Cloud Drive Photos Learn More TDZ HI_PROJECT Hier klicken Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle AmazonMusicUnlimitedEcho AmazonMusicUnlimited longss17 Hier klicken Sale Salew Salem Öle & Betriebsstoffe für Ihr Auto Jetzt informieren Books Summer Shop 2017

Kundenrezensionen

4,1 von 5 Sternen
23
4,1 von 5 Sternen
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:10,90 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 27. September 2006
Der Gedanke fasziniert: Was wäre wenn? Welchen Verlauf hätte mein Leben genommen, wenn ich an dieser oder jener Stelle eine andere Entscheidung getroffen hätte? Autoren und Regisseure sind bereits vor Rolf Dobelli auf die Idee gekommen derlei Szenarien durchzuspielen und divergierende Handlungsverläufe nebeneinander zu stellen. So weit, so bekannt. Rolf Dobelli belässt es in seinem neusten Roman Himmelreich jedoch nicht bei einem schlichten Entweder/Oder, sondern zieht alle Register, die die Fiktionalität ihm zur Verfügung stellt und verwebt gekonnt die verschiedenen Handlungsebenen zu einem gelungenen und abgerundeten Gesamt-Plot. Dieser Roman wird den literarisch Geschulten ein Schmunzeln der Genugtuung ins Gesicht zaubern und verspricht, nicht zuletzt aufgrund der brillanten Sprache, allen anderen schlicht ein vergnügliches Leseerlebnis.
0Kommentar| 15 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 12. Dezember 2006
Dass wir alle mental in zwei oder mehreren Ebenen leben und auch agieren, ist eine kaum wahrgenommene Selbstverständlichkeit. Nun ist es Rolf Dobelli in seinem dritten Roman gelungen, ein Leben auf zwei zeitlichen Parallelen zu 'schieben', mit knappem, griffigem Stil, aber zunehmend verstörender Wirkung: was einfach als möglicher Seitensprung des Protagonisten wirkt, bevor er in Amerika als CEO eine neue Aufgabe angeht, entwickelt sich dramatisch: Flug nach Amerika und Entführung durch die Geliebte: zwei Handlungsstränge, deren Parallelen sich auf sich entfernenden Doppelgeleisen verselbständigen. Gequält und irritiert von der Frage, welche der beiden Wirklichkeiten die 'wirkliche' ist, wird der Leser immer mehr mit der eigenen Mehrgleisigkeit konfrontiert. Das Buch mit den zwei parallelen Lebenserfahrungen (und Schiffbrüchen) wird zur verstörenden Auseinandersetzung mit der eigenen Identität. Flüssig und präzis geschrieben, laufen beide Existenzen in ihren eigenen Abgrund. Ein forsches Buch , das den empörenden Skandal unserer eigenen Doppelbödigkeit erfahren lässt. Faszinierend im Nebeneinander von stylsicherer Sachlichkeit und beängstigender Drohung des Auseinanderbrechens unserer vermeintlich so eindeutigen Identität.
0Kommentar| 13 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 26. Februar 2007
Für einen ehemaligen Manager, von dem man eigentlich nicht das Bücherschreiben erwartet, ist es ein wundervolles und schönes Buch, das die zweigleisige Geschichte immer schön ineinander fliessen lässt und dann eben wieder nicht.

Das macht viel Spass und man liest schnell, weil es sich lohnt.

Wenn man sich in dieser Geschichte gleiten lassen kann, dann viel Spass.
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 8. August 2006
Rolf Dobelli hat ein Buch geschrieben, dass aus der ansonsten eher schwachen Herbstproduktion des Diogenes Verlags ohne Frage herausragt!

Hier gilt es, einen Autor zu entdecken, der gekonnt mit Zeit- und Bewusstseinsebenen spielt und den Leser verwirrt und etwas ratlos zurück lässt.

Im Zentrum dieser Geschichte steht der aufstrebende Banker Himmelreich, der eine außereheliche Beziehung mit einer Frau beginnt, die eigentlich so gar nicht in sein durchgestyltes Leben passt. Diese Affäre findet ein rasches Ende, denn Himmelreich wird nach Amerika versetzt, wo er eine weitere Stufe der Karriereleiter erklimmt. Auf dem Weg dorthin träumt er - ausgesprochen realistisch - von einem anderen Fortgang seiner Liebe, befindet sich mit Haut und Haaren auf einer Reise mit seiner Geliebten durch Spanien. Und in New York wird er schließlich mit dem Verschwinden seiner Schweizer Freundin konfrontiert...
Sein Versuch, sich erneut dem Alltag zwischen Bank und nach gereister Ehefrau zu zuwenden, erscheint halbherzig und ist zum Scheitern verurteilt...

Rolf Dobelli erzählt eine ungewöhnliche Geschichte. Er geht analytisch und lakonisch, dabei ungeheuer präzise mit Sprache um und hat eine literarische Figur erschaffen, die trotz Kälte und Distanz ungeheuer anrührend ist! Ihm gelingt es, Wahrheit und Fiktion so zu vermischen, dass es schließlich in der Betrachtung des Lesers liegt, Himmelreichs Schicksal zu deuten und zu beurteilen.

Mit "Himmelreich" hat Dobelli in diesem Herbst ganz eindeutig einen wichtigen literarischen Akzent gesetzt und sich in die erste Reihe der jungen Schweizer Autoren geschrieben.

Wirklich lohnend!
0Kommentar| 5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 8. Oktober 2006
Die ersten beiden Romane von Rolf Dobelli fand ich ganz interessant, den neuen dagegen fand ich einfach nur langweilig. Positiv ist, dass Dobelli in "Himmelreich" nicht wieder nur aphoristische Sätze aneinander reiht, sondern tatsächlich auch eine Geschichte erzählt. Allerdings ist die Geschichte etwas konfus und unklar. Dobelli hat wahrscheinlich Filme von David Lynch gesehen und sich gedacht, dass er auch etwas mit wechselnden Identitäten machen könnte.

Die Geschichte hat zwei Versionen: 1. Himmelreich hat eine Geliebte und lässt sie für einen Job in New York im Stich. 2. Himmelreich wird von seiner Geliebten entführt. Beide Versionen hängen zusammen, weshalb ich mich am Schluss gefragt habe, was das ganze Konstrukt eigentlich bezwecken soll. Die Story ist eigentlich nur eine Spielerei ohne einen wirklich tieferen Sinn. Jemand irrt kafkaesk in einem Kreis herum, zwischen Realität und Traum, Sein und Schein. Mich erinnerte das an eine Escher-Treppe, die, wenn man oben ist, wieder von unten neu beginnt. Eine solche Treppe ist in der Realität natürlich unmöglich und so hat der Roman auch eine seltsame Pseudorealität.

Ausserdem ist der Banker Himmelreich als Figur auch nur mässig interessant, eigentlich nur eine Kopie vom Werber Gehrer, der Hauptfigur der ersten beiden Romane. Zudem hat die Figur starke Ähnlichkeiten mit Frischs Walter Faber.

Besonderes negativ finde ich, dass Dobelli sprachlich und erzählerisch ein persönlicher Stil weit gehend fehlt. Vielmehr imitiert er nach wie vor den Stil von Max Frisch. Wenn ich Max Frisch lesen will, dann lese ich das Original und nicht Dobelli. Die Anlehnung an "Homo Faber" ist mehr als offensichtlich. Man kann ja ein älteres Buch variieren, aber Dobelli ahmt den "Homo Faber" so penetrant nach, dass es nervt. Manche Ideen und Sätze sind an der Grenze zum Plagiat. Wenn die Entführung unbedingt nach Andorra und das Flugzeug unbedingt über Montauk fliegen muss, so ist der Frisch-Overkill endgültig erreicht.

Dobelli hat eine Firma, die Zusammenfassungen von Büchern erstellt. Bei der Lektüre hatte ich deshalb irgendwie den Eindruck, dass er sich auf verschiedenen Karteikärtchen Notizen aus anderen Büchern gemacht hat, die er nun in den Roman eingebaut hat. Die Prinzen singen: "Alles nur geklaut!". So weit würde ich nicht gehen, aber wirklich viel Neues und Originelles hat Dobelli leider nicht zu bieten.
0Kommentar| 30 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 23. August 2014
Himmelreich: ein seltsames Buch. Man kann nicht wirklich sagen, dass die Geschichte schlecht ist, aber sie ist so irrwitzig, dass man nicht weiß, was man davon halten soll. Man weiß einfach nicht, was wahr ist...
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 1. September 2008
..., ich tu mir schwer dabei: es fesselt weiter, obwohl es schon zu Ende ist. Gerade am Ende der Urlaubszeit, zurück im Arbeitsalltag - im Jahresendspurt - überlegt wohl jeder, ob er den richtigen Weg geht.
Dieses Buch ist die richtige Lektüre: der Manager Himmelreich beginnt mit 42 Jahren ein zweites Leben. Einerseits bleibt er der erfolgreiche Bankmanager, der nach New York versetzt wird. Andererseits lässt er sich von seiner großen Liebe entführen und beginnt eine abenteuerliche Reise. Nach drei Jahren treffen einander diese beiden Leben. Ein neuer Mensch wird geboren...
0Kommentar| 5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. Juni 2009
Philip Himmelreich, erfolgreicher Manager einer Züricher Bank Anfang Vierzig, verheiratet lässt sich hinreißen und beginnt gegen seine Prinzipien eine Affäre mit der um einige Jahre jüngeren Buchhändlerin Josephine. Als ihm und seiner Ehe die Beziehung um den Kopf zu wachsen droht, erhält er das ideale Angebot: Die Akquisition und Eingliederung einer New Yorker Bank. Vor seinem Abflug beendet er seine Beziehung zur fabelhaften Josephine, steigt in den Flieger und fährt fort in seinem Leben, wie er das wohl geplant hat. Doch Josephine hat eine Idee, die sie selbst zur Täterin und Philip zum vermeintlichen Opfer macht - sie kidnappt ihn vom Züricher Flughafen.

Parallel werden die beiden Geschichten des einzigartigen Philip Himmelreich erzählt. Einerseits lebt er das unverbesserliche Leben eines Machers, eines Siegers, eines Top Managers in New York (es ist nicht immer alles so goldig, dennoch es glänzt!) - andererseits fährt er mit Josephine westwärts bis an die Atlantikküste, stielt dort ein Segelboot und schifft über den Atlantik - hmmmmmmpf.
Die Verstrickung der Umstände will es, dass sich die beiden Leben des Himmelreich begegnen.

Warum ich dieses Buch nicht empfehle:
Es wirkt konstruiert! Die Idee einen Manager auch ein anderes Leben leben zu lassen und ihm die Frage zu stellen, welches ihm wohl besser gefiele, finde ich ausgesprochen interessant - allein die Umsetzung empfinde ich als "gehudlt" (= über den Zaun gebrochen) und überladen. Ulysses und Max Frisch als ständige Begleiter finde ich äußerst überspannt, das ginge auch weniger dramatisch (und dabei glaubwürdiger). Die Entführung ist für meinen Geschmack eine langwierige Ausschmückung eines unspektakulären "Abenteuers" und hat meine anfängliche Sympathie für den Roman und seine Protagonisten leider kaputt gedichtet. Die Charaktere geben sich keine Mühe, sich zu entwickeln. Nicht einmal die betrogene Ehefrau gewinnt für mich wirklich ein Gesicht. Und das Ende ist meiner Meinung nach unausgegoren.

Da ist leider nichts drin - für mich!
0Kommentar| 8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 18. Oktober 2006
"Das klingt doch arg nach Frisch" wehrt sich der Banker Himmelreich, als ihm seine junge Geliebte eine Geschichte erzählt, die ein wenig an Frischs "Homo Faber" denken lässt, mehr aber noch an Frischs ersten großen Prosa-Helden Anatol Stiller, der sein Ich in Geschichten verpackt, um so das Unsagbare der eigenen Persönlichkeit fass- und ausdrückbarbar zu machen.

Dobellis dritter Roman weckt bewusst Assoziationen an den großen Schweizer, dessen Helden (oder Anti-Helden) mit ihrem Ich ringen, ja, er thematisiert sie sogar, wie auch schon in seinen beiden vorherigen Büchern.

Aber Dobelli findet die passende Sprache, die passende Sprache für unsere Zeit - ganz jenseits von literarischen Vor- und Gegenbildern. Nach der Sinnkrise Gehrers in "35" und der stellenweise tragisch-komischen Jobkrise in "Und was machen Sie beruflich…?" nun also die Lebenskrise Himmelreichs.

Der Protagonist Himmelreich steht an einem Scheitelpunkt seines Lebens. Auch wenn es ihm zunächst so scheint, als würden mit der plötzlichen Versetzung auch seine privaten Probleme gelöst, muss er nun selbst die Fäden seines Lebens in die Hand nehmen. So wie er als Private Banker das Geld anderer verwaltet und als Chef das Schicksal seiner Untergebenen gestaltet, hat er sich in seinem bisherigen Leben mehr treiben lassen, als selbst gehandelt um sein Leben jenseits der Karriere zu gestalten. Die Konsequenzen aus der Affäre mit der jüngeren Josephine zwingen ihn jedoch, Standpunkte zu überdenken, selbst das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen. Dergestalt wird im Blick zurück auch ein gänzlich anderes Leben zunächst denkbar, vorstellbar und schliesslich sogar lebbar.

Aber Handeln ist mit Schuld verbunden und Glück häufig auch mit Verlust und Schmerz. Diese leidvolle Erfahrung muss Himmelreich erst durchleben, ehe er sich und das Leben annimmt - in einem ganz überraschenden und unerwarteten Schluss, hinter dem auch wieder der letzte Absatz des "Gantenbein" stehen könnte, den sein Autor Frisch 50 Jahre zuvor einen ganz ähnlichen Weg gehen liess:

"Alles ist wie nicht geschehen. (...) Leben ist schön."

Ein starkes, überraschendes Buch und eine wunderschöne Leseerfahrung.
0Kommentar| 11 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. November 2010
Das Buch hat mich gepackt. Mit stets neuen Wendungen erreicht der Autor, dass der Leser dran bleibt. Die Spannung wird hoch gehalten. Der Leser wird stets wieder ins Ungewisse geführt. Was ist Vorstellung was ist Realität? Welche Realitäten existieren? Welche Realitäten wählen wir?
Am Ende des Romans frage ich mich - was ist mir wichtig. Für welche Realität entscheide ich mich?
Dazwischen hat der Roman ab und zu Längen. Deshalb bekommt er nicht die volle Punktzahl.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden