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am 4. April 2017
Endlich gibt es mal eine Verfilmung von (fast) allen Königsdramen von Shakespeare am Stück. Die Umsetzung ist optisch wie darstellerisch durchaus gelungen, wobei es besonders erfreulich ist, daß man sich bei der Synchronisation an der Schlegel-Tieckschen Übersetzung orientiert hat. Hier und da hat man die Dialoge freilich etwas beschnitten, so daß Shakespeare-Puristen sicherlich schon über die eine oder andere Szene die Stirne krausziehen könnten, aber meiner Meinung nach, ging man dabei durchaus behutsam vor, so daß der Verlust, von einigen wenigen Ausnahmen vielleicht, verschmerzbar ist. Bei "Heinrich IV" (Teil 1) kam es mir vor, als hätte man es mit dem Abdrehen des Stückes sehr, sehr eiilg gehabt, so ließ man die Schlacht bei Shrewsbury im Winter stattfinden, obwohl die tatsächliche eigentlich im Hochsommer stattgefunden hat. Völlig deplaziert fand ich, daß in Heinrich V. die Rolle des York von einem schwarzen Schauspieler besetzt wurde und dazu muß man keineswegs Rassist sein, in der Fortsetzung treibt man es diesbezüglich sogar noch bunter, indem man die Rolle der Königin Margarethe auch von einer Schwarzen spielen läßt. Ich will die Schauspielkunst der beiden nicht in Frage stellen, aber ich denke schon, daß in einem klassischen Shakespeareschen Königsdrama die Rollen ganz klar vorgegeben sind, so daß diese Art der Besetzung, weder politisch und schon gar nicht historisch korrekt ist. Doch davon mal abgesehen ist "The Hollow Crown" auf jeden Fall ein Fest für Shakespeare-Fans. Doch hoffe ich nach wie vor, daß die vor Jahren mal herausgekommene und auch über Amazon erhältliche Edition einer Auswahl von BBC-Verfilmungen verschiedener Shakespeare-Stücke aus den 80iger Jahren, um einen zweiten Teil bereichert wird, denn diese Verfilmungen waren wirklich in nahezu jeder Hinsicht werkgetreu und auch darstellerisch ohne jeden Tadel. Freue mich schon auf die 2. Staffel, die im Mai rauskommt.
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am 14. September 2017
Nachdem ich Richard 2 von Hollow Crown sah, las ich die Wikipedia-Einträge zu dem historischen Richard 2 und Shakespeares Richard 2. Was die historischen Abläufe im Film und bei den in den Wikipedia-Einträgen dargestellten Abläufen angeht, so gibt es eine hohe Übereinstimmung. Man bekommt also wirklich was von englischer Geschichte mit.

Darüber hinaus sah ich Henry V mit Kenneth Branagh mehrfach, der ist gut gemacht. Dieser Film wurde u.a. für seine "wortgetreue Neuverfilmung des gleichnamigen Shakespeare-Dramas" gelobt (Lexikon des International Films). Vom Wortlaut her und den Szenen ist Heinrich der 5. bei Hollow Crown ziemlich ähnlich. Der ist also so gesehen ebenfalls gut gemacht.
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am 14. September 2017
Shakespeare für wirklich jedermann. Selbst Menschen die nicht ins Theater gehen und sich nicht für Schauspiel interessieren sollten sich dieses Werk anschauen. Großartige Schauspieler die einen ind die mittelalterliche Welt versetzen, Shakespears Worte, die hier mit Hingabe gesagt werden und die für mich leichter zu verstehen/begreifen waren als die Texte im Buch zu lesen. Danke BBC. So etwas möchte ich häufiger sehen.
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am 28. Juli 2017
Meine absolute Lieblingsserie ! Und ein Muss für jeden Shakespeare-Liebhaber! Grandios besetzt! Besonders Tom Hiddleston überzeugt als King Henry! Was für eine beeindruckende Leistung...bei seiner berühmten Rede am Schlachtfeld bekommt man direkt Gänsehaut so überzeugend klingt er! Glückwunsch an die BBC für eine so gelungene und auch sehr authentische Serie
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am 21. März 2017
wunderbar, was die BBC schafft. Grossartiger Stoff, tolle Darsteller, saugut gemacht. TV - Serie vom Feinsten. Warum geht so etwas bei uns nicht?
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am 26. April 2017
Super Serie in mittelalterlichem Ambiente. Überzeugende Darsteller. Ich freue mich auf die Fortsetzung. Bin sehr zufrieden mit meinem tollen Einkauf.
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am 7. März 2013
Die Serie The Hollow Crown, die von der BBC im vergangenen Jahr ausgestrahlt wurde, ist aus meiner Sicht aktuell die beste Verfilmung der vier zusammenhängenden Stücke Richard II, Henry IV Teil 1 und 2, sowie Henry V. Shakespeare erweist sich einmal mehr als Genie in der Darstellung komplexer politischer Zusammenhänge und ihrer Auswirkungen auf alle Teile der Gesellschaft. Mehr noch, sie sind auch jenen verständlich, die keinen akademischen Hintergrund aufweisen, zumal Shakespeare für das ganze Volk schrieb. Oft im Auftrag der Oberschicht, aber aufgeführt wurden die Stücke vor einem gemischten Publikum, dessen gros das gemeine Volk bildete, das im Globe Theatre in der Mitte Stehplätze ergattern konnte.

The Hollow Crown schildert einen Teil der Geschichte des Vereinigten Königreiches, zum einen die Herrschaft eines unfähigen, jungen Königs, Richard II, der erst mit den Folgen seiner Absetzung zum Mann reift und Klugheit erlangt, als es schon zu spät ist. Zum anderen die Geschichte des Mannes, der Richard absetzte, Henry Bolingbroke, der als Henry IV während seiner Regentschaft unter Schuldgefühlen leidet, die ihn letztendlich zerfressen. Ferner wird die Geschichte von Prince Henry erzählt, genannt Hal, der als King Henry V einen der größten militärischen Siege Englands herbeiführen wird, die Schlacht von Azincourt 1415, in welcher ein kleines, von Krankheiten gebeuteltes, englisches Heer eine um ein Vielfaches überlege, französische Armee in die Knie zwang.

Man kann alle Filme bzw. Stücke separat genießen, jedoch ist ein absoluter Hochgenuß dies quasi als Zyklus zu tun und die Wandlung der Charaktere am Stück" zu verfolgen (sofern man die Zeit aufbringen kann - wenigstens einmal sollte man sich diese nehmen).

Lassen Sie mich, geneigte Leser, zunächst etwas zu Richard II sagen - Richard ist kein sympathischer Mann, nein, vielmehr erscheint er über lange Strecken wie ein verwöhntes, narzißtisch gestörtes Kind, das es gewohnt ist, seinen Willen zu bekommen, ohne auch nur einen Gedanken an die Konsequenzen zu verschwenden. Als er jedoch mit der Konfiszierung der Güter des verstorbenen Duke of Lancaster den Bogen überspannt (um einen Feldzug zu finanzieren) und dessen verbannten Sohn um sein Erbe betrügt, beginnt er sein eigenes Grab zu schaufeln. Eben dieser, Henry Bolingbroke, kehrt nach England zurück, um sein Erbe zu beanspruchen. Ihm wird jedoch rasch von den Noblen des Landes, die des Königs überdrüssig sind, die Krone angetragen. Bolingbroke bekräftigt wiederholt, allein wegen seiner Ländereien zurückgekehrt zu sein - aber... ist er das?

Shakespeare läßt in wunderbare Weise offen, welche Beweggründe den jungen Mann tatsächlich bewegen, und das ist eines der vielen Talente Shakespeares. Wir finden häufig Doppeldeutigkeiten, die Interpretationsraum lassen (und dem Barden das eine oder andere Mal den Hals gerettet haben dürften). Großartig!

Es kommt, wie es kommen muß - man zwingt den jungen König zur Abdankung. Bolingbroke wird König Henry IV, Richard II in Gefangenschaft ermordet.

Ein junger Darsteller, der jetzt schon zu den besten seines Fachs zählt, Ben Whishaw, spielt den jungen König in einer Weise, die unter die Haut geht. Es gelingt ihm, in mir Sympathien für diesen König zu entfachen, der abscheuliche Dinge tut. Als er aber am Ende einen unschönen und würdelosen Tod stirbt, empfinde ich doch Mitgefühl für ihn. Whishaw vollzieht eine Gradwanderung und macht diesen Mann dem Publikum verständlich. Noch gilt Whishaw wohl noch als Geheimtipp (obschon er die Rolle des Q in der Bond Reihe ergattern konnte), aber das wird sich, wenn er so weitermacht, gewiß ändern.

Vom Hauptdarsteller abgesehen, versammelt sich in Richard II die Elite britischer Schauspielkunst - David Suchet, Rory Kinnear, Patrick Stewart, James Purefoy, Lindsay Duncan, David Morrissey...

... noch mehr Mitglieder dieses Clubs finden wir in den Folgestücken:

Henry IV wird verkörpert von Jeremy Irons, über den im Grunde nichts mehr gesagt werden muß. Irons ist einer der besten Darsteller, die es auf der, an hervorragenden Schauspielern nicht armen, Insel gibt. Sein Henry ist ein gebrochener Mann, auf dessen Schultern die Last der illegitim erlangten Krone schwer wiegt und der eine Rebellion seiner früheren Gefährten niederzuringen hat. Weiter gebeutelt ist er von der Sorge um die Regierungskompetenz seines Sohnes Henry, genannt Hal, der sich - ganz rebellischer Teenager - lieber in Kneipen herumtreibt und mit zwielichtigen Leuten verkehrt. Eine dieser Gestalten ist eine der interessantesten Figuren, die Shakespeare je ersann: Sir John Falstaff. Ein Lebemann, dessen Lust auf Wein, Essen, Frauen in seiner fetten Erscheinung mehr als sichtbar ist. Er ist zwar ein Ritter, aber auch ein Lügner, Dieb, Verleumder. Doch er besitzt etwas, das ihn immer wieder rettet: Charme, den er gezielt einsetzt - er versteht es, sich aus Situationen herauszureden, und sein Humor nimmt seinen Aussagen häufig die Spitze. Ferner ist er sehr klug. Was Shakespeare ihn z.B. vor einer Schlacht über Ehre sagen läßt, ist überaus treffend: "What is honour? A word. What is that word honour? Air. A trim reckoning. Who hath it? He that died o'Wednesday. Doth he feel it? No. Doth he hear it? No." Brilliant.

Falstaff verläßt sich auf seine Freundschaft zum Prinzen von Wales, Hal, mit dem er um die Häuser zieht. Und tatsächlich könnte man glauben, daß die beiden aus gleichem Holz geschnitzt sind und des Königs Sorge um sein Reich berechtigt ist. Doch so ist es keinesfalls. In Prince Hal vollzieht sich über die Länge des Stückes eine Wandlung. Er wird erwachsen. Er wird allmählich zum Prinzen und sich seiner Verantwortung bewußt. Schon früh gibt uns Shakespeare eine großartige Szene - für mich eine der eindrucksvollsten, die der Barde jemals verfaßt hat - ein Stück innerhalb des Stückes. Hal wird zu seinem Vater zitiert, und Falstaff schlägt vor, die erwartete Zurechtweisung zu proben. So spielt Falstaff zunächst den König und Hal sich selbst, bis die Rollen wechseln und Hal den König spielt und Falstaff den jungen Prinzen (übrigens gibt hier Tom Hiddleston, der Hal spielt, eine geniale Impression von Jeremy Irons). Man sieht, wie in dieser Szene Hals Veränderung beginnt - er kündigt Falstaff an, daß er sich von ihm lossagen wird (was dieser ignoriert), was er am Ende, zum König gekrönt, auch tut, als würde eine Schlange ihre nicht mehr passende Haut abstreifen.

So ist Henry IV eine Studie der Bürden der Macht und des Erwachsenwerdens eines jungen Prinzen. Und erneut ausnehmend gut besetzt. Neben Jeremy Irons spielt Tom Hiddleston. Und er ist in der Tat eine Offenbarung. Hiddleston zählt für mich neben Benedict Cumberbatch und Michael Fassbender zu den besten Darstellern seiner Generation, mit einem Charisma, das mich nicht wenig an jenes der Hollywoodstars einer glamouröseren Ära erinnert - wann immer er die Szene betritt, ist es schwer, das Auge von ihm zu wenden. Und das ist nicht allein seinem Charme zu schulden. In einer Industrie, der es an gutaussehenden Gesichtern nicht mangelt, wäre dies wenig bedeutsam. Vielmehr ist es jene Art von Charisma, die den Zuschauer in kaum merklicher Art in den Bann schlägt, weil es aus der Leichtigkeit und Glaubwürdigkeit erwächst, die Hiddleston entfaltet, und sich verdichtet zu einer Präsenz, die man glaubt greifen zu können. Bewegend, mit Humor und Klugheit spielt Tom Hiddleston den jungen Prinzen, die komplexe Sprache vollendet beherrschend. Es ist eine Wonne.

Simon Russel Beale ist der vielleicht beste Falstaff, den ich mir vorstellen kann. Unglaublich vielschichtig, voller Details in Gestik und Mimik. Und vor allen Dingen spricht er die Sätze völlig natürlich, eine Schauspielstunde, wie man diesen Text sprechen kann - verständlich und bewegend. Neben ihm stehen u.a. Julie Walters, James Laurenson, Joe Armstrong und Michele Dockery.

Ein wunderbarer Geniestreich ist dann - als Abschluß und Krönung - Henry V. Der Geniestreich: den gleichen Schauspieler als Henry V zu verpflichten, so daß dessen Wandlung noch deutlicher wird (ein Glücksfall, daß Hiddleston verfügbar war, denn zunächst war er allein für Henry IV verpflichtet). Außerdem sitzt diesmal eine Frau auf dem Regiestuhl und bringt neue Aspekte in einen sehr bekannten Stoff.

Neben Hamlet ist Henry V mein liebstes Stück des William Shakespeare (obschon das schwer zu sagen ist, da ich berauscht bin von Shakespeare. Immer und immer wieder - wie der geneigte Leser hier gewiß schon bemerkt hat). Nicht nur, daß wir hier einige der wunderbarsten Passagen finden (allein "once more unto the breach, dear friends, once more", we happy few" sind ein Genuß ohne Gleichen), Shakespeare zeigt uns auch, wie Kriege geführt werden - und um welchen Preis.

König Henry, bestrebt, sich auf den Thron entgültig zu legitimieren und seine Regentschaft zu Englands Ruhm zu führen, läßt sich den Erbanspruch auf den französischen Thron von höchster Stelle bestätigen, ehe er, u.a. gereizt vom Spott des Dauphin, gen Frankreich zieht. Schnell hat er die Stadt Harfleur eingenommen und eröffnet dem Herrn der Stadt was geschehen wird, so er Harfleur nicht ausliefert: wir hören hier einige der grausamsten Zeilen, die man sich vorstellen kann: "in a moment look to see the blind and bloody soldier with foul hand defile the locks of your shrill-shrieking daughters; your fathers taken by the silver beards and their most reverend heads dash'd to the walls; your naked infants spitted upon pikes (...) will you yield and this avoid? Or, guilty in defence, be thus destroy'd?" Er droht mit jenen Schrecklichkeiten, die in Kriegen leider anzutreffen sind: Vergewaltigung, Ermordung von Kindern, etc. Henry erschrickt selbst über seine Worte. Ich möchte an dieser Stelle gerne glauben, daß Henry, ehrenhaft wie er ist, niemals so weit gegangen wäre, doch mit Bestimmtheit läßt sich dies natürlich nicht sagen. Ambiguität des William Shakespeare. Diese Worte jedoch zeigen Wirkung - natürlich ergibt sich Harfleur.

Henry zieht weiter, bis es zu Schlacht von Azincourt kommt. Zu diesem Zeitpunkt ist sein Heer schon längst durch Krankheiten geschwächt, viele sind tot. Als ihm dann eine französische Übermacht bei Azincourt gegenüber steht, kommt es zur Entscheidung. Die Zahlen der Truppenstärken schwanken, so daß man nicht mit Sicherheit sagen kann, exakt wie viele Soldaten auf beiden Seiten standen. Julie Barker geht in ihrem Buch "Agincourt: The King, the Campaign, the Battle" (das ich an dieser Stelle jedem empfehlen möchte, der weiter in die Geschehnisse eintauchen möchte) davon aus, daß es ca. vier- bis sechsmal so viele Franzosen wie Engländer waren.

Angesichts dieser Übermacht sieht Henry die Hoffnung seiner Männer schwinden, und er mischt sich des Nachts unter seine Soldaten, unerkannt, und spricht ihnen Mut zu bzw. fragt nach ihren Gedanken... und hört sowohl Liebesbekundungen seiner Soldaten ("I kiss (the king's) his dirty shoe and from heart-string I love the lovely bully") als auch deutliche Kritik. Und dann hören wir eine der schönsten von Shakespeares Reden - die Ansprache des Königs am St. Crispin's Day. Am Ende ist England siegreich. Um den Frieden zu bekräftigen, nimmt er die Tochter des französischen Königs zur Frau und stirbt wenige Jahre später an der Ruhr.

In meinen Augen ist diese Verfilmung sicher eine der besten, die je auf einer Leinwand / einem Bildschirm zu sehen sein werden. Tom Hiddleston hält auch hier, was sein Talent schon lange verspricht. Er hat die Sprache vollendet im Griff und spielt mit ihr in einer Weise, die mich wieder und wieder in den Bann schlägt. Er gibt einen König, dem man in die Schlacht folgen möchte. Und er zeigt - Shakespeare sei Dank - daß ein König zwar ehren- und tugendhaft sein soll und möchte, manchmal aber Machiavellis Lehren anwenden muß, um seine Ziele zu erreichen. Ferner zeigt Shakespeare auch das Los der einfachen Soldaten (wenn auch vereinfacht dargestellt) und läßt sie zu Wort kommen - zur damaligen Zeit ein revolutionärer Ansatz.

Daß die großen Reden reduziert angelegt sind, macht sie nur glaubhafter, und sie berühren mehr. Die Berühmte St.Crispins Rede kennen wir als große Ansprache an das Heer. Hier aber spricht Hiddleston sie leise und zurückhaltend, mit unendlich bewegtem Tonfall, zu seinen engsten Vertrauten und Kampfgefährten. Man kann diese Szene kaum trockenen Auges betrachten.

Neben einem überragenden Tom Hiddleston spielen u.a. Paterson Joseph, Geraldine Chaplin, James Laurenson, Lambert Wilson und Paul Freeman.

The Hollow Crown ist Schauspielkunst in Vollendung. Eine psychologische Studie verschiedener Herrscher und ihrer Gefährten. Eine Analyse dessen, was es bedeutet, zu führen. Und - mehr als alles andere - ein Genuß für jeden, der Shakespeare und seine komplexen Geschichten liebt. Ich gehöre dazu.
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am 1. Januar 2017
Als alter Shakespeare-Fan hatte ich schon lange mit dieser Mini-Serie geliebäugelt. Und ich wurde nicht enttäuscht. Das Schauen war/ist ein absoluter Genuss und auch Tom Hiddleston ist natürlich ein Highlight.
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TOP 1000 REZENSENTam 26. Januar 2016
Mit Shakespeare vertreibt man normalerweise entweder die Schüler aus dem Englischunterricht oder die Hipster aus dem Anglistikstudium. Der Brite ist in seiner Heimat und darüber hinaus so obligatorisch wie Schiller und Goethe hierzulande, man kann ihm einfach nicht entgehen. Entsprechend negativ ist das Bild meist in der breiten Bevölkerung, die sich höchstens noch entfernt an "Romeo und Julia" erinnert. Dass seine Werke aber deutlich vielfältiger sind und mit der richtigen Inszenierung auch heute noch beeindrucken können, beweist eine (wieder mal) sehr stilvolle BBC-Serie, die den Bühnendichter aus dem sechzehnten Jahrhundert für ein modernes Publikum adaptiert und gleichzeitig erstaunlich wenige Kompromisse dabei macht.
Ähnlich wie es der historische Roman heute tut, schrieb William Shakespeare seine Stücke, um möglichst vielen Menschen Zugang zu geschichtlich interessanten Themen des eigenen Landes zu ermöglichen und natürlich auch, um gute Unterhaltung zu bieten. So war das Publikum des vermutlich bedeutendsten Dramatikers der europäischen Renaissance seit jeher ein möglichst großes und bestand vor allem zu seiner Zeit nicht nur aus wenigen Gelehrten. Für die waren die Bühnenstücke höchstwahrscheinlich eher ein allzu vereinfachendes Ärgernis. Umso besser, dass der Stoff jetzt in Form einer modernen Historienserie gesendet wurde, um einmal mehr möglichst viele Zuschauer zu finden. Und es wird eine Menge getan, um das auch zu erreichen.
Da wären zum einen die exzellent ausgewählten Darsteller, die nicht nur Rang und Namen haben, sondern Shakespeares Helden auch jenseits der Bühne mit einer Eindringlichkeit verkörpern, vor der vielleicht sogar der Meister selbst ehrfürchtig erschaudert wäre. Ben Whishaw kann nichts dafür, dass seine Figur ein wenig "überirdisch" abgehoben ist und die erste Episode eher schwerfällig daherkommt, aber er passt ebenso wie alle anderen einfach hervorragend in seine Rolle.
Neben Schauspiellegenden wie Patrick Stewart ("Star Trek"/"X-Men"), John Hurt ("Der Elefantenmensch") und natürlich Jeremy Irons ("Königreich der Himmel") brillieren in den vielfältigen Nebenrollen auch mehrere Darsteller, die einem zeitgenössischen Publikum aus ähnlich aufwändigen Serien bekannt sein dürften: Iain Glen ("Game of Thrones"), James Purefoy ("Rom"), Michelle Dockery ("Downton Abbey") und David Suchet ("Agatha Christie's Poriot") sind nur einige Beispiele für den bis ins Letzte hervorragend besetzten Cast. Da ist es beinahe überflüssig zu erwähnen, dass sämtliche Darbietungen auf einem für Bühnen- und Filmverhältnisse hervorragenden Niveau sind. Die ganze Tragik der hier dargestellten Könige wird mit geradezu erschütternder Wucht deutlich, auch wenn man es nicht sofort erkennen mag. Aber auch der bei Shakespeare nicht immer ganz unschuldige Humor kommt nie zu kurz, sei es bei einer genialen Parodie Prinz Henrys auf dessen knurrigen Vater oder, wenn Mélanie Thierry sich als französische Prinzessin redlich bemüht, verständliches Englisch zu lernen.
Ästhetisch befinden sich die vier Folgen sehr nahe an den kontemporären Historienfilmen und -serien. Von wegen abgefilmtes Theater, in einigen Szenen wähnt man sich beinahe einem ausgewachsenen Kinofilm gegenüber. Die in britischen Produktionen stets stilvoll ausgewählten Locations tragen ebenso dazu bei wie die üppige Ausstattung und der realistische Look, der gleich mehrere äußerst dreckige Schlachten beinhaltet. Die Länge einiger Folgen beträgt mehr als zwei Stunden, also wird es auch in dieser Hinsicht episch.
Gewöhnungsbedürftig sind womöglich die Dialoge, welche durchweg in den von Shakespeare verfassten Reimschemata vorgetragen werden. Für die Darsteller auf der Bühne ursprünglich leichter zu merken, aber auch ein künstlerisches Stilmittel, das der eher prosaischen Filmkunst der heutigen Zeit fehlt. Lässt man sich aber erst einmal darauf ein, verschmelzen Vortragsweise und Bildsprache zu einem Gesamtkunstwerk, das sich gewaschen hat. In seinen besten Momenten weiß "The Hollow Crown" dann auch tatsächlich zu berühren, auch wenn man sich durch den einen oder anderen Monolog hindurchkämpfen muss. Die Distanz zu der meist als altertümlich empfundenen Sprechweise wird von den Darstellern ohne Mühen überbrückt.
Damit steht diese Serie in der besten Tradition von Kenneth Branaghs legendärer Verfilmung von "Henry V.", in dessen Fußstapfen auch ein Tom Hiddleston (der seinerseits schon mit Branagh in der BBC-Serie "Wallander" Verbrecher jagte) eine ausgezeichnete Figur macht. Und es ist noch lange nicht vorbei. Erst im letzten Jahr war mit Justin Kurzels "Macbeth" eine stilvolle Shakespeare-Adaption im Kino zu sehen. Auch "The Hollow Crown" erfährt noch in diesem Jahr eine Fortsetzung - unter anderem mit "Sherlock"-Star Benedict Cumberbatch in der Rolle des durchtriebenen buckligen Königs Richard III.

Darsteller: Ben Whishaw, Jeremy Irons, Tom Hiddleston, Patrick Stewart, John Hurt, Mélanie Thierry, Simon Russell Beale, Julie Walters, Rory Kinnear, James Purefoy, Iain Glen, Michelle Dockery uvm.
Regie: Thea Sharrock, Richard Eyre, Rupert Goold
Jahr: 2012 (DVD/BD: 2015)
Label: New KSM
Laufzeit: ca. 527 min
FSK: ab 12 Jahren
Bonusmaterial: 3 Making-Of-Featurettes, Trailershow, Bildergalerien, Booklet
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Die erste Staffel von „The Hollow Crown“ umfasst die Henriad, ein Quartet an Historienstücken, welches Richard II, Henry IV 1-2, Henry V umfasst. Die Stücke schließen nahezu nahtlos aneinander an und man sollte sie daher auch in dieser Reihenfolge schauen, denn die verschiedenen Figuren tauchen immer wieder auf. Daher ist es ein wenig unglücklich, dass die Schauspieler zwischen Richard II und Henry IV wechseln, das hätte nicht sein müssen und das fand ich irritierend, obwohl die Stücke prinzipiell auch jeweils alleine funktionieren.
Nicht alle Stücke haben mit gefallen und mich 100% überzeugt. Manche mochte ich mehr, manche mochte ich weniger. Hier ist die Summe jedoch mehr als ihre einzelnen Teile, denn die Verfilmung als gesamte Staffel gesehen ist sehr überzeugend.
Wenn man keine Ahnung von den history plays hat, sollte man vielleicht vorher Zusammenfassungen lesen, damit man die ungefähre Handlung im Hinterkopf hat, das hat mir sehr geholfen obwohl mich die Interpretationen dieser Verfilmungen dann häufig positiv überrascht haben. Ich habe diese Serie als Erstkontakt mit diesen Stücken genutzt, bevor ich mich daran wage, sie zu lesen. Die Interpretation, die hier präsentiert wird, ist somit wohl teilweise gnädiger, als wenn ich die Stücke lese, so kann es sein, dass einige der Filmversionen deutlich besser abschneiden werden als das Original, denn einige der Stücke stehen und fallen mit ihrer Interpretation, wie das bei Shakespeare bei vielen Stücken der Fall ist.

=== Richard II ===
Shakespeares Richard II ist die Geschichte eines Familienstreits unter Cousins. Eigentlich nichts Besonderes, kommt in allen Familien regelmäßig vor. Das Problem ist, dass Richard König von England ist und man für das nerven des Königs schon mal verbannt werden kann und sich Luft zu machen schon mal als Hochverrat deklariert wird.
Nun hat Richard II leider ein Problem: er kleidet sich ordentlich, pflegt sich, redet gewählt und kommt halt irgendwie schwul rüber. Da ist es nicht unbedingt hilfreich, dass er keine Kinder hat, auch wenn seine Frau ihn liebt, so wie die Sexualkunde im Mittelalter gelehrt wurde, weiß sie wahrscheinlich gar nicht, was ihr entgeht und wartet darauf spontan schwanger zu werden.
Richards Cousin Harry Bolingbroke beschuldigt Thomas Mowbay des Hochverrats. Beweise legt er keine vor, warum auch, macht man heutzutage ja auch nicht, man behauptet einfach so lange, bis einem jemand glaubt, oder auch nicht. Die beiden sollen sich duellieren, aber Richard mag wohl beide und will nicht, dass einer von beiden stirbt. Er bricht das Duell ab, verbannt Mowbay für immer und Harry für 6 Jahre.
Damit hätte die Sache erledigt sein können, Stück vorbei, ihr könnt alle nach Hause.
Leider stirbt Harrys Vater während seiner Verbannung und der König will gerade wieder mal Krieg mir Irland führen. Sein Onkel John of Gaunt war natürlich reich als Onkel des Königs, was liegt da näher, als dessen Kohle für den Feldzug zu verwenden. Da hat Richard leider die Rechnung ohne seinen Cousin Harry gemacht, der sieht gar nicht ein, dass er auf sein Erbe verzichten soll, kommt zurück und will sein Land und sein Geld haben. Mehr eigentlich auch nicht. Ja, es mag vielleicht ein wenig bedrohlich wirken, dass sich die Adeligen hinter ihm versammelt haben und ihn mit ihren Truppen unterstützen, aber wer kann es ihnen verdenken, die haben nur Angst, dass man auch ihre Kohle für einen Feldzug konfiszieren könnte. Is jetzt nicht wirklich Harrys Schuld, dass Richard das irgendwie falsch interpretiert und abdankt, was dessen Anhänger alles andere als Lustig finden.

Wenn man die klassischen Zusammenfassungen von Richard II liest, sind die eher langweilig. Die Verfilmung im Rahmen von „The Hollow Crown“ jedoch bringt es tatsächlich in etwa so rüber, nicht so mit dem Holzhammer, das wäre respektlos, aber schon recht direkt.
Richard ist schon sehr… schwul in seiner ganzen Art und es gibt da noch ein paar direktere Hinweise beim Hofmaler und als Richard alleine am Stand von Wales hockt und rumjammert wird auch dem letzten Loyalisten klar, nee, der ist nicht wirklich für die Rolle des Königs geschaffen, der fasst das Schwert am falschen Ende an. Harrys Reaktion als Richard abdankt und mit ihm nach London kommt, obwohl er nur sein Erbe wollte ist einfach nur lustig, die ganzen Adligen schauen ihm nur total perplex mit offenem Mund nach. Das Fragezeichen in ihren Gesichtern könnte wirklich nicht größer sein. Was genau ist da gerade passiert?! Ich habe ein Königreich erobert ohne Armee und ohne es zu wollen?!
Ein wenig dick aufgetragener Symbolismus darf natürlich nicht fehlen. Richard endet wie der heilige Sebastian, den er so bewunderte und wird aufgebahrt wir ein Mittelalterliches Gemälde, schön in S- Form, der Schauspieler muss danach üble Wadenkrämpfe gehabt haben.
Ich habe die Historienstücke im Studium gemieden. Es ist nicht einfach den Überblich über diese ganzen Richards und Henrys zu behalten. The Hollow Crown ist aber eine einfache und angenehme Methode, die Stücke nach und nach zu erarbeiten. Erst einmal die 6 Seiten Shakespeare Big Ideas easy explained von DK nachlesen und sich dann das entsprechende Stück als klassische Inszenierung, mit tollen Kostümen und sehr offensichtlicher Mainstreaminterpretation reinziehen. Diese Serie ist für den Erstkontakt des interessierten Laien konzipiert, der gut unterhalten werden will, während er seinen Shakespeare nachholt.

Richard II war erstaunlich unterhaltsam. 5 Sterne

=== Henry IV part 1 + 2 ===
Richard IV Teil 1 schließt in etwa da an, wo Richard II endete. In dieser Verfilmung, die zwar auch zur „Hollow Crown“ Serie gehört, wurden aber die Schauspieler ausgetauscht. Ja, Henry IV ist ein separates Stück und man muss Richard II nicht kennen, wenn man sich in englischer Geschichte auskennt, aber ich hätte es gut gefunden, wenn zumindest Henry IV und Northumberland beibehalten worden wären.
Die Handlung ist auch nicht so spannend oder unterhaltsam wie in Richard II.
Henry IV hat ein Problem. Eigentlich wollte er ja als Buße zu einer Pilgerfahrt aufbrechen, aber jetzt rebellieren die Waliser unter Northumberland, der ihm auf dem Thron geholfen hat. Nun ist Northumberland aufgegangen, dass Henry IV eigentlich nur sein Erbe wollte und nicht den Thron. Wenn es so einfach ist, König zu werden, wenn man nur rebellieren muss und damit auf den Thron kommt, warum dann nicht selber König sein? Da Henry IV nicht über Erbfolge König wurde und nur mit Macht und Gewalt herrscht, muss er nun mit Rebellen leben, während sein Sohn Hal (von dem man in Richard II nichts gehört hat) sein Leben in Schenken verbringt und die unteren Klassen und deren Leben erforscht. Ihm zur Seite steht Falstaff, ein dicker, feiger Möchtegernkrieger, der durch seine Gewitztheit und Bauernschläue punktet.
Die Handlung ist einfach. Der König beleidigt die Rebellen. Die Rebellen schwören Rache. Der König zieht mit seinem reformierten Sohn Hal in den Krieg. Der König gewinnt. Damit es nicht allzu dröge wird, wurden die Szenen schneller geschnitten, d.h. Szenen die nacheinander kommen würden, wechseln sich ab. So ein schneller Wechsel wäre im Theater nicht möglich und verleiht der streckenweise recht zähen Handlung zumindest ein wenig Tempo. Auch die Reihenfolge einiger Szenen scheint verändert worden zu sein, aber das war schon zu Shakespeares Zeiten normal, dass da ein wenig variiert wurde, um Effekte zu erzielen.
Kein Wunder, dass Falstaff so beliebt ist im angelsächsischen Raum. Er ist der Einzige, der einen durch dieses Stück bringt, ohne einzuschlafen. Ohne seine rauen Witze wäre das Stück mehr als dröge und das ist erst der erste Teil.
Der zweite Teil ist dann wirklich richtig zäh und langweilig. Der König liegt im sterben und Henry muss sich mit der Idee abfinden, dass er König wird. Er fängt an, seine alten Freunde geringschätzig zu behandeln und probiert schon mal heimlich die Krone an. Falstaff fällt, teilweise durchaus zu Recht, in Ungnade. Er bereichert sich, indem er Rekruten erlaubt, sich von der Wehrplicht freizukaufen. Dennoch hätte ihn Henry V bei seiner Krönung nicht wirklich so dermaßen vor allen demütigen müssen. Henry/Hal wird über nach zum Ar***. Im Großen und Ganzen wird in Teil 2 nur Teil 1 aufgeräumt. Die Rebellen werden eliminiert, Henry lässt seine Vergangenheit hinter sich und wird teil des Establishments und damit hat es sich. Ob das bischen Handlung ein ganzes Stück verdient hat, sei mal dahingestellt. Wirkliche Highlights hat es nicht zu bieten.
Die Verfilmung an sich ist super. Tolle Schauspieler, super Kulissen, aber das kann bei der Story nicht wirklich viel retten. Die Barszenen sind zwar witzig, aber letztendlich auch nicht besser als das, was man so von AD&D Abenden kennt. Betrunkene Möchtegernhelden machen schlechte Witze. Ja, der Kontrast zum Hof und zu den Rebellen hat was von Politsatire und karikiert den Adel, der sich selbst zu ernst nimmt, aber so wirklich unterhaltsam ist das heute leider nicht mehr.
Wird sicherlich keines meiner Lieblingsstücke. 3 Sterne

=== Henry V ===
Wenn man sich die Zusammenfassung von Henry V vor dem Schauen des Films anschaut, denkt man sich, och neee, Schlachten, Krieg, nerviger Heroismus blablabla.
Das Stück ist jedoch zweideutig und kann auf zwei Weisen interpretiert werden, entweder als Verherrlichung des Krieges wie während WWII oder als Warnung vor dem Opfern, die ein Krieg fordert. Diese Verfilmung geht einen Mittelweg. Sie ist nicht eine reine Warnung vor dem Blutzoll, sondern hat auch ein klein wenig Heroismus in homöopathischen Dosen, die auch ich noch vertragen kann.
Die Handlung ist nicht wirklich spannend. Henry V schließt mehr oder minder direkt an Henry IV part 2 an. Henry ist König und wie es nun mal ist, Macht korrumpiert und so hat Henry seine alten Freunde vergessen. Falstaff stirbt offstage an gebrochenem Herzen (bzw. Altersschwäche) und auch seine anderen ehemaligen Saufkumpanen hat Henry aus seinem Leben gestrichen. Er ist nun ganz König und entsprechend angepisst, als der Dauphin von Frankreich in Tennisbälle zum Geschenk macht. Warum Henry deswegen sauer ist und Frankreich gleich den Krieg erklärt, kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Wie auch immer, die Englischen Truppen ziehen nach Frankreich, Schlacht von Agincourt, Henry heiratet die Tochter des französischen Königs, schwängert sie und stirbt an Durchfall. Das ist mal ein heldenhafter Tod, sich zu Tode kacken, er ist also auf seinem Thron gestorben.
Letztendlich wieder einmal ein nerviger Familienzwist zwischen den 1% Superreichen, für den das dumme Volk bluten musste, damit Herr König heiraten kann.
Obwohl die Handlung mich eigentlich nervt und mehr als anätzt, begeistert doch die Verfilmung. AB Henry IV part 1 wird Hernry V (Hal) von Jeremy Irons gespielt, der für Henry V erstaunlich gealtert ist. Anton Lesser als Duke of Exeter ist mein heimlicher Held dieser Verfilmung. Ich mag Anton Lesser einfach, seit er Marcus Didius Falco im BBC Hörspiel gesprochen hat, er hat eine sehr auffällige Stimme und einen sehr feinen, ironischen Humor.
Die Kulissen sind seit Henry IV konstant geblieben, so wie die meisten Schauspieler auch der Nebenrollen, das macht klar, dass Henry IV 1-2 und Henry V eine Trilogie sind, die zusammengehört, ein früher Kandidat des Trilogieunwesens.
In dieser Verfilmung wurde aber einiges gekürzt. Die Enthüllung der Spione (2.2) sowie Neils Tod (5.1) wurden gestrichen. Zudem sollte man Grundkenntnisse in Französisch haben, weil die Dialoge von Catherine Französisch ohne Untertitel sind. Untertitel wären da wirklich hilfreich, mein Französisch hat dafür zwar soweit gereicht, aber nicht jeder hat mehrere Jahre Französisch an der Schule gehabt.
Insgesamt hat mich diese Interpretation tatsächlich trotz der mir nicht zusagenden Story überzeugt. Es gibt viele subversive Dialoge die gegen Krieg argumentieren und der König wird nicht als nerviger Nationalheld stilisiert. 4,5 Sterne
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