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Hoffnung am Horizont Taschenbuch – 1. Januar 2012

4.8 von 5 Sternen 16 Kundenrezensionen

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Taschenbuch, 1. Januar 2012
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Produktinformation

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Tamera Alexander ist für ihre historischen Romane schon mehrfach mit dem Christy Award ausgezeichnet worden, dem bedeutendsten christlichen Buchpreis in den USA. Sie lebt mit ihrem Mann und zwei erwachsenen Kindern in Nashville.

Auszug aus dem ersten Kapitel. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Kapitel 1
Annabelle trieb ihre Pferde auf der südlichen Route zurück zum Pikes Peak kräftig an und machte in Denver nur Halt, um Jonathans Leichnam für die Beerdigung vorbereiten zu lassen. Am siebten Tag nach Jonathans Tod erreichte sie kurz vor Sonnenuntergang den Ortsrand von Willow Springs. Erleichterung vermischte sich mit der Traurigkeit in ihrer Brust, als sie die bekannte Stadt wiedersah. Sie hatte gedacht, sie hätte diesen Ort für immer verlassen. Sein Anblick weckte viele Erinnerungen in ihr, zum Beispiel an etwas, das Jonathan zu ihr gesagt hatte, als sie im letzten Herbst ihren Umzug nach Denver vorbereiteten.
„Du bist jetzt eine neue Frau, Annabelle McCutchens. Die Menschen in Denver kennen uns nicht.“ Er hatte immer so gesprochen, als stünde sie auf einer Stufe mit ihm. Daran hatte sie sich nie ganz gewöhnen können. „Sie gehen davon aus, dass du das bist, was man äußerlich an dir sieht, und sie haben recht.“ Er strich mit seiner Hand leicht über ihre dunklen Haare, aus der sie die rote Farbe herausgewaschen hatte, streichelte ihr Gesicht und schaute in ihre blauen Augen, die jetzt nicht mehr mit Wimperntusche und Kajalstift künstlich betont wurden. „Sie werden sehen, was ich sehe: eine Dame. Eine schöne, junge Ehefrau, die mit ihrem gut aussehenden Ehemann in die Stadt zieht.“
Annabelle wurde bei der Erinnerung an diese Worte und an das verspielte Augenzwinkern, mit dem er sie bedacht hatte, warm ums Herz. In seinen letzten Stunden hatte Jonathan ihr klargemacht, dass er gern hier in Willow Springs zur letzten Ruhe gelegt werden würde. Während sie durch die Stadt zum Haus des Pfarrers fuhr, musste sie unweigerlich daran denken, wie sie sich kennengelernt und hier in der Nähe des Fountain Creek geheiratet hatten. Sie brachte ihren Mann nach allem, was er für sie getan hatte, gern zu ihrem ersten gemeinsamen Zuhause zurück. Aber in ihrem Herzen wusste sie, dass Jonathan McCutchens schon längst zu Hause war.
Sie sah im Geiste die schöne Pinienkommode vor sich, die er ihr als Hochzeitsgeschenk gebaut hatte und die sie jetzt, zusammen mit anderen Dingen, zurückzulassen gezwungen gewesen waren, verlassen in der Prärie stand. Nur wenige Tage nachdem sie Denver verlassen hatten, waren Jonathans Brustschmerzen schlimmer geworden. Einige Männer aus Jack Brennans Wagentreck hatten das Möbelstück aus dem voll beladenen Planwagen gehoben, damit Jonathan sich im Wagen, wo er vor der Hitze des Tages geschützt war, ausruhen konnte. Inmitten der vielen Lebensmittel, die sie dabeihatten, war trotzdem kaum genug Platz für Jonathan gewesen. Wenn er jetzt noch hier wäre, würde er ihr sicher sagen, dass sie nicht um die Kommode trauern sollte, die zu den Dingen gehört, die auf Dauer sowieso keinen Bestand haben. Das wusste sie natürlich, aber trotzdem …
Sie lenkte den Wagen in eine Seitenstraße und erblickte Pfarrer Carlson schon aus einiger Entfernung, wie er neben dem weißen Pfarrhaus Holz hackte.
Er drehte sich kurz um und warf einen flüchtigen Blick in ihre Richtung, bevor er sich wieder seiner Arbeit zuwandte. Doch dann wurde er ganz still. Er drehte noch einmal den Kopf. Die Axt in seiner Hand glitt zu Boden.
Er kam zum Wagen und half ihr beim Absteigen. Aus seiner Miene sprachen Fragen und Besorgnis. Patrick Carlson schaute an ihr vorbei in den Wagen hinein. Annabelle beobachtete sein Gesicht, in dessen Zügen sich der Schock widerspiegelte, als er von Jonathans Tod hörte, sich mit Unglauben vermischte und dann nach und nach einem traurigen Akzeptieren wich.
Er nahm den Brief, den sie ihm gab. Während er ihn las, legte sich eine unsichtbare Last auf seine Schultern. „Wann hat Jonathan das geschrieben?“
„An dem Tag, an dem er starb. Ich musste ihm versprechen, Ihnen den Brief zu bringen.“ Hilfe anzunehmen, besonders von Männern, war Annabelle noch nie leichtgefallen. Der Pfarrer stellte natürlich keine Bedrohung für sie dar, aber als sie den Ernst in seinen Augen sah, wünschte sie fast, sie hätte den Brief gelesen, bevor sie ihn ihm gegeben hatte. „Ich hoffe, Jonathans Bitte ist keine zu große Belastung für Sie, Herr Pfarrer. Worum er Sie auch bittet, er hat Sie damit bestimmt nicht belasten wollen.“
„Sie haben diesen Brief nicht gelesen?“
Sie schüttelte den Kopf und schaute auf ihre Hände hinab, die sie vor ihrem Bauch verkrampft hatte. „Jonathan hat nicht gesagt, dass ich ihn nicht lesen könne. Er hat nur gesagt, dass er ihn an Sie geschrieben hat, also hielt ich es für besser, wenn ich lieber nicht …“ Als Pfarrer Carlson ihren Arm berührte, hob sie das Kinn.
„Dieser Brief besagt, dass Jonathan Sie sehr geliebt hat, Annabelle, und dass er für Sie sorgen wollte …“ Eine leise Frage und ein leichtes Funkeln traten in seine Augen. „Und für sein ungeborenes Kind.“
Annabelle beantwortete die nicht ausgesprochene Frage mit einem Kopfnicken. „Wir fanden es kurz bevor wir Denver verließen heraus. Er hat sich sehr gefreut.“
„Hannah wird es das Herz brechen, wenn sie von Jonathan hört, aber wenn Sie ihr auch Ihre guten Neuigkeiten mitteilen, wird sie sich sehr freuen, Annabelle.“ Er deutete zum Weg, der zum Haus führte. „Geht es Ihnen … gut?“
Sie ging neben ihm her und verstand seine nicht ausgesprochene Frage. „Größtenteils ja. Wenn die Müdigkeit und die Übelkeit in den letzten zwei Wochen nicht gewesen wären, wüsste ich gar nicht, dass etwas anders ist.“
„Hannah kann das zweifellos gut nachempfinden. Und sie kann Ihnen viel bessere Ratschläge geben als ich.“ Sein Tonfall wurde wieder sehr ernst. „Ich nehme an, Jack Brennan und sein Treck sind in den Norden weitergezogen?“
„Ja, nachdem sie einen Tag mit uns gewartet hatten. Jack Brennan ist ein guter Mann, und seine Leute haben getan, was sie konnten.“ Sie erzählte ihm von ihrer Rückfahrt durch Denver und dass der Bestattungsunternehmer Jonathan für die Beerdigung vorbereitet und einen Sarg für ihn gebaut hatte. „Wir können mit der Beerdigung nicht mehr lange warten.“
Patrick schaute zum Wagen zurück. „Ich kann mich gern um alles kümmern, wenn Sie einverstanden sind.“ Als sie nickte, nahm er ihren Arm, führte sie die Verandastufen hinauf und rief dann Hannahs Namen. Er drehte sich zu Annabelle um. „Jonathans Tod tut mir so leid, Annabelle! Aber noch bevor Sie oder Jonathan von seinem Schicksal wussten, litt Gottes Herz schon mit Ihnen beiden. Ich hoffe, Sie glauben mir das.“
Obwohl sie das nicht ganz verstand, nickte Annabelle und hoffte, ihr mangelndes Wissen über Gott würde das wenige Vertrauen, das sie hatte, nicht zunichtemachen. Bis vor Kurzem hatten sie und Gott nie wirklich viel miteinander gesprochen, und auch jetzt hatte sie das Gefühl, als würde in den letzten Tagen nur sie reden.
Die Angeln der Haustür quietschten und sie drehte sich um.
Hannah kam aus dem Haus. Das erfreute Lächeln, das über ihr Gesicht zog, gab Annabelle das unerwartete Gefühl, nach Hause zu kommen. Als Annabelle ihr flüsternd den Grund für ihre Rückkehr erklärte, legte Hannah die Arme um sie und zog sie an sich heran.
Die Sicherheit der Umarmung einer anderen Frau, die wortlose Sprache, die darin lag, tröstete Annabelle so sehr, dass die starke Fassade, die sie sich seit Jonathans Tod sorgfältig zugelegt hatte, sehr schnell in sich zusammenstürzte.

Spät an diesem Abend verließ Annabelle im Schutz der Dunkelheit das Haus der Carlsons und eilte durch die bekannten Seitenstraßen von Willow Springs ans andere Ende der Stadt. Als sie um die Ecke bog und das Bordell vor ihr auftauchte, blieb sie stehen. Es wiederzusehen, besonders nachts, das laute Lachen und die blechernen Töne, die auf dem Klavier gespielt wurden, zu hören, gab ihr das sonderbare Gefühl, völlig fehl am Platz zu sein. Die Fenster mit den roten Vorhängen im ersten Stock waren schwach beleuchtet, aber sie wusste, dass die Zimmer nicht leer waren.
Um diese Uhrzeit waren sie bestimmt nicht leer.
Ihr Blick wanderte zum dritten Fenster von... -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch.


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am 28. Januar 2012
Format: Taschenbuch|Verifizierter Kauf
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TOP 1000 REZENSENTam 11. Januar 2015
Format: Taschenbuch
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HALL OF FAMETOP 100 REZENSENT VINE-PRODUKTTESTERam 31. Januar 2012
Format: Taschenbuch
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