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Hitze: Abenteuer eines Amateurs als Küchensklave, Sous-Chef, Pastamacher und Metzgerlehrling Gebundene Ausgabe – 9. Februar 2008
- Seitenzahl der Print-Ausgabe384 Seiten
- SpracheDeutsch
- HerausgeberCarl Hanser Verlag
- Erscheinungstermin9. Februar 2008
- Abmessungen15 x 2.9 x 21.9 cm
- ISBN-103446230122
- ISBN-13978-3446230125
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Produktbeschreibungen
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Eine spritzige Abenteuergeschichte, lebendig, authentisch und vor allem: so herrlich persönlich erzählt. Klare Sache, das bringt Bill Buford von Haus aus mit, Redakteur, Verleger und Buchautor in einem ist er, stets angetrieben von nimmersatter Neugier und nie ermüdender Entdeckerlust. Aber Buford bleibt nicht stehen bei Schilderungen und unterhaltsamer Wiedergabe von Gesehenem: er durchlebt und erlebt das, wovon und worüber er schreibt. Ich hörte auf ein Autor zu sein, der über das Erlebnis Küche schrieb. Ich war ein Mitglied davon. Er geht an die Quelle, den Ursprung der Dinge, reist nach Italien, schaut Metzgern und Pastaherstellern nicht nur über die Schulter, sondern wird Teil derer, die in der Kette vom Erzeuger bis zum Restaurantchef tätig sind. Es gibt zwei Gründe...Wann ich pflücke und was ich pflücke erzählt ihm Enrico über die Herstellung guten Olivenöls.
Das Buch ist einfach wunderbar, denn es erfüllt spielend mehrere Kriterien gleichzeitig: es liest sich ausgesprochen flüssig, ist anschaulich, lebendig, sprudelt vor Tatendrang und Aufgeschlossenheit, aber auch vor Witz, Komik und Leidenschaft. Daneben ist es eine Art charmantes Lehrbuch über die hinreissende Geschichte, die jedes vorgesetzte Menü hinter sich hat, vom Anbau des Gemüses bis zur harmonisch hektischen Zusammenarbeit in der Küche hinter den Kulissen des Restaurants. Es offenbart Geheimnisse, weiht in Unbekanntes ein und ist dabei noch spannend wie ein hervorragend geschriebener Abenteuerroman. Man sieht überall Statuen von Politikern, Dichtern, Bischöfen, aber keine von Köchen, Speckpöklern oder Gemüsehändlern zitiert der Autor zu Beginn des Buches George Orwell. Keine Bange: Buford setzt mit seinem Buch sicherlich allen ein Denkmal.--Barbara Wegmann
Pressestimmen
"Eigentlich wollte Bill Buford nur kochen lernen. Es wurde eine Obsession daraus. Nein, ein Kampf: für eine neue Art des Essens. Wenn er etwas macht, dann richtig." Denis Scheck, Zeit Leben, 17.01.08
"Ein rasanter, deftiger, sehr unterhaltsamer Bericht." Johannes Saltzwedel, KulturSPIEGEL, 25.02.08
"Buford stieg aus seinem Angestelltendasein aus, tourte ein Jahr durch die Küchen Italiens und schrieb darüber ein so gescheites wie witziges Buch. ... Saukomisch." Hannes Hintermeier, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.03.08
"Ein gargantueskes Buch, ein Buch, das die Lust am Essen voraussetzt, weil es von der Lust am Kochen handelt. Mit geradezu lüsterner Drastik beschreibt es die Qualen, die die Küchengötter jener subtilsten Form der Eroberung vorausgeschickt haben: der Verführung." Felicitas von Lovenberg, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.03.08
"Eine grandiose Reportage." Sylvia Staude, Frankfurter Rundschau, 05.03.08
"'Hitze' erzählt im Grunde von der Sehnsucht nach einem erdverbundenen, handfesten, den ursprünglichen Dingen zugewandten Leben. von einem, der sich den Traum erfüllt hat, es kennenzulernen. Und der mit Herzblut davon zu erzählen versteht." Sylvia Staude, Frankfurter Rundschau, 05.03.08
"Dieses Buch regt den Appetit an. Seine Leser wird man vorm Kühlschrank und in der Speisekammer erwischen, mit schuldbewusstem Blick vielleicht, aber ganz bestimmt vergnügt." Felicitas von Lovenberg, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.08
Über den Autor und weitere Mitwirkende
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Der Maestro begrüßte mich am ersten Morgen. »Du bist also zurückgekommen, um deine Unterweisung am Schenkel wiederaufzunehmen.« Natürlich war ich zurückgekommen. Wie hätte ich anders gekonnt?
