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Gott, Eine Biographie Taschenbuch – 1. Januar 1998
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Jack Miles
(Autor)
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SpracheDeutsch
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Herausgeberdtv Verlagsgesellschaft
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Erscheinungstermin1. Januar 1998
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ISBN-103423307110
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ISBN-13978-3423307116
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Zunächst mag die Vorgehensweise naiv anmuten, am Anfang der Bibel zu beginnen und zu beschreiben, wie und als wer sich Gott darstellt. Doch unreflektiert schreibt Miles sein Buch keineswegs. Schon den Rahmen der Handlung steckt er bewußt ab, wenn er sich für den Tanach, also die Hebräische Bibel und ihre Reihenfolge der Bücher des christlichen Alten Testamentes, entscheidet. Das Nacheinander von Geschichtsbüchern, Prophetenbüchern und als Abschluß poetischen Werken faßt er als Entwicklung im Charakter und Verhalten Gottes selbst auf: Während er zu Beginn als Schöpfer, Befreier und Eroberer auftritt, wandelt er sich über seine Rolle als Liebender und Heiliger zum verborgenen Gott, sein mächtiges Wort am Beginn steht dem Schweigen am Ende gegenüber.
Für Bibelkundige wie Distanzierte gibt es in diesem Buch vieles zu entdecken. In die Erzählung fließt viel Wissen ein, was das Unterfangen so interessant macht. In Gang gehalten wird die Dynamik durch die Frage nach dem Warum. Wie kommt es zum "Decrescendo" vom Höhepunkt Schöpfung bis zum Ende? Und wie verhält es sich mit der Beziehung Gottes zu dem von ihm erschaffenen Menschen? Der komplexe Charakter des einen Protagonisten bewegt den Autor wie die Lesenden: Warum und wie vereinen sich in dem einen Gott Aspekte zum Beispiel des Weiblichen und Männlichen, für die andere Religionen die Form des Polytheismus wählen?.
Alles in allem ein faszinierendes Buch, das wie das Original dazu anregt, sich hinein zu vertiefen und nach einer Antwort zu suchen. --Stefanie Ott-Frühwald
Über den Autor und weitere Mitwirkende
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Produktinformation
- Herausgeber : dtv Verlagsgesellschaft (1. Januar 1998)
- Sprache : Deutsch
- ISBN-10 : 3423307110
- ISBN-13 : 978-3423307116
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Amazon Bestseller-Rang:
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Im Laufe der Zeit wird einem deutlich, dass der Gott, der beim Lesen der Bibel vor dem inneren Auge entsteht, einen Charakter hat. Von ihm, der anfangs wie ein gigantischer konzentrierter Handwerker erscheint, der in seine Arbeit vertieft und Selbstgespräche führend die Welt erschafft, wird immer mehr deutlich. Schon bald genügt ein einzelnes Charakteristikum für ihn nicht mehr - der Gott der Bibel ist ein "tiefer" Charakter, wie es der Literaturwissenschaftler sagen würde. Nach ein paar Kapiteln in der Bibel hat sich Gott zu einem von den Menschen enttäuschten Zerstörer gewandelt, der fast die gesamte von ihm geschaffene Welt in der Sintflut auslöscht. Aber der Gott der Bibel ist auch nicht zwiegespalten - mal Schöpfer und mal Vernichter.
Die Bibel enthält Texte der ca. ein Jahrtausend umspannenden Geschichte des Gottesglaubens in Israel. Die menschlichen Vorstellungen von Gott haben sich innerhalb dieser gewaltigen Zeitspanne verändert. Aber der Leser liest die Bibel als einen einzigen Text, der in sich vielstimmig ist. Jack Miles zeigt: dadurch dass die Erfahrungen vieler Generationen mit Gott zusammengefasst sind, erscheint der zentrale Protagonist der Bibel als rätselhafte und widersprüchliche, aber auch überaus kraftvolle Persönlichkeit.
Wer nun die Bibel nicht oberflächlich liest, bringt den geschilderten Charakter in Zusammenhang mit seinem eigenen Charakter. Für ihn ist es selbstverständlich, den Gott der Bibel "nach seinem Ebenbilde" zu denken, nach dem er - wie es in der Bibel heißt - geschaffen ist. Das macht das Alte Testament aus einer Sammlung von Dokumenten der Gotteserkenntnis zu einem Buch der Selbsterkenntnis. Es bewegt den Leser dazu, sich über die eigene Rätselhaftigkeit und die eigenen Widersprüche, aber auch über die eigene Kraft klar zu werden. Keine leichte Übung allerdings. Um "Gott. Eine Biographie" zu lesen, muss man sich Zeit nehmen.
ein wesen das existent ist, das neue erfahrungen sammelt, das sich durch eigenes verhalten in sackgassen manövriert und wege nach aussen sucht.
erziehung der menschen durch gott...erziehung gottes durch den mensch. provokant bestimmt, aber nie blasphemisch
Gott, der den Menschen nach seinem Ebenbilde schuf, ist eine eingetrichterte Weisheit unzähliger Schulstunden im Unterrichtsfach Religion, wie man es in unseren Breiten noch in den Grundschulzeiten der letzten Sechziger und Siebziger Jahre genießen durfte. Jack Miles macht sie zum Leitthema seiner Biografie Gottes und damit zum Ausgang seiner Untersuchung, was dessen 'persönliche' Entwicklung über den Verlauf der Jahre und Jahrhunderte in Vorgeschichte und Antike betrifft. Dabei bezieht sich Miles - wohlbemerkt, und von ihm hervorgehoben - nicht auf eine historische Entwicklung, sondern auf die literarische Entfaltung des biblischen Vater Unser, der 'Hauptperson' aus dem Buch der Bücher.
Das Buch von Jack Miles, einem Theologen und ehemaligen Jesuitenpater, war einer der Pulitzer-Preisträger des Jahres 1996, dem Folgejahr des Erscheinens der Originalausgabe von "Gott - Eine Biografie"; Preisträger selbstverständlich in der Kategorie Biografie.
"Dieses Buch über Gott verfolgt das Ziel, den biblischen Spiegel gereinigt und poliert dem Leser in die Hand zu legen." Daraus schließen wir, dass möglicherweise spiegelverkehrt wiedergegebene Sichtweisen nicht zurechtgerückt werden. Hauptsache eine klare und saubere Einsicht in die Taten des Herrn. Es ist "die Art von Wissen, die das Buch, das vor Ihnen liegt, zu vermitteln versucht."
Dass die Muslime ihren Koran nicht als Literatur ansehen und ihn auch nicht gerne als solche bezeichnet wissen wollen, ist hinlänglich oft bekannt gegeben. "Juden und Christen dagegen verehren zwar die Bibel als ein Buch, das mehr ist als bloße Literatur, aber sie streiten nicht ab, dass sie auch Literatur ist."
Jack Miles der Theologe. Mit den alten Religionen und Kulturen des Vorderen Orients ist er bestens vertraut. In "Gott - Eine Biografie" setzt er sich mit den üblichen Glaubensthemen und möglichen bibelwissenschaftlichen Fragen erst gar nicht auseinander. Vielmehr nimmt er sich in seinem Buch der Bibel - den fünf Büchern Mose, den Büchern der Propheten, Richter und Könige, den Weisheitsbüchern, den Psalmen, der Liebesdichtung des Hohenliedes, den Chroniken - unter ihren literarischen Aspekten an. "Es ist die Dichtung, die Jack Miles gelesen, ja neu entdeckt hat, und es ist Gott, der in ihr mit überwältigender Dynamik und Wandlungsfähigkeit in Erscheinung tritt", so der deutsche Verlag (Karl Hanser, München) in seiner Kommentierung.
Zu Beginn (der Biografie, nicht der Bibel) bekommen wir das theoretische Rüstzeug, lernen zum Beispiel den Unterschied zwischen Literaturkritiker und Textgeschichtler kennen. "Ich schreibe hier über das Leben Gottes des Herrn als das des Helden eines Klassikers der Weltliteratur", gibt Miles die Zweckbestimmung, dass "dies eine literaturwissenschaftliche und keine historische Untersuchung ist".
Wir begleiten Gottes Leben sodann chronologisch den biblischen Aufzeichnungen. "Der Gott, den das alte Israel verehrte, entstand als Verschmelzung einer Anzahl der Götter, denen ein Nomadenvolk auf seinen Wanderungen begegnet war." (Klingt recht naiv, spekulativ, wenig wissenschaftlich, wenig theologisch, vielleicht literaturtheoretisch; Jack Miles bleibt sich treu.)
Man weiß, dass das Alte Testament mit einem Gott der Selbstgespräche führt, beginnt. Monologe während der Erschaffung der Welt. "Er spricht zu sich selbst. Noch ist kein Mensch geschaffen, der ihn hören könnte." Wir begegnen den bekannten, entscheidenden Textstellen. "Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und vermehrt euch."
Wir treffen alle die alttestamentarischen Protagonisten, die wir aus dem Buch der Bücher kennen - besser noch aus den vielfältigen Produktionen von Verfilmungen fürs Kino oder Fernsehen: Eva und Adam, Abel und Kain, Noah und Familie, Abraham, Isaak, Jakob, Joseph und seine Brüder. Moses. Die Könige Saul, David, Salomon. Die Damen Esther und Ruth. Die Propheten. Keiner fehlt. Sehr wichtig: Hiob. Und: "Keine der göttlichen Handlungen, von denen in der Bibel berichtet wird, steht nicht in Beziehung zu Menschen; keine von ihnen ist in diesem Sinne rein göttlich. Gott unternimmt keine Handlung, die nicht den Menschen zum Ziel hat. Es gibt keine 'Abenteuer Gottes'."
Bei Jack Miles finden sich herrliche Beschreibungen, göttliche Metaphern. "Wir müssen uns Gott als jemanden vorstellen, der neugeboren und doch kein Baby ist", oder "Gott posiert nicht. Er ist nicht der Zauberer von Oz."
"Zumindest bis zur Josephsgeschichte ist die Genesis eine Erzählung von brutaler Offenheit. Unfruchtbarkeit, Schwangerschaft, Geburt; Masturbation, Verführung, Vergewaltigung, Gattinnenmord, Brudermord, Kindesmord - das sind die Kategorien der Handlung. Die Erzählung ist so sehr mit Fortpflanzung und dem, was Fortpflanzung bedroht, beschäftigt, dass sie fast alles andere in menschlicher Erfahrung ausschließt."
Es war William Butler Yeats (1865-1939), der große irische Schriftsteller und Dichter, der schrieb, "Der Geist des Menschen hat nur eine Wahl: / Im Leben oder Werk vollkommen zu sein". "In seiner Wehmut", so Jack Miles, "wirkt dieser Vers zutiefst modern, aber er hängt unmittelbar mit der alten, begrabenen Erinnerung an einen Gott zusammen, der wählen musste, aber nicht wählen konnte. Dieser Gott ist das geteilte Vorbild, dessen geteiltes Abbild wir auch jetzt noch sind. Sein ist das ruhelose Atmen, das wir immer noch im Schlaf hören."
Dem "Gott ist tot" des Friedrich Nietzsche hält Jack Miles entgegen. Demnach bastelt Gott auch heute weiter an seiner Lebensbeschreibung. Inzwischen als "Schauspieler auf der Weltbühne", "nachdem nun Israel, dessen Volk zerstreut wurde, zum Weltjudentum geworden ist." Miles beschreibt die "komische Transformation der Anwesenheit von Gottes Abwesenheit im modernen Leben." Ein Warten auf Godot, das zum Göttchen geschrumpfte Allmächtige im Himmel wie auf Erden.










