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Hannah Dübgen

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Interview mit Hannah Dübgen im Rahmen des Entdeckt! Amazon Autorenpreises

Eine Berlinerin in Gaza, eine Japanerin in Paris, ein Amerikaner in Tokio, ein Brasilianer in Tel Aviv: In ihrem virtuosen Debüt lässt Hannah Dübgen Menschen zwischen Kulturen wandeln – sie übergibt sie dem Fluss unserer Zeit. Ein paar Fragen zu Schreiben und Sprache, zu Start- und Fluchtpunkten.

Die vier Erzählstränge in Strom wechseln von Kapitel zu Kapitel. Wie sind Sie beim Schreiben vorgegangen?
Zuerst habe ich jede Geschichte in groben Zügen entworfen, mich den Charakteren genähert. Dann habe ich die Kapitel aber genau so hintereinander geschrieben, wie sie im Buch erscheinen.

Sie haben es sich nicht leicht gemacht: Strom spielt in vielen Ländern, neben den vier Protagonisten gibt es viele Nebenfiguren.
Gerade die Nebenfiguren sind ja oft Verbindungspunkte, eine Person tritt in mehreren Geschichten auf, hat zu zwei Protagonisten eine Beziehung. Außerdem hat jede Episode, jedes Land seine Figuren. Mir kam das Personal gar nicht so groß vor, vielleicht, weil die Nebenfiguren stets eine Funktion haben, Teil einer bestimmten Welt sind.

Spannend fand ich die Mentalitätsunterschiede zwischen Japanern und Amerikanern beim Geschäftemachen. Woher wissen Sie so etwas?
Ich bin für dieses Buch viel gereist und war länger im Ausland, um die Menschen dort kennenzulernen, einen Einblick in ihr Leben, ihren Alltag zu bekommen. In Tokio habe ich genau so eine Firma besucht wie die, für die der Investmentmanager Jason arbeitet. Zudem kenne ich aus Studienzeiten ein paar Leute, die in diesem Bereich tätig sind. Mit ihnen habe ich lange Gespräche geführt, aus denen dann die Geschichte von Jason entstanden ist.

Welche Ihrer Romanfiguren ist Ihnen am nächsten?
Schön ist, dass ich diese Frage nicht beantworten kann. Bei jedem gibt es Aspekte, Gedanken oder Charakterzüge, die mir nah sind, und anderes, das mir fremder ist.

"Was zählt, ist die Gegenwart, und die Zukunft", sagt der Amerikaner, woraufhin die Japanerin antwortet: "Ohne Vergangenheit keine Zukunft." Was zählt für Sie?
Alles drei: Vergangenheit und Zukunft sind Teildimensionen der Gegenwart. Man muss auf gewisse Art an die Zukunft glauben, um handeln zu können. Deshalb ist auch jene Perspektivlosigkeit, die Maha im Gazastreifen um sich herum erlebt, so erdrückend und gesellschaftlich gefährlich. Wenn in einem Land extrem hohe Arbeitslosigkeit schon unter Jugendlichen herrscht und die Menschen sich einfach keine Zukunft mehr vorstellen können beziehungsweise das Gefühl haben, keinen Handlungsspielraum zu haben, dann hat die Gegenwart keine dritte Dimension, keine stabilen Pfeiler mehr.



Das Gespräch führte Tina Rausch. ©Tina Rausch