Dario erwartete mich seltsamerweise. Warum hast du so lange gebraucht? fragte er.
Wie konnte er das wissen?
Er beantwortete die Frage, indem er mir von einem Mann aus New Jersey erzählte. Der Mann war nach San Gimignano gekommen, in die berühmte Stadt der Türme, etwa eine Stunde entfernt, um zu lernen, wie man Brot bäckt. Am Ende seines Aufenthalts packte er seine Koffer und fuhr nach Pisa, um nach Hause zu fliegen. Aber er konnte Italien nicht verlassen. Er konnte nicht die Gangway des Flugzeugs hochgehen. Also zerriss er sein Ticket. »Er ist seit zweiundzwanzig Jahren hier. Er ist ein sehr guter Bäcker«, sagte Dario in seinem herrischen Hier-spricht-Gott-Tonfall. »Du kannst auch dein Ticket zerreißen.« (Meine Frau, die neben mir stand, trat ängstlich von einem Fuß auf den anderen. Sie wusste, dass ich nicht mal ein Rückflugticket hatte.)
Ohne dass es mir ganz bewusst war, hatte sich meine Mission geändert. Als ich diese Geschichte angefangen hatte - was ich inzwischen als meinen Ausflug in die Unterwelt der professionellen Küche betrachtete -, war ich ein Besucher gewesen. Ich war ein Tourist gewesen, und wie so viele Touristen war ich fähig gewesen, mich mit solcher Hingabe in meine Reise zu stürzen, weil ich wusste, dass sie ein Ende haben würde. Im Babbo steckte ich Schelte besser weg als andere, weil ich wusste, dass dies nicht mein Leben war. Jetzt fragte ich mich: War ich zu lange geblieben? Mario sagte einmal, um eine Küche richtig kennenzulernen, müsse man ein Jahr bleiben und sich durch die Jahreszeiten kochen, und ich hatte gedacht: Das kann ich. Also war ich von Januar 2002 bis März 2003 im Babbo (abzüglich der Zeit, die ich mir für meinen Bürojob frei nahm, wenn ich einen hatte). Mario sagte, wenn du die italienische Küche beherrschen willst, solltest du die Sprache lernen und in Italien arbeiten, und ich hatte mir gedacht: Das kann ich auch. Das war offensichtlich nicht genug, weil ich mir dann in den Kopf setzte, eine Miniversion von Marios eigener kulinarischer Ausbildung zu absolvieren: den Mann kennenlernen, indem man seine Lehrer kennenlernt. Und so verbrachte ich einige Zeit bei Marco Pierre White (Marios erstem Lehrer) und einige Wochen bei Betta und Gianni (Marios Pastalehrer). Mario hatte zwar nie für Dario Cecchini gearbeitet, aber Marios Vater schon: nicht passgenau, aber dicht dran.
Dann hatte ich die Schwelle überschritten. Ich war nicht mehr länger draußen und schaute hinein. Ich hörte auf, ein Autor zu sein, der über das Erlebnis Küche schrieb. Ich war ein Mitglied davon. Die Schwellenüberquerung war für die Leute meiner Umgebung offensichtlich - meine leidgeprüfte Frau hatte insgeheim in mir die Züge erkannt, die man im allgemeinen als obsessiv bezeichnet (Manie, Mangel an Perspektive, die Unfähigkeit, Grenzen zu erkennen) -, aber mir war das nicht klar gewesen, selbst nicht, als ich in New York aufwachte und den Entschluss fasste, nach Panzano zurückzukehren. Musste ich zurückkommen? Natürlich nicht. Aber ich konnte Marios oft wiederholten Ausspruch nicht vergessen, als er Nick zur Schnecke machte, weil er in Mailand Heimweh bekommen hatte: Nie wieder wirst du die Gelegenheit haben, so viel zu lernen. Dario Cecchini hatte mir seine Klinge anvertraut. Er hatte den Maestro gebeten, seinen eigenen Maestro, mich zu unterrichten. Wie konnte ich da aufhören?
