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Der Geschichtenverkäufer: Roman Taschenbuch – 1. Oktober 2004

3.8 von 5 Sternen 51 Kundenrezensionen

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In Jostein Gaarders erstmals ausdrücklich für das erwachsene Publikum geschriebenem Roman Der Geschichtenverkäufer hat der Protagonist, Petter Spinnemann, schon von frühester Jugend an Angst vor der eigenen Fantasie. Bereits als Kindergartengänger hält er die Fäden seiner Umwelt -- besonders die der Kinder -- in der Hand, und ist doch nie ganz glücklich dabei: "Ich bestimmte, was sie machten und sagten. Sie wussten das nicht und die Kindergärtnerinnen auch nicht, aber wenn ich Fieber hatte und zu Hause bleiben musste, passierte im Kindergarten rein gar nichts. Die Kinder zogen ihre Overalls aus und an, an und aus. Ich beneidete sie kein bisschen. Ich glaube, sie aßen nicht einmal ihr Pausenbrot". Dabei droht die Einbildungskraft, die ein kleines, "Meter" genanntes Männchen mit Bambusstock streng überwacht, ihren Schöpfer beizeiten selbst zu überrollen: "Das Fantasieren war leicht, es war wie ein Tanz auf dünnem Eis. Ich drehte ausgefeilte Pirouetten auf einer schwachen Eishaut über vielen Tausend Faden Tiefe. Und unter der Oberfläche lag immer etwas Kaltes und Finstres auf der Lauer".

Dieses "Finstre und Kalte" holt den Helden im Verlauf der Handlung schließlich ein. Inzwischen ist er ein gefragter Ideengeber geworden, ein "Geschichtenverkäufer", der weniger begnadete Autoren mit spannenden, interessanten oder auch anrührenden Plots versorgt. Nun aber scheint die Tätigkeit dieser "Spinne", die die klebrigen Fäden des Literaturbetriebs gezogen hat, durch journalistische Recherche endgültig aufzufliegen. Der Autor wird zum Opfer seiner eigenen Geschichten. Und sein Leben scheint ernsthaft in Gefahr.

In Der Geschichtenverkäufer des 50-jährigen norwegischen Autors Gaarder (Sofies Welt) erzählt Petter endlich einmal seine eigene, "biografische" Geschichte. Aber auch da verwischen Dichtung und Wahrheit, "erinnerte Wirklichkeit" und "erinnerte Fantasie" immer wieder. Herausgekommen ist ein spannendes Buch, das sich nur oberflächlich als Kritik am Literaturbetrieb lesen lässt. Unter der Oberfläche des Eises aber ist Der Geschichtenverkäufer ein philosophisch tiefsinniger Roman auch über Identitätsstiftung und die Kraft der Imagination. --Stefan Kellerer -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe.

Pressestimmen

»Auch eine Satire auf den Literaturbetrieb, aber eigentlich ein Roman darüber, wie Imagination Fakten und sogar Identitäten schaffen kann.«
Westfälischer Anzeiger 17.03.2007



»Der wahre ›Geschichtenerzähler‹ Jostein Gaarder hat mit diesem Roman ein Meisterwerk geschaffen.«
Peter Köhler, Der Tagesspiegel



»Jostein Gaarder besitzt die wunderbare Gabe, ernste Gedanken federleicht zu verpacken [...] Der Geschichtenverkäufer ist nicht nur ein intelligentes, sondern auch ein spannendes Buch.«
Heide Soltau, NDR Info/Kultur



»Der neue Gaarder ist eine amüsante, sanfte Satire auf den Literaturzirkus und die Kulturindustrie, die Raubbau mit dem Rohstoff Fantasie treibt.«
tz, München



»Jostein Gaarder verstrickt Phantasie und Realität so geschickt miteinander, daß man eigentlich dafür ein neues Wort erfinden müsste. Die überschäumende Phantasie seiner Hauptfigur mag für ihn selbst ein Fluch sein - für den Leser ist sie das Gegenteil. Eine amüsante und überaus kurzweilige Lektüre, clever durchdacht und wunderschön geschrieben.«
buchtips.net



