch, wenn von den „brutalen Gesetzen des Profisports und den Druck der Sportmedien“ die Rede ist.

So ist dieses Buch kein allgemeines Werk über „Druck im Sport“ oder ein „Aufbauratgeber“ für eine „dicke Haut“, sondern eine durchaus berührende, sehr persönlich gehaltene und sehr detaillierte Schilderung des „Hineinrutschens“ in eine Depression, der Lähmung, die ein solche Depression mit sich bringt (u.a. in der sehr plastischen Schilderung der Angst, der Lähmung, der körperlichen Symptome in den Stunden der Vorbereitung auf ein großes Spiel).

Bis zum versuchten Selbstmord führte Rafati diese Depression und ist dabei schon auch ein Dokument der Gnadenlosigkeit des „Spiels“ und seiner Protagonisten und Anhänger. Gut, dass ein „Insider“ hier einmal aufzeigt, welche Folgen der in Teilen auch übertriebene Stellenwert eines Sport-Spiels hat auf all jene, die nicht in Ignoranz oder anderweitig abgeschirmt sich innerlich von all dem fernzuhalten verstehen.

Das Rafati bei der Schilderung seiner eigenen Entwicklung und auch der Anklage gegen eine System nicht stehen bleibt, sondern ebenso anhand seiner eigenen Geschichte konstruktive Möglichkeiten aufzeigt, innerhalb eines druckvollen Systems zu bestehen, dass ist die eigentliche Botschaft dieses Buches. Zwar beschreibt er seinen individuellen Weg, doch vieles von dem, was ihm an Einsichten in langer Reflektion sich eröffnet, dürfte auch für viele andere Betroffene an ganz anderen Orten und in ganz anders gelagerten Druck-Situationen eine Hilfe sein.

Ein sehr persönliches, zunächst sehr auf den Sport bezogener Bericht einer Depression und des Auswegs aus dieser, der aber durchaus auch für viele andere Bereiche zum Nachdenken anregt.
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am 3. Juni 2013
Babak Rafati gibt Einblicke in eine unmenschliche (Fußball-) Welt und beschreibt, wie er ihr entkommen ist. Dank seines Bekanntheitsgrades setzt er längst überfällige Themen wieder auf die Tagesordnung! Es bleibt zu hoffen, dass die Themenfelder Leistungsdruck im Spitzensport und der Umgang mit psychischen Problemen eine hohe Priorität geniessen. In der Hinsicht ist das Buch von Rafati bahnbrechend. Ein sehr gut geschriebenes Buch. Absolut empfehlenswert!
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am 9. Mai 2013
Dieses Buch ist wirklich sehr fesselnd, es schildert sehr Detail genau wie es in Herrn Rafati aussah und wie es ihm in verschiedenen Situation ging.
Ich hänge jede freie Minute an dem Text. Ich denke jeder Fußballfan sollte dieses Buch lesen damit er versteht wie es in einem Schiedsrichter aussehen kann.
Was mir sehr gefallen hat das Herr Rafati einem einen Einblick hinter den Kulissen der "Firma" DFB. Die Gefühle die er schildert in diesem Buch gehen einem selbst auch sehr nah so ging es mir zumindest.
Ich habe Herrn Rafati immer sehr geschätzt da ich selbst auch Schiedsrichter bin habe ich seine Laufbahn so gut verfolgt wie es ging da mich dieser "Schiedsrichter Typ" sehr gefiel.
Es ist schade das man einem so guten Schiedsrichter am Ende sein "Hobby" so kaputt gemacht hat und niemand seitens DFB geholfen hat.
Alles in allem ist diese Buch eines der besten aus diesem Jahr. Sehr zu empfehlen.
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