Ja, Maestro, so bin ich also wieder da, um meine Lektion mit dem Schenkel zu vollenden.
Der Schenkel gehörte einer Kuh, und ihn zu beherrschen war ein entscheidender Nachweis dafür, dass man ein Metzger aus der Toskana war. Am letzten Tag meines ersten Aufenthalts, unmittelbar vor meiner Rückkehr nach New York, hatte ich es versucht, mit dem Maestro an meiner Seite, und es vermasselt. Egal: Der Maestro, geduldig wie immer, hatte angenommen, wir hätten noch Wochen Zeit für die Unterweisung, denn ich hatte nichts davon gesagt, dass ich nach Hause musste, und er war wirklich fassungslos gewesen, als ich ihm dies mitteilte.
»Wovon redest du überhaupt? Wie kannst du gehen, gerade wenn du es mit dem Schenkel noch einmal versuchen musst?« Er hatte verwirrt den Kopf geschüttelt. Ich kam mir vor, als hätte ich ihn arglistig getäuscht: als hätte ich mir beim Maestro eine Schenkellektion erschlichen, indem ich vorgab, ein toskanischer Metzger zu sein - obwohl ich in Wahrheit nur ein Tourist war.
Ich band eine Schürze um, machte mich wieder an die Arbeit und erlebte das, was ich inzwischen als symbolische Metamorphose betrachte. Eine japanische Familie erschien im Metzgerladen, drängte sich um ihre englischsprechende begeisterte Mutter. (»O Gott, ist das Dario Cecchini? Ist das echter Chianti in meinem Glas?«) Sie fotografierten viel. Dann kamen sie nach unten und fotografierten mich, mit dem Messer in der Hand, meine bodenlange Schürze bereits voller Blut. Die Schwellenüberquerung war vollendet. Ich war kein Tourist mehr. Ich war eine Sehenswürdigkeit.
Wie ich meinen Unterricht verstand, hatte ich während meines ersten Aufenthalts eine Reihe von Dingen studiert, aber meinen Abschluss in Schwein gemacht. Jetzt, während meines noch lernintensiveren zweiten Aufenthalts (ich stellte ihn mir als Ausbildung zum Metzgermeister vor), würde mir Kuh beigebracht werden. Schwein war leicht, Kuh kompliziert. Schwein war sehr italienisch, man findet eine Menge Leute, die sich mit Schwein auskennen. Aber nur wenige haben eine Ahnung von Kuh. Kuh war toskanisch, und Kuh zu kennen war der Kern dessen, was es bedeutete, aus Panzano zu sein.
Giovanni Manetti hatte mir das erklärt, als meine Frau und ich ihn besuchten. Wir hatten seine Weinproduktion sehen wollen, das weitläufige Gut Fontodi in der Conca d'Oro, Weinberg über Weinberg mit Rebstöcken, die jetzt schwer waren von geschwollenen, violetten Früchten. Aber wir waren von seiner jüngeren Schwester Giovanna gewarnt worden (eine Bekannte meiner Frau, die sich untertags allein die Zeit vertreiben musste und sich dabei mit den neunhundert Bewohnern von Panzano angefreundet hatte), dass er unseren Besuch nützen würde, um mit seinen Kühen anzugeben. Die Kühe, vier junge weiße Chianine, bekannt als »die Mädchen«, waren ein spontaner Kauf gewesen (Giovanni war immer noch von einem Entdecke-deine-Chiantiwurzeln-Wahn besessen) und wurden in einer Koppel am Fuß des Tales gehalten. Für Italiener ist kein Bild typischer für das Chianti als eine Chianina. Das Wort »Chianti« scheint darin begraben. Jedes Klischee über diese Region steckt in diesem Tier: all diese rauhe Steinhaus-bewohnende-Rindfleisch-essende-Bauern-Authentizität. Leider sieht man sie nicht mehr. Das heißt, abgesehen von denen Giovannis hatte ich keine gesehen. Giovanni, der seine Mädchen aufzuziehen versuchte, hatte sich eine größere Aufgabe gestellt (»Ich weiß, ich bin verrückt, alle in Panzano lachen mich aus«). Er versuchte, das Erbe des Chianti vor Touristen und gepflasterten Straßen und der Elektrizität zu retten und die berühmte Kuh wieder einzuführen, die das Land einmal gepflügt hatte.
»Sie sind sehr empfindlich«, sagte Giovanni mit Blick in die Koppel, die Stirn an eine Holzlatte gedrückt. »Es heißt, sie kriegen leicht eine Erkältung.«
Ich schaute. Mir schienen sie nicht zerbrechlich. Sie waren Riesen, bei weitem die größten Kühe, die ich je gesehen hatte.
»Schau dir ihre Beine an!« (»Ecco le gambe!«) »So lang, so grazil, so herrlich geformt. Wirklich, sie sind wie Fotomodelle.« Er seufzte.
Ich musterte sie. Sie sahen überhaupt nicht aus wie Fotomodelle. Sie sahen wie Kühe aus. Natürlich waren sie ganz ungewöhnliche Kühe. Sehr weiß und sehr hoch. Sie waren auch schlanker als normale Kühe und nicht so breit. Die meisten Kühe sind im Grunde genommen rund. Diese hier waren - wenn man die Augen zukniff, um sie anzuschauen -...
Produktinformation
- Herausgeber : Carl Hanser Verlag; 5. Edition (9. Februar 2008)
- Sprache : Deutsch
- Gebundene Ausgabe : 384 Seiten
- ISBN-10 : 3446230122
- ISBN-13 : 978-3446230125
- Originaltitel : Heat
- Abmessungen : 15 x 2.9 x 21.9 cm
- Amazon Bestseller-Rang: Nr. 469,756 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
- Nr. 1,163 in Biografien von Geschäftsleuten
- Nr. 4,794 in Industrie
- Nr. 7,275 in Biografien von Führungskräften & herausragenden Persönlichkeiten
- Kundenrezensionen:
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Dann, ab Seite 235, reist Buford nach Italien, um Pasta zu lernen. Er forscht in allen zugänglichen Archiven - muss es nun mit Ei sein oder ohne (wohl mit), stellt sich bei der bestmöglichen Lehrmeistern an und kriegt das finale Geheimnis letztlich doch nicht raus.
Schließlich will er noch Metzger werden (ab Seite 347), und das auch nicht bei irgendwem, sondern bei Gott persönlich, dem toskanischen Fleisch-Hexenmeister Dario Ceccini. Der Mann ist der Meister des Bistecca, er zelebriert 1,5 Kilo-Stücke, wie es sie nirgendwo auf der Welt in dieser Qualität noch einmal gibt. Und er lüftet das Geheimnis des CAMPANELLO, eines Stückchen Rindfleischs aus dem Schenkel - aber wer außer ihm weiß schon, wo genau dieses Ding steckt, von dem man sagt, es sei zarter als ein Filet und am besten roh mit einem perfekten Olivenöl zu essen?
Der einzige Wermutstropfen ist jener, dass Buford zwar Literaturkritiker war, aber das muß ja nichts heißen, wenn man auf die andere Seite des Schreibtischs wechseln und Autor werden will. Denn oft genug ist es halt wie mit Kritikern wie mit Eunuchen: Die wissen zwar, wie es geht, aber sie können leider nicht. Bei Buford ist es nicht ganz so drastisch, aber mitunter zerfleddert sich der Mann, verliert Linie, hängt hier einen Abstecher rein und dort, springt von Schauplatz zu Schauplatz, von Herd zu Herd, vor hier nach da. Und entweder blättert man immer wieder zurück, um den Erzählungsstrang wieder zu fassen zu kriegen, oder man hat eine gute Chance, in Bufords Chaos unterzugehen, was aber letztlich ja auch nicht schlimm wäre.
Es ist und bleibt ein Klasse-Buch, dass allen Topfguckern zu wünschen wäre - auch, wenn sie anschließend sofort in die Toskana aufbrechen und Pastamacher oder Metzger lernen wollen.
Damit lässt er die soziale Sicherheit und gesellschaftliche Anerkennung eines der begehrtesten Jobs New Yorks hinter sich, um ganz unten in einer italienischen Restaurantküche neu anzufangen. In einem glänzenden Schreibstil schildert Hackordnung der Küche und den ruppigen Kasernenhofton, die sozial unverträglichen Arbeitszeiten, üble Schnittverletzungen und Verbrennungen. Es ist eine Welt, die ihn und den Leser an Dantes Reise durch die sieben Höllen erinnert:
„Du schwitzt bereits heftig, da dir schon seit Stunden sehr heiß ist. Ich habe noch nie so geschwitzt. Um vier Uhr früh, wenn ich schließlich zu Bett ging, strahlte ich immer noch Hitze aus, meine Eingeweide ein fleischiges Etwas, das immer noch kochte, mein Verstand unfähig, den ständig wiederkehrenden Gedanken aufzuhalten, dass dies mein Leben war: Ich hatte mich in eine Wurst verwandelt.“
Wo viele andere aufgegeben hätten, biss sich der leidensbereite Geistesmensch durch. Schon Jahre zuvor, war für seine Großreportage „Geil auf Gewalt – Unter Hooligans“ (2001) mit prügelnden Fußballfans durch Europa gezogen, um das ihn faszinierendes Phänomen des Mobs von innen und nicht von außen zu beschreiben.
Seine Zähigkeit und Intelligenz werden im Laufe dieses Jahres in der Restaurantküche belohnt, denn er versteht Kochen auf eine Art, wie man es nicht aus Büchern lernen kann. Am Zischen der Pfanne zu hören, wann ein Steak rare oder medium ist, auf einen Blick die Qualität von Gemüse zu beurteilen. „Küchenbewusstsein“ nennen die Köche diesen Instinkt, der an die erstaunlichen Überlebensfähigkeiten von Frontsoldaten erinnert und diejenigen, die etwas machen von denen unterscheidet, die etwas leben.
Über mehrere abenteuerreiche Stationen gelangte er schließlich zu der Wiege des guten Essens: Italien. Die bodenständige Landküche der Toskana und nicht die Haute cuisine Frankreichs ist sein Paradies. Dort, in einer Dorf-Schlachterei und bei einer Pasta-Bäckerin, erlernt er das Fundament, die perfekten Zutaten und deren Geheimnisse.
Zurück in New York holt er sich mit dem Motorroller ein ganzes Schwein und transportiert es unter ungläubigen Blicken in sein Apartment. Insbesondere bei der Fahrstuhl-Szene wäre ich gerne dabei gewesen. In seiner Wohnung angekommen zerlegt er das Vieh von der von der Schnauze bis zum Schwänzchen, um es vollständig zu essen. Seine glückliche Frau durfte sich 450 Mal über Schweinefleisch zum Mittagessen freuen! Warum werden eigentlich noch Bücher über die Geheimnisse glücklicher Ehen geschrieben?
Das bereits 2008 auf Deutsch erschienene Buch habe ich bereits mehrfach gelesen und jedes Mal, wenn ich es in die Hand nehme, lese ich mich wieder schmunzelnd fest. Die Begeisterung des Autors für gutes Essen, seine Niederlagen und Erfolge, sind fantastisch beobachtet und charmant beschreiben. Auch wenn er am Schluss zum Könner wird, bleibt er voller Humor und ohne Überheblichkeit und erhobenen Zeigefinger. Bescheiden und lustig und demonstriert Buford, dass man nur dreierlei für den Erfolg braucht: Neugierde, Leidenschaft und die Bereitschaft ganz unten und ganz von vorne anzufangen. Und dass ein Leben ohne gut kochen und verständig essen zu können, zwar möglich, aber ohne Lebensfreude ist.
Diese Rezension erschien bereits auf [...]

