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Der Hund des Propheten: Roman (Berndorf ermittelt, Band 4) Taschenbuch – 5. Dezember 2005

3.9 von 5 Sternen 13 Kundenrezensionen

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Exhauptkommissar Berndorf hat es kalt erwischt: Kaum hat er sich mehr schlecht als recht mit seinem verfrühten Ruhestand abgefunden, ist er auch schon auf den Hund gekommen. Selbiges Untier hört auf den Namen Felix und gehört zur eher aus der Mode gekommenen Rasse der Boxer. Aber wer soll sich um den traurigen Gesellen kümmern, wenn nicht Berndorf? Dabei war er dessen Herrchen, seinem verstorbenen Kollegen Jonas Seiffert, genannt "der Prophet", nicht einmal besonders grün.

Ganz auf Spaziergänge mit dem Hund und Umzugspläne nach Berlin zu seiner Freundin Barbara mag sich Berndorf aber nicht beschränken. In einem Dorf auf der Alb ist ein Mord geschehen. Das Opfer ist ein ziemlich nerviger und stets von Geldnöten geplagter Lokaljournalist, der sich nebenbei auch als Sexfotograf versucht hatte. Beschuldigt -- wie soll es auch anders sein -- wird ein Sinti, der sich in der fraglichen Nacht in der Nähe des Tatorts aufhielt. Als Berndorf jedoch (aus rein privatem Interesse, versteht sich) ein wenig nachforscht, stößt er auf Hinweise, die ihn nach Ulm führen. Dort wurde gerade ein neuer Dekan gewählt, dessen selbstbewusste Frau im schwäbischen Kirchenmilieu für Unruhe sorgt. Wie Berndorf bald merkt, haben die hohen Herren um Thron und Altar aber auch sonst die eine oder andere Leiche im Keller.

Ulrich Ritzels Serie um den inzwischen ehemaligen Polizisten Berndorf ist spätestens seit seinem mit dem Deutschen Krimi-Preis ausgezeichneten Roman Schwemmholz kein Geheimtipp mehr. Ihren Erfolg verdankt sie der mürrischen Hauptfigur und den klug ausgedachten Geschichten, in denen sich Spannung und Tiefgang die Waage halten. Darüber hinaus sind Ritzels Bücher Satz für Satz ein Genuss für Sprachgourmets, gelingt ihm doch die Gratwanderung zwischen literarischer Hochsprache und Anklängen an einheimische Dia- und Soziolekte auf das Schönste. Der deutsche Kriminalroman sei provinziell, wird allenthalben geklagt? Und wenn schon, solange er solche Perlen hervorbringt. --Hannes Riffel -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

„Ein brillanter Kriminalroman.“ (WDR)

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Kundenrezensionen

Top-Kundenrezensionen

Format: Gebundene Ausgabe
Wer die 3 Vorgänger dieses Krimis kennt, hat ihre Vorzüge schätzen gelernt: Unaufgeregte Sprache, Plots, die weiter reichen, als es anfänglich scheint, das immer wiederkehrende Personal mit Kriminalkommissar Berndorf und Tamar Wegenast im Zentrum und Nebenpersonen wie dem Gastwirt Tonio, Berndorfs Freundin Barbara, dem leidenden Kriminalrat Englin und anderen in ständiger Präsenz. Auch der 4. Roman der Reihe erfüllt alle diesbezüglichen Wünsche: Berndorf ist pensioniert, aber immer noch auf der Spur von Übeltätern, Tamar hat ihre persönlichen Probleme neben ihren Fällen am Hals, dazu wird das evangelische Milieu in seinen Machtstrukturen etwas durchleuchtet und schliesslich werden Verwicklungen und Abgründe einer ehemaligen DDR-Existenz verfolgt.Das alles spielt sich im Kleinstadtmilieu von Ulm und auf dem Dorf ab- eine Mischung, die wie schon in den früheren Bänden auch hier den Erwartungen gerecht wird. Aber auch wer erstmals einen Krimi von Ritzel liest, wird nicht enttäuscht sein.
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Von Ein Kunde am 25. September 2003
Format: Gebundene Ausgabe
Natürlich habe ich nicht alle deutschen Krimis gelesen, die dieses Jahr erschienen sind oder noch erscheinen werden, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass einer davon besser ist als "Der Hund des Propheten". Ich habe alle vier Bücher von Ulrich Ritzel gelesen, jedes ist empfehlenswert, wobei ich Nr. 2 (Schwemmholz) und das aktuelle ein wenig besser finde als die anderen beiden.
Ritzel weiß, wie man einen Plot strickt (es geht u.a. um Geldschiebereien von Ex-Stasi-Leuten nach der Wende, und die Geschichte ist viel überzeugender als die ähnliche in Selbs Mord von B. Schlink), er kennt die Leute und die Gegend, über die schreibt, ganz genau, denn er war lange Jahre Journalist in Ulm, und schafft es, auch einen Norddeutschen für schwäbische Machenschaften zu interessieren. Vor allem aber kann er erzählen, ohne auf spektakuläre Elemente wie Sex und Gewalt zurückgreifen zu müssen. Der Roman fängt langsam, aber nicht langweilig an, ich habe mich nie, wie z.B. bei manchem schwedischen Autor, gefragt, wieso ich dieses Buch eigentlich lese, und ab S. 250 wird es so spannend, dass ich die restlichen 200 Seiten bis spät in die Nacht an einem Stück gelesen habe.
Außerdem bekommt man - sehr dezent und wirklich reizend - den Beginn einer lesbischen Liebesgeschichte geboten.
Die einzige kleine Mäkelei ist, dass der Gott des Zufalls ein, zwei Mal zu oft bemüht wird.
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Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Nach "Der Schatten des Schwans" (btb 72800 - Erstauflage 1999), "Schwemmholz" (btb 72810 - Erstauflage 2000) und "Die schwarzen Ränder der Glut" (btb 73010 - Erstauflage 2001) ist "Der Hund des Propheten" (btb 73256 - Erstauflage 2003) der vierte Roman von Ulrich Ritzel mit dem nunmehrigen Ulmer Ex-Kommissar Berndorf. Dieser ist pensioniert und will eigentlich (oder doch nicht?) den Ruhestand genießen. Da kommt ihm der Hund des Propheten in die Quere. Der Prophet war Jonas Seiffert, ein ehemaliger Kollege Berndorfs bei der Polizei, der in seiner Freizeit gerne auf öffentlichen Plätzen predigte und daher mit dem Spitznamen "Prophet" versehen. Beim Begräbnis der Propheten läuft ihm dessen Hund zu. Doch er fühlt sich auch verpflichtet, einen ungelösten Fall Seifferts, der sich vor vielen Jahren auf der Alb zugetragen hat, aufzuklären. Merkwürdig scheint ihm auch, daß ein Lokaljournalist, der sich ebenfalls mit diesem Fall beschäftigt, ermordet wurde. Und so bewegt er sich bald in Ex-Stasi-Kreisen, die mittlerweile im Auftrag der Amerikaner arbeitenConncections, lernt Waffenhändler und -transporteuere kennen und hält Kontakt mit pietistischen Kirchenkreisen. Dazu kommen die Nachfahren der Vertreter von Land und Kirche, die sich damals etwas zuschulden kommen ließen, da auch sie als Kinder involviert waren. All das ist vielleicht zu viel des Inhalts. Wenngleich Berndorf den Fall/die Fälle am Schluß aufklärt, wäre ein Weniger an Handlungen für das Buch vielleicht besser gewesen.
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Format: Taschenbuch
Berndorf kommt in Band Nr. 4 unfreiwillig auf den Hund - Felix war bislang der treue Begleiter eines kürzlich verstorbenen Kollegen.
Gemütliche Spaziergänge, wie man es von einem Ruheständler mit Hund erwarten könnte, hat dieses Duo jedoch nicht vor sich.
Wie es der Zufall will, stolpert Berndorf im Windschatten eines Mordes in eine mitunter gefährliche Geschichte hinein, welche der Autor unterm Strich jedoch durchaus hätte "kleiner" halten können.

Die Handlung bläht der Autor für meinen Geschmack nämlich zu sehr auf - Antiziganismus, Stasi-Seilschaften, Ruhestand der Hauptfigur, ermordeter Lokalreporter mit fragwürdiger Vergangenheit, vermutetes Nazigold, Politfilz der 60er Jahre, Schweizer Banken, US-Spionage, lesbische Liebesgeschichte, Waffenhandel, Grabenkämpfe innerhalb der evangelischen Kirche u.v.a.m. ---- Fast schon inflationär werden Namen und deren Funktionen eingestreut - die genannten Figuren dümpeln jedoch überwiegend zumeist nur noch als schmückendes Treibgut an der Oberfläche der Geschichte.

Fazit:
Die Hauptfigur, Ex-Kommissar Berndorf, habe ich gerne begleitet - auf gut 100 Seiten der unnötig ausufernden Rahmenhandlung hätte ich hingegen locker verzichten können.
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