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Der Gotteswahn: Einer der einflussreichsten Intellektuellen der Gegenwart zeigt, warum der Glaube an Gott einer vernünftigen Betrachtung nicht standhalten kann Taschenbuch – 12. August 2016
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Eine furiose Streitschrift wider die Religion
»Religion ist irrational, fortschrittsfeindlich und zerstörerisch.« Richard Dawkins, einer der einflussreichsten Intellektuellen der Gegenwart, zeigt, warum der Glaube an Gott einer vernünftigen Betrachtung nicht standhalten kann. Ein wichtiges Buch, das zu einem brennend aktuellen Thema eindeutig und überzeugend Position bezieht – brillant und bei aller Schärfe humorvoll.
- Seitenzahl der Print-Ausgabe592 Seiten
- SpracheDeutsch
- HerausgeberUllstein Taschenbuch
- Erscheinungstermin12. August 2016
- Abmessungen12 x 3.6 x 18.7 cm
- ISBN-103548376436
- ISBN-13978-3548376431
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Produktbeschreibung des Verlags
Produktbeschreibungen
Über den Autor und weitere Mitwirkende
Dr. Sebastian Vogel, geb. 1955 in Berlin. Ich habe in Heidelberg und Köln Biologie studiert und das Studium 1985 mit der Promotion abgeschlossen. Danach war ich zunächst als Journalist und Autor tätig, ab 1987 als wissenschaftlicher und literarischer Übersetzer. Seither habe ich über 200 Titel – vorwiegend Sachbücher – für verschiedene deutschsprachige Verlage aus dem Englischen ins Deutsche übertragen. Seit 2003 lebe und arbeite ich in Kerpen.
Produktinformation
- Herausgeber : Ullstein Taschenbuch; 6. Edition (12. August 2016)
- Sprache : Deutsch
- Taschenbuch : 592 Seiten
- ISBN-10 : 3548376436
- ISBN-13 : 978-3548376431
- Originaltitel : The God Delusion
- Abmessungen : 12 x 3.6 x 18.7 cm
- Amazon Bestseller-Rang: Nr. 26,632 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
- Nr. 23 in Religionsphilosophie (Bücher)
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Über die Autoren

In Nairobi, der Hauptstadt Kenias, wurde Richard Dawkins 1941 geboren. Er studierte Biologie in Oxford und wurde anschließend am dortigen New College Dozent für Zoologie. Schon bald übernahm er den Lehrstuhl für „Öffentliches Verständnis von Wissenschaft“, den er bis 2008 innehatte. Durch sein Buch „Das egoistische Gen“ wurde Richard Dawkins weit über wissenschaftliche Kreise hinaus bekannt; das Buch gilt als eines der zentralen Werke der Evolutionsbiologie. Dawkins ist erklärter Atheist und vehementer Streiter für die Ideen der Aufklärung.

Seit über 30 Jahren übersetze ich Sach- und Fachbücher aus dem Englischen ins Deutsche. Darüber hinaus habe ich 2017 die Reihe "Vergessene Schätze der englischen Literatur" ins Leben gerufen, um Romane aus der viktorianischen Zeit, die nach meiner Ansicht zu Unrecht in Vergessenheit geraten sind, den deutschen Lesern wieder zugänglich zu machen. Näheres über mich und meine Arbeit erfahren Sie auf meiner Website www.uebersetzungen-vogel.de.
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Seine Veröffentlichung ist selbst als Beitrag zur Bekämpfung der Religion gedacht. Er würde sich wünschen, so erklärt Dawkins im Vorwort, dass jeder Gläubige, der das Buch lese, es als Atheist aus der Hand lege.
Dawkins erhebt den Anspruch, mit wissenschaftlichen Argumenten demonstrieren zu können, dass die Existenz Gottes nahezu ausgeschlossen ist. Die Hypothese, die er entkräften will, formuliert er folgendermaßen: Es existiert ein übernatürliches Wesen, das unsere Welt planvoll erschaffen und gestaltet hat.
Die Überprüfung dieser Hypothese beginnt mit einer Analyse der Gründe, die zu ihren Gunsten angeführt werden. An erster Stelle stehen die sogenannten Gottesbeweise. Sowohl die fünf Argumente des Thomas von Aquin, als auch Anselms ontologischen Beweisgang kann Dawkins leicht in Frage stellen, indem er die Einwände zusammenträgt, die im Laufe der Jahrhunderte gegen sie vorgebracht wurden.
Nicht besser ergeht es der religiösen Erfahrung. Scheinbar übernatürliche Wahrnehmungen müssen Dawkins zufolge entweder Sinnestäuschungen oder Wahngebilde sein.
Am einfachsten macht es sich Dawkins mit der Autorität der Bibel. Ihre Geschichten seien, so befindet er unter Verweis auf vier historische Bücher und eine Zeitschrift, zum größten Teil frei erfunden, nicht glaubwürdiger als ein moderner Roman.
Überzeugt davon, die Argumente FÜR die Gotteshypothese ausgeräumt zu haben, geht der Oxforder Professor zu den Gründen über, die GEGEN sie sprechen. An zentraler Stelle steht hier, wie bei einem Biologen nicht anders zu erwarten, die Evolutionstheorie. Ihr großer Vorzug liege darin, die sehr unwahrscheinliche Existenz komplexer Lebensformen verständlich zu machen, indem sie ihre Entstehung in viele Einzelschritte zerlege, die für sich genommen nur moderat unwahrscheinlich seien. Sie erkläre also ein unwahrscheinliches Phänomen durch eine Reihe vergleichsweise wahrscheinlicher. Demgegenüber befinde sich der Kreationismus in der unglücklichen Situation, ein unwahrscheinliches Phänomen durch ein noch unwahrscheinlicheres (das komplexeste aller Lebewesen, nämlich Gott) erklären zu müssen.
Auch den Umstand, dass wir in einem Universum leben, dessen fundamentale Konstanten (Größe und Gewicht der Elementarteilchen, Stärke der vier Naturkräfte, usw.) dem Leben zuträglich sind, glaubt Dawkins auf natürliche Faktoren zurückführen zu können. Wenn man von der Existenz eines "Multiversums" ausgehe, also einer Vielzahl paralleler Universen, sei durchaus zu erwarten, dass einige davon Konstanten mit der 'richtigen' Einstellung aufwiesen.
Damit sei sowohl die Entstehung des Lebens als auch die Größe der Naturkonstanten wissenschaftlich erklärbar, was die sehr unwahrscheinliche "Gotteshypothese" überflüssig mache. Infolgedessen könne, so meint Dawkins, die Existenz Gottes fast mit Sicherheit ausgeschlossen werden.
Nachdem er die Religion inhaltlich widerlegt zu haben glaubt, widmet sich der Bestsellerautor ihrer moralischen Anprangerung. Ganz abgesehen von den Bluttaten des Alten Testaments und dem Umstand, dass Jahwe die abstoßendste Figur der Weltliteratur sei, richte der Glaube durch seine Begünstigung von Fanatismus, Intoleranz und Frauenfeindlichkeit sowie die Erschwerung von Abtreibung und Euthanasie erhebliches Unheil an. Außerdem mache er sich der psychischen Misshandlung von Kindern schuldig, indem er ihnen Höllenstrafen androhe.
Die weitverbreitete Sicht der Religion als eines unentbehrlichen Fundaments unserer Moral scheint Dawkins verfehlt. Die moderne Psychologie habe gezeigt, dass ein Grundbestand an moralischen Intuitionen zum evolutionären Erbe des Menschen gehöre, was hinreichend belege, dass die REALEN Motive moralischen Verhaltens nicht religiöser Natur seien.
Selbst als ethisches KRITERIUM könnten wir die Religion entbehren, da die moralischen Grundüberzeugungen moderner Gesellschaften einen vollwertigen Ersatz böten. Zwar räumt Dawkins ein, dass diese Überzeugungen eher utilitaristischer Natur sind und keine absolute Begründung von Normen zulassen. Dennoch glaubt er, seit Beginn des 20. Jahrhunderts einen konstanten Fortschritt des "moralischen Zeitgeistes" ausmachen zu können, der sich mit Sicherheit fortsetzen werde.
Dreierlei fällt an dieser Argumentation auf: Erstens ihre Lückenhaftigkeit, zweitens ihr Dogmatismus und drittens ihre historische Naivität.
Wenn es um die Erklärung von Komplexität geht, betrifft die zentrale Frage nicht das Leben oder die Naturkonstanten, sondern die Entstehung der Welt (des "Multiversums"). Obwohl für sein Thema entscheidend, wird dieses Problem vom englischen Biologen vollkommen übergangen. Möglicherweise ist dies kein Zufall, denn seine Erwähnung hätte die Leser darauf aufmerksam gemacht, dass Dawkins an dieser Stelle keinerlei naturwissenschaftliche Ansätze zur Verfügung stehen. Da selbst eine unwahrscheinliche Erklärung aber besser ist als gar keine, ließe sich leicht argumentieren, dass rationale Menschen hier allen Grund hätten, sich der Gotteshypothese anzuschließen. Das Ergebnis von Dawkins Gedankengang wäre damit auf den Kopf gestellt.
Ist Dawkins die Schwäche seiner Position an dieser Stelle vielleicht noch bewusst, so scheint sie ihm hinsichtlich des Wunderglaubens und der religiösen Erfahrung völlig entgangen zu sein. Dabei beruhen seine Ausführungen in beiden Fällen lediglich auf einem plumpen Appell an die weltanschaulichen Vorurteile seiner Zeitgenossen. Konkret unterstellt er Folgendes: Phänomene, die gegen die Prinzipien der modernen Physik verstoßen, sind unmöglich. Nun ist die moderne Physik, wenn man sie mit Einstein und Bohr beginnen lässt, kaum hundert Jahre alt. Schon die Vorstellungen mancher Forscher des 19. Jahrhunderts erscheinen uns heute hoffnungslos überholt (z. B. der Äther). Statistisch gesehen erwartet über 99% der gegenwärtigen naturwissenschaftlichen Theorien das gleiche Schicksal. In absehbarer Zukunft werden sie widerlegt sein. Wer meint, auf einer derart begrenzten, veränderlichen und unsicheren Wissensbasis bestimmte Vorgänge ohne Untersuchung kategorisch ausschließen zu können, entlarvt sich als engstirniger Dogmatiker.
Dawkins Glaube an die Unschuld der Wissenschaft und seine Überzeugung vom unaufhaltsamen Fortschritt des "moralischen Zeitgeistes" sind an Naivität nicht zu überbieten. Der Oxforder Professor scheint völlig übersehen zu haben, dass im 20. Jahrhundert mehr Morde im Namen der Wissenschaft und des "moralischen Zeitgeistes" begangen wurden, als in der gesamten Menschheitsgeschichte in dem der Religion, wobei einer der Hauptverantwortlichen dieser Massaker, Adolf Hitler, sich für seine Untaten auch noch auf Dawkins Lieblingstheorie, den Darwinismus, berief. Wenn es um die Erzeugung von Fanatismus und die Rechtfertigung von Massenverbrechen geht, ist die Wissenschaft der Religion weit überlegen.
Das einzig Bemerkenswerte an Dawkins Buch ist sein publizistischer Erfolg. Es sagt viel über die geistige Befindlichkeit unserer Gesellschaft aus, dass eine banale Wiederholung der Religionskritik des 18. und 19. Jahrhunderts so viel Anklang findet.
Hintergrund
Der gesellschaftliche Hintergrund dieses Buches ist die Zunahme des religiösen Fundamentalismus im mittleren Osten und in den USA, der zunehmend gefährlich wird für das verhältnismäßig aufgeklärte Europa und für die betroffenen Länder selbst. Religiöse Dogmen diskriminieren Frauen und Homosexuelle, Atheisten und Andersgläubige müssen für ihre Überzeugungen in vielen Ländern mit ihrem Leben bezahlen. Vergewaltigten Frauen wird eine Abtreibung untersagt, Todkranke müssen bis zum bitteren Ende leiden, weil keine Sterbehilfe geleistet werden darf. Einflussreiche Anhänger der kruden Pseudowissenschaft Intelligent Design bringen den Schöpfungsmythos in die Lehrpläne. All dies seien nur die übelsten Auswüchse einer Weltanschauung, welche das eigentliche Problem darstelle: Religion.
So zumindest die Meinung von Richard Dawkins, ein Atheist, der den Unglauben aktiv verbreiten möchte. Bereits in der BBC-Dokumentation Der blinde Uhrmacher von 1987 legt sich der Evolutionsbiologe mit amerikanischen Kreationisten an, die glauben, dass Dinosaurier und Menschen zur gleichen Zeit gelebt haben und die Erde nicht mehr als 10 000 Jahre alt ist. Es folgten Aufsätze wie „Time to stand up“, Dawkins wütender Kommentar zu den Anschlägen vom 11.9., nachzulesen in The Devil‘s Chaplain, und zuletzt seine Channel-4-Doku The Root of all Evil?, die bereits einige Argumente von The God Delusion vorweg nimmt.
Inhalt und Kritik
The God Delusion wird im Herbst 2007 von Ullstein in Deutschland veröffentlicht werden, wie der hpd in Erfahrung bringen konnte. Diese Rezension soll schon jetzt einen Einblick in das Buch ermöglichen, das im englischsprachigen Ausland bereits einen großen Einfluss auf die Debatte um die Religion hat. Dafür werden Zitate und Kapitelüberschriften vom Rezensenten ins Deutsche übersetzt.
Kapitel 1: Ein tief religiöser Ungläubiger
In diesem Kapitel kritisiert Dawkins Wissenschaftler, die sich einer religiösen Sprache bedienen, obwohl sie nicht an Gott glauben. Damit verwischen sie die Grenzen der unvereinbaren Gegenpole Wissenschaft und Religion. Es wird auch mit dem Mythos aufgeräumt, Albert Einstein sei religiös gewesen, tatsächlich hat er nicht an Gott geglaubt und musste sich dafür herbe Kritik gefallen lassen. Wie viele Philosophen und Wissenschaftler beschrieb er mit "Gott" die Summe der Naturgesetze- und phänomene.
Im Folgenden setzt sich Dawkins mit dem unverhältnismäßigen Respekt auseinander, der Religionen in unserer Gesellschaft entgegen gebracht wird. Es sieht so aus, als dürfte man sich viel mehr erlauben, wenn man es nur religiös begründet. In England gibt es eine staatlich geförderte Welle von „faith schools“, fundamental-religiöse Schulen, die zahlreiche Kinder sehr einseitig und auf zweifelhafter Basis erziehen. Dort lernen sie, ihr "heiliges" Buch beim Wort zu nehmen. Der große Aufschrei bleibt aus, schließlich geht es um Religion. Man denke auch an den Karikaturenstreit und wie viele westliche Medien sich so verständnisvoll gaben für die verletzten religiösen Gefühle der Muslime, die in keinem Verhältnis standen zur Provokation der rechten Zeitung Jyllands-Posten. Jeder Politiker, jeder Prominente, jede öffentliche Person muss sich Karikaturen gefallen lassen. Warum sollte das mit religiösen Figuren nicht möglich sein, spätestens seit der Aufklärung ist die Parodie der Religion in Europa schließlich Tradition und fester Bestandteil der demokratischen Kultur. Warum nimmt man zum Beispiel die Behauptung, Gott habe etwas gegen Homosexuelle, überhaupt ernst? Was macht Grausamkeiten unbedenklich, wenn sie mit dem Stempel „Religion“ versehen werden? Dawkins jedenfalls nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn er diese Dinge kritisiert.
Kapitel 2: Die Gottes-Hypothese
Im Unterkapitel Polytheismus geht es nur am Rande um polytheistische Religionen, die von der monotheistischen Konkurrenz ähnlich geringschätzig behandelt werden wie der Atheismus. Stattdessen nimmt sich Dawkins die Dreifaltigkeit und die Heiligenverehrung des Christentums vor. Er zeigt auf, dass es nicht einmal so klar ist, ob das Christentum eine Ein-Gott-Religion ist oder nicht. Schließlich werden sowohl dem Heiligen Geist, Jesus, Gott-Vater und heilig gesprochenen Menschen göttliche Fähigkeiten nachgesagt. Dawkins lehnt eine allzu genaue Differenzierung des Gottes-Begriffes ab, was er in einer programmatischen Passage erläutert:
„Ich greife keine spezielle Version von Gott oder Göttern an. Ich greife Gott an, alle Götter, alles und jedes Übernatürliche, gleich wo oder wann sie erfunden worden oder erfunden werden.“
Im Folgenden weist Dawkins nach, dass die Vereinigten Staaten von Amerika nicht auf der christlichen Religion basieren. Hierzu zitiert er Dokumente und Politiker aus der Entstehungszeit der USA. Ein Zitat aus dem Tripolis-Vertrag, den George Washington anfertigte und John Adams 1797 unterzeichnete, belegt diese Behauptung bereits eindrucksvoll:
„(...) Regierung und Staatswesen der Vereinigten Staaten von Amerika basieren in keiner Weise auf der christlichen Religion (...)“
Trotz dieses Umstandes werden Atheisten in Amerika wie Menschen zweiter Klasse behandelt. Dawkins erwähnt einen Fall, in dem ein Atheist einfach nur deshalb ermordet wurde, weil er nicht an Gott glaubte. So etwas kommt dann allerdings eher selten vor.
Nun geht es um den Agnostizismus und warum in der Gottesfrage nichts davon zu halten ist. Zwar kann man nicht beweisen, dass Gott nicht existiert, dies liegt aber nur daran, dass man Nicht-Existenz prinzipiell nicht wissenschaftlich beweisen kann. Es gibt jedoch keinen besseren Grund, von Gottes Existenz auszugehen, wie von der Existenz von Elfen oder Trollen. Dawkins unterscheidet sieben Kategorien vom starken Theisten bis zum starken Atheisten. Er selbst ordnet sich bei Kategorie sechs ein, tendiert allerdings zu sieben. Dies bedeutet, dass er so lebt, als gäbe es keinen Gott, obwohl er es nicht mit absoluter Sicherheit bestimmen kann, er jedoch aufgrund der geringen Wahrscheinlichkeit von Gottes Existenz dazu neigt, zu sagen, dass er weiß, dass Gott nicht existiert.
Der Evolutionsbiologe Stephen Jay Gould brachte eine weit verbreitete Vorstellung auf den Punkt, laut der Wissenschaft und Theologie unterschiedliche Fragen behandeln. Die Wissenschaft behandelt die Fragen, woraus das Universum besteht (Fakten) und wie es funktioniert (Theorien). Die Theologie geht seiner Ansicht nach darüber hinaus und kümmert sich um die so genannten „letzten Fragen“, die von höherer Bedeutung sein sollen. Dawkins legt dar, warum diese Unterscheidung keinen Sinn ergibt und warum etwa die Fragen nach dem Ursprung des Lebens oder nach der Existenz eines Gottes sehr wohl wissenschaftliche Fragen sind.
Dawkins zeigt auf, wie haarsträubend das „Große Gebets-Experiment“ des Arztes Russel Stannard war, laut dem Gebete einen heilenden Effekt auf Kranke hätten haben sollen. Das Ergebnis des Experiments lautete, dass die Kontrollgruppe, für die gebetet wurde, mehr Komplikationen erleiden musste, als die andere. Dies kann man mit dem Vorführungseffekt begründen, also mit der Nervosität und dem Stress der Patienten, die glaubten, jetzt erst recht gesunden zu müssen.
Im nächsten Teilkapitel reagiert Dawkins auf Anschuldigungen von anderen Atheisten, die ihn dafür kritisieren, moderate Gläubige anzugreifen. Er hätte sich mit ihnen verbünden können, um gegen Kreationisten vorzugehen. Dawkins Ansicht zufolge besteht die große Auseinandersetzung jedoch nicht zwischen Evolution und Kreationismus, sondern zwischen Rationalismus und Aberglauben.
Im letzten Teil des Kapitels geht Dawkins auf die Existenz oder Nicht-Existenz von Außerirdischen ein. Er meint, dass dieses Thema der optimale Fall für Agnostizismus sei. Es gibt gute Argumente für und gegen die Existenz von Außerirdischen. Er selbst vermutet, dass sie existieren. Wenn die Wahrscheinlichkeit für intelligentes Leben außerhalb unserer Welt eine Billion zu eins wäre, dann gäbe es immer noch eine Billion Planeten mit intelligentem Leben darauf. Dawkins schätzt, dass es Planeten mit Außerirdischen gibt, die uns so weit überlegen sind, dass wir sie für Götter halten könnten. Der Unterschied besteht jedoch darin, dass sie das Ergebnis einer langen Evolution wären. Solche gottähnlichen Wesen könnten also nicht am Anfang des Universums gelebt und es erschaffen haben, weil dem Zeitpunkt der Schöpfung logischerweise kein Evolutionszeitraum voraus ginge.
Kapitel 3: Argumente für Gottes Existenz
In diesem Kapitel nimmt sich der Wissenschaftsautor die angeblichen Gottesbeweise und andere Argumente für Gottes Existenz vor. Dieses Kapitel ist recht amüsant, denn Dawkins kann sich nicht zurück halten, besonders abstruse Argumente zu parodieren. So verlegt er die Diskussion um das ontologische Gottesargument auf einen Kinderspielplatz, wo es aufgrund seiner Infantilität hingehöre. Er begnügt sich jedoch nicht mit Parodien, sondern widerlegt die vergleichsweise besten Argumente für Gott mal wissenschaftlich, mal philosophisch, je nachdem, was gerade angemessen erscheint.
Kapitel 4: Warum es beinahe mit Sicherheit keinen Gott gibt
Dawkins beginnt dieses Kapitel mit einer Erklärung, warum die Evolutionstheorie eben nicht behauptet, das Leben sei durch Zufall entstanden. An sich ist es nichts Neues, dass natürliche Selektion nicht mit Zufall gleich zu setzen ist, sondern einen evolutionären Mechanismus bezeichnet, der die Lebewesen bevorzugt, welche am besten an ihre Umwelt angepasst sind. Trotzdem wird diese Behauptung von ID-Anhängern immer wieder aufgeworfen.
Hierauf interpretiert Dawkins natürliche Selektion als Bewusstseins-Erzeuger (“Consciousness-Raiser“). Dies bedeutet, dass die Evolution sehr viel besser die Entstehung des Lebens erklären kann als jedes andere Modell und uns einige wichtige Dinge über die Welt erstmals bewusst macht, die vorher im Dunkeln lagen. Es verwundert ihn, dass immer wieder Theologen die Evolution als die Art und Weise verstehen, wie Gott die Welt erschuf, obwohl diese Theorie ohne Gott auskommt.
„Irreduzible Komplexität“ ist eines der wissenschaftlich klingenden Modebegriffe des Intelligent Design. Er bedeutet, dass bestimmte Lebewesen sich nicht allmählich entwickelt haben können, sondern auf einmal erschaffen worden sein müssen, weil etwa ein halbes Auge keinen Sinn ergeben würde. Es gab noch niemals ein Lebewesen mit einem halben Auge, jedoch gab und gibt es Tiere, deren Sehvermögen im Vergleich zu unserem eingeschränkt ist und deren Augen nicht so weit entwickelt sind wie unsere. Bisher wurde noch kein Fall von irreduzibler Komplexität nachgewiesen, wobei Dawkins einräumt, dass ein solcher Fall die gesamte Evolutionstheorie zum Einsturz bringen würde.
Lücken in der Evolutionstheorie sind das nächste Thema, da sie von Kreationisten besonders betont werden. Tatsächlich ist es kein Wunder, dass es Lücken in der Evolutionstheorie gibt. Andernfalls müssten wir zum Beispiel sämtliche Fossilien aller Lebewesen schon entdeckt haben. Kreationisten weisen auch darauf hin, dass laut Evolution alle Lebewesen perfekt sein müssten, etwa immun gegen Gifte. Dawkins argumentiert, dass dies vielmehr für Design gelte, denn warum sollte Gott unvollkommene Geschöpfe entwerfen?
Hierauf nimmt sich Dawkins die planetare und kosmologische Version des anthropischen Prinzips vor. Es ist zwar sehr unwahrscheinlich, dass auf einem Planeten Leben entsteht, es gibt jedoch so viele Planeten, dass es durchaus vorkommen kann. Das selbe gilt für die Existenz eines Universums, das Leben ermöglicht. Es ist zwar sehr unwahrscheinlich, noch viel unwahrscheinlicher ist jedoch die Existenz eines Gottes, der alle Variablen so einstellt und berechnet, dass am Ende unser Universum dabei heraus kommt.
Zuletzt geht Dawkins auf weitere Argumente ein, die ihm gegenüber geäußert wurden. Die Templeton Foundation bezahlt Wissenschaftler dafür, dass sie auf ihren Konferenzen erscheinen, außerdem vergibt sie hoch dotierte Preise für jeden von ihnen, der Christentum und Wissenschaft für kompatibel hält. Laut Dawkins ist dies für viele seiner Kollegen der einzige Grund, sich auf eine solche Weise zu äußern. Er zitiert als Beleg einige gekünstelte Argumente von Wissenschaftlern, die in Verbindung mit der Templeton Foundation stehen. Einer der Vorwürfe, die Dawkins oft entgegen gebracht werden, lautet, seine Religionskritik sei „19. Jahrhundert“. Das bedeutet, er soll keine direkten Fragen stellen wie „Glauben Sie an Wunder?“ oder „Glauben sie an die Jungfrauengeburt?“, weil das die Aufklärer im 19. Jahrhundert getan haben. Heute wird dies als unhöflich angesehen, unhöflich deshalb, weil, wenn die Antwort „Ja“ lautet, sich die Gläubigen damit selbst lächerlich machen könnten. Eine Gefahr, denen sie Dawkins unhöflicherweise aussetzt.
Kapitel 5: Die Ursprünge der Religion
Aus Sicht der Evolution ist Religion eine gewaltige Zeit- und Energieverschwendung. Warum existiert sie trotzdem?
Zunächst einmal stellt Dawkins einige Theorien vor, welche die Religion erklären sollen und argumentiert, warum sie meist nicht funktionieren. Eine dieser Theorien ist die Gruppen-Selektion. Sie besagt, dass Gruppen von Menschen aufgrund ihrer Religion zum Überleben und Fortpflanzen selektiert werden, da sich hierdurch der Zusammenhalt innerhalb der Gruppe erhöhe. Dawkins hält nichts von Gruppen-Selektion. Sie kann zwar vorkommen, stellt jedoch keinen eigenen evolutionären Mechanismus dar, was er überzeugend erläutert. Religion, so seine eigene Theorie, ist vielleicht ein Nebenprodukt anderer Mechanismen. Das könnte so funktionieren:
Die Psyche von Kindern ist darauf eingestellt, ihren Eltern zu glauben. Dabei handelt es sich um einen Überlebensmechanismus. Sie müssen ihren Eltern zum Beispiel glauben, dass sie bestimmte Dinge essen dürfen und andere nicht, damit sie sich nicht vergiften. Es handelt sich um einen Mechanismus, der zur vagen Orientierung dienen soll. Als solcher ist er leicht anfällig für eine Infektionen durch Viren, zum Beispiel Religionen. Die Kinder glauben die Inhalte der Religion ihrer Eltern, auch wenn diese aus evolutionärer Sicht keinen Sinn ergeben. Dawkins weist darauf hin, dass es sich nur um eine von vielen Theorien handelt, und dass sie noch nicht konkret ausgearbeitet wurde.
Um diesen Gedankengang weiter zu verfolgen: Kinder emanzipieren sich in der Pubertät von ihren Eltern bis zu einem gewissen Grad und entwickeln eigene Gedanken. Bei Religionen scheint das nur selten zu funktionieren, schließlich handelt es sich um komplette Weltanschauungen, noch dazu mit dogmatisch vertretenen Inhalten, die aufrecht erhalten werden von der näheren Umgebung der indoktrinierten Kinder. Wenn alle oder fast alle Freunde und Verwandten des Kindes an dieser Religion festhalten, wird das Kind eine minder große Neigung dazu haben, den Glauben in Frage zu stellen. Leider verkennt Dawkins die Bedeutung von sozialen Netzwerken. Auf der Atheistenkonferenz Beyond Belief 2006 wurde er darauf hingewiesen, dass die meisten Menschen lieber ihren Glauben entgegen aller Vernunft erhalten werden, als ihre Familie aufzugeben, falls nötig. In den Vereinigten Staaten offenbar ein großes Problem. An seiner Theorie ändert das jedoch nichts.
Im Folgenden geht Dawkins auf weitere Nebenprodukt-Theorien ein, diesmal seitens der Evolutionspsychologie. Laut dem Psychologen Paul Bloom sind Menschen geborene Dualisten. Das heißt, dass sie Körper und Geist voneinander getrennt betrachten, was Religionen mit ihrer Kreation Seele ausnutzen. Monisten – die meisten Naturwissenschaftler sind Monisten – betrachten Körper und Geist als untrennbare Einheit. Neben vielen weiteren Vorschlägen erwähnt Dawkins die Nebenprodukt-Theorie der romantischen Liebe. Die „besessene“ Form von Liebe, laut der man auf Wunsch des Partners sogar töten würde, sei „verrückt“. Laut dieser Theorie lieben Gläubige Gott, also eine fiktive Person, anstelle einer echten. Zweifellos haben es viele Gläubige schon oft bekundet und bewiesen, dass sie Gott lieben.
Dies erklärt jedoch noch nicht, wie sich Religion verbreitet und wie die Details zustande kommen. Dawkins Memetik zufolge verbreiten sich kulturelle Informationen so ähnlich wie Viren, weshalb er auch des öfteren Religionen als Viren bezeichnet. Die einzelnen Glaubensinhalte wie „Du wirst deinen eigenen Tod überleben“ sind Meme, die sich innerhalb eines Memplexes, wie etwa dem katholischen Glauben, befinden, zu dem mehrere solcher Meme gehören. Ein Mem verbreitet sich desto schneller, je besser es mit der menschlichen Psyche kompatibel ist.
Eine der witzigsten und enthüllendsten Passagen in Dawkins Buch beschäftigst sich mit den Cargo-Kulten von Neuguinea, die unabhängig von der Ursprungsregion auch in Neu-Kaledonien, auf Fiji und in anderen Gebieten entstanden sind. Verschiedene Ureinwohner-Stämme haben festgestellt, dass die weißen Missionare, Soldaten, Verwalter etc. niemals Dinge herstellen oder reparieren. Wenn sie etwas brauchen, wird es auf Frachtschiffen ("cargo-ships") geliefert. Stattdessen tun die weißen Männer viele seltsame Dinge. Sie hören kleinen Kästen zu, die verzerrte Töne von sich geben, sie bauen Mäste mit Kabeln daran und einige von ihnen tragen identische Kleider und laufen immer auf und ab. Keine Frage: Das mussten rituelle Handlungen sein, um die Götter davon zu überzeugen, noch mehr Frachtschiffe zu schicken. Die meisten Cargo-Kulte sind davon überzeugt, dass am Tag der Apokalypse ein bestimmter Messias kommen wird. Bei einem der Kulte trägt dieser Messias den Namen John Frum. Er wird in offiziellen Aufzeichnungen der Regierung vereinzelt erwähnt, aber es ist nicht sicher, ob es ihn wirklich jemals gab. Auf jeden Fall soll er wiederkehren, die weißen Menschen vertreiben, die Kranken heilen und natürlich für reichlich Fracht für die Eingeborenen sorgen. Darauf angesprochen, dass John Frum nun schon seit 90 Jahren nicht mehr aufgetaucht ist, antwortete Hohepriester Nambas: „Wenn ihr 2000 Jahre auf Jesus Christus warten könnt, und er kommt einfach nicht, dann kann ich gewiss länger als 90 Jahre auf John warten.“ Dieses Teilkapitel ist so umwerfend komisch und bezeichnend, dass sich allein dafür schon die Anschaffung des Buches lohnt. Der Dank gebührt allerdings David Attenborough, der diese Kulte erforscht hat.
Kapitel 6: Die Ursprünge der Moral: Warum sind wir gut?
„Warum sind wir gut?“ Dieser Frage voraus gehen müsste eine andere: „Sind wir gut?“ Dawkins jedoch ist ein sehr positiv denkender Mensch, teilweise sogar naiv, wenn es um das Gute im Menschen geht. An sich macht ihn das sehr sympathisch, ganz im Gegensatz zu den Anschuldigungen, die er sich anhören muss. Dazu später.
Dieses Kapitel beginnt mit einigen Briefen und E-Mails, die Richard Dawkins und Brian Flemming, Urheber der Doku The god who wasn‘t there, erhalten haben. Die negativsten Briefe stammen von religiösen Menschen, die meinen, ihre Gewaltfantasien loswerden zu müssen. Einer schreibt, er würde Flemming gerne erstechen und ausweiden, jemand anderes fantasiert einen Krieg gegen Atheisten herbei und weist auf sein geladenes Gewehr hin. Negative Kommentare gab es auch von anderen Menschen, jedoch waren Gewaltdrohungen ausnahmslos religiös motiviert. So viel zu der Behauptung, Moral erfordere Gott.
Nun versucht sich Dawkins an einer evolutionären Begründung von Moral. Er erklärt unter anderem, warum die Theorie des egoistischen Gens mit dem Altruismus vereinbar ist: Wir verhalten uns manchmal selbstlos, um unsere nächsten Verwandten, Träger derselben Gene, zu schützen. Zweitens gilt das Prinzip „Geben und Nehmen“, welches auch zum Tausch von Früchten oder, heutzutage, Gütern geführt hat. Des Weiteren gewinnt man durch altruistisches Verhalten Ansehen und steigt in der sozialen Hierarchie auf. Viertens bewerben wir durch Selbstlosigkeit unsere eigene Person, es handelt sich um eine Art authentisches Marketing. Bei der „extremen“ Version des selbstlosen Verhaltens könnte es sich um ein Nebenprodukt anderer Mechanismen handeln. Hier ist etwa die Aufopferung für einen völlig Fremden gemeint. Die meiste Zeit über hat der Mensch in kleinen Gruppen gelebt, in denen alle miteinander verwandt waren, deshalb konnte er sich nicht für Fremde aufopfern. Heute bemerkt unsere Biologie so zu sagen den Unterschied nicht und glaubt, sie rette einem genetischen Verwandten das Leben. Dawkins merkt selbst an, dass diese Theorie noch nicht völlig überzeugend klingt.
Daraufhin widmet sich Dawkins der Moralphilosophie. Er zitiert eine Studie, laut der religiöse und nicht-religiöse Menschen moralische Dilemmata – spezielle Aufgaben, in denen moralische Entscheidungen gefragt sind – genau gleich beantworten. Gott und Vaterland seien ferner ein unschlagbares Team, was Unterdrückung und Blutvergießen angeht, wobei absolutistische Werte schwer auf anderer Basis als Religion zu verteidigen seien. Tatsächlich haben Diktaturen jeder Art gerne bei ihrer Selbstlegitimation auf Gott verwiesen, oder, wie Mao Zetung, sich selbst zu einer Art Gott erklärt.
Kapitel 7: Das „gute“ Buch und der sich verändernde moralische Zeitgeist
Hier geht es um die Bibel und warum sie kein so gutes Buch ist, wie Christen glauben. Die Hauptaussage des Kapitels ist, dass niemand von uns seine Werte aus der Bibel ableitet. Täten wir das, müssten wir zum Beispiel Frauen unterdrücken, Homosexuelle umbringen und ganze Völker auslöschen. Die wohl unmenschlichste und absurdeste Geschichte, die Dawkins gefunden hat, steht in Richter Kapitel 19: Ein levitischer Priester ist mit seiner Konkubine zu Gast bei einem alten Mann. Die Männer der Stadt klopfen an die Tür und verlangen die Herausgabe des Gastes, um ihn zu vergewaltigen. Stattdessen bietet der alte Mann seine Tochter an und der Priester schickt seine Konkubine nach draußen. Die Männer vergewaltigen sie die ganze Nacht lang. Am Morgen findet der Levite seine Konkubine tot vor der Türe liegen. Er nimmt ein Messer und zerstückelt sie in zwölf Teile, die er an alle Küsten Israels schickt.
Das Neue Testament ist zwar moralisch zahmer, aber keineswegs sinnvoller: Gott schickt seine Inkarnation als Jesus zur Erde und lässt sie foltern und töten, um sie für die Ursünde büßen zu lassen. Es ist klar, dass die Geschichte um Adam und Eva nicht symbolisch gemeint sein kann, da ohne die Ursünde Jesus grundlos gestorben wäre. Man fragt sich außerdem, warum sich Gott für seine Schöpfung selbst umbringt, um dann wieder geboren zu werden und in den Himmel aufzufahren. Er hätte seiner Schöpfung auch so die Sünden vergeben können, ohne großes Theater. Man kann Dawkins Bewertung, dies sei rasender Irrsinn (“barking mad“) kaum abstreiten und denkt man über das Ausmaß nach, den dieser Irrsinn im Laufe der Geschichte mit sich gebracht hat, wird auch sein gelegentlicher Zynismus verständlich. Was die Moral im Neuen Testament angeht, sollte man bedenken, dass Vergebung und Nächstenliebe etc., die Jesus gepredigt hat, nur für Juden gelten sollten, es handelt sich um eine interne Gruppen-Moral. Für Un- und Andersgläubige sieht die Lage anders aus: Sie sollen von den Gläubigen versklavt oder getötet werden, wie es in zahlreichen Stellen der Bibel nachzulesen ist.
Diese interne Gruppen-Moral mit Feindschaft nach Außen gäbe es auch ohne Religion, wie Dawkins anmerkt. Man denke nur an Fußball-Mannschaften und ihre Anhänger, an Sprachen, Rassen und Stämme, welche die Menschen ebenfalls einteilen und oft Verachtung anderer Gruppen mit sich bringen. Religion erweitert die Liste jedoch wie folgt:
• Sie drückt Kindern den Stempel der Religion ihrer Eltern auf die Stirn. Man spricht von einem „muslimischen Kind“, oder einem „katholischen Kind“, obwohl die Kinder selbst noch nicht wissen, was das alles bedeutet.
• Getrennte Schulen. Viele Kinder besuchen religiöse Schulen und werden dort sehr einseitig beeinflusst und teils sogar gegen Mitglieder anderer oder keiner Religionen aufgehetzt.
• Das Tabu des „Aus-Heiratens“. Viele Religionsgemeinschaften untersagen noch immer die Heirat ihrer Mitglieder mit Anhängern anderer oder keiner Religionen.
Nun geht Dawkins auf den „Zeitgeist“ ein. Es handelt sich um eine Art gesellschaftlichen Konsens, was die Werte betrifft. Vor 100 Jahren war es ganz normal, selbst in gebildeten Schichten, Schwarze für minderwertig zu halten und Homosexuelle für krank. Heute hat sich dies zum Glück geändert. Die Ethik unterliegt also einem Wandlungsprozess, Dawkins Ansicht nach wandeln sich die Werte zum Besseren. Manchmal kommt es zu zeitweiligen Rückgriffen auf an sich überwundene Ansichten, wie heute in den tief religiösen USA. Insgesamt beobachtet Dawkins einen Aufwärts-Trend, eine Art kulturelle Evolution. Diese Sichtweise ist typisch für den britischen Oxford-Professor: Trotz seines Skeptizismus blickt er optimistisch in die Zukunft und glaubt, dass am Ende alles gut wird – man könnte das als humanistische Romantik bezeichnen. Auf der Atheistenkonferenz Beyond Belief 2006 wurde er für dieses „hegelianische“ Bild gesellschaftlichen Wandels kritisiert, weil die Nazi-Diktatur dem widerspreche. Dieses Argument ist nicht völlig überzeugend, da es sich bei Hitlers Diktatur um einen kurzzeitigen Rückgriff auf überkommene Vorstellungen gehandelt haben könnte. Schließlich war es gegen Ende des 19. Jahrhunderts im Westen ganz normal, Rassist zu sein und Hitler hat nicht viel später gelebt. Ein anderes Argument, auf das seltsamerweise noch niemand gekommen ist, widerspricht der Zeitgeist-Theorie aber doch: Die Blüte und der Untergang von Hochkulturen. Hätten sich die ägyptischen, griechischen, römischen oder sonstigen Hochkulturen weiter entwickelt, hätten sie gewiss einen ähnlichen Entwicklungsstand wie die heutige Zivilisation erreicht. Auch in diesen Hochkulturen fand schließlich eine moralische Evolution statt, bis sie untergegangen sind. Man könnte wiederum dagegen argumentieren, dass der Humanismus an die griechische Philosophie anschließt und dass sich die heutige Zivilisation insofern bei den Erkenntnissen früherer Hochkulturen bedient. Trotz allem scheint Dawkins Zeitgeist-Theorie zu kurz zu greifen und es ist bedauerlich, dass seine Bildungswut vor Geisteswissenschaften halt macht, trotz seiner vollauf berechtigten Kritik der dort grassierenden postmodernen Philosophie. Eine andere Interpretation der Geschichte legt der sozialistische Literaturwissenschaftler Terry Eagleton vor, der eine Konstanz von Unterdrückung und Armut der Massen betont. Vielleicht ist es auch richtig, was Ian Stewart, Jack Cohen und Terry Pratchett in ihrer Sachbuchreihe behaupten: Die Geschichte ergibt gar keinen Sinn.
Hierauf geht es um die Frage, ob Stalin und Hitler Atheisten waren und was dies aussagen würde. Dawkins belegt überzeugend, dass es nicht klar ist, ob Hitler ein Christ war oder nicht. Mal sieht er sich als Auserwählter Gottes, mal verflucht er das Christentum. Es ist anzunehmen, dass er zumindest einen großen Teil seines Lebens den christlichen Glauben teilte. Was Stalin betrifft: Er war Atheist. Zwar wurde er, wie gerne von ungläubiger Seite festgestellt, streng religiös erzogen, jedoch hat er sich von diesem Glauben gelöst. Was bedeutet dies nun? Es gibt einen wichtigen Unterschied zwischen religiösen Herrschern wie Papst Urban II., der zum Kreuzzug gegen die Muslime aufrief, und atheistischen Diktatoren wie Stalin: Urban II. handelte aufgrund seiner Religion, argumentierte zumindest anhand der Bibel, Stalin dagegen ließ niemanden deshalb ermorden, weil er nicht an Gott glaubte. Er war vielmehr Anhänger einer dogmatischen politischen Ideologie.
Kapitel 8: Was ist so falsch an der Religion? Warum so feindlich sein?
Dawkins erklärt, warum er keineswegs an Konfrontation interessiert ist: Streitgespräche sind selten konstruktiv. Er möchte vielmehr die Religion allgemein kritisieren, weniger bestimmte Gruppen oder Individuen. Bomben werfen, seine Gegner verbrennen oder ihre Wolkenkratzer zerstören möchte er nicht. Trotzdem wird er häufig als „atheistischer Fundamentalist“ bezeichnet. Grund genug, den Unterschied zwischen Wissenschaft und Religion darzulegen:
Zunächst einmal stellt er fest, dass die Behauptung, der Glaube an Beweise sei ebenso fundamentalistisch wie der Glaube an die Wahrheit der Bibel, von Philosophen geäußert wird, die mit dem Kulturrelativismus infiziert seien. Deren Argumente werden gerne von religiösen Menschen übernommen. Genauer geht er in The Devil‘s Chaplain auf diese Denkweise ein, die mit postmoderner Philosophie und dem Studienfach cultural studies zusammen hängt, welches inzwischen auch in Deutschland Verbreitung findet. Demnach versteht jede Kultur etwas anderes unter „Wahrheit“ und „Realität“, weshalb man sie auch nicht objektiv feststellen kann. Dawkins weist darauf hin, dass die Wissenschaft diese Begriffe definiert und auf dieser Basis mit ihnen arbeitet. Die Evolution ist demnach genauso wahr, wie dass sich Australien in der südlichen Hemisphäre befindet. Die Wissenschaft ist stets offen für neue Belege, die Religion meint dagegen, sie kenne die Wahrheit bereits von Anfang an, weil sie in einem heiligen Buch stünde, das sich nicht irren könne.
Hierauf erklärt Dawkins, warum sich religiöse Fanatiker einen absolutistischen Staat wünschen. Damit hat er unrecht, denn der Begriff Absolutismus ist enger definiert. Dies ist jedoch nur ein kleiner Fehler, denn es wird klar, dass von einem totalitären Staat die Rede ist, von einer Theokratie. Im Folgenden geht es um Glauben und Homosexualität, sowie um Glauben und Abtreibung, respektive Sterbehilfe, wobei Dawkins die beiden letztgenannten befürwortet und dies überzeugend begründet. Gegen Homosexualität gibt es aus ethischer Sicht ebenfalls nichts zu sagen.
Nun geht
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