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am 19. März 2008
1. Mean Streets ist Scorseses (und damit Amerikas) Echo auf den italienischen Neo-Realismo und vor allem die Nouvelle Vague, die ja ihrerseits wesentlich von den US-Gangsterfilmen der 30-er/40-er Jahre geprägt wurde.
2. Mean Streets ist für viele Filmliebhaber praktisch synonym mit dem Besten des Independent Cinema. Es ist sicher nicht zu bestimmt zu behaupten, Scorsese habe mit diesem Film in einem einzigen Handstreich jenes crime drama geschaffen, das bis heute vielhundertfach nachgeahmt (und von Kopie zu Kopie immer stärker klischiert) ins kollektive Bewusstsein des Kinopublikums eingegangen ist.
3. Es finden sich viele Elemente und Techniken, die Scorsese selbst in späteren - mit größerem Budget gedrehten - Filmen immer wieder aufgegriffen und abgewandelt hat.
4. Die Verwendung der Handkamera, etwa bei der Poolhall-Rauferei oder bei der Szene mit dem betrunkenen David Carradine, die Einstellungen in den Einzelshots und den Massenszenen, die Einführung der Charaktere mittels Untertitel u.a. Stilmittel sind heute so selbstverständlich, dass der durchschnittliche Seher das Revolutionäre wohl vielfach gar nicht mehr erkennt.
5. In Bezug auf die Techniken und vor allem die oftmals dilettantischen Schauspielleistungen der Nebendarsteller (der Film hatte ein Budget von 150.000 $) ist der Film ganz sicher nachfolgenden Meisterwerken wie Taxi Driver, Raging Bull oder Goodfellas unterlegen, das bestreitet auch keiner ernsthaft. Aber: Das eine Element, das diesen Film so einzigartig macht und ihn meiner Meinung nach über die vorher genannten Filme hebt, ist die wirklich genuine Improvisation über das (kaum vorhandene) Skript. Wenn Scorsese und De Niro etwa im Interview zu "Taxi Driver" darauf verwiesen haben, dass eine 100%-ige Beherrschung des geschriebenen Textes erst die Grundlage einer gehaltvollen Improvisation ist, haben sie genauso recht wie wenn man feststellt, dass viele Szenen und erst recht Dialoge SO nie geschrieben hätten werden können. Und es ist ein wahrer Glücksfall, dass Scorsese mit seiner Kamera nicht ganz zufällig, aber doch unaufdringlich "draufgehalten" hat.

Wer einen Gangsterfilm von der Grandesse der "Godfather"-Trilogie erwartet, den melancholisch-poetischen Stil eines Sergio Leone ("Once Upon A Time In America") bevorzugt oder eine Milieustudie mit exzessiver Gewalt à la "Cidade de Deus" sucht (alle drei absolute Meisterwerke, und in vielerlei Hinsicht um einiges "bessere" Filme), wird enttäuscht sein. Das ist aber seiner eigenen Erwartungshaltung oder einfach einem Mangel an Aufnahmefähigkeit zuzuschreiben und nicht Beweis der Mangelhaftigkeit des Filmes selbst. Wer dennoch Ursache und Wirkung vertauscht, sollte vielleicht doch noch einmal nachdenken, ob die alleinige Beherrschung einer Computertastatur und rudimentäre Kenntnisse von Rechtschreibung und Syntax die entscheidenden Kriterien sein sollen, einen ausgezeichneten Film öffentlich zu kritisieren. Damit beweist man nämlich nur eines, und das ist nicht die Schwäche des Filmes.

Allfälliger Ärger über so gehäufte Ignoranz wird dann aber durch so köstliche Bemerkungen wie "De Niros Synchronstimme ist ungewohnt, aber seine eigene noch unpassender" wieder kompensiert. Nicht nur Scorsese lacht sich krumm.
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am 31. März 2003
Großartiger Film, den man einfach gesehen haben sollte. Grandiose Schauspieler, Keitel und de Niro, denen man zuschauen muss. Dieser Film ist weniger darauf bedacht die Handlungsweise der Gangster zu zeigen, sondern dieser Film zeigt hauptsächlich den Kampf mit sich selbst, vor allem Charlie (Keitel). Scorseses Frühwerk besticht durch seine innovative Bildführung und Schnitt. Leider hat der Film auch einen Makel, nämlich die deutsche Synchronisation. Keitel bekommt die deutsche Stimme von David Haselhoff und de Niro die von Rolf Zacher, grausam. Wenn man darüber hinwegsehen kann, ist ein Filmgenuss deer Extraklasse geboten. Am besten amn schaut sich die Originalversion dieses Films an. Der Film hat wirklich seine 5 Sterne verdient.
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am 28. Januar 2009
Mit Hexenkessel ist Martin Scorsese ein wirklich tolles Drama gelungen, das vor allem in Sachen Atmosphäre und Schauspielern punkten kann, aber leider auch einige Schwächen hat.

Aber erstmal zu den positiven Aspekten. Und davon hat der Film so einige vorzuweisen. Als erstes sei hier die bereits erwähnte Atmosphäre zu nennen. Selten wirkte das Leben auf der Straße so authentisch und glaubwürdig wie hier. Die Kulissen sind unglaublich gut und die Musik trägt auch einiges dazu bei, die Atmosphäre weiter zu verdichten. Ein weiterer großer Pluspunkt sind die Schauspieler. Vor allem die beiden Hauptdarsteller, Harvey Keitel und Robert De Niro, wissen zu überzeugen. Keitel schafft es Charlie zu jeder Zeit sympathisch wirken zu lassen. Selbst wenn er manchmal verdammt fies ist, kann der Zuschauer ihn nicht hassen, weil er immer wieder zwischen den zwei Seiten seines Lebens hin und her gerissen ist. Er weiß nie wirklich, was das Beste wäre und oft wird durch seine Versuche die Dinge zum Guten zu ändern, alles nur noch Schlimmer. Diesen Zwiespalt seines Charakters kann Keitel zu jeder Zeit glaubwürdig vermitteln. Doch auch Robert De Niro spielt in diesem Film genial auf. Er spielt den etwas dummen Jonny Boy, dem Charlie immer wieder zu helfen versucht. Durch diese Versuche reitet sich Charlie immer weiter in die Schwierigkeiten rein. Jonny Boy fällt es allerdings schwer das zu verstehen. Er sieht nicht wie schwierig die Situation für Charlie ist und fängt auch noch an ihm Vorwürfe zu machen. Durch diese übertriebene Naivität ist es schwierig den Charakter von Jonny Boy als echt zu akzeptieren, doch De Niro sorgt immer für die nötige Glaubwürdigkeit. Der restliche Cast ist ebenfalls sehr ansehnlich, doch bekommt kaum die Chance wirklich aufzutrumpfen.

Die Inszenierung von Scorsese ist auch erste Klasse. Oft folgt er den Charakteren. Er schaut ihnen über die Schulter, wodurch der Zuschauer immer mitten im Geschehen ist und alles aus ihrem Blickwinkel betrachtet. Des Weiteren lässt er Charlie oft in die Kamera schauen, was die Wirkung seiner inneren Monologe weiter verstärkt.
Doch das große Manko des Films ist das Drehbuch. Hier hat Scorsese an einigen Stellen scheinbar geschlafen. Denn so fühlt sich der Film in den ersten 60 Minuten oft an, da er einfach nur so vor sich hinplätschert und nichts Relevantes passiert. Der Zuschauer hat keine Ahnung, worum es geht oder worauf das alles hinauslaufen könnte. Am Anfang ist es zwar noch interessant, die Einführung der Figuren und ihren Alltag zu sehen, doch es dauert etwas zu lange, bis wirklich etwas passiert.

Alles in allem ist Hexenkessel ein durchaus gelungenes Drama, das mit einer tollen Inszenierung und grandiosen Schauspielern aufwaten kann, aber durch ein etwas lahmes Drehbuch nicht in der obersten Klasse einzuordnen ist.
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am 23. Januar 2009
Die Produktion
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Die Dreharbeiten zu "Mean Streets" (engl. Orig.) waren zermürbend: Scorsese hatte weder Zeit, noch Geld. Nur 27 Drehtage, bei 36 Einstellungen am Tag, forderten das Improvisationstalent des Teams. Scorseses Nerven waren wohl dermaßen strapaziert, dass er eines Tages mit weißen Baumwollhandschuhen auftauchte, um seine Fingernägel nicht weiter abkauen zu können. Glücklicherweise funktionierte das Zusammenspiel von Keitel und DeNiro reibungslos. Die Szene in der die beiden sich mit Abfalleimern bewerfen, entstand zum Beispiel spontan beim Proben.

Der Film
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In Hexenkessel zeigt Scorsese das Little Italy, dass er so gut kennt: Abgebrannte Typen wie Johnny Boy, die "Rumhängen" und ständig auf der Suche nach neuen Geldgebern sind. Scheinheilige Organisatoren wie Charlie, die sich "Kümmern" und auf der Leiter der Respektabilität aufsteigen wollen. Zinswucher, Glücksspiele und einfache Arbeiten als Barkeeper, treiben die Leute im Viertel umher. Schlägereien sind an der Tagesordnung und werden von Scorsese in seiner Rohheit realistisch gezeigt: es gibt keine durchkomponierte Action-Choreographie. Der Film zeigt im wesentlichen das Milieu. Mafiosis sind eher Randerscheinungen. Die rohe Qualität des Filmes spiegelt sich auch in den inneren Monologen des Protagonisten Charlie wieder, der etwas müde und zusammenhangslos vor sich hin sinniert. Die plötzlichen Temperamentsausbrüche von Charlie sind aber nicht immer nachvollziehbar. Die dramaturgische Struktur- und Spannungslosigkeit ist dennoch ein geeignetes Mittel um die Aufmerksamkeit auf die durchaus interessanten Ecken des Straßenmillieus zu lenken. So wirkt der Film eher wie eine Beobachtung, eben eine Studie. Man geht quasi als imaginärer Mitwisser nebenher: Auf den kleinen schmierigen Straßen, in die abgewrackten Kneipen und in die engen, dreckigen Häuser. Das ganze macht so lange Freude, bis man die deutsche Synchonisation von Robert DeNiro hört. Dann sollte man sich den qualitativ besseren Originalton und die deutschen Untertiteln einschalten. Wer Christian Brückners DeNiro-Synchro kennt und liebt, wird die "lispelige" Stimme, die zu allem Überdruß auch noch richtig dämlich klingt, nicht lange ertragen können.

Die "Mean Streets" zeigen sich bzw. der Hexenkessel wird deutlich, wenn die Handlung auf das Finale zusteuert. Erst zum Schluß wird klar, das sich die Protagonisten schon lange in einer Abwärtsspirale befanden. Die Handlung und das Finale enthalten schon alle Attribute die Scorseses Werk auszeichnen - Abwärtspirale, plötzliche - nahezu unvermittelte Gewalt, überraschend und blutrünstig inszeniert.

Bild/Ton
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Aufgrund unterschiedlicher Aufnahmequalitäten hat das Bild nur mittelmäßiges Niveau. In einigen Szenen grieselt es recht stark und die Farben sind nicht besonders satt. Ist aber alles in allem kein Grund zur Aufregung. Von der deutschen Synchro rate ich eher ab. Der englische Ton kommt gut rüber, leider nur in 2.0 Mono. Mit Dolby Prologic II oder der DTS Neo:6 Matrix bekommt man aber eine ganz gute Surround-Basis.

Fazit
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Der Film bleibt etwas hinter seinen Möglichkeiten. Als inszenierter Augenzeugenbericht aus Little-Italy, sozusagen, bleibt dieser Streifen aber sehenswert. Nichts für Scorsese-Einsteiger, eher was für Kenner. Zumindest sollte man schon einmal Taxi Driver, Goodfellas und Casino gesehen haben - noch mehr wollen, aber mehr in Richtung Arthaus-Kino denken.
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am 18. September 2004
Wirklich spitze! Der Film verbreitet eine einmalige Atmosphäre. Ich würde sogar soweit gehen, ihn den authentischsten Mafia-Film überhaupt zu nennen. Keine Villen, kein Kult um einen Boss, sondern harter Alltag in einem Manhatten, dem man gerne fernbleibt. Der Soundtrack (Rolling Stones, Eric Clapton, u.a.) untermalt das Meisterwerk hervorragend. Wer diesen Film gesehen hat, wird verstehen, warum man Scorsese für den Paten einen zweiten Regisseur zur Seite gestellt hat, der jederzeit hätte übernehmen können, wenn man Scorsese hätte rauswerfen wollen. Mit diesem Erstlingswerk zeigt Scorsese wozu er eigentlich im Stande ist, wenn er sich nicht an den Mainstream anpassen muss.
Nichts für einen "gemütlichen" Filmabend, sondern bildende Kunst!
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TOP 1000 REZENSENTam 25. Oktober 2014
Denkt man an Martin Scorseses Mafiafilme, dann fallen zuerst "Good Fellas", "Departed" oder "Casino" ein. Dabei ist der 1973 entstandene "Hexenkessel" (Original: Mean Streets), der noch vor seinem Welterfolg "Taxi Driver" entstand, sein erster Film über das organisierte Verbrechen. Er ist aber im Vergleich zu den drei bekannteren Mafiafilmen etwas anders konzipiert und hat sein Augenmerk eher auf die unteren Stufen der Hierarchie in Little Italy, New York gelenkt. Seine Helden sind Kleinkriminelle, von denen vor allem der junge Charlie Cappa (Harvey Keitel) höhere Ambitionen hegt. Immerhin arbeitet er schon erfolgreich als Schuldeneintreiber für seinen Onkel Giovanni (Cesare Danova) und macht sich berechtigte Hoffnungen, dass er bald ein Restaurant für den Boss leiten darf. Man hat sich allerdings immer an die Gesetze der Cosa Nostra zu halten und daher verheimlicht Charlie auch sein Verhältnis zu Teresa (Amy Robinson), die aufgrund ihrer Epilepsien als "Verrückte" gilt. Ausserdem hängt Charlie auch mit Teresas Cousin Johnny Boy (Robert de Niro) herum, dem er extra einen Job besorgt hat, damit dieser seine diversen Schulden bei anderen Mafiosi zurückzahlen kann. Doch Johnny Boy ist ein unverbesserlicher, aufgrund seiner Unberechenbarkeit fast schon psychopathischer Kerl, der seine Einkünfte sofort wieder für attraktive Frauen und teure Kleidung verspielt. Die Schulden, die er bei Michael Longo (Richard Romanus) hat, nimmt der unzuverlässige Johnny Boy auf die leichte Schulter und denkt noch nicht mal daran diese pünktlich abzustottern. Das ist natürlich auf die Dauer für Longo wie auch für die anderen Kredithaie, bei denen Johnny Boy in der Kreide steht, nicht länger hinzunehmen...
Scorsese skizziert einen Mann, der zwischen seinem frommen Katholizismus und seinen Ambitionen für die Mafia steht und daher innerlich etwas zerrissen erscheint. Darüberhinaus gibts da auch Diskrepanzen zwischen der Loyalität zu seinem Caporegime und der langjährigen Freundschaft zu einem unbesonnnen Spinner mit dessen fatalistischen Handlungsweisen. Am Ende wird auf einer Fahrt durchs nächtliche Brooklyn plötzlich geschossen und prägen den Moment. Ausserdem dürften die Perspektiven nach diesem Ausbruch von lebensgefährlicher Gewalt nicht besonders rosig sein.
Neben dem Alltag der Mafia ist "Mean Streets" vor allem auch ein äusserst gelungener und atmosphärisch dichter New York Film, wo sich das brodelnde Leben hauptsächlich in der Nacht abspielt und wo es - meist recht locker und spielerisch dargestellt - um nichts anderes geht als ums nackte Überleben. Und Scorsese lässt keinen Zweifel zu, dass hier nur die Starken und die Angepassten eine reele Chance haben.
Nicht nur die drastische Schlußszene ist zum echten Klassiker geworden, der Film erhielt bereits bei seiner Premiere ausserordentlich gute Kritiken. Man sprach von einem der originellsten amerikanischen Filme überhaupt. Tatsächlich ist der Film in jeder Phase sehr kraftvoll, was er auch seinen großartigen Schauspielern verdankt - der junge Robert de Niro stand damit kurz vor dem ganz großen Durchbruch durch "Der Pate II" und brillierte in dieser wichtigen Rolle eines neurotischen Typs. Die Locations wie auch das Milieu...alles wirkt düster, bedrohlich, trist und dreckig - aber alles vermittelt auch pulsierendes Leben.
Filmhistorisch ist der mit einer eigenwilligen Großstadtpoesie ausgestattete Großstadtfilm "Mean Streets" als Vorläufer vieler bekannter amerikanischer Filmklassiker, von großer Bedeutung und großem Einfluß - seine authentische Machart prägte das weitere Kino der 70er Jahre mit und der Film vermittelt - ähnlich wie der einige Jahre vorher entstandene "Midnight Cowboy" - ein faszinierendes wie brüchiges New York Bild.
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am 16. August 2007
Bei Hexenkessel handelt es sich um einen sehr frühen Film von Altmeister Scorsese. Wer hier viel Spannung und actiongeladene Szenen erwartet, wird sehr enttäuscht sein, da der Film die Kamera eher in das Innere Menschen richtet und dort das Wechselspiel von Eros und Tanathos beleuchtet. Die Selbstzerstörungsmechanismen zweier Freunde werden in den Fokus der Erzählung gesetzt, die beiden gespielt von Harvey Keitel und Robert DeNiro. Meiner Ansicht nach neben Casino, Taxi Driver und Goodfellas einer der besten Scorsesestreifen, da man anhand dieses Werkes das junge Talent des Altmeisters in seiner Blüte erkennt. Alles was danach kam, war die Imitation, des Gewesenen - aber in Filmen wie Hexenkessel hat Scorsese sein Handwerk gelernt und bei diesem Film handelt es sich offensichtlich um eine gelungene Meisterarbeit
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am 25. Juli 2008
1. Mean Streets ist Scorseses (und damit Amerikas) Echo auf den italienischen Neo-Realismo und vor allem die Nouvelle Vague, die ja ihrerseits wesentlich von den US-Gangsterfilmen der 30-er/40-er Jahre geprägt wurde.
2. Mean Streets ist für viele Filmliebhaber praktisch synonym mit dem Besten des Independent Cinema. Es ist sicher nicht zu bestimmt zu behaupten, Scorsese habe mit diesem Film in einem einzigen Handstreich jenes crime drama geschaffen, das bis heute vielhundertfach nachgeahmt (und von Kopie zu Kopie immer stärker klischiert) ins kollektive Bewusstsein des Kinopublikums eingegangen ist.
3. Es finden sich viele Elemente und Techniken, die Scorsese selbst in späteren - mit größerem Budget gedrehten - Filmen immer wieder aufgegriffen und abgewandelt hat.
4. Die Verwendung der Handkamera, etwa bei der Poolhall-Rauferei oder bei der Szene mit dem betrunkenen David Carradine, die Einstellungen in den Einzelshots und den Massenszenen, die Einführung der Charaktere mittels Untertitel u.a. Stilmittel sind heute so selbstverständlich, dass der durchschnittliche Seher das Revolutionäre wohl vielfach gar nicht mehr erkennt.
5. In Bezug auf die Techniken und vor allem die oftmals dilettantischen Schauspielleistungen der Nebendarsteller (der Film hatte ein Budget von 150.000 $) ist der Film ganz sicher nachfolgenden Meisterwerken wie Taxi Driver, Raging Bull oder Goodfellas unterlegen, das bestreitet auch keiner ernsthaft. Aber: Das eine Element, das diesen Film so einzigartig macht und ihn meiner Meinung nach über die vorher genannten Filme hebt, ist die wirklich genuine Improvisation über das (kaum vorhandene) Skript. Wenn Scorsese und De Niro etwa im Interview zu "Taxi Driver" darauf verwiesen haben, dass eine 100%-ige Beherrschung des geschriebenen Textes erst die Grundlage einer gehaltvollen Improvisation ist, haben sie genauso recht wie wenn man feststellt, dass viele Szenen und erst recht Dialoge SO nie geschrieben hätten werden können. Und es ist ein wahrer Glücksfall, dass Scorsese mit seiner Kamera nicht ganz zufällig, aber doch unaufdringlich "draufgehalten" hat.

Wer einen Gangsterfilm von der Grandesse der "Godfather"-Trilogie erwartet, den melancholisch-poetischen Stil eines Sergio Leone ("Once Upon A Time In America") bevorzugt oder eine Milieustudie mit exzessiver Gewalt à la "Cidade de Deus" sucht (alle drei absolute Meisterwerke, und in vielerlei Hinsicht um einiges "bessere" Filme), wird enttäuscht sein. Das ist aber seiner eigenen Erwartungshaltung oder einfach einem Mangel an Aufnahmefähigkeit zuzuschreiben und nicht Beweis der Mangelhaftigkeit des Filmes selbst. Wer dennoch Ursache und Wirkung vertauscht, sollte vielleicht doch noch einmal nachdenken, ob die alleinige Beherrschung einer Computertastatur und rudimentäre Kenntnisse von Rechtschreibung und Syntax die entscheidenden Kriterien sein sollen, einen ausgezeichneten Film öffentlich zu kritisieren. Damit beweist man nämlich nur eines, und das ist nicht die Schwäche des Filmes.
0Kommentar| 10 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 14. Januar 2008
"Hexenkessel" ist nicht für den schnellen, gedankenlosen Konsum gedacht, man muß sich mit Haut und Haaren, mit ganzem Herzen darauf einlassen, ihn nicht nur ansehen, sondern auch mitspüren, und vielleicht sogar bereit seit, ihn auch ein zweites oder gar drittes Mal anzusehen. Doch dann erschließt sich einem der große Zauber dieses Scorsese-Frühwerks, das weit mehr von seinen Charakteren, von seiner Atmosphäre, von seinem Soundtrack, als von Handlung und Action lebt. Ein Kunstwerk für geduldige Cineasten, und wahre Liebhaber klassischer Gangsterfilme.
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am 25. Dezember 2015
Ich bin ein Robert de Niro Fan und habe abgesehen von seinen Filmen aus der näheren
Vergangenheit alles gesehen. Für mich ist er die Verkörperung eines Mafia-Gangsters, in
diesen Filmen absolut top.
Was "Hexenkessel" angeht war ich sehr enttäuscht, da hatte ich mehr erhofft.
Schlecht synchronisiert, übler Ton, schlechtes Bild und die Story konnte mich auch nicht fesseln.
Harvey Keitel habe ich auch schon mal besser gesehen !
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