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Der Glaube an die Globuli: Die Verheißungen der Homöopathie (medizinHuman) Taschenbuch – 7. November 2015
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- Seitenzahl der Print-Ausgabe244 Seiten
- SpracheDeutsch
- HerausgeberSuhrkamp Verlag
- Erscheinungstermin7. November 2015
- Abmessungen13.1 x 2.1 x 21.1 cm
- ISBN-103518466399
- ISBN-13978-3518466391
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Produktbeschreibungen
Pressestimmen
»Die Schattenseiten der Magie mit dem Nichts deckt der Bremer Gesundheitswissenschaftler Norbert Schmacke jetzt auf... Man muss betonen, dass Norbert Schmacke kein einseitiger Anhänger der ›Schulmedizin‹ ist, sondern Usancen der Pharmaindustrie sowie Exzesse des Gesundheitswesens regelmäßig geißelt.« -- Werner Bartens ― Süddeutsche Zeitung Published On: 2015-12-18
»Das Buch besticht durch seine Klarheit und gedankliche Tiefenschärfe.« -- Alan Niederer ― Neue Zürcher Zeitung Published On: 2015-12-04
»... ein aktueller Appell, im Ringen um Rationalität in der Medizin nicht nachzulassen.« -- Martina Lenzen-Schulte ― Frankfurter Allgemeine Zeitung Published On: 2015-11-14
»Norbert Schmacke hat mit seiner Literaturstudie für Aufsehen gesorgt. Schmacke vertritt die Auffassung, dass Homöopathie eine aus seiner Sicht ungerechtfertigte gesetzliche Sonderstellung einnehmen würde.« -- Volkmar Weilguni ― ÄrzteWoche Published On: 2015-12-03
»Dieses Buch ist etwas für fleißige, neugierige Leser und Leserinnen – also für alle, die genauer wissen wollen, warum die sogenannte Alternativmedizin den Nimbus des Überlegenen im Vergleich zur (natur)wissenschatlich fundierten Medizin besitzt.« ― GPSP – Gute Pillen, schlechte Pillen
»Das Buch wird die Diskussion über die Wirkung von Homöopathie und anthroposophischer Medizin weiter befeuern. Die geäußerte Kritik beruht auf wissenschaftlichen Studien, ist scharf formuliert und an vielen Stellen nachvollziehbar. Alternative Medizin müsse, so das Fazit, der gleichen kritischen Betrachtung standhalten können wie die Schulmedizin, sonst tauge sie nichts.« -- Ulrike Abel-Wanek ― Pharmazeutische Zeitung Published On: 2015-12-17
»Die Autoren führen erfreulicherweise keinen polemischen Kreuzzug gegen die Alternativmedizin, sondern argumentieren sachlich gegen die Sonderstellung der besonderen Therapierichtung und für eine patientenorientierte Weiterentwicklung der Medizin...« -- Joseph Kuhn ― Deutsches Ärzteblatt Published On: 2015-12-04
»Der Band sei allen ans Herz gelegt, die sich grundsätzlicher mit der Alternativmedizin und mit aktuellen Fragen zur Begründbarkeit therapeutischen Handelns befassen wollen.« ― Dr. med. Mabuse
Rezension
Über den Autor und weitere Mitwirkende
Norbert Schmacke lehrt in Bremen Gesundheitswissenschaften und ist stellvertretendes Unparteiisches Mitglied im Gemeinsamen Bundesausschuss.
Bernd Hontschik, geboren 1952 in Graz, ist Chirurg in Frankfurt am Main. Abitur und Medizinstudium in Frankfurt am Main. 1978 Beginn der chirurgischen Ausbildung, 1987 Promotion über die Theorie und Praxis der Appendektomie, die als Buch veröffentlicht und 1989 mit dem Roemer-Preis des Deutschen Kollegiums für Psychosomatische Medizin ausgezeichnet wurde. Bis 1991 Oberarzt an der Chirurgischen Klinik des Städtischen Krankenhauses Frankfurt/Main-Höchst, bis 2015 in der Frankfurter Innenstadt niedergelassen in einer chirurgischen Praxis und ambulantem OP-Zentrum.
Er ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.
Bernd Hontschik war u.a. Vorstandsmitglied der Thure von Uexküll-Akademie für Integrierte Medizin, ist Herausgeber der Taschenbuchreihe »medizinHuman« im Suhrkamp Verlag, Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Zeitschrift Chirurgische Praxis, wurde in die Betriebskommission der Städtischen Klinik Frankfurt am Main/Höchst berufen und schreibt nach zahlreichen Veröffentlichungen in Büchern und Zeitschriften eine regelmäßige Kolumne in einer Frankfurter Tageszeitung.
Produktinformation
- Herausgeber : Suhrkamp Verlag; Originalausgabe Edition (7. November 2015)
- Sprache : Deutsch
- Taschenbuch : 244 Seiten
- ISBN-10 : 3518466399
- ISBN-13 : 978-3518466391
- Abmessungen : 13.1 x 2.1 x 21.1 cm
- Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.261.105 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
- Nr. 1.566 in Homöopathie
- Nr. 10.339 in Energie & Heilung
- Kundenrezensionen:
Kundenrezensionen
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- Bewertet in Deutschland am 21. November 2015In dem Buch geht es nicht primär um Homöopathiekritik, sondern um gute Medizin. Die herkömmliche Medizin, aus ihrem alternativmedizinischen Hinterhof oft abschätzig als "Schulmedizin" bezeichnet, hat vielfältige Mängel, von unnötigen Operationen über schlecht getestete Arzneimittel bis hin zu gar nicht getesteten Medizinprodukten. Die Antwort auf diese Mängel kann aber nicht darin bestehen, dass man Therapien gar nicht mehr nach anerkannten wissenschaftlichen Methoden untersucht. Genau dieses Privileg haben die "besonderen Therapierichtungen", sowohl im Arzneimittelrecht als auch im Recht der gesetzlichen Krankenversicherung. Sie genießen den Vorzug, dass ein "Binnenkonsens" unter ihren Vertretern ausreicht, um ihre Arzneimittel in Umlauf zu bringen und - im Prinzip auch - sich Leistungen von der Krankenkasse erstatten zu lassen. Dagegen argumentieren die Beiträge in diesem Sammelband. Es geht um einheitliche Standards bei der Bewertung von Therapien, wie sonst im Leben auch. VW hat keinen Anspruch auf andere Abgasnormen als BMW. Und es geht um Wege hin zu einer besseren Medizin: wirksam, nützlich, nebenwirkungsarm und vor allem auch patientenorientiert. Die Alternativmedizin ist da in jeder Beziehung eine Sackgasse. Warum, das kann man in dem Buch nachlesen.
- Bewertet in Deutschland am 11. Dezember 2015Anders als der Buchtitel es vermuten lässt, geht es in dem vom Bremer Professor für Gesundheitswissenschaften Norbert Schmacke herausgegebenem Buch, keineswegs allein um die Homöopathie allein. Sie nimmt lediglich einen zentralen Punkt ein. Schmacke geht es hier jedoch um weit mehr als Homöopathiekritik.
Das Buch enthält 5 einzelne und recht unabhängig voneinander lesbare Fachartikel verschiedener Autoren (und eine umfangreiche Literaturliste):
- Der Arzt und Philosoph Uwe Heyll beschreibt im ersten Kapitel sehr treffend die psychologischen Faktoren, die das Wesen alternativer Verfahren ausmachen, entlarvt die „mythologischen Behandlungskonzepte“ und ihren rituellen bzw. inszenatorischen Charakter und benennt die einzelnen Mythen, die die verschiedenen Verfahren transportieren.
- Norbert Schmacke selbst schreibt im zweiten Kapitel eine umfassende Kritik der Homöopathie. Ganz hervorragend wird darauf eingegangen, dass Globuli als Placebos zwar harmlos sind, der Glaube an sie jedoch keineswegs. Seine Argumentation gipfelt in den 2 zentralen Forderungen des Buches: Ein Ende der gesetzlichen Sonderregelungen für die „besonderen Therapierichtungen“ und zurück zu mehr Patientenorientierung in der Medizin
- Im dritten Kapitel gehen Norbert Schmacke und Edzard Ernst arbeiten heraus, wie groß auch in der anthroposophischen Lehre die Diskrepanz zwischen Forschungsergebnissen und Patienten gegenüber gemachten Versprechungen bei der anthroposophischen Misteltherapie bei Krebs ist
- Im vierten Kapitel geht es um die wichtige Forderung einer verbesserten Arzt-Patientenbeziehung in der Medizin. Es geht um das Ziel der gemeinsamen Therapiefindung in ausführlichen Gesprächen zwischen Therapeut und Patient.
- Im letzten Kapitel werden Probleme, Grenzen aber auch Bedeutung der evidenzbasierten Medizin herausgearbeitet.
Das Buch wendet sich allein vom akademischen Sprachstil aber auch von den Argumenten her an ein Fachpublikum: Ärzte, Apotheker, Dozenten und alle Mitglieder der Entscheidungsgremien bei Kassen und Behörden. Es ist weniger für den privaten Globulifan geschrieben, sein Inhalt wäre für diesen aber sicher ebenfalls lesenswert.
Was mir ganz besonders gefallen hat, ist, dass Schmacke endlich einmal ein Buch vorlegt, das der üblichen Homöopathiediskussion entwachsen ist. In seinem Buch geht es nicht mehr um die Frage, __ob__ denn Globuli Placebos sind. Es geht um die logischen, moralischen und notwendigen Forderungen, die sich aus der Tatsache, dass es sich um Placebos handelt, für die Praxis im Gesundheitswesen ergeben. Hier ist zusammengefasst, was denn eigentlich Politik, Wissenschaft und Ärzte tun müssen, wenn wir die Konsequenz aus unserem bestens gesicherten Wissen ziehen:
Heftige Kritik übt Schmacke an der Politik – nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen europäischen Ländern. Politiker schaffen überall unter dem Einfluss der Hersteller und der Beliebtheit der spirituellen Verfahren beim Wahlvolk gesetzliche Sonderregelungen für die „besonderen Therapierichtungen“. Diese schaffen einen Schutzraum für Globuli & Co, so dass diese in Apotheken stehen und von Kassen bezahlt werden – ohne dass die Mittel je Wirkungsnachweise erbracht haben.
„Die Bevölkerung sollte nur wissen, dass die Privilegierung der besonderen Behandlungsverfahren in krassem Widerspruch zu den Grundsätzen des Sozialgesetzbuches und der klinischen Forschung steht.“ (S 125)
„Für Deutschland liegt der Schlüssel zu einer Aufhebung der 2-Welten-Lehre in der medizinischen Versorgung ausschließlich beim Gesetzgeber. Nur er kann die unsinnige Doktrin von besonderen Therapierichtungen beenden.“ (.S. 138)
Schmacke fordert ebenfalls ein Ende der „Pathologischen Forschung“ zu den genannten Verfahren, die nur dem Zweck dient, der Bevölkerung eine Wissenschaftlichkeit vorzugaukeln, die in Wahrheit nicht vorliegt. Schmacke arbeitet an mehreren ganz und gar nicht harmlosen Beispielen heraus, wie hanebüchen vorgelegte Arbeiten zur Homöopathie eigentlich sind.
Besonders deutliche Kritik übt er hier an Wurster und die Clinica St. Croce, sowie an Frass und seiner Wiener Gruppe, über deren Studie zur Homöopathie bei Krebs er explizit schreibt: „Sprache und Inhalt des genannten Artikels sind aus wissenschaftlicher Sicht indiskutabel, aber bei nicht wissenschaftlichen Lesern wird der Eindruck erweckt, man sei eigentlich nah dran am Beleg, dass Homöopathie Krebs heilen kann. Und genau darin liegt das Ziel solcher Publikationen.“ (S.95)
„Es wird Zeit für die Wissenschaft damit aufzuhören, der Alternativmedizin das Trittbrettfahren zu erlauben. (…) Dass Schwerkranken in Deutschland vorgegaukelt werden darf, man könne Krebs und Schlaganfälle durch homöopathische Präparate heilen, wirft einen tiefen Schatten auf alle begonnenen Bemühungen um eine differenzierte Ermittlung von Nutzen und Schaden in der Medizin.“ (S. 138/139)
Gerade die letzten beiden Kapitel, die ganz unabhängig von den alternativen Verfahren Forderungen an eine moderne Medizin beschreiben, zeigen aber auch, dass sich die Autoren bewusst sind, dass die selbsternannten „Alternativen“ auch deshalb so erfolgreich sind, wie sie Sehnsüchte des Patienten befriedigen, die von der Medizin im Moment nicht ausreichend ernst genommen werden.
„ Gute Medizin muss sich den heute international verwendeten kritischen Bewertungen stellen (…). Dass dazu auch gehört, die Erwartungen und Gefühle von Kranken in Erfahrung zu bringen, sollte längst selbstverständlich sein. Das ist die zentrale Botschaft an die Medizin (…). Dieser Fährte gehört die Zukunft, statt Gedankengebäuden des frühen 19. Jahrhunderts anzuhängen.“ (S. 147)
Ein insgesamt ungemein wichtiges Buch, von dem nur zu hoffen ist, dass es möglichst viele Entscheidungsverantwortliche in Politik und Universitätsverwaltungen auch lesen werden. Unter Laien wird es wegen der akademischen Sprache vermutlich nur zu wenig Anklang finden.
- Bewertet in Deutschland am 1. Februar 2016Wer wissen möchte warum es die Politik (und somit auch das Recht) aktuell zulässt, dass Krankenkassen (und somit die Solidargemeinschaft) wirkungslose Arzneimittel und zum Teil gefährliche Therapien bezahlen (und somit echte irdische Ressourcen verschwendet werden), warum "Ärzte" Patienten im Namen der "Wissenschaft" täuschen dürfen, der sollte dieses Buch lesen. Besonders wertvoll sind die Belege und Bezüge mit/zu den Originalquellen. Alternativmedizin ist unethisch und schadet der einen echten Wissenschaft. Der "Pluralismus der Wissenschaften" (Schmacke 2015) ist gefährlich und bringt uns Rückschritt statt Fortschritt. Mythos statt Aufklärung. Glaube statt Wissen.
- Bewertet in Deutschland am 16. November 2019Danke für dieses Buch, sehr informativ!
- Bewertet in Deutschland am 8. Januar 2016Das Buch ist sicherlich lesenswert und man würde sich vor allem wünschen, dass Homöopathen es lesen. Es zeigt sachlich und nüchtern auf, welchen Irrtümern die Alternativmedizin allgemein (historisch und aktuell) aber vor allem die Homöopathie (und etwas kürzer die anthroposophische Medizin) unterliegen. Es gipfelt in der Klarstellung, dass die Sonderstellung "besondere Therapierichtung" nicht haltbar ist und eine Zweiklassenbeurteilung von Wirksamkeit und Plausibilität nicht statthaft.
Weniger gut finde ich, dass die Kapitel etwas unzusammenhängend aneinander"kleben", das letzte Kapitel hat mit Homöopathie dann gar nichts mehr zu tun. Es ist zwar ehrenhaft, nicht nur die Homöopathie zu kritisieren, sondern auch Schwachpunkte der wissenschaftlichen Medizin, speziell der evidence based medicine, aufzuzeigen. Insgesamt konnte ich am Ende viele wichtige Punkte mitnehmen, habe mich aber gefragt, was der Titel damit zu tun hat - er scheint mir falsch gewählt. Ich hätte mir am Ende nochmal eine Art "Rückblende" auf die Homöopathie gewünscht, um das Buch abzurunden. Sonst top.
- Bewertet in Deutschland am 11. Juni 2016Ich hab es in einem durchgelesen. Fundierte Kritik an der Homöopathie von Experten.
Pflichtlektüre für Menschen, die nicht glauben, sondern wissen wollen.
