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Kundenrezensionen

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TOP 500 REZENSENTam 13. Juni 2014
Das Gespräch zwischen Manfred Osten, Peter Sloterdijk und Thomas Macho geht zunächst ein auf die Geldschöpfung, die nicht mehr zu der Wertschöpfung in Verbindung steht. Dann folgt ein Rückblick in die Vergangenheit und zwar zur Pest in Europa und wie sich von da an alles verändert hat, von der Tätigkeit des Übens am Objekt, hin zu den vielen Steigerungsspiralen der Mechanisierung, bis zur heutigen Finanzwelt. Der Grundgedanke der Lombardstreet wird erklärt, auf dem damals die Bankgeschäfte abgewickelt wurden und der auf Charakter und Vertrauen basierte.

Zum Thema Geld findet man Gedanken zur Steuerehrlichkeit und kurze Gedankensplitter von Karl Marx ("Das Geld als göttliche Kraft.").

Mit einem schönen Wortbild wird gezeigt was die Deutschen früher unter dem Begriff Bildung zum Ausdruck brachten:
"Dass der gebildete Mensch derjenige sei, der selber ein glaubhaftes Buch darstelle und zwar eines, das beim Buchbinder war, nicht eine lose Zettelsammlung, sondern eine Mensch mit fadengeheftetem Rücken. Der Gebildete war jemand, der mit den Klassikern noch persönlich Umgang gepflegt hat." (S.45)

Manfred Osten geht kurz auf eins der Zehn Gebote ein und betrachtet dabei die Frage der Rückkopplung von Schuld und Schulden. Das Gebot:"Du sollst nicht begehren" lautet heute: "Du sollst begehren"- Schulden und Konsum sichern Wachstum und Fortschritt. Manfred Osten zeigt ferner das Vertauschen von Sphären vom Gottvertrauen zum Geldvertrauen, von der Schuld zum Schuldner, vom Glauben zum Gläubiger und vom Credo zum Kredit. (S.69)

Es folgen Gedanken zur rapiden Erosion des Geldvertrauens; zum Shopping als Religion; zum Anliegen der Medien die Ängste eher zu mehren als abzuschwächen; zur Angst vor der Zerstörung unseres Planeten (Furcht als Motivation); zum Islamismus bzw. aktivem Nihilismus (S.82f); zum digitalen Ballast und zum Neobuddhismus sich im Internet unsichtbar zu machen(S.92).

Das Buch endet mit guten Gedanken zu Pascal, Kierkegaard und Nietzsche.
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am 27. August 2014
Zwei Philosophen treffen sich zu einem von einem Kulturhistoriker moderierten Gespräch über Gott und die Welt. Wer erwartet, daß die Diskutanten hierbei den Boden des akademischen Elfenbeinturms nicht verlassen würden, irrt. Stellenweise geht es sogar außerordentlich praktisch zur Sache - etwa wenn über den Staat oder über das moderne Geldwesen sinniert wird: Wenn der Staat einmal eingerichtet ist, hat er die Tendenz, zu noch mehr Staat zu werden." Welcher mit beiden Beinen auf dem Boden stehende Zeitgenosse wollte das bestreiten? Der Wohlfahrtsstaat finanziert sich ja heute über die Grenzen der Steuereinnahmen hinaus." Dieser Satz könnte glatt aus dem Mund eines libertären Ökonomen stammen.

Auf die kontroversiell diskutierte Revolution der gebenden Hand" angesprochen, werden beide Diskutanten recht deutlich: Thomas Macho weist darauf hin, daß das Geben...eine Erfindung von Menschen war, die Einfluß und Macht gewinnen wollten." Wie praktisch, daß das Geben heute nicht mehr aus der eigenen, sondern aus fremden Taschen finanziert wird! Peter Sloterdijk diagnostiziert dagegen eine vom Staat angeordnete "Pflichtgroßzügigkeit", ohne daß auch nur einmal gefragt würde, ob die Bürger denn überhaupt großzügig sein wollen. Moralisch sei und bleibe die Steuer jedenfalls eine zweideutige Angelegenheit.

Der Vertrauensverlust in Banken und Ökonomie führe zu einer Transformation der Vertrauens- in eine Spielerökonomie, was - auch - mit der Verzehnfachung der Geldmenge im Verhältnis zur realen Wertschöpfung zu tun habe. Fragen zur Schuldnerkultur" und zum Verhältnis von Schulden und Schuld werden mit Blick auf die Religionen untersucht. Der dramatische Bedeutungsverlust der Religion führe in unseren Tagen zu einer umfassenden und unübersehbaren Werteumkehr. Heißt es in den Zehn Geboten Du sollst nicht begehren", lautet die Forderung im modernen Wohlfahrtstaat genau umgekehrt. Das Begehren (des anderen Gut) wird hier geradezu zur Tugend. Die Seelenlenkung oder Herrschaft über den Menschen durch die Furcht" (Phobokratie") sei heute nicht mehr möglich - mit weitreichenden (keineswegs ausschließlich positiven) Konsequenzen.

Sloterdijks expliziten Hinweis auf die Österreichische Schule der Nationalökonomie" (im Zusammenhang mit einer Betrachtung ökonomischer Gleichgewichtsmodelle) hätten hier wohl die wenigsten erwartet. Der Mann hat zweifellos (auch) seine wirtschaftswissenschaftlich relevanten Hausaufgaben gemacht...
11 Kommentar| 12 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 20. September 2014
Wer das goldene Büchlein in die Hand nimmt und sich vom übergroßen Titel "Gott, Geist und Geld" einnehmen lässt, erwartet viel - und kriegt doch recht wenig. Das Gespräch weist keinen roten Faden auf, es besteht aus Fußnoten, Anmerkungen und Ablenkungen. Jeder Versuch des Moderators, die Gegenwart zu beleuchten, wird mit Anekdoten aus der Antike, dem Mittelalter oder dem Beginn der Neuzeit bedacht.
Am Ende fragt man sich, was das Ganze soll. Eine mögliche Antwort: Es ist ein intellektueller Zeitvertreib, eine Bestätigung elitärer Kreise, dass sie nicht nur alles richtig machen, sondern auch noch ganz viel verstanden haben. Sloterdijk und Macho wirken wie Pressereferenten der Sparkassen-Stiftung, die dieses Treffen sicherlich gut bezahlt hat. Es ist doch schön, mal mit dem Sloterdijk geplaudert zu haben später am Buffet.
Über dieses Buch hinaus: Sloterdijks weit hergeholte Erklärungen - so brillant sie formuliert sein mögen - wirken in bestimmten Kreisen affirmativ. Und das erst recht, seit er die "Revolution der gebenden Hand" angestimmt hat. Seine "Ethik der Gabe" ist genau das Märchen, das die Reichen derzeit hören wollen. Stolze Wesen, die sich großzügig zeigen würden, wären Steuern eine freiwillige Gabe.
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am 5. August 2014
Aber mancher gute Gedanke ist drin. Das Thema wird natuerlich nicht erschöpft und auch oft verlassen, dennoch keine verlorene Zeit.
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am 15. Juni 2014
Bin sowieso Fan von Peter Sloterdijk, tut richtig gut, klaren Geist zu erleben, welcher bereits in seinen frühen Werken nach Ausdruck drang. Danke!
11 Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden



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