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Kundenrezensionen

2,5 von 5 Sternen
6
Hitlers Helferinnen: Deutsche Frauen im Holocaust
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:24,90 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 9. April 2015
Man muss der Autorin dankbar sein, dass sie diesem ebenso wichtigen wie vernachlässigten Thema eine umfangreiche Arbeit gewidmet hat. Leider aber erfüllt das Ergebnis nicht die geweckten Erwartungen. Die geschilderten, zum Teil grauenhaften Fälle sind allzu sehr auf den Beispiel-Charakter eingeschränkt und lassen angesichts sowohl ihrer geringen Zahl als vor allem des vorgelegten Daten- und Beweismaterials gar keine Verallgemeinerungen zu. So bleibt es bei einer Art von Kaleidoskop, manchmal bis ins Anekdotische abgleitend, wobei nicht selten sogar bloß mit Vermutungen gearbeitet wird. Auch kann man sich nicht immer des Eindrucks erwehren, als habe das erzielte Ergebnis schon vorher festgestanden. Das Thema hätte eine solidere, gründlichere und systematischere Behandlung verdient. Aber vielleicht wird mit dem Buch ja das Interesse an einer solchen geweckt.
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am 1. April 2016
Das Buch eignet sich nicht einmal für populärwissenschaftliche Unterweisungen. Es ist unvorstellbar,wie die Autorin eine leitende Stellung in der Geschichtswissenschaft innehat. Ohne zu viel ins Detail zu gehen nur einige Beispiele.Von Anfang an gibt Sie vor Detailwissen über die SS anzubieten. Dabei sind ihr die Dienstgradbezeichnungen der SS noch nicht einmal geläufig.Der Gipfel der Oberflächlichkeit(oder Dummheit) ist allerdings ,das WVHA der SS als Amt II des RSHA darzustelle. Schon eine Anfrage bei Wikipedia offenbart jedem Laien das Gegenteil. Desgleichen wird ein leitender Beamter der OT als Obergruppenführer benannt, obwohl es diesen Dienstgrad bei der OT nie gab.
Es ist anzunehmen ,das auch andere "Nachforschungen" sich in derartigen Unzulänglichkeiten und Oberflächlichkeiten äußern.
Der Stil des Buches erinnert eher an eine Propagandaschrift ,als an eine seriöse wissenschaftliche Arbeit.
Es ist keinerlei durchgehendes Konzept erkennbar.Man gewinnt den Eindruck,die Autorin hat sich ein paar Dutzend Biographien aus einem Archiv besorg und daherum ihre Meinung der Geschichte konstruirt.(oder der ihrer Auftraggeber)
Daran ändern auch die fünf Seiten Danksagungen nichts,mit der Erwähnung von gefühlten 150 Personen und 100 Einrichtungen,was wohl wissenschaftliche Seriosität vorgaukeln soll.
Wer dennoch dieses Buch lesen will,dem sei empfohlen sich dies bei einer Zentrale für politische Bildung zu besorgen,dort ist es wenigstens kostenfrei.
Somit wartet diese durchaus erschütterne , aber auch historisch spannende Kapitel deutscher Geschichte weiter einer seriösen Bearbeitung!
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am 28. April 2015
Den Hype über dieses Buch, ausgelöst durch eine enthusiastische Bewertung der New York Times kann ich nicht nachvollziehen. Ich selbst wurde aufmerksam auf dieses Buch durch eine überschwängliche Rezension beim Deutschlandfunk (Politische Literatur) derzufolge jetzt die Geschichte umgeschrieben werden muss. Wahrscheinlich hat Wendy Lower in bester Absicht geschrieben, aber für welche Zielgruppe, mit welcher Absicht? Wiederholt mache ich die Erfahrung, dass einem breiten Publikum eine Schrift als "wissenschaftlich" oder als "Studie" offeriert wird, bei der festzuhalten ist, dass sie wissenschaftlichen Standards nicht entspricht und keine "Gnade" finden würde. Es stellt sich ernsthaft die Frage, wofür Lower ein Stipendium der DFG erhalten hat und ob Andreas Wirsching vom IFZ mit diesem Buch glücklich sein kann. Warum diese Fundamentalkritik?

Lower schreibt in einem emotionalisierten, Betroffenheit suggerierenden, moralisierenden und anklagenden Stil, selten nur argumentiert sie stringent. Es fehlt für ihren selbstgesetzten Anspruch jede eigene Theorie oder Forschungshypothese. Ja nicht einmal den Minimalanspruch, die Biographien der auf Seite 8 und 9 im Kurzportrait vorgestellten Personen nachzuzeichnen oder vielleicht auch ethnologisch, soziologisch einzuordnen (was ja immerhin eine wissenschaftliche Leistung wäre) kommt zustande. Zerstückelte Lebensläufe, kein Konzept, viele überflüssige Details und teilweise abenteuerliche Behauptungen prägen den Text. Dafür operiert sie durchgängig mit „hätte, könnte, wenn, vielleicht, etc.“. Der Konjunkiv und das Konditionale sind Hauptwerkzeuge. Das ist sogar für ein populärwissenschaftliches Buch zuwenig. Der behauptete „Wendepunkt für die Frauengeschichte wie für die Geschichte des Holocaust“ (Timothy Snyder auf dem Einband) mutet an wie ein (unfreiwilliger) Sarkasmus. Es mag sein, dass dieser Text in den USA in den Geschichtswissenschaften durchgehen kann, in Europa, in Deutschland zumal wäre er noch nicht einmal als Hausarbeit für ein Proseminar akzeptiert worden! Gewünscht hätte ich mir wenigstens ein sorgfältig ausgearbeitetes Literaturverzeichnis. Fehlanzeige.

„Ad Fontes“ das ist immer noch der Goldstandard in der Geschichtswissenschaft. Wenn nun Lower an zentralen Stellen ihrer Darstellung (Argumentation lässt sich ja schlecht sagen) sich auf Kempowskis „Echolot“ bezieht, so ist das keine Quelle und schon garnicht eine gut (von ihr!) überprüfte. Dabei schätze ich das „Echolot“ sehr. Aber es ist keine zitationsfähige Quelle für die eigene Darstellung in diesem Zusammenhang. Nein, die Geschichte muss nach diesem Buch nicht umgeschrieben werden.

Um abschließend etwas Positives zu sagen: Lower hat sicher einen ersten Schritt getan, die Rolle von Frauen im Naziregime abseits der bekannten Lagerscherginnnen a`la Ilse Koch zu beleuchten. Und sensibilisiert für das Thema. Mehr aber auch nicht.
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am 21. Oktober 2014
Es ist, und bei näherem Nachdenken ist das eigentlich auch klar, ein falsches Bild der Frauen im Dritten Reich, diese vorwiegend als blonde Ehefrauen und Mütter in ein eher unschuldiges Licht zu tauchen. Nicht nur Magda Goebbels hätte, so sie nicht von ihrem Mann und Hitler selbst deutlich gebremst worden wäre, sicherlich gerne an erster Linie gestanden, um die abstrusen Werte des Nationalsozialismus aktiv voranzubringen.

Ihre Kinder in den Tod zu schicken ist da nur die Spitze des Eisbergs einer Überzeugungstäterin, die ebenso kühl zu morden verstanden hat.

Und hinter dieser offiziell „ersten Frau um Staate“ scharten sich eben nicht die Mädchen aus dem BDM und gefügige, brave Ehefrauen von Funktionsträgern, sondern Herrscharen von Täterinnen in vielfacher Hinsicht.

Sekretärinnen, Buchhalterinnen, Aufseherinnen in den KZ, Frauen, die überzeugt von ihrem ideologischen Handeln waren ebenso wie Frauen, die Chancen auf Karriere witterten.

Wie weit aber die Beteiligung von Frauen ging, wie auch Frauen kalt töteten, folterten, das System beförderten, sich ebenso kühl von flehenden Häftlingen abwandten, wie sie an Massengräbern standen, das nimmt dem Leser dieses Buches stellenweise den Atem.

Auf der Basis nun auch russischer, erst seit kurzem zugänglicher, Quellen öffnet die Professorin der Geschichte Wendy Lower ein Bild des Grauens, dass in dieser Weise weder bis dato breit aufgearbeitet noch überhaupt breit bekannt geworden ist.

Eine „Betriebsblindheit“, die schon zur damaligen Zeit herrschte. Wie Lower zu berichten weiß, fand sie hunderte von Aussagen von Frauen, verhört durch das sowjetische Militär in den dann wieder befreiten Gebieten z.B. der Ukraine. Befragungen, die sich fast ausschließlich um die Verbrechen der Männer drehten (zu denen die vielen Zeuginnen auch bereitwillig aussagten).

Frauen, die tätig waren, die in der Ukraine wie in anderen besetzten Gebieten arbeiteten, die Kenntnis hatten vom Holocaust, von den unmenschlichen Härten gegen die russische Bevölkerung während des Feldzuges.

Lehrerinnen, die in polnischen Ghettos jüdisches Eigentum stahlen, Frauen, die an Exekutionen beteiligt waren, Frauen, die das Grauen verwalteten und manches Mal das Grauen selber vollzogen. „Privat“, wie Erna Petrie, die auf ihrem Grundstück gemeinsam mit ihrem Mann, Juden erschossen hat, darunter auch halbwüchsige Jungen. Mit auch dem ausgesprochenen Wunsch, sich vor den Männern zu profilieren.

„Hitlers Helferinnen waren keine randständigen Soziopathinnen, Sie waren der Überzeugung, ihre Gewalttaten seien…..gerechtfertigt“. und es waren nicht wenige.

Und ebenso galt: „Als selbsternannte überlegene Herrscherinnen übten deutsche Frauen im……besetzen Osten beispiellose Macht aus“. Mit der Erlaubnis (und belegten Quellen, dass dies auch genauso an vielen Orten geschah), den „Abschaum“ zu misshandeln und auch zu töten.

Mindestens 500.000 Frauen gingen dem Heerzug nach in den Osten. Nicht alle waren Mörderinnen, Foltergehilfinnen oder Lageraufseherin, aber genügend dieser halben Million Frauen waren aktive Täterinnen in der ein oder anderen Form, wie Lower in ihrer sachlichen Sprache eindrucksvoll berichtet. Mit dem Wissen, dass die Quellenlage dürr ist und auch sie nur die Spitze des Eisberges gesichert formulieren kann.

Aber wenn alleine 30.000 Frauen ihren Dienst als Hilfskräfte in Polizeistellen, Gestapo-Ämtern und Gefängnissen versahen, dann wird deutlich, dass allein die Spitze des Eisberges schon ziemlich breit sich darstellt.

Wobei es Lower gelingt, ihre Darstellung sehr persönlich auszugestalten. Mit Namen und Bild geht sie manchen dieser Frauen nach, u.a. den beiden Rote Kreuz Schwestern Erika Ohr und Annette Schücking (und vielen anderen mehr im Buch).

„Von allen weiblichen Berufen sind in der Krankenpflege die meisten Verbrechen dokumentiert, vor allem im Rahmen des Euthanasieprogrammes und der medizinischen Experimente im Lager“.

Ein Buch, das lange nachhallt und einen bisher stark im Hintergrund stehenden Aspekt der Verbrechen des dritten Reiches und der wohl nur dünnen Tünche an Zivilisation, die der Mensch besitzt , unentrinnbar vor Augen rückt.
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am 7. April 2017
Mir ist nicht ganz klar was mit diesem Buch bezweckt werden soll.Dass Frauen als Kämpferinnen und Helferinnen in allen bisher stattgefundenen Kriegen als Krankenschwestern und Aufseherinnen in den Arbeitslagern beteiligt waren ist nicht neu. Es gib ja auch durchaus Berichte über die "Hyänen Stalins" die Aufseherinnen der Gulgas oder die Kämpferinnen der russischen Partisanen.Das war natürlich auch im Deutschen Reich nicht anders.
Das ist auch was mich am meisten stört.Ich habe mich lange gefragt was die Gründe dafür sind bei allen doch bekannten grausamen Völkerrechts-und Menschenrechtsverbrechen damals wie HEUTE ausgerechnet die Nationalsozialisten als alleinige gewaltsame und emotionslose Monster darzustellen.
Eines ist gewiss.Je mehr illegale Kriegsverbrechen an dem Deutschen Volk historisch bewiesen werden ( die Vernichtung der Deutschen durch die Alliierten in den Jahren 1944-47), desto mehr emotional manipulierende und historisch einseitig und schlecht recherchierte Bücher über die Natur des "grausamen Deutschen " kommen auf dem Markt wohl um irgendwie doch zu rechtfertigen, dass man das gesamte deutsche Volk auch noch lange nach der Kapitulation mit brutalsten Mitteln bestrafen musste.

Die Beweislage des Buches gründet die Autorin in erster Linie auf Aussagen von Frauen durch Verhöre des sowjetischen Militärs die wie bei den Nürnberger Prozessen durch Folter erzwungen wurden.Dies mag zwar als Grundlage für die historisch als wahr anzuerkennenden Beschreibungen der "Siegerstaaten" ausreichen aber sicher nicht für echte historische Forschung.Wissenschaft bastelt sich nicht aus 2 Fakten, mehreren Halbwahrheiten und vielen Lügen eine eigene Geschichte.
Ich finde es zudem noch interessant, dass sie auf Quellen der erst seit einiger Zeit für Historiker zugänglichen russischen Archive zurückgreift während diese für die historische Erforschung des Holocaust nicht oder noch nicht offiziell verwendet werden dürfen - gelten die Russen doch seither als Holocaust bzw Auschwitz-Leugner...
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am 7. Januar 2016
das buch ist zum empfehlen!
Die Autorin findet ausnahmslos den richtigen Ton.
Da ich bereits viele gute Rezensionen über dieses Buch gelesen habe, war meine Erwartung an dieses Buch besonders hoch - und es hat mich nicht enttäuscht.
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