»Ein Meisterwer!k«
Mach mal Pause

-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Top-Kundenrezensionen

Von Raumzeitreisender TOP 500 REZENSENT am 8. Oktober 2002
Format: Gebundene Ausgabe Verifizierter Kauf
Petter ist ein seltsamer Junge. Statt mit anderen Kindern zu spielen, zieht er es vor, in seiner Fantasiewelt zu leben und Geschichten zu erfinden. Auffallend ist nicht nur seine überschäumende Kreativität, sondern er ist gleichzeitig hoch intelligent. Seinen Klassenkameraden ist er weit überlegen.
Aus einem Wunderkind wird ein außergewöhnlicher Erwachsener. Seine literarischen Fähigkeiten stehen im krassen Gegensatz zu seinem fehlenden Verlangen nach Ruhm. Dass es sich bei diesem Buch um eine Satire handelt, wird daran deutlich, wie Jostein Gaarder den Charakter und die Lebensgeschichte Petters überzeichnet. Selbst nicht auf öffentliche Anerkennung aus, macht Petter als Ideenlieferant große Geschäfte und nutzt dabei die geistige Leere anderer Schriftsteller aus.
Petters Frauengeschichten sind der Grund dafür, dass "Der Geschichtenverkäufer" ein Buch für Erwachsene ist. Seine Beziehung zu Maria ist eine ungewöhnliche Liebesgeschichte und Ursache für ein Drama. Die mehrfach erwähnte Geschichte des Zirkusmädchens Panina Manina ist Auslöser und Sinnbild für die Tragödie des Protagonisten.
Mit diesem Buch kritisiert Gaarder den Literaturbetrieb und die Menschen, die sich dem unterwerfen. Das Buch ist hinsichtlich seiner Aussagen völlig anders als frühere Bücher von Jostein Gaarder. Das möchte ich aber nicht negativ verstanden wissen. "Der Geschichtenverkäufer" liest sich leicht und ist spannend. Wären da nicht ein paar Unstimmigkeiten in der Erzählung, hätte ich 5 Sterne vergeben.
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Format: Taschenbuch
Aufgrund der interessanten Grundidee und der vielen positiven Bewertungen habe ich mich für dieses Buch entschieden. Die Umsetzung hat mich aber nicht ganz überzeugt.

Der Hauptdarsteller sprudelt über vor guten Ideen für Geschichten, hat aber nie das Interesse diese zu Romanen zu entwickeln. Das geht bereits in seiner Kindheit los, wobei er da schon beginnt alle seine Ideen festzuhalten. Im Erwachsenenalter macht er daraus seinen Beruf und verkauft diese erfolgreich an Romanautoren.

Die Kindheit und Entwicklung der Fähigkeit wird ausführlich geschildert. Dabei werden immer mal wieder vielfältige Romanideen eingestreut. Diese Fähigkeit ist beeindruckend und wird glaubwürdig geschildert. Am Ende kommt es noch zu einer überraschenden Entwicklung, bei der er sich meiner Meinung nach bei Max Frisch bedient.

Mit seiner Rahmenhandlung und den Wendungen bringt dieses Buch alles mit um sogar in den Bereich eines Klassikers vorzudringen. Die Umsetzung macht das aber zunichte. Die Beschreibung seiner Kindheit zieht sich. Die immer wieder eingeschobenen Romanideen zerstückeln den Erzählstrang. Der Stil ist in Ordnung, bietet aber keine Highlights. Wirklich mitgerissen wurde ich nicht, auch will keine große Spannung aufkommen. Insgesamt eine nette Geschichte, die Potential zu etwas ganz Großem gehabt hätte.
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Format: Gebundene Ausgabe
Über die Handlung will ich nicht viel schreiben, das haben andere an dieser Stelle schon zur Genüge getan. Nur soviel: man liest hier die Geschichte eines schwer gezeichneten Mannes, der sich immer einredet, es besser zu haben als die anderen, weil er ihre profanen Gefühle und Moralvorstellungen nicht teilt. Er ist ein Puppenspieler im weitesten Sinne. Und seine Puppen sind die Mitmenschen, hauptsächlich einfallslose Autoren, denen er Ideen für Geschichten verkauft. Aus all den kleinen Ideen und Geschichten die er schreibt, liest sich am Ende seine eigene Tragödie, sein zerbrochenes Selbst, für das er eigentlich nie eine Erklärung suchte und trotzdem findet. Sie sucht ihn heim, doch kann ihn nicht trösten, dafür ist es in diesem Falle zu spät.
Wer wieder mal ein Kinderbuch erwartet, dem sei wohl abgeraten von Gaarders neuem Werk und wer stringente Linien, abgedroschene Handlungsverläufe und einen Vordenker braucht, dem wohl auch. Wer aber von Jostein Gaarder endlich mal ein Buch lesen möchte, in dem er sein Talent auf eine angemessene Art und Weise in mehr als einer netten Geschichte umsetzt, dem sei dieses Buch wärmstens ans Herz gelegt. Wenn er im letzten Drittel des Buches doch auch schamlos bei Max Frisch abkupfert, macht das den Roman nicht wirklich schlechter. Das Elend der Geschichte ist nur, dass heutzutage niemand mehr bereit ist, Literatur spannend zu finden, die ohne Mörder und Leichen auskommt und in der eine Tragödie nicht gleichbedeutend mit einer Riesenechse in New York ist. Für mich das Fesselndste seit Langem. So unterschiedlich können Meinungen sein.
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Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Gaarder schreibt wirklich sehr gut, er bringt auch immer den Philosophischen Charakter sehr einfach und verständlich rüber, was auch bei Sofies Welt sehr gut zu sehen ist. Am Anfang dachte ich erst, na ja, wir nicht so gut werden das Buch. Und jetzt habe ich schon die Hälfte gelesen und bin voll drin, so zu sagen, obwohl ich nur in der Bahn lese(!). Ein gutes Buch, man muss es mögen, da Gaader wieder mehrere kleine Geschichten in eine Große verschachtelt und verpackt hat. Für Gaader-Liebhaber aufjedenfall ein Muss! ;)
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