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Ich, Werner Schneyder: Meine 12 Leben Gebundene Ausgabe – 1. Oktober 2006

3.3 von 5 Sternen 3 Kundenrezensionen

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Produktinformation

Produktbeschreibungen

2006 Ich, Werner Schneyder. Meine 12 Leben Schneyder, Werner; Autobiographie [Modernes Antiquariat ]


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Format: Gebundene Ausgabe
Seine wunderbar arrogant gespielte Pose hat sich mir als Jugendlicher eingeprägt: Standfest wie ein Opernsänger, die Fingerspitzen beider Hände managergleich aneinandergelegt, Verachtung in den Mundwinkeln, durch die hochgehaltene Rechthaber-Nase Luft einziehend. Diese pharisäerhafte Anmutung suggeriert: Ich bin anständig und intelligent, der Rest der Welt na ja.
Nicht minder amüsant, seine zu lesenden Betrachtungen, schon allein wegen des lapidaren Stils und die Aphorismen, diese verbalen Box-Sätze aus der Defensive.
Nun ist dieser Werner Schneyder eine breitspektrale Person, die man in verschiedenen Rollen über die Jahre vernahm. Da kann man sich nur eine vorläufige Einschätzung zurecht schneydern und auf Gegenargumente in ein paar Punkten hoffen:

W.S lässt sich vom Verlag einen verkaufsträchtigen Buchtitel aufdrücken, gegen den er sich im Nachwort wehren muss. Warum eigentlich dieses egozentrische ICH und dieses besitzergreifende MEINE ? "Ich meine" hätte schon näher diese biografische Werkschau charakterisiert oder besser: Ich meine, also bin ich, bzw. ich bin das, was ich meine.
Diese Lust an der eigenen Meinung scheint so typisch österreichisch wie die Titelsucht: Wont a Sieger sään wüüst, broochst an Didl. Net nur anan, du broochst zwoa, du broochst drää (oder mehrere). Hofrat wirst du ! Hofrat !! fordern schon die Eltern. Natürlich muss man der W.S-Generation ein gerüttelt Maß an Trotz und Spottlust zugestehen. Im Härtefall wird man Satiriker, der alles und somit auch sich übertreibt mit allerlei Titel-Dekorationen in diesem Buch. Bescheidenheit oder Einstecken-Können liegt ihm nicht.
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Format: Gebundene Ausgabe
Ein wunderbares Buch in einer gelungenen Mischung aus Biographie (Gott sei Dank ohne zu viel emotionalem Medientränendrüsendruck), Aphorismen, Zitaten, Erklärungen, Essays, Gedichten, Stellungnahmen. Ich habe die 12 Leben von Werner Schneyer in jeder Zeile genossen und denke, dass seine Erfahrungen als Journalist, Aphoristiker, Kabarettist, Sänger, Texter, Übersetzer, Regisseur, Dramatiker, Schauspieler, Drehbuchautor, Box-Kommentator, Essayist und Erzähler ihn zu einer unabhängigen, unbestechlichen Größe werden ließen. Man fühlt mit Werner Schneyder die ehrliche Suche nach Wahrheit und seine Erkenntnisse bestätigen einen, aber ebenso oft überraschen sie (in positiver) Weise und führen zu neuen Sichtweisen. Mit einem seiner Aphorismen beschreibt er sich wohl selbst: "Einer kam weit herum. Vom Hundertstsen ins Tausendste." Auch im tausendsten Detail seiner Ansichten wurde mir keine langweilig! Man fragt sich, warum und weshalb einer in so vielen Bereichen erfolgreich sein kann. Warum war er kein Dilettant in allen diesen Feldern, sondern so erfolgreich, so berührend. Dieses Buch gibt die Antwort: er ist begeistert und hat eine kulturpolitisch unbestechliche Haltung, ein Moralist im beispielhaften Sinne.

Werner Schneyer ist ja gelernter Journalist. Aus diesem Grunde ist seine Einsicht in den medialen Arbeitsprozess besonders kompetent und aufschlussreich zu lesen. Er sieht vor allem die negativen Begleiterscheinungen dieses Medienbetriebes und stellvertretend möchte ich hier seine Position zur Kulturkritik kurz skizzieren. Er meint, dass die pausenlos agierende, atemlose, schmarotzende Kulturkritik sich im Grunde eine kulturpolitische Haltung erspart.
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Format: Gebundene Ausgabe
Als Werner Schneyer Fan, der ihn auch einmal live und hautnah erleben durfte, bin ich von seiner Autobiografie doch sehr enttäuscht! Wie kann ein Mensch auf mehr als 400 Buchseiten soviel erzählen und doch im Grunde nichts über sich persönlich sagen... Hat dieser Mann keine Familie, keine Freude und Trauer erlebt, kein Liebesleben? So 70 Jahre alt zu werden, mein Beileid! Da werden seine 12 Leben im Buch aneinandergereiht, schlicht nach dem Motto, das habe ich dann selbstverständlich auch noch gemacht, und, wie konnte man zweifeln, natürlich konnte ich das, und zwar ganz ausgezeichnet, ja, einmalig! Leider ist für mich, der ich sehr viele Lebensgeschichten gelesen habe, auch diese Art von Selbstbeweihräucherung einmalig!
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