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Kundenrezensionen

4,3 von 5 Sternen
24
4,3 von 5 Sternen
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Ganz am Anfang scheint Linde noch ein Deutschlehrer zu sein, der im Klassenzimmer seinen Schülern nur rhetorisch kunstvolle und inhaltsleere Antworten auf deren Fragen gibt. Schließlich decken die Handlungen und Aussagen der Nebendarsteller auf, was Linde nicht nur seinen Schülern vorspielt (dass er schlau und ihnen über ist), sondern auch seinen Kollegen, seiner Familie und nicht zuletzt auch dem Leser. In einer gewissen Weise wird auch klar, dass er sich sein perfektes Leben auch selbst vorspielt und seine Probleme schönredet.

Denn Linde gibt zwar seinen Schülern Hausaufgaben, seine eigenen Hausaufgaben (die Aufgaben, die ihm sein Leben gibt) erledigt er aber nur unzureichend. Der Autor weiß, gezielt zu verwirren. Am Beispiel der Beziehung Lindes zu seiner Tochter sieht man, dass einem am Anfang noch vorgegaukelt wird, der Lehrer sorgt sich nur um seine verschwundene Tochter. Doch nach und nach wird deutlich, dass die schwerwiegenden Anschuldigungen der Pädophilie, die Linde an den Kopf geworfen werden, nicht nur erfunden oder übertrieben sind. Oder?

Am Ende bleibt es dem Leser selbst überlassen, ob er den Erklärungen Lindes glauben will oder nicht. So wird Kapitel für Kapitel ein immer größer werdendes Netz gesponnen, in das sich Linde verwickelt. Kann er sich in einer Rede – seiner großen Stärke- noch mal daraus herausziehen?

FAZIT

Trotzdem es in Hausaufgaben auch um so ernste Themen, wie den Einfluss Nazideutschlands auf heutige Deutsche, vorgeworfene Pädophilie und den Palästinakonflikt geht (beziehungsweise die Themen gestreift werden; ausführlich abgehandelt wird keines davon), ist der Roman gut und schnell zu lesen. Trotzdem werden jede Menge Klischees bedient und der Protagonist ist mehr als unsympathisch! Zum Schluss kommt sich der Leser etwas verschaukelt vor, man weiß nicht, wem man glauben soll. Postfaktische Literatur? Nicht mein Ding ....
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am 19. Februar 2009
Ich gehöre zu den absoluten Hörbuch-Fans. Und ich habe einen recht hohen Anspruch an den Schriftsteller ebenso wie an den Vorleser. Hier kommt beides aufs Vollendetste zusammen - Jakob Arjouni, der gekonnt Psyche und Handlung der Protagonisten beschreibt, und Rufus Beck, ein genialer Vorleser. Ich habe jedes Wort genossen!

Anders gestaltet es sich allerdings, wenn Jakob Arjouni selber vorliest - wie bei "Chez Max" der Fall. Er schafft es nicht, dem Hörer die Personen so zu vermitteln, dass sie ihm nahe kommen. Er liest jeden Satz in immer dem gleichen Tonfall mit immer der gleichen Betonung - einfach öde zum Abschalten! Das habe ich schon innerhalb der ersten CD getan - es war leider unerträglich. Dabei hatte ich mich -nach "Hausaufgaben" total drauf gefreut. Schreiben kann er ganz wunderbar, aber das Vorlesen sollte er lieber anderen überlassen. Rufus Beck zum Beispiel - der ist echt klasse!
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am 21. September 2004
Einmal mehr überzeugt Arjouni mit seiner Leichtigkeit, was aber nicht bedeutet, dass es sich bei Hausaufgaben um leichte Kost handelt, der Roman hat es in sich: Aus der Sicht eines Familienvaters wird dem Leser eine zerrütete Familie vorgestellt; die Tochter flüchtete vor dem Elternhaus, der Sohn scheint ein weltferner Idealist, die Mutter leidet unter schweren Depressionen und der Vater, die Hauptfigur, will nicht verstehen wie sich alle gegen ihn verschwören konnten. Doch vielleicht ist ja die Ursache für die Familienverhältnisse gar er selbst....
Mehr möchte ich an dieser Stelle eigentlich nicht verraten, vielleicht nur, dass sich Arjouni mit der Leichtigkeit seiner Sprache durchaus auch ernsthafter Thememen widmen kann und somit in der Lage ist (auch wenn man ihm evt. den Vorwurf machen kann, dass die Charaktere ein wenig stereotyp konstruiert sind - was aber angesichts der Thematik eben so genau richtig ist) ein realistisches Bild einer kaputten Familie zu zeichnen. Nach "Idioten. Fünf Märchen" ein weiterer Beweis für die Vielseitigkeit Arjounis.
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am 11. Oktober 2004
Im Roman "Hausaufgaben" geht es um den Gymnasiallehrer Joachim Linde, der so um die 45 ist und der sein Leben mehr schlecht als recht im Griff hat. Als Lehrer gibt er Hausaufgaben auf, aber seine persönlichen Hausaufgaben hat er nicht gemacht. Weder seine Schüler noch seine Familie hat er im Griff. Es tun sich nur Konflikte auf, so dass er sein wohlverdientes Weekend nicht antreten kann. Aus seiner Sicht läuft alles irgendwie schief. Seine depressive Frau hat einen Aufenthalt in einer psychiatrischen Anstalt nötig, die Tochter flüchtet zu ihrem Freund nach Mailand, der Sohn hat einen Autounfall und seine Kollegen in der Schule vertrauen ihm nicht mehr, nachdem Zweifel an seiner Unterrichtsgestaltung aufkommen und der Verdacht von seiner Frau in den Raum gestellt wird, er habe seine Tochter sexuell missbraucht. Irgendwie schwimmt er durch sein Leben, das von Halbwahrheiten, Selbstgerechtigkeit und Peinlichkeiten geprägt ist. Als Charakter ist er stark ambivalent, irgendwo zwischen einem tragischen Helden und einem Blödmann. Irgendwie ein netter, aber auch gleichzeitig ein grässlicher Typ.
Jakob Arjouni schreibt in einer flotten Sprache, die eine grosse Leichtigkeit versprüht, so dass es macht richtig Spass, das Buch zu lesen. Auch werden politisch kontroverse Themen (Deutsche Vergangenheitsbewältigung und Schuld, Kritik an Israel, Missbrauch mit dem Missbrauch) in intelligenter Weise behandelt und kunstvoll in die Handlung eingewoben. Die Kollektivschuld wird der individuellen Schuld von Linde gegenüber gestellt. Schliesslich überzeugt vor allem auch der lakonische und nicht immer politisch korrekte Humor, der ständig die Schilderungen der Irrungen und Wirrungen des Joachim Linde begleitet.
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am 17. Januar 2007
Herr Literaturprofessor Linde freut sich am Freitag schon auf das von ihm lange geplante Wanderwochenende in Brandenburg. Während seine Gattin Ingrid zufolge ihrer schweren Depressionen wieder einen ihrer regelmäßigen Aufenthalte in der Psychiatrie verbringt, beabsichtigt der fröhliche Linde, sich auf der Wandertour zu entspannen. Doch dann gerät sein freitägliches Seminar über die Auswirkungen des Naziterrors auf die deutsche Nachkriegsliteratur unvermutet aus dem Ruder und zwischen zweien seiner Schüler kommt es zum Eklat. Linde versucht eine rhetorische Bereinigung der Situation und rhetorisch ist Linde - das weiß er auch - begabt. Doch das ist nur der schulische oder berufliche Auftakt eines Wochenendes, das Linde zum Albtraum gerät. Schritt für Schritt beginnt die Demontage des ziemlich heilen Weltbildes eines Lehrers, der sich selbst für aufgeschlossen, politisch korrekt und einen liberalen Bürger hält und obendrein für einen besorgten Ehemann und modernen Familienvater. Ganz langsam zerbröselt die Fassade eines Biedermannes, der letztlich ziemlich nackt und schäbig um sein gesellschaftliches und berufliches Überleben kämpfen muss.

Eine dichte Erzählung über Vorurteil und Wahrheit, Lüge und Ressentiment, Schein und Wirklichkeit. Gnadenlos und realistisch seziert der Autor die bürgerliche Welt und Umwelt des nicht wirklich unsympathischen Protagonisten, aus dessen subjektiver Sicht wir die Dinge mitverfolgen können. Was sich wirklich ereignete, wissen wir nicht. Es könnte so gewesen sein, wie Linde es uns Leser und - vor allem - sich selbst Glauben machen will. Wir wissen ja um Lindes rhetorische Begabung und seinen Wortwitz. Vielleicht liegt die Wahrheit aber doch im Inhalt des E-Mails seiner depressiven Frau, das diese aus der Psychiatrie an die Lehrerkollegen ihres Gatten versendet. Oder bei Lindes Tochter, die nach einem Selbstmordversuch das Elternhaus verlassen hat. Was bleibt Linde übrig, als an seiner Lebenslüge festzuhalten, wenn um ihn (oder durch ihn?)alles in Scherben zerbricht? Ein interessantes Buch, das Fragen nicht beantwortet und zum Nachdenken anregt.
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am 11. Juli 2007
Kein Problem ist so groß, dass man es nicht ignorieren könnte. Dies scheint so ungefähr das Motto des Deutschlehrers Linde zu sein. Obwohl seine Frau wegen eines Nervenzusammenbruchs im Krankenhaus liegt, seine Tochter nach gescheitertem Selbstmordversuch abgehauen ist und es im Unterricht zu einem Eklat zwischen einigen Schülern kam, ist in seiner Vorstellung alles gut und er freut sich auf ein erholsames Urlaubswochenende. Aber an eben diesem Wochenende wird er mit seinen verdrängten Problemen und Taten konfrontiert und es zeichnet sich ab, dass Linde keineswegs der perfekte und unschuldige Mensch ist, als der er sich gibt.
Jakob Arjouni präsentiert die Welt in diesem Roman aus der Perspektive der Hauptperson, was den Leser einerseits zwingt, nur Lindes Ansicht genau zu kennen, ihm aber andererseits auch zeigt, wie sehr dieser sich die Wahrheit oft zurecht biegt. Mit der Wahrheit ist es in >Hausaufgaben< ohnehin so eine Sache: es wird nicht klar, was wirklich geschehen ist und wer Täter oder Opfer ist. Man muss sich eine eigene Meinung bilden, wobei eigentlich kein Charakter wirklich sympathisch ist.
Ein gut geschriebenes und schnell zu lesendes Buch, das viele Fragen aufwirft und nur wenige eindeutig beantwortet(was als Kompliment zu verstehen ist).Für jeden zu empfehlen, der nicht unbedingt eine heile Welt mit eindeutig gut und eindeutig böse haben will.
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Arjounis neuer Roman liest sich flott wie eh und je. Nach einem netten Nachmittag hat man es ausgelesen, klappt es zu, legt es in den Schoß und ist dann den ganzen Tag damit beschäftigt über dieses grandiose Buch nachzudenken. Wahrscheinlich ist auch das sein Geheimnis. Romane mit Leichtigkeit tarnen, die einen aber inhaltlich so aus der Bahn werfen, das man erstmal damit beschäftigt ist den Roman zu verdauen.
Der Stil des Autors ist packend und ließt sich wahnsinnig flüssig und ohne groß rum zu lamentieren fängt Arjouni einfach mit seiner Geschichte an. Mitten im Leben des Lehrers Lindes - mitten in einer Schulstunde. Ohne Vorgeschichte. Und dann lernt man Linde kennen. Seine verkorkste Familie (depressive Ehefrau; Tochter, die mittlerweile das Weite gesucht hat und sich schon mal umbringen wollte und zu guter letzt ein vermeintliches Weichei als Sohn).
Vielleicht sind Lindes Lebensumstände ein wenig übertrieben, aber sie machen auch gerade deutlich wie sehr Linde in seiner Traumwelt lebt. Für ihn ist irgendwie alles in Ordnung und er ist auch an keinem seiner Probleme schuld. Nein, Linde ist wahrlich kein Charakter in den man sich verliebt. Manchmal tut er einem einfach nur leid, manchmal hasst man ihn gar wegen seiner Überheblichkeit, seiner Peinlichkeit.
Hinzu webt der Autor sehr geschickt politische Themen (Israel, Judenverfolgung, etc.) in den Roman ein. Mit wenigen Sätzen schafft er mehr Kontroverse, wie andere in ganzen Büchern.
Ein faszinierender Autor, der sich mit diesem Roman auf meine Auto-Buy-Liste katapultiert hat.
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am 10. Mai 2006
Von Seite zu Seite, von Kapitel zu Kapitel wird er einem unsympathischer, und das obwohl der Autor die Gedankengänge seines Protagonisten stets ganz genau offenlegt. Es handelt sich um den unscheinbaren Lehrer Joachim Linde, mittelalt, verheiratet, zwei Kinder.

Auf den ersten Blick ist Linde politisch korrekt und sozial engagiert, lebensfroh, lässig und locker, aber aus der Nähe betrachtet, sieht es anders aus: Die Ehe läuft aus dem Ruder, die Frau ist depressiv, die Tochter will nichts mehr vom Vater wissen, der Sohn rebelliert und zwei Schüler machen ernsthafte Probleme. An allem Unglück sind aus der Sicht von Joachim Linde natürlich nur die anderen Schuld. Unglaublich, das Verdrängen, "nicht-wahrhaben-wollen" und "nur-eine-Seite-sehen" dieser schleimig moralisierenden und besserwisserischen Figur, der ich es so richtig gönne, daß sie in die Klemme gerät...

Das Buch kommt leichtfüßig daher, ist spannend und gut geschrieben, daher habe ich es wie im Rausch durchgelesen, aber Vorsicht! Der Stoff wirkt lange nach und brodelt noch immer in mir. Ein derart überraschendes und unbefriedigendes Happyend wie in diesem Roman ist mir schon lange nicht mehr untergekommen. Hier liegt auch keine Satire vor. Die Psychologie jeder einzelnen Person der Geschichte ist vollkommen stimmig und die gruppendynamischen Vorgänge scharf beobachtet und glaubwürdig.

Das Buch ist etwas für den Leserausch und zugleich ein ungewöhnlich gutes politisches Buch.
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am 21. Juli 2006
Joachim Linde ist mit sich und seinem Leben ganz zufrieden. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und als Deutschlehrer des Schiller-Gymnasiums kann er den Schülern mit seinem Sprachwitz noch Werte vermitteln. Leider existiert diese Realität nur in seinem Kopf, und im Laufe der Zeit muss Linde die Anstrengungen vergrößern, um seinen Kollegen und nicht zuletzt auch sich selbst zu bestätigen, dass mit ihm alles in Ordnung ist. Denn es häufen sich die Einbrüche an der Welt, die sich der Protagonist immer wieder neu ordnet, um eigene Verfehlungen auf andere abzuwälzen und selbst mit weißer Weste dazustehen. Ihm wird vorgeworfen, im Unterricht statt moralischer Werte antisemitische Tendenzen zu verbreiten. Darüber hinaus beschuldigt ihn seine Frau vor, der eigenen Tochter nachgestiegen zu sein und so die Familie zugrunde gerichtet zu haben. Linde muss immer größere Anstrengungen unternehmen, um seine Mitmenschen und vor allem auch sich selbst vorzumachen, dass er völlig unschuldig ist und es nur die anderen sind, die ihm Böses wollen. Dem Leser wird dabei anhand der widersprüchlichen Aussagen und Gedankengänge deutlich, wie verlogen Linde dabei sich selbst und anderen gegenüber agiert, um die Fassade des moralisch integren Lebemannes aufrechtzuerhalten.
Arjouni gelingt es in dem Roman, die bürgerliche Doppelmoral auf die Spitze zu treiben, wobei insbesondere die Darstellung des latenten Antisemitismus spannend und angesichts der Diskussionen um die Politik der israelischen Regierung auch sehr aktuell ist. Überzeugend dabei vor allem auch die banalisierende und von so manchem aktellen Fall bekannte Art und Weise, mit der der selbsternannte Moralapostel auf die Vorwürfe reagiert - so sei das ja nicht gesagt worden, und man dürfe doch auch die israelische Regierung kritisieren usw. Dem Protagonisten ist klar: Die empörte Mutter kann seiner Ansicht nach nur selbst Jüdin sein, wenn sie sich bei diesem Thema so in Rage reden kann:
"Stimmt es, dass Sie in den letzten Wochen mehrmals vor der Klasse die Meinung vertreten haben, die Juden seien schuld daran, dass nicht endlich Gras über die Verbrechen der Deutschen wachsen könne?"
"Entschuldigen Sie, aber..." Linde setzte sich im Stuhl auf. Was für eine unverschämte Person! "So ein Unsinn! Erstens würde ich nie so reden, und zweitens ist das völlig aus dem Zusammenhang gerissen."
"Ja, was denn nun?"
"Jetzt bleiben Sie - ich meine, beruhigen Sie sich doch! Sonja muss da irgendwas in den falschen Hals bekommen haben. Ich bin sicher, das lässt sich alles aufklären."
"Ich auch. So oder so. Ich will verstehen, wie es dazu kommen konnte, dass in Ihrem Unterricht in derselben Stunde meinen Eltern der Tod in der Gaskammer gewünscht und Israel als neues Naziregime verteufelt wird!"
"Nun..." Wieder schoss Linde durch den Kopf, ob Kaufmanns vielleicht jüdisch waren. "Beides waren emotionale Ausbrüche am Ende einer hitzigen Schülerdiskussion. So was kommt hin und wieder vor."
Eigentlich musste sie Jüdin sein. So redete doch sonst keiner mehr. Dabei spürte Linde, wie ihn diese Möglichkeit anstachelte, dem Telefonat einen gewissen Reiz verlieh. Denn außer aus dem Fernsehen kannte er eigentlich keine Juden...

Die personale Erzählhaltung vermittelt dem Leser Einblicke in das Innenleben der Hauptfigur und lässt ihn teilhaben an dessen Verdrängungsstrategien und Lügengeschichten. Die durch diese Perspektive ermöglichte Identifikation mit dem Protagonisten ist gewollt, dem Leser kommt möglicherweise das eine oder andere Argument bekannt vor, mit dem Linde sich selbst und andere belügt.
Ein Buch, bei dem die Ereignisse über den Leser ebenso wie über die Hauptfigur hereinzubrechen scheinen, und das man gerade deshalb nicht mehr aus der Hand legt.
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am 11. Mai 2014
Ein bedrückendes Buch, auf jeden Fall, auch wenn es fast harmlos beginnt.
Der Charakter ist in seiner Widersprüchlichkeit und Selbstverleugnung jedoch unglaublich gut nachvollziehbar, so dass man stellenweise mit der eigentlich unsympathischen Hauptfigur nahezu mitleidet. Sehr lesenswert.
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