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am 21. August 2014
Der Inder Parimarjan Negi, seinerzeit einer der jüngsten Großmeister überhaupt, ist unter seinen Konkurrenten berüchtigt als besonders starker Spieler in der Eröffnung. Seine Vorbereitung gilt im allgemeinen als minutiös - sollte dies jemand jemals bezweifelt haben, dann sollte er unbedingt einen Blick in dieses Buch werfen. Dies gilt aber genauso für alle diejenigen, die dies ohnehin geglaubt hätten und ihre Weißpartien gerne mit dem Doppelschritt des Königsbauern eröffnen.

Der Verlag preist diese Publikation als den ersten von vermutlich insgesamt fünf Bänden an, die dem ambitionierten und aggressiv gestimmten Weißspieler ein Repertoire gegen alle Eröffnungen an die Hand geben möchte. Das klingt zunächst so ehrgeizig, daß man angesichts der überbordenden Fülle an Eröffnungstheorie heutzutage vermuten könnte, eine solche Zielsetzung müßte schon an ihrer Formulierung scheitern. Um das Werk nicht komplett ausufern zu lassen, sei nochmals darauf verwiesen, daß dies ein Reperotire-Buch ist, das Weißspielern Wege aufzeigt, mit Vorteil aus der Eröffnung zu kommen.

Den größten Teil des Buches nimmt die Französische Verteidigung ein, da dem Schwarzen hier am meisten Mittel und Wege zur Verfügung stehen, um das Spiel in verschiedene Bahnen zu lenken. Negi widmet sich hier ausschließlich 3. Sc3 - das heißt, alle Spieler, die Französisch gerne anders beantworten, gehen hier leer aus. Allerdings ist die Qualität der Analysen im Buch durchweg so hoch, daß ein mögliches Umschwenken von Spielern, die vielleicht die Tarrasch-Variante oder die Vorstoßvariante stets bevorzugt hatten, auf diesen Zug dennoch erfolgt. Erwartungsgemäß nehmen die schwarzen Standardantworten 3. ... Sf6 und 3. ... Lb4 den meisten Platz ein. Beachtlich ist vor allem, daß Negi auf so ziemlich jedes weniger bekannte System (zum Beispiel 6. ... Dc7 oder 6. ... Da5 anstatt 6. ... Se7 in der Winawer-Hauptvariante) eine Antwort parat hat, die meist so überzeugend wirkt, daß man sogar befürchten muß, daß die behandelte Variante früher oder später in Vergessenheit gerät, wenn sich Negis Empfehlungen erst einmal herumsprechen sollten. Insofern ist auch dieses Buch für Französisch-Spieler durchaus interessant, da sie den Empfehlungen des Inders erst einmal etwas entgegensetzen müssen.

Gegen die Caro-Kann-Verteidigung spielt er 3. Sd2 und analysiert speziell die Varianten des Hauptsystems mit 4. ... Lf5 sehr weit und tiefgründig. Man mag sich vielleicht wundern, daß dieses angeblich so aggressive Weiß-Repertoire gegen Caro-Kann auf dem Hauptsystem basiert, das für seine große Tendenz zum Remis bekannt ist. Nun, Negi räumt ein, daß Caro-Kann in der Tat eine besonders harte Nuß ist (und wer würde ihm da widersprechen wollen?) und schlägt daher nicht selten Neuerungen vor, die erst weit nach dem 20. Zug erfolgen. Ich war zunächst - ehrlich gesagt - skeptisch, inwiefern Neuerungen nach dem 20. Zug noch großes Verbesserungspotential in sich bergen, aber von Pappe sind die hier demonstrierten Empfehlungen keineswegs. Mein Eindruck ist, daß die Caro-Kann-Verteidigung spielbar bleibt (Gott sei Dank ...), aber eingefleischten Anhängern dieser Eröffnung mit Schwarz gibt Negi einige Arbeit an die Hand. Die Zukunft wird weisen, ob Negis Empfehlungen alte Bewertungen von als feuerfest angesehenen Varianten ins Wanken bringen können.

Um die Philidor-Verteidigung muß man sich nach diesen Analysen Sorgen machen, denn wenn Schwarz in vielen Abspielen nicht bald Verbesserungen finden sollte, dann muß davon ausgegangen werden, daß dieser in der modernen Turnierpraxis ohnehin recht seltene Gast sich künftig noch rarer machen wird.

Quality Chess steht für präzise und saubere Arbeit. Layout und Druck setzen seit Jahren Maßstäbe - die hier vorliegende Publikation macht da keine Ausnahme. Insofern bleibt nur abzuwarten, ob die weiteren Bände genauso attraktiv ausfallen werden.

Wie unkte doch einst Bobby Fischer: "Ich frage mich, was Gott eigentlich gegen 1. e4 spielen würde?!" Wir wissen es nicht, aber nach der Lektüre dieses Buches sei die Frage durchaus erlaubt, denn dann wissen wir zumindest, was er NICHT spielen würde!
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