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Ich bin, wer ich bin: Ein öffentliches Leben als Mann und als Frau Gebundenes Buch – 1. September 2000

5.0 von 5 Sternen 2 Kundenrezensionen

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30 mutige, offene und schonungslose Briefe, die das Leben und den Wandel eines transidenten Menschens in Deutschland zwischen 1958 und 2000 beschreiben. 30 fiktive Briefe, die Michaela Lindner nie abgeschickt hat. Aber Briefe an Menschen, die es wirklich gibt. Michaela Lindner hat keine Namen oder Orte verändert. Die 30 Briefe werden so zu einer Art "Tagesbuch", allerdings in Jahres- und Monatsschritten. Sie sind Dokumentation eines Lebens, Psychogramm eines Menschen und Anklage an unsere Gesellschaft. Aber auch Ansporn, sich selbst zu verwirklichen und seinen Traum zu leben!

Michaela Lindner beschreibt die tiefen Schmerzen, die Selbstmordgedanken, die Verzweiflung, aber auch -- und dies mit wirklich zu Herzen gehender Hingabe, Schreibfreudigkeit und Begeisterung -- die Liebe, Zuneigung und Unterstützung, die sie erfahren hat, als sie ihren Wechsel vom Mann zur Frau begann. Und Michaela Lindner tut dies in aller Öffentlichkeit. In ihrem ersten Leben als Mann war sie Bürgermeister in Quellendorf. Mitten im Leben, in Politik und Öffentlichkeit. Und fast als Geschenk an sich selbst, zum 40. Geburtstag, durchlebt, durchleidet und durchkämpft Lindner die Wiedergeburt als Frau: ein neuer Körper, eine neue Geschlechterrolle, eine neue Liebe.

Das Buch Michaela Lindners ist kein "Coming out"-Roman. Freilich, die Probleme, die jeder schwule Mann kennt, wenn er sich zum ersten Mal bei Familien und Freunden zu seinem Schwulsein und "Anderssein" bekennt, hat Frau Lindner in ähnlicher Weise erfahren: Sie führt überzeugend vor, dass es immer weiter geht, auch dann, wenn die eigene Ehrlichkeit dazu führt, von einer Gemeinde verstoßen, von deutschen Spießbürgern verunglimpft, von den eigenen Eltern nicht akzeptiert und von Behörden schikaniert zu werden. Lindner durchlebt dies in Extremform: arbeitslos, wohnungslos, Rauswurf aus der Krankenkasse. Perspektivlosigkeit, dann Selbsthilfegruppen, Psychotherapie und der langsame Kampf mit sich selbst, dann die Gewissheit: ich wage die Operation, die mich endgültig zur Frau macht!

Michaela Lindners Buch ist mehr als eine reine Autobiografie. Es ist ein Teil deutsch-deutscher Geschichte, die mehr zeigt als Geschichtsbücher und Fernsehfilme: Aufwachsen in der DDR, Wende, wirtschaftlicher Überlebenskampf, Leben zwischen Vision und dörflicher Enge. Und in all dieser Zeit meistert Michaela Lindner ihren Schritt zur Frau.

Was stört, sind die bisweilen etwas übertrieben kitschig wirkenden Passagen mit Udo Jürgens-Liedern und der häufige Verweis auf La cage aux folles. Aber trotzdem: Kompliment an Michaela Lindner für soviel Mut und Offenheit! Absolut lesenswert! Und wer selbst als transidenter oder transsexueller Mensch Hoffnung sucht und Mut schöpfen will, das Buch von Michaela Lindner ist besser als manche Therapie. --Martin Kilgus

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Liebe Eltern,
nun ist es also soweit; die Feier meines 40. Geburtstages steht bevor. Ich hatte
mir so sehr gewünscht, daß ihr am heutigen Tag dabei seid. Aber es sollte nicht
sein. Nach den Irritationen der letzten Tage und Wochen kann ich es sogar
verstehen. Obwohl ich fast befürchte, daß die nächste Zeit noch härter wird.
Dabei hatte ich die Feier extra auf dieses Wochenende verschoben. Den Grund
dafür wißt ihr, seitdem ihr die Theaterkarten von mir geschickt bekommen habt.
Die Aufführung von "La cage aux folles" war schön. Ich denke auch, sie gemeinsam
zu sehen hätte uns geholfen, mit den großen Veränderungen in meinem Leben besser
umzugehen.
Am Telefon hatte ich euch angekündigt, daß der 40. Geburtstag von Norbert
zugleich der eigentliche Geburtstag von Michaela ist. Das war ausgesprochen
unvorsichtig von mir, wie sich nun herausstellt. Ich bin euch wegen der Absage
zur Party auch nicht böse. Wir haben mehr die Geburt von Michaela als den
Abschied von 40 Jahren Norbert gefeiert. Eine Reaktion war jedoch leider
vorhersehbar: "Was haben wir nur falsch gemacht?" Diese Frage müßt ihr bitte
ganz schnell vergessen. Es gab keine Fehler. Ihr habt nichts falsch gemacht. Und
schon gar nicht in der Zeit, als ich noch bei euch wohnte.
Ich bin euch heute noch für alles dankbar, was ihr mir in meiner Kindheit und
Jugend an Kraft und Geduld gegeben habt. Ich gehöre vielleicht zu den immer
seltener werdenden Menschen, die ausnahmslos von einer glücklichen Kindheit
sprechen. Vieles habe ich euch zu verdanken und später auch in die Erziehung
meiner Kinder eingebracht. Vor allem die Bedeutung intakter familiärer
Beziehungen habe ich durch euch gelernt.
An meine ersten Jahre habe ich kaum Erinnerungen, auch an unsere erste Wohnung
in der Dr.-Külz-Straße in Görlitz kann ich mich nicht erinnern. Aus späteren
Erzählungen weiß ich, daß ich wohl kein pflegeleichtes Kind war. Öfter habt ihr
erzählt, wie mein Taufpate mit dem Motorrad von Görlitz nach Westberlin fuhr, um
dringend benötigte Medikamente zu holen, wenn mich mal wieder eine
Kinderkrankheit erwischt hatte und es Komplikationen gab.
Im Abstand von zwei und fünf Jahren wurden meine beiden Schwestern geboren.
Fotos aus dieser Zeit zeigen eine glückliche Familie, zwei niedliche Mädchen,
meist gleich gekleidet, und deren großen Bruder mit den Eltern. Ich erinnere
mich an eine strenge, aber liebevolle Erziehung. Der sonntägliche Gottesdienst
gehörte dazu wie das "Mittagskind" im katholischen Kindergarten.
Ich habe sehr lebhafte Erinnerungen an eine Zeit, als wir schon nicht mehr in
dem Haus wohnten, in dem mein späterer Klassenlehrer wohnte. Wir waren
inzwischen umgezogen. An die neue Wohnung erinnere ich mich sehr genau,
schließlich lebten wir bis zu meinem 15. Lebensjahr dort. Sie befand sich mitten
in der Dr.-Külz-Straße in der Innenstadt von Görlitz. Die Wohnung lag im 1.
Stock eines wunderschönen, unzerstört gebliebenen Bürgerhauses und hatte ein
ehrfurchtgebietendes Treppenhaus. Seltsamerweise haben wir uns nach dem Auszug
aus dieser Wohnung nie wieder über die dort verbrachte Zeit unterhalten.
Noch heute kann ich die Wohnung in all ihren Einzelheiten beschreiben. Meine
Schwestern hatten ein gemeinsames großes Zimmer. Ich schlief in einer kleinen
und ungeheizten, hinter eurem Schlafzimmer liegenden Veranda. Gespielt habe ich
meist in dem großen Zimmer von Ramona und Cordula. Das war immer geheizt. Ich
erinnere mich noch, wie ich Mutti das Holz gab, damit sie es in den Kachelofen
legte, bevor wir in den Kindergarten gingen. Wenn ich dann mittags nach Hause
kam, war es schön warm. Der Flur war groß genug, um darin Dreirad zu fahren. Das
Wohnzimmer, wir durften es nur zu besonderen Anlässen betreten, hatte eine
wunderschöne Stuckdecke. Vati saß abends oft in diesem Zimmer und arbeitete für
die Meisterschule oder an Intarsienbildern. Viele dieser Bilder habe ich 30
Jahre später noch vor Augen. Der wichtigste Raum war die Küche. Hier spielte
sich das Familienleben ab. Die spannendsten Räume befanden sich auf dem
Dachboden. Dort war Vatis kleine Werkstatt und ein uns damals unendlich groß
erscheinender Wäscheboden